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Wii Driver: San Francisco
 
 
Driver: San Francisco - Wii
Matthias Engert (28.10.2011)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Action Racer
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-8
NUNCHUK: Ja (NDS Zugabe)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Vor kurzem haben wir uns mit der aktuellen Handheld Version der Driver Serie für den 3DS beschäftigt. Durchwachsen und mit guten Ansätzen versehen, schlummerte aber zeitgleich auch die Wii Version im Testlabor. Im Genre der Rennspiele auf der Wii, eigentlich mal wieder eine willkommene Abwechslung. Auch mit dem Hintergrund, endlich wieder einmal Open World Feeling genießen zu können, wie in guten alten Underground Zeiten. Etwas das z.B. die 3DS Version schmerzlich vermissen ließ. Dennoch war die Vorfreude schon etwas gedämpft. Grund ist Parallel Lines, der eigene Vorgänger auf der Wii, der spielerisch und vor allem technisch einige Schwächen offenbarte. Man durfte also schon gespannt sein, was uns die Entwickler hier präsentieren. Aber jedes Spiel beginnt zunächst bei null und wir wollen schauen, wie sich der neueste Ableger der Driver Serie auf der Wii so schlägt.

Menus und die Story....

Wieder eine Produktion aus eigenem Hause, Lesen sich die reinen Fakten zunächst ordentlich und bieten auch sehr Seltenes für Wii Verhältnisse. Zunächst kümmern wir uns um den technischen Teil der Rahmenbedingungen. Umgesetzt ist das Spiel für alle Bild Modi auf der Wii, was ob der später ernüchternden Grafik allerdings ein Ding für sich ist. Spielbar in normalen Stereosound, müsst ihr für ein Savegame sparsame 2 Seiten zur Verfügung haben. In Sachen Texten und Sprachausgabe komplett in Deutsch gehalten, spendiert man den Wii Spielern auch einen Mehrspieler Modus für bis zu 4 Spieler. Online Game Play sollte man dagegen aber nicht erwarten. Das bietet die Wii Version nicht. Überhaupt sollten viele Features der Konkurrenz Plattformen hier leider keinen Einzug gefunden haben. Etwas schade wie ich finde. Da reißt auch das eingebaute DS Feature nichts heraus. Ein sehr seltenes Feature, das hier zum Einsatz kommt. Denn man kann sich im Spiel den Nintendo DS an seine Seite ziehen und sich dort Infos auf den DS Screen holen und selbst Minispiel Action wird so abgedeckt. Auf der anderen Seite aber auch nichts, was einen großen Mehrwert oder gar Gewinn für das Game Play darstellt. Wer das nicht nutzen kann, verpasst insgesamt nichts. In Sachen Story kommt natürlich der Held der Serie, John Tanner zum Einsatz, darf aber vom Spieler selber nicht mehr als einziger Charakter im Spiel gesteuert werden. Wie der Titel schon sagt, geht es in der US Metropole zur Sache. Am Anfang der Geschichte muss sich Tanner mit dem Tod seines Partners auseinandersetzen. Danach beginnt die eigentliche Geschichte des Spiels und wird wie in einer Erzählung präsentiert.

