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Wii Cabela's Dangerous Hunts 2011
 
 
Cabela's Dangerous Hunts 2011 - Wii
Matthias Engert (01.06.2011)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Cauldron
GENRE: Shooter
SPIELER: 1-2(4) Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SAVEGAME: 8 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-8
NUNCHUK: Ja(Waffencontroller)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK16
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro (Bundle)
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Auch wenn wir uns mittlerweile im letzten Lebensabschnitt der Wii Hardware befinden, wirklich tot ist ein System erst wenn wirklich nichts mehr erscheint. Zudem gibt es genug Beispiele, dass vor allem hinten heraus durchaus noch das eine oder andere Highlight erscheint. Und ich bin doch recht überrascht, dass aktuell sagen zu können. Dangerous Hunts 2011 ist so eine Überraschung, dem man dies nicht unbedingt zugetraut hätte. Dabei muss man Activision auch hier durchaus bescheinigen, mal wieder etwas zu probieren. Denn alltäglich ist der eigentliche Inhalt nicht, auch wenn spielerisch ein bekanntes Genre genutzt wird. Denn wieder holt man sich eine reale Firma und damit Lizenzen ins Boot, die so eher ganz selten virtuell eine Rolle spielen. Nachdem man vor einiger Zeit mit Rapala das Angeluniversum dieser Firma auf die Spieler losgelassen hat, spielt hier Cabela's die Hauptrolle. Eine Firma aus den USA, die sich ganz den Jagdprodukten verschrieben hat. Und wie es bei den Amis nun mal möglich ist, bietet diese Firma alles rund um das Jagen an. Das beginnt bei Jagd Klamotten, Camping und Survival Zubehör, bis hin zu klein- und großkalibrigen Waffen. Ein Komplett Angebot, dass man hier auch virtuell erleben kann. Und das auf eine überraschend gelungene Art und Weise.

Menus und die Story....

Das Produkt ist überhaupt ein sehr ungewöhnlicher Titel. Das beginnt schon allein damit, dass dieses Game nicht einfach so erhältlich ist, sondern nur als Bundle mit einer fetten Wumme, dem Top Shot Elite Controller. Eine echte Bereicherung und im Verlauf der Test Zeit nicht mehr wegzudenkendes Zubehör. Ich lasse mich zum Controller weiter unten noch etwas mehr aus. Auch der eigentliche Entwickler ist durchaus eine Überraschung. Denn mit der slowakischen Software Schmiede Cauldron, beauftragte man nicht gerade ein Schwergewicht der Szene. Dennoch haben sie mich mit diesem Produkt überzeugt und bieten euch auch etwas für euer Geld. Technisch hält man sich zunächst an die Möglichkeiten der Wii Konsole. Alle Bild Modi sind nutzbar und präsentiert wird das Spiel komplett in Deutsch. Kleines Highlight ist neben der guten Story, vor allem die ebenfalls komplett deutsche Vertonung, die klar zu den besseren auf der Wii gehört. Auch etwas was man bei einem Spiel wie diesem nicht unbedingt erwartet. Fast schon richtig schade, dass man bei diesem Spiel auf Surround Sound verzichtet, auch wenn man sagen muss, dass man hier atmosphärisch dennoch einiges geboten bekommt. Speichertechnisch müssen 8 Seiten reserviert werden, die man hier aber gerne spendiert. Glaubt mir. ;-) Selbst einen Mehrspieler Modus gibt es, der ebenfalls seine Fans finden wird. Auch wenn ich finde, das man hier allein auch auf lange Sicht jede Menge Spaß haben wird. Aber nehmen tut man ihn dennoch gerne. Ebenfalls überrascht bin ich vom Umstand, dass man einem auf dem Papier simplen Jagdspiel, eine umfangreiche Story spendiert hat. Denn die bietet man euch an und untermalt das Abenteuer auf eine sehr gelungene Weise.