Der Bandenboss Caine macht die Stadt unsicher und zettelt einen Bandenkrieg an. In der Unterwelt bricht das Chaos aus und San Francisco erlebt eine Menge krimineller Action. Es ist also Zeit, mal wieder ein wenig aufzuräumen in der Unterwelt und ihr schlüpft zunächst in die Rolle von John Tanner und versucht nun den Gangstern das Fürchten zu lehren. Ob das gelingt, darüber entscheidet eure spielerische Kunst… Die Wii Version bietet zunächst keinen speziellen Vorspann und schickt euch relativ fix in das Profilmenu. Dort legt ihr euren Speicherstand an und landet danach auf dem eigentlichen Hauptmenu. Von hier aus habt ihr Zugriff auf die verschiedenen Spielmodi, die neben der Story vor allem den Mehrspieler in den Vordergrund rücken. Wobei einiges davon auch ein wenig einer Mogelpackung entspricht. Denn neben diversen speziellen Mehrspieler Modi, prangt auf der Verpackung auch der Hinweis über einen Koop-Multiplayer für den Story Modus. Aber dazu im MP Abschnitt ein paar Zeilen. Wichtigster Punkt für einen Spieler ist natürlich die Story. Dazu kommen nun noch die Extras und die Optionen. Die Extras geben euch Zugriff auf kleine Bonusinhalte wie Artworks zu den enthaltenen Fahrzeugen und Charakterprofilen aller wichtigen beteiligten Personen innerhalb der Story. Die Optionen wiederum lassen euch Einstellungen beim Sound, der Geschwindigkeitsanzeige, oder auch den Untertiteln vornehmen. In Sachen Steuerung kann man hier nichts einstellen, sondern kann sich nur die Belegung der Controller zu Gemüte führen. Abgerundet noch von einem Statistikteil, der euch Aktionen wie Spiel- und Fahrzeit anzeigt, und diverse Spielziele abdeckt. Also nicht lange gefackelt und auf nach San Francisco zur Verbrecherjagd.

Das Gameplay....

Will man ein neues Spiel beginnen, startet man hier den Story-Modus, der euch in die Geschehnisse in Driver: San Francisco bringt. Nach erträglichen Ladezeiten beginnt auch hier die eigentliche Geschichte mit einem Vorspann. Wie im gesamten Spiel über werden diese, wie auf dem 3DS auch, in einer Art Comic Machart mit wenigen Animationen präsentiert. Wie auf dem kleinen Bruder ist die Machart so eine Sache und gefällt nicht jedem Spieler. Ich für meinen Teil empfinde sie als ein wenig zu trocken gemacht, was dem Spiel in Sachen Atmosphäre wenig für den Spielverlauf einbringt. Zumindest baut man über diesen Teil des Spiels so gut wie keinen Bezug zu den Helden auf. Dies allerdings ist sicherlich einer der ungewöhnlichen Bestandteile im Spiel. Im Gegensatz zu früheren Versionen, übernehmt ihr hier nicht nur John Tanner, sondern auch einen Kollegen und dürft sogar den Unterwelt Boss übernehmen. Dabei ist das Hauptspiel in 11 in sich abgeschlossene Kapitel aufgebaut, die zwar durch den roten Story Faden miteinander verbunden sind, aber durch stetige Charakterwechsel immer andere Ziele beinhalten. Innerhalb der Kapitel wartet dann das typische Driver Game Play, bei dem man zusätzlich versucht durch die Wii-typische Elemente ein wenig Würze zu bieten. Das sollte leider nur zum Teil gelingen. Dabei bieten die Kapitel sogenannte Hauptaufgaben, die man lösen muss um voranzukommen im Spiel und daran anhängend jeweils 3 Nebenmissionen, die man aber auch nicht außer Acht lassen sollte. Denn einer der gelungenen Punkte im Spiel ist die Möglichkeit viele verschiedene Elemente entwickeln und verbessern zu können. Macht Sinn, weil es auch viele Aufgaben vereinfachen kann. Vieles davon muss man als Spieler aber auch erst mal freischalten, so das Driver: San Francisco auch ein Spiel ist, das seine gesamten Möglichkeiten dem Spieler erst nach und nach an die Hand gibt. An sich ja auch nichts Schlechtes.

Sobald die erste einführende Story Sequenz vorbei ist, darf sich der Spieler zunächst mal in einem einfachen Fahrsicherheitstraining versuchen und lernt das kennen, was euch von nun an zu 100% im Spiel begleiten wird - das Führen von Fahrzeugen. Cracks der Serie wissen hier schon was der Titel leider nicht zu bieten hat. Anders als noch im Vorgänger Parallel Lines, dürft ihr hier nicht zu Fuß agieren. Alles spielt sich in Fahrzeugen ab. Wie schon erwähnt nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal auch zu den Konkurrenz Plattformen. Also hier und da schon ein abgespecktes Game Play. Wesentlich mehr erschrocken bin ich über den reinen Spielstart und hier speziell der grafischen Gestaltung. Eigentlich haben wir dazu ja einen extra Abschnitt, dennoch muss man das auch hier schon mal ansprechen. Wer sich hier auf einen grafisch ansprechend umgesetzten Action Racer freut, sollte ganz schnell seine Messlatte ganz tief legen, oder am besten gleich ganz beiseitelegen. Für einen kurzen Moment habe selbst ich überlegt, ob ich mir das antun will. Natürlich tue ich das, aber es zieht einen irgendwie schnell nach unten und man erwartet vom Spiel gleich viel weniger. Na gut, übersehen wir diesen Punkt und schauen uns mal spielerisch ein wenig intensiver um. Vielleicht rettet dieser Teil ja etwas. Eines kann man dem Spiel nach dem Fahrtraining zu Beginn aber dennoch im positiven Sinne abgewinnen. Die reine Fahrsteuerung im Spiel ist gelungen und bietet mit dem Zusammenspiel Remote / Nunchuk eine passend weiche Drift Steuerung. Da dies ja auch der Hauptteil des spielerischen Aspekts ist, will man dann doch ein wenig mehr sehen vom Spiel. Dabei bietet die Fahrsteuerung gerade mal 2 Perspektiven, die aber ausreichen um Fahrspaß zu erzeugen. Ich glaube wie hier eine Cockpit Perspektive aussieht, will ich mich lieber gar nicht ausmalen. ;-)

Ausgangspunkt allen spielerischen Wirkens ist die Garage des Helden. Von dieser aus beginnt ihr eure Missionen oder nutzt diese als Rückzugsgebiet, falls euch die Polizei oder andere Unterwelt Bösewichte auf den Fersen sind. Zusätzlich bietet die Garage die Möglichkeit des Speicherns und dem Besuch in der Fahrzeugauswahl. Mehr als 40 Fahrzeuge stehen euch im Spielverlauf zur Verfügung, von denen zu Beginn gerade mal 1 nutzbar ist. Eingeteilt in verschiedene Klassen, reicht die Auswahl von Sportflitzern über Trucks oder einem Taxi, bis hin zum schmucken Polizeifahrzeug. Wobei das Wort Schmuck nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist. ;-) Dabei unterscheiden sich die Fahrzeuge untereinander mal mehr oder weniger, so dass man bei entsprechender Auswahl auch mal verschiedene nutzt. Wobei sich dies immer auf die Nebenmissionen bezieht. Bei den Hauptmissionen wird das Fahrzeug vorgegeben. Gutes Beispiel sind reine Rennen bei den Nebenmissionen, bei denen sich natürlich ein schneller Sportflitzer besser macht als ein Truck, der wiederum bei Ramm- und Zerstörungsmissionen seinen Vorteil ausspielt. Das man all diese Missionen schon mitnimmt, liegt am enthaltenen Erfahrungspunkte System. Denn für alles was man im Spiel tut, gibt es Erfahrungspunkte. Dabei wird nach Medaillen unterschieden, die man in Gold, Silber oder Bronze bekommen kann, und dadurch die Menge an EP definieren. Je mehr dieser Erfahrungspunkte man erspielt, umso mehr Upgrade Punkte bekommt man. Diese kann man ebenfalls in der Garage oder dem Pausenmenü in einer entsprechenden Rubrik ausgeben. 4 Bereiche gibt es, die in sich wiederum verschiedene Einträge bieten. Die dortigen Einträge kann man nun jeweils in mehreren Stufen entwickeln und so z.B. den Wagen schneller machen, mehr Wirkung beim Rammen erzeugen, oder die ebenfalls enthaltenen speziellen Fähigkeiten verbessern. Auch dieses Feature ist an sich recht gut umgesetzt und erweitert ebenfalls erst im Verlauf des Spiels die Aktionsmöglichkeiten der Charaktere.