Hintergrund ist hier die Familie Rainsford. Angeführt vom Oberjäger, dem Vater der Familie schlüpft Ihr hier in die Rolle von einem der beiden Söhne. Neben seinem Bruder schlüpft ihr hier in die Rolle von Cole, der sich seine Sporen in den verschneiten Gegenden Nordamerikas verdient. Ihr begleitet die Geschicke der Familie über mehr als 10 Jahre und erlebt die Story in Etappen an verschiedenen Schauplätzen. Dabei passieren einige ungewöhnliche Dinge, die eben speziell die Geschehnisse einer solchen Jagd Familie beleuchten. Auch hier durch viele, lange und sehr gut vertonte Sequenzen ebenfalls sehr stimmig gemacht. Der eigentliche Start in das Spiel ist zunächst recht einfach gehalten, überrascht den Spieler aber durch die Einbindung des Top Shot Elite Controllers. Dieser will bei Benutzung auch kalibriert werden und erzeugt sehr schnell ein geniales Feeling. Das eigentliche Hauptmenu ist dann wieder übersichtlich gehalten und bietet euch 2 Spielvarianten an. Neben dem Story Modus für einen Spieler, gibt es als Gegenstück die sogenannten Schießstände. Mehr als man denkt steckt hier drin und kann eben auch allein, mit einem Freund zusammen oder bis zu 4 Spielern abwechselnd angegangen werden. Score Game Play der ganz besonderen Art wird euch hier erwarten. Dazu kommen nun noch die Credits und die Optionen, die euch neben den Soundeinstellungen spezielle Anpassungen an den Controller erlauben. Denn spielbar ist das Game eigentlich mit allen Waffen Controllern, die Remote und Nunchuk unterstützen. Auch wenn ich dabei bleibe, dass der Top Shot Elite Controller nicht umsonst beiliegt. Ebenso kann man hier den sogenannten Jagd Sinn anpassen, der später im Spiel eine große Rolle spielen wird. Dazu aber muss ich euch den Controller selber noch etwas genauer vorstellen. Wie das Spiel auch, tue ich das im Game Play Abschnitt und wir widmen uns zunächst mal dem Story Modus etwas intensiver.

Das Gameplay....

Wie schon erwähnt muss und will ich zunächst mal auf den Top Shot Elite Controller eingehen, der ja hier zusammen mit dem Spiel als Bundle angeboten wird. Wichtig zu wissen ist dabei, dass für die Entwicklung dieses Controllers genau die gleiche Truppe verantwortlich war, die auch die Guitar Hero Controller ersonnen hat. Von daher ist das also schon mal ein guter Ansatz. Nach dem Auspacken fallen gleiche mehrere Dinge schnell auf. Zwar bietet der Controller auch nur reines Plastik, hat hier und da Lackspuren und ähnliches, kommt aber nach langen Sessions äußerst robust daher. Weiterer Fakt ist das sehr gute Handling, das sich auch dadurch erklären lässt, dass man den Controller über die Schulterstütze verlängern oder verkürzen kann. Man kann das Teil also halten wie eine Schrotflinte, oder aber eben wie ein Maschinengewehr. Remote und Nunchuk finden wunderbar Platz im Controller und das ganze hält auch. Kabel sind dabei verstaubar und alle wichtigen Tasten gut erreichbar. Killer Feature auch später im Spiel ist das Pump Gun Feature an der Front. Während logischerweise mit der Z-Taste geschossen wird, kann man mittels des Vorderschaft Repetierers Nachladen. Das funktioniert nicht nur Tadellos, sondern erzeugt ein ungemein stimmiges Ballerfeeling. Man wird sofort warm mit dem Controller und möchte von Beginn an mit keinem anderen Controller spielen. Aber auch funktional bringt er noch einen Zusatz mit. Als Aufsatz findet man ein Zielfernrohr. Das ist beileibe keine Attrappe, sondern enthält einen sogenannten Rot-Linsen-Filter. Schaut man durch, sieht man alles in einem rötlichen Schimmer, samt abstrakten Grafikbrei. Im Spiel selber gibt es die Funktion Jagd Sinn, auf die ich später noch eingehe. Schaut man nun, bei aktiviertem Jagd Sinn normal auf den TV Schirm, sieht man nur bunte Farben. Erst wenn man jetzt durch das Zielfernrohr schaut, bekommt man durch die Linse auch ein nutzbares Bild.