Zu Beginn jedoch habt ihr einen Wagen, keine speziellen Fähigkeiten und müsst euch nun erst mal in den Anfängen des Spiels beweisen. Anders als die 3DS Version, bietet nun die Wii Version das beliebte Open World Feeling. Sprich ihr könnt die Garage verlassen und einfach so in der Gegend herum düsen. Nicht so genau nehmen sollte man es dabei mit dem San Francisco Zusatz im Titel. Zwar erkennt man hier und da schon markante Gebäude und Sehenswürdigkeiten der US Großstadt. Getreu nachgebildete Areale, geschweige denn 1:1 Umsetzungen sollte man hier keinesfalls erwarten. Das reine befahrbare Gebiet ist zwar schon recht groß, kommt aber dennoch z.B. an Welten wie in Underground 2 auf dem GCN nicht heran. Dazu ist vieles auch zu eintönig gestaltet. Hier wäre schon etwas mehr drin gewesen. Reicht aber zumindest aus, um auch mal in Ruhe durch die Gegend zu düsen, um vielleicht versteckte Items aufzuspüren, die wiederum Erfahrungspunkte bringen. Macht man dies, unterstützt einen wie sonst auch eine Kartenanzeige, die man als Großformat auch aufrufen kann. Markante Orte oder auch Fahrzeuge wie Polizei oder andere Schurken, werden euch dabei auf der Karte angezeigt. Wie übrigens auch, wenn sie direkt an euch vorbei fahren. Agiert man als Cop, kann es auch beim simplen Herumfahren passieren, dass man auf einen Gegner angesetzt wird. Dieser bekommt eine Markierung auf dem Dach und man kann nun versuchen, diesen durch waghalsige Manöver aus dem Verkehr zu ziehen. Auch dafür gibt es Erfahrungspunkte. Aber die Sachen muss man nicht machen. Anders die Story Missionen. Um diese anzugehen, verlässt man seine Garage und sucht auf der Karte nach einem markierten Hotspot. Meist eine Lichtsäule in die man hinein Bremsen muss und per A-Taste die Mission angeht. Hier warten meist in InGame Grafik gehaltene einfache Sequenzen, die euch erklären worum es in der folgenden Mission eigentlich geht.

Dabei sind die Missionen im Spiel schon in feste Regeln und Varianten eingeteilt. Diese reichen vom Verfolgen ohne gesehen zu werden, über das Abhängen von Gegnern, dem Zerstören bestimmter Objekte, bis hin zum Eliminieren eines Gegners innerhalb der Straßen von San Francisco. Einmal angenommen weisen euch nun auch eingeblendete Pfeile im Bild den Weg und beim Erreichen eines Zielpunktes werden auch hier Orte und Fahrzeuge entsprechend markiert. Die Missionen spielen sich teilweise schon länger und 20 Minuten und mehr sind keine Seltenheit. Da ist es ärgerlich, dass man beim Scheitern wirklich komplett vor der Mission anfängt. Also auch langatmig erst noch einmal zum jeweiligen Startpunkt fahren muss. Für die meisten Missionen ist nun ein guter Umgang mit der Steuerung wichtig, weshalb ich mich der noch mal etwas intensiver widme. Auch weil man hier erst mit der Zeit alles an die Hand bekommt und zudem eine Mischung aus Stick und Tastenaction, samt freier Bewegungen zum Einsatz kommt. Hier ist dann leider nicht alles wirklich gelungen umgesetzt. Positiv ist zunächst das Platzieren der Grundlagen über den Nunchuk. Wird per Stick gelenkt, nutzt man Z und C für das Beschleunigen und Bremsen, samt dem Rückwärts Fahren. Die ebenfalls gut umgesetzt Handbremse hat man hier auf die B-Taste gelegt. 1 und 2 dienen vor allem später für die Hupe und vor allem das Wechseln der Waffe, sobald ihr mehrere davon zur Verfügung habt. Die A-Taste deckt nun die sogenannten Manöver ab, die aber auch im Zusammenspiel mit anderen Aktionen funktionieren. Für ein paar schnelle EP kann man auch mal auf 2 Rädern fahren. Dazu drückt man A und dreht die Remote in eine entsprechende Richtung. Das Steuerkreuz deckt die speziellen Fähigkeiten ab, die man für eine gewisse Zeit zuschalten kann und auf die ich noch näher eingehe, sowie das Wechseln der Perspektive. Die freien Bewegungen decken ebenfalls bestimmte Aktionen ab. So kann man den Nitro für kurze Zeit zünden, in dem man den Nunchuk schüttelt. Die Remote deckt das Rammen ab, um sichtbare Energieleisten an entsprechenden Gegnern zu leeren. Seitwärts Bewegungen erzeugen auch einen solchen Rammstoß zur Seite, während ein nach vorne Bewegen der Remote einen kurz Schub nach vorne bringt und man ein Fahrzeug so von hinten mächtig einen mitgeben kann.

Problem an diesen Bewegungen ist manchmal die etwas ungenaue Erkennung. Immer mal macht der Wagen eben nicht die Aktion, die man gerne hätte. Dann landet man meist im Gegenverkehr oder an diversen Hindernissen. Gleich mal ein Wort zum Straßenverkehr und auch den Polizisten, die euch hier ebenfalls auf die Pelle rücken können. Die KI ist äußerst bescheiden, um es mal vorsichtig auszudrücken. Man braucht sich hier nur mal eine Weile an eine vielbefahrene Kreuzung zu stellen und einfach mal das Geschehen beobachten. Jeder Versicherungsvertreter würde sich bei dem Anblick die Hände reiben. Obwohl ein komplettes Ampelsystem eingebaut ist, rammeln die Verkehrsteilnehmer ineinander und schleichen meist vor allem durch die Gegend. Hier bot selbst Burnout in der ersten Ausgabe auf dem GCN mehr Schmackes. Sind immer wieder solche Kleinigkeiten, die sich aber im gesamten summieren. Zudem kommen hier eben auch die technischen Macken wie mangelnde Weitsicht, oder die oft erlebten Ruckler dazu. Es wirkt einfach vieles doch unausgereift. Dennoch und das muss man dem Spiel dann auch wieder zugutehalten, will man nach einer Weile doch weiter spielen. Man will seine Fahrzeuge entwickeln und eben doch alle Möglichkeiten im Spiel erleben. Wird dann regelrecht zur Hass-Liebe, um es mal etwas drastisch auszudrücken. Dem zuträglich sind dann neben den durchaus abwechslungsreichen Missionen, die speziellen Fähigkeiten. Diese schaltet der Spieler zu bestimmten Zeitpunkten im Spiel frei und erweitern vor allem in Sachen Attacke die Möglichkeiten. Selbst der erweiterbare Nitro bringt bei vielen Missionen etwas. Dazu kommen nun die beiden extremen Varianten Zeitlupe und Verwegen. Mag die Zeitlupe noch halbwegs normal daherkommen und die Einsatzzwecke klar abstecken, sieht das beim Verwegen Modus anders aus.