Das hat was und wird im Spiel auch gut ausgenutzt. Zwar kann man das Ganze auch in einem sogenannten Klassisch-Modus nutzen, macht aber nicht so viel Spaß. Keine Sorge, es ist nur ein spielerischer Zusatz und wird nur immer wieder kurzzeitig genutzt. Die meiste Zeit geht es in normaler Grafik zu. Ansonsten wäre es auf Dauer auch ein wenig anstrengend für die Augen. Wie man aber doch mit Kleinigkeiten wieder ein wenig aus der Masse hervorstechen kann. Über allem steht aber der hervorragende Controller. Wirkt auf den ersten Blick etwas billig, zeigt aber im Spiel ein ganz anderes Gesicht. Doch zurück zum spielerischen Teil. Manche von euch werden vielleicht immer noch fragen, was es denn nun eigentlich für ein Spiel ist? Und jeden der hier an einen erwachsenen Moorhuhn Klon denkt, kann ich mehr als beruhigen. Dangerous Hunts 2011 ist ein reinrassiger First Person Shooter auf der Wii, der als einzigen großen Unterschied zu Größen wie GoldenEye oder CoD eine andere Gegnerschaft mitbringt. Alles andere kann man locker vergleichen. Man läuft selber und hat so also auch keinen Railgun Shooter vor sich. Nur das man hier eben nicht auf Menschen, Roboter oder Aliens ballert, sondern eben reißerische Bestien aus Mutter Natur. Wobei selbst auch das nicht alles ist und wie es sich für ein Jagd Spiel gehört, gehören auch Hirsche, Vögel, Schlangen und selbst Krokodile dazu. Und auch die können sich wehren, zwar nicht mittels Waffen, aber ohne dass der Spieler auf Action und Anspannung verzichten muss. Im Gegenteil. Manche Missionen erschöpfen den Spieler durchaus auch Mental, da oft keine pausenlose Action auf euch wartet, sondern immer wieder überraschende Angriffe aus dem Unterholz, hohem Gras oder den Tiefen der Flüsse. Das Thema beklemmende Anspannung deckt der Titel sehr gut ab. Mal mehr und mal weniger.

Beginnt man hier ein neues Spiel, kann man nun die Story beginnen, das aktuelle Save Game fortsetzen, oder über einen Level Select auch einzelne Abschnitte erneut angehen. 12 Levels warten auf euch in diesem Spiel, die von der Größe her sehr unterschiedlich sind und neben den eisigen und verschneiten Wäldern Nordamerikas auch die heißen Gegenden in Afrika zum Thema haben. Logisch das euch dabei genug verschiedene Gegner erwarten. Gespielt werden die Levels hintereinander und sind selber durchzogen von Speicher- und Rücksetzpunkten. Dabei kann der Spieler innerhalb der Levels auch Erfahrungspunkte erspielen, die zum einen zum Vergrößern der Lebensleiste des Spielers genutzt werden, oder aber zum Freischalten der mehr als 30 Schießstände!! Auch hier denkt ja nicht das sind simple Lagerhallen mit ein paar Pappkameraden. Auch diese bieten richtige fertige Freiluft Levels mit teils großen Ausmaßen. Die Sau rauslassen, und sei es nur um den Score in die Höhe zu treiben, könnt ihr in diesem Spiel reichlich. Und immer dabei der Top Shot Elite Controller, den man eigentlich gar nicht oft genug hervorheben kann. Alle Missionen im Spiel beginnen und enden dabei immer mit stimmigen Sequenzen. Komplett in Spielgrafik gehalten, sind sie zum einen sehr schön anzuschauen, aber eben auch komplett und gut vertont worden. Am Ende davon erwartet euch immer ein Zielsystem, dass sich aber ständig an den Level Fortschritt anpasst. So muss man z.B. im ersten Teil einer Mission etwas finden. Hat man dies, gilt es vielleicht etwas zu jagen, um dann am Schluss wieder etwas zu finden. Wobei aber selbst da das Spiel seine eigenen Wege geht. Denn neben den reinen Missionszielen, gibt es überall Bonusaufgaben, die man erfüllen kann. Das reicht vom Finden versteckter Tagebücher, über Jagdtrophäen die einfach so herum liegen können, bis hin zu Sniper Zielen. Da man eine entsprechende Waffe zur Verfügung hat, haben die Entwickler innerhalb der Levels solche Dinge meist in die Bäume gehangen.

Hintergrund dafür ist nun das EP System. Um Erfahrungspunkte im Spiel zu bekommen, gilt es neben diesen Nebenaufgaben vor allem Tiere und Bestien zu töten. Jeder Abschuss gibt EP, die wie bei allen anderen Dingen unten links eine entsprechende Leiste füllen. Ist diese voll bekommt man eine der angesprochenen Belohnungen. Rechts unten findet man das Gegenstück mit der Lebensleiste, die ebenfalls über EP und Pickups, die Gegner oft hinterlassen, erweitert werden kann. Gerade bei den Boss Gegnern ein nicht zu unterschätzendes Feature. Der Rest im Bildschirm ist zunächst schnell erklärt. Neben der aktuell gewählten Waffe sieht man dazu die entsprechende Munitionsanzeige. Per Minus Taste schaltet man zwischen ihnen durch. 3 Waffen habt ihr maximal zur Auswahl, wobei es auch Missionen gibt, wo zunächst nur die Pistole zur Verfügung steht. Diese hat als einzige den Vorteil der unendlichen Munition, während die Sniper und die Shotgun über begrenzte Munition verfügen. Munition wie auch Med Kits liegen mehr oder weniger häufig in den Levels selber herum. Der Start in das Spiel ist nun in den winterlichen Wäldern Nordamerikas, wo ihr als Spieler die ersten Gehversuche mit dem Spiel vor euch habt, aber in Form einiger Tutorials auch langsam in das Geschehen eingeführt werdet. Wie schon erwähnt ist der Titel kein Railgun Shooter. Sprich mittels 3D Stick könnt ihr in alle Richtungen frei Laufen. Dabei deckt nun die Richtung der Waffe die Blickrichtung beim Steuern ab. Auch hier zeigt das Spiel ein sehr gutes Feature. Durch die Kalibrierung des Controllers schaut man nie aus dem Bild heraus. Hat man ja in vielen Shootern, das bei weiten Richtungsbewegungen ein Kreuz am Bildrand oder ähnliches auftaucht. Das passiert hier in der Form nur sehr selten und man geht so auch viel entspannter an die Richtungsgeschichte. Funktioniert wirklich Tadellos. Einziger Kritikpunkt dabei ist bei sehr schnellen Schwenks immer mal sichtbare Ruckler.

Zusätzlich könnt ihr die Achsen aber selber auch noch anpassen. Was fehlt und schnell auffällt ist das Fehlen von Standvarianten. Man geht im Spiel eigentlich nur aufrecht durch die Gegend. In die Hocke oder gar liegend zu Werke gehen, ist hier nicht vorgesehen. Dies unterstützt aber ein Feature, das mit jeder Mission mehr zum Tragen kommt. Denn schnell wird hier der Spieler in den Missionen zum Gejagten und die Rolle des Jägers übernehmen dann ganz andere Burschen. Zu Beginn dürft Ihr noch Agieren, später wird daraus nur noch ein Reagieren. ;-) Die erste Übungsmission zeigt euch die Grundlagen des Spiels. Hier gilt es zunächst in einem verschneiten Wald einen mächtigen Hirsch zu jagen. Man lässt euch allein und dann macht mal. Man tastet sich langsam durch die Gegend, wobei man sich eigentlich sehr weit frei bewegen kann, sprich Linear ist hier nicht alles. Natürlich folgt man einem festen Pfad durch die Gegend, kann aber dennoch oft genug auch alternativ zu Werke gehen. Verlaufen kann man sich dennoch nicht. Denn über die 2-Taste kann man die Blickrichtung zum aktuellen Ziel einpendeln lassen. Denn Karten oder ähnliches gibt es hier nicht. Die Jagd nach dem Hirsch zeigt auch schnell was atmosphärisch auf den Spieler wartet. Da man oft auf Hintergrundmusik verzichtet und alles über Geräuschkulissen abdeckt, erlebt man mehr als eine Gänsehaut in diesem Spiel. Man hört den Hirsch, sucht ihn, findet ihn aber erst mal nicht. Immer mit dem beklemmenden Gefühl, dass er vielleicht plötzlich neben einem auftaucht. Das hat echt was und wird ja in den Folge Levels um einiges schlimmer. Denn ab da seid Ihr nicht mehr der Jäger…. Legt man dann Schusstechnisch los, so gefällt auch das leichte Verzögern und Nachhalten der Waffe. Macht es durchaus auch etwas authentischer. Krönung war da für mich das nächste Level, das euch diesen Wald des Nachts erlebbar macht. Man sieht genug im Mondschein um sich nicht zu verlaufen, aber zu wenig um die Gegner von weitem zu sehen.