Denn hat man diesen Modus freigeschaltet, stehen euch natürlich auch Waffen zur Verfügung. Diese reichen von der einfachen Pistole bis zum Maschinengewehr und erlauben es euch jederzeit auf Gegner und Objekte zu Ballern. Wobei Jederzeit eigentlich auch schon wieder falsch ist. Wie beim Nitro oder der Zeitlupe existiert um die Kartenanzeige auch für den Verwegen Modus eine Balkenanzeige. Sprich diese kann auch leer werden. Ewig rumballern kann man also nicht. Habt ihr diesen Balken aber gut gefüllt, schaltet sich nun auch im Einzelspieler ein Fadenkreuz dazu und ihr könnt neben dem Fahren auch gleich noch die Waffen sprechen lassen. Anfangs ein wenig ungewohnt, weil man gerne mal nach links ballert und rechts lenkt. Da kommt man doch ab und an mal ein wenig durcheinander. Gewöhnt man sich aber dran. Die Aufgaben machen Laune, da beim eigenen Fahrzeug wesentlich mehr Treffer der Gegner kommen müssen, um euch in die Suppe zu spucken. Aber gerade Missionen, wo man spezielle Gegner eliminieren, oder auch Werte, Gebäude oder Anlagen zerstören muss machen Spaß, ohne jetzt zur Suchtvariante auszuarten. Aber hier man doch immer gut zu tun. Spielt man dann als Undercover Agent, erregt man dazu die Aufmerksamkeit der Polizei, auch wenn sie hier nicht die intelligentesten ihre Zunft sind. Ist dann auch kurzweilig gestaltet, ohne aber nun das Spiel als Gesamtes zu retten. So abwechslungsreich manche Kapitel auch sind und viele Missionen durchaus Anspruch und Spielspaß bieten. Wirklich herausreißen können diese Punkte das Spiel an sich nicht. Dazu bietet der Titel spielerisch, wie auch vor allem technisch zu viele Macken und negative Dinge.

Grafik & Sound....

Nach Parallel Lines habe ich mir eigentlich gedacht, eine solche Grafik werde ich auf der Wii wohl hoffentlich nicht mehr zu Gesicht bekommen. Leider ist dem nicht so und man ist durchaus erschrocken, was grafisch in San Francisco steckt. Die Bilder geben das leider gar nicht so wieder. Aber hier wird man irgendwie den Eindruck nicht los, die Entwickler hätten bei 40% der Grafik Entwicklung die Arbeit eingestellt. Man erlebt mit Extremen Grafikaufbau, angedeutetem Dunsteffekten bei entfernten Objekten, kantigen und sehr einfachen Texturen einen echten Rückschritt. Man fühlt sich ab und an 2 Konsolen Generationen zurückversetzt. Hier ist "Enttäuscht" fast schon der falsche Eindruck. Das man bei extremen Manövern und hohem Tempo auch oftmals Ruckler erleben muss, verschärft das Ganze noch. Mögen die Fahrzeuge von den Proportionen her noch passen, so ist deren Gestaltung in den meisten Fällen auch höchst einfach gehalten. Wenige Fahrzeuge, bei denen man Liebe zum Detail entdeckt. Da hilft auch ein eingebautes Schadensmodell wenig, dass sich zudem nur wenig auswirkt, wenn der Wagen kurz vor dem Auseinanderbrechen ist. Hier müssen sich die Entwickler wirklich fragen, wen sie damit eigentlich erreichen wollen. Das geht in einem Spiel der letzten Wii Generation eigentlich nicht. Selten dass ich das mal sage, aber hier zieht die reine Spielgrafik auch die Atmosphäre und den Spaß eine ganze Ecke mit nach unten.

Beim Sound sieht es etwas besser aus und die Qualität der einzelnen Bereiche ist zumindest im Wii Mittelfeld anzusiedeln. Die Musik ist oft von Underground Musiken geprägt, die im Stil früherer Jahrzehnte gehalten sind. Je nach Geschmacksrichtung weiß diese durchaus zu gefallen. Abstriche gibt es bei Effekten und Fahrzeugsounds. Gerade die reine Rennaction kommt oft etwas eintönig daher, wenn man sich mit anderen Fahrzeugen auf den Straßen die Kante gibt. Auch die Motorengeräusche sind ab und an ein Ding für sich. Manche Fahrzeuge klingen wie man das erwartet, andere wiederum sind irgendwie arg daneben. Positiv bleibt die Sprachausgabe in Erinnerung. Zwar wirkt sie manchmal ein wenig zu Cool und damit fast schon künstlich aufgesetzt, erfüllt aber dennoch ihren Zweck. Auch weil man sie ständig während des Spielens eingebaut hat, was der Atmosphäre zugutekommt.

Multiplayer....

Beim Multiplayer haben sich die Entwickler zumindest beim Umfang und den Möglichkeiten ins Zeug gelegt. Dennoch geht es auch hier nicht ohne Kritik. Vor allem was den groß angepriesenen Koop-Mehrspieler im Story Modus angeht. Denn eigentlich ist dort nichts anderes enthalten, als ein Ballerzusatz für den Mitspieler. Sprich Spieler 1 steuert nach wie vor den Wagen, während Spieler 2 ein Fadenkreuz bekommt und die Waffen sprechen lassen kann. Bei dem Aufgaben Gameplay wird er aber nicht immer gebraucht und er ist zur Untätigkeit verdammt. Das ist also schon ein wenig eine Mogelpackung. Denn bei mehreren Charakteren in der Story, nimmt man ja doch auch SplitScreen Action innerhalb der Story als Maßstab. Die Mehrspieler Modi sind recht vielschichtig und bieten mehr als nur gegeneinander Rennen zu fahren. Natürlich gibt es auch das für bis zu 4 Spieler, krankt aber genauso an der Technik, wie an den fehlenden CPU Gegnern. Auch bei 2 Spielern gibt es die nicht. Dazu kommen kleine Alternativ Spielchen. Time Trials bei denen auch das Koop Prinzip angewendet wird. Spieler 1 fährt nach Zeit einen Parcour oder eine Strecke ab. Dabei läuft die Zeit gnadenlos mit. Spieler 2 darf Ballern und versuchen Zielscheiben verschiedenster Art zu treffen. Diese bringen Zeit Boni, um in der Wertung am Ende weit oben zu landen. Selbst Capture the Flag hat hier Einzug gehalten. Mit am interessantesten empfand ich den eigenständigen Modus Räuber und Gendarm. Hier ist immer 1 Spieler der Gejagte, während der oder die anderen Mitspieler die Polizei übernehmen. Ziel ist es nach Zeit zu versuchen den Räuber platt zu machen. Überall habt ihr verschiedene Gebiete von SF zur Auswahl. Dennoch sollten es für die unterhaltsamen Modi auch 4 Spieler sein. Mit 2 oder 3 Leuten kommt dann doch nur begrenzter Spaß auf.

Fazit....

Was gibt man einem Spiel wie diesem für eine Wertung. Ginge es nach dem Ersteindruck, wir würden wohl im einstelligen Bereich landen. Wobei gerade technisch und von der KI der NPC's es aber auch nicht viel höher geht in Sachen Wertung. Dennoch würde man dem Spiel damit nicht ganz gerecht werden. Denn hinter der schwachen Präsentation und Technik steckt spielerisch zumindest einiges Gutes im Spiel. Eine gelungene Steuerung, die für ein Spiel dieser Art auch passend umgesetzt wurde, die durchaus ordentliche Spielzeit und das Upgrade System können schon ein paar Punkte auf die Haben Liste verbuchen. Tut man sich das Spiel eine Weile an und quält sich bis zum 3.Kapitel, will man dann schon wissen wie es weitergeht und spielt auch alles was man machen kann. Einen Kaufgrund stellt das in meinen Augen aber dennoch nicht dar. Wer unbedingt Spiele wie dieses Zocken will, kann mit Einschränkungen durchaus unterhalten werden. Alle anderen und das dürften in meinen Augen die meisten sein, sollten lieber die Finger von lassen. Schade das nach Parallel Lines auch der zweite Driver Vertreter keinen bleibenden Eindruck auf der Wii hinterlässt. Zumindest nicht im Positiven…

 

+ Gute Spielzeit
+ Gelungene Fahrzeug Steuerung
+ Upgrade System
+ Deutsche Sprachausgabe
+ Verschiedene Fahrzeugtypen
+ Aufgaben Abwechslung
+ Einige MP Modi
- Mogelpackung Koop
- Grafisch ganz schwach
- KI Straßenverkehr/Polizei
- Kein Online Modus
- Keine Lauf Action

GRAFIK: 37%

SOUND/EFFEKTE: 67%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 60%

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