Speziell das Heulen der Wölfe, die euch dann auch im Rudel aus dem Nichts irgendwann angreifen ist gut gemacht. Hier ist man dann auch schnell über Med Kits und Munition für die Shotgun dankbar. Auch hier hat man es versucht recht real zu gestalten, wenn man mal von der unendlichen Munition für die Pistole absieht. Gerade bei Nahkampfangriffen ist die Shotgun die beste Waffe, hat aber nur 2 Schuss auf die Schnelle. Wobei es eben mit der Repetierfunktion dennoch cool rüber kommt. Hätte ich wirklich nicht gedacht und man spürt nach 1 Stunde Action durchaus seine Oberarme, weil man den Top Shot Elite Controller verkrampfter hält, als man das selber denkt. Zwischendrin wird man immer aufgeschreckt von Vögeln, diversen Geräuschen im Unterholz, so dass man sich danach in Afrika zunächst mal im Hellen sicherer fühlt. Aber das hält nicht lange an. Hohe Gräser und Schlangen, diverse schnelle Raubtiere wie Leoparden und Tiger zeigen euch schnell, dass es hier wieder einen Tick schärfer wird. Denn diese halten mehr aus und sind eben auch um einiges schneller. Man wird dann automatisch langsamer und sucht mit der sehr guten Sniper auf die Entfernung, gerade auf den Bäumen jeden Ast nach diesen Burschen ab. Nichts erschreckt einen hier mehr als ein vom Baum auf euch zustürzender Leopard. Oder doch??? Wie wäre es mit einem plötzlich zuschnappenden Krokodil neben einem? Oder eine fette Natter, die einen aus dem Nichts erwischt? Alles ist dabei. Geier die man am Nagen ihrer Beute hindert, sind auch nicht die nettesten Burschen. Dabei gefiel mir durchaus auch die KI einiger Gegner. OK die blöden Schlangen lauern ohne sich zu bewegen. Aber die schnellen Raubtiere wechseln ihre Positionen. Ebenso sieht man aus der Entfernung, dass selbst die Krokos die Tümpel wechseln und sich dort dann ganz still verhalten. Diese Momente gibt es reichlich und ab einem gewissen Punkt reagiert man einfach nur noch. Die Ziele sind dann fast immer mit dem Wort "Überleben" gleichzusetzen.

Hier kommt dann durchaus auch der angesprochene Jagd Sinn zu seinem Recht. Per A-Taste kann man ihn aktivieren und erhält nun über den Rot-Linsen-Filter ein farbiges Bild der Umgebung vor einem. Noch am ehesten vergleichbar mit einer Wärmebild Kamera, hinterlassen die Tiere Spuren und auch Secrets werden euch so sichtbar gemacht. Es gibt auch Ziele in den Missionen, bei denen man die Spur eines bestimmten Tieres finden muss. Es geht also nicht ohne. Speziell in Afrika kann man sich so vor einem, im hohen Gras lauernde Gegner vom Hals halten. Oder sie zumindest aufschrecken, so dass sie ihre Deckung verlassen und euch angreifen. Auch dies ist für dieses Spiel gelungen umgesetzt. Wer dann wirklich mal abseits der Story wirklich nur unentwegt die Sau rauslassen will, kann die Schießstände nutzen. Über 30 verschiedene stehen euch zur Auswahl, wobei man viele aber erst über den Story Modus und die Erfahrungspunkte freischalten muss. Danach startet man hier in die Freiluft Areale, in denen es auch in RailGun Varianten zur Sache geht. Die Jagd nach dem besten Score Wert ist hier die Motivation, auch für einen Spieler. Denn gezielte Schüsse, Treffer ohne Fehlschüsse hintereinander, vieles bringt mehr Punkte, so dass man hier also immer wieder versucht besser zu sein. Fügt sich harmonisch in das gelungene Gesamtbild ein. Die 12-15 Stunden Spielzeit in der Story unterhalten, fordern und machen einfach Laune. Ein echter Überraschungstitel auf der Wii, dem man das nicht unbedingt zugetraut hätte.

Grafik & Sound....

Auch grafisch muss sich der Titel keineswegs vor Genre Größen verstecken und bietet auch in diesem Bereich durchaus überraschendes. Auch wenn wie bei vielen Spielen neben diversen Highlights, auch nicht ganz so imposante Abschnitte dabei sind. Gleich zu Beginn zeigt sich die Grafik von der gelungenen Sorte. Zum einen durch die stimmigen Story Sequenzen und zum anderen entlässt man den Spieler gleich zu Beginn in eine gelungene Winterlandschaft. Später erlebt der Spieler das komplette Gegenteil und darf sich in den Weiten Afrikas bewähren. Was mir persönlich sehr gefallen hat, dass man den Locations eine gewisse Lebendigkeit eingehaucht hat. Vieles wiegt sich im Wind und alle Tiere und damit Gegner besitzen sehr gelungene Animationen. Hier und da kleine Effekte wie herunter rieselnder Schnee, bis hin zu den Körperreaktionen z.B. beim ersten Schuss. Hier zeigen die Mannen von Cauldron durchaus was sie können. Dazu erlebt man die frostigen Orte auch bei Nacht, was atmosphärisch sehr gut rüber kommt. Mondschein, Licht - Schatten Effekte und das geniale Wolfsgeheul. Einzig Afrika zeigt sich auch mal von 2 Seiten. Überall wo viele Bäume eine Rolle spielen, kommen auch hier die Stimmungen und Effekte gut rüber. Geht's dagegen eher über flache Gegenden mit hohem Gras, wird es auch mal etwas eintönig. Dennoch fast durchgehend gelungen. Technisch stören einzig die schon angesprochenen Ruckler, die man ab und zu mal zu sehen bekommt. Der Rest und vor allem alles rund um das Handling des Waffen Controllers funktionieren tadellos.

Auch beim Sound gibt es eigentlich nur Gutes zu berichten. Wobei es wie schon erwähnt schade ist, dass man hier auf Surround Ausgabe verzichtet. Gerade in den verschneiten Wäldern zu Beginn, wäre das der I-Punkt auf die atmosphärisch sehr guten Umgebungsgeräusche und Musiken. Wobei man auf diese weitgehend verzichtet. Braucht man auch nicht. Den Rest machen die Geräusche der Umgebungen, wobei hier in Sachen beklemmender Stimmung die Nacht Abschnitte bei Vollmond glänzen können. Wenn hier ein Rudel Wölfe mit ihren leuchtenden Augen aus dem Dickicht springen, hat das fast den gleichen Effekt, als wenn bei Resident Evil die Zombie Tür geöffnet wird.

Multiplayer....

Auch beim Mehrspieler macht der Titel eine gute Figur. Das liegt hier vor allem daran, dass man dabei im Vollbild agiert, sprich man sieht innerhalb des Bildschirms nur 2 Fadenkreuze. Auch wenn wie schon erwähnt fast jeder Waffen Controller nutzbar ist, Dangerous Hunts 2011 wäre ein Spiel, für das man bei 2 Cracks durchaus noch einen Controller kaufen könnte. Wirklich ein ähnliches Phänomen wie bei Guitar Hero, auch wenn der Vergleich hinkt, da man dort zwingend einen weiteren kaufen musste für Mehrspieler Action. Die Jagd nach den besten Score Ergebnissen macht hier den Reiz aus. Denn wie schon erwähnt nutzt man hier die Schießstände als spielerische Möglichkeit. Und egal ob auch allein, oder eben zu zweit, die Masse an verfügbaren Levels und damit einhergehende Abwechslung, macht auch auf lange Sicht einen großen Spaß.

Fazit....

Cabela's Dangerous Hunts 2011 ist eine weitere sehr positive Überraschung auf der Wii und thematisch ein Spiel, dem man das nicht unbedingt zugetraut hätte. Ich meine ein Jagdspiel, da denken viele zunächst wirklich mehr an einen erwachsenen Moorhuhn Klon. Aber eben genau das ist der Titel eben nicht und zeigt sich eigentlich in allen Belangen von einer guten bis sehr guten Seite. Die wirklich gut gemachte und stimmige Balleraction, die dennoch simple Steuerung mit dem Highlight Top Shot Elite, bis hin zur gelungenen Story, deren Vertonung und der grafischen Präsentation des Spiels. Mit kleinen Schwächen hier und da, punktet auch die Atmosphäre und der Titel muss sich hinter anderen Shootern nicht verstecken. Größter Knackpunkt dürfte für viele halt das Gegner Thema sein. Ego Shooter hin oder her, man hat hier eben keine Waffenstrotzenden Gegner, sondern wilde Tiere, die euch dafür aber dennoch schnell zeigen wo Bartel seinen Most holt. Wer also unbedingt Shooter Action der herkömmlichen Art spielen will, ist hier eher falsch. Wer aber einen Ego Shooter mal anders erleben will, der sollte sich den Titel ruhig mal näher anschauen. Mir hat er sehr viel Spaß gemacht.

 

+ Steuerung/Top Shot Elite
+ Technisch gelungen/Grafik
+ Gelungene Atmosphäre
+ Anspruchsvolle Balleraction
+ Jagd Sinn Feature / Gegner KI
+ Tolle dt. Sprachausgabe
+ Sniper Action Klasse
+ Komplett Deutsch
- Kleinere Ruckler hier und da
- Nur aufrechter Gang

GRAFIK: 81%

SOUND/EFFEKTE: 82%

MULTIPLAYER/WiFi: 77%

GESAMTWERTUNG: 80%

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