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Wii Beat the Beat: Rhythm Paradise
 
 
Beat the Beat: Rhythm Paradise - Wii
Matthias Engert (11.09.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Nintendo/TNX
GENRE: Rhythmusspiel
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 4-10
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Um spielerisch unterhalten zu werden, müssen Spiele nicht immer episch lang sein, grafische Blender oder mit einer fesselnden Story daherkommen. Abseits dieser Games gibt es reichlich Spiele, die auch für Zwischendurch geeignet sind und trotzdem Anspruchsvoll sein können. Beat the Beat: Rhythm Paradise ist ein perfektes Beispiel dafür, dem man dies auf den ersten Blick nicht unbedingt ansieht. Denn dann könnte man den Titel schnell in eine Kitsch und Kinderecke schieben. Weit gefehlt. Selbst der Inhalt, der auf Musik und Rhythmusgefühl setzt, sollte nicht unterschätzt werden. Ein typischer Titel, der erst auf den zweiten Blick zeigt was er bietet. Speziell Spieler mit einer Vorliebe für diese Art Spiele sollten hier unbedingt weiterlesen. Kenner der Musikspiele werden die Serie an sich aber kennen. In Japan eh ein großer Erfolg, konnte man zumindest auf dem DS mal den kleinen Bruder spielen. Nun auch für die Wii erhältlich, wollen wir allen Musik und Taktverrückten diesen Titel etwas genauer vorstellen.

Menus und die Story....

Dabei ist die Wii-Version eine Zusammenarbeit zwischen Nintendo und der Firma TNX, die man hierzulande kaum kennt. Kein Wunder also, dass in unseren Breiten Nintendo als Publisher auftritt. Daher auch nicht verwunderlich, dass bei den Rahmenbedingungen soweit alles passend daher kommt. Der Titel wurde komplett lokalisiert und bietet als Bonus in der PAL Version, neben dem normalen Soundtrack, auch die japanische Variante. Für Freunde fernöstlicher Musikuntermalung eine gelungene Sache. Spielbar in allen Auflösungen der Wii-Konsole, benötigt ihr für ein Savegame nur eine einzige Seite im kostbaren Wii-Speicher. Neu ist der Mehrspieler Modus, der es nun auf der Wii erlaubt mit 2 Spielern sein Rhythmusgefühl auszutesten und vor allem dessen Grenzen. ;-)) Über eine Story müssen wir uns hier natürlich nicht unterhalten. Ein bisschen vergleichbar mit der Wario Ware Serie ist das Spiel eine Ansammlung an Minispielen der kürzeren und speziell hier musikalischen Art, ohne dass es dafür einen speziellen thematischen Hintergrund gibt. Hier gilt es einzig durch das eigene Spielvermögen, die vorhandenen Minispiele freizuspielen, zu meistern und möglichst viele der begehrten Medaillen zu erspielen.

Neben dem enthaltenen japanischen Soundtrack ist auch der Rest des Spiels im typischen fernöstlichen Zeichenstil gehalten. Sieht man gleich nach dem Einschalten und zieht sich durch alle Bereiche des Spiels. Erste Amtshandlung ist das Anlegen eines Profils. Mehrere sind möglich, die euch mit kleinen Statistiken und Einblendungen zeigen, wie erfolgreich ihr bisher agiert habt. Als kleinen Gimmick kann man dabei die Nutzung des Mii Charakters ansehen, der bei der Profilwahl ausgewählt werden kann. Spielen kann man mit ihm nicht, geschweige denn das er sonst irgendeine eine Rolle spielt. Von daher eine rein kosmetische Geschichte. Das Hauptmenu ist dann nicht minder simpel gehalten. Eigentlich kann man einzig das Hauptspiel beginnen. Mehr ist es dann auch nicht und die eigentliche Schaltzentrale des Spiels, erwartet euch erst nach dem normalen Spielstart. Genau dem wollen wir uns jetzt widmen und wir zeigen euch was drinsteckt, in Beat the Beat: Rhythm Paradise für die Wii.

Das Gameplay....

Anhand der Screens könnte man den Titel auf den ersten Blick eher für einen Wario Ware Klon halten. Vergesst diesen Gedanken gleich wieder. Hier wird trotz des grafisch ungewöhnlichen Stils vor allem euer Gehör gefordert. Denn Takt und Rhythmusgefühl wird hier von euch verlangt. Und das wie sich zeigen sollte nicht zu knapp. ;-) Passend für das gesamte Gebilde sind der Start und die Aufteilung der eigentlichen Inhalte. Beat the Beat ist in der Form eigentlich nur eine Ansammlung von Minispielen, die man weder in großartig viele Modi gepackt, noch sonst irgendwie ausgeschmückt hat. Nachdem man euch zu Beginn hier 2 kleine Übungen präsentiert, anhand derer man euch die einfache Grundsteuerung erklärt, wartet der eigentlich Hauptmodus im Spiel mit einem übergeordneten Menübildschirm auf euch. Anfangs noch kaum mit Inhalt gefüllt, wird hier ein Großteil der im Spiel enthaltenen 50 Rhythmusspiele dargestellt. Dazu gesellen sich, je nach Spielfortschritt alternative Menüpunkte, die in sich spielerische Aspekte bieten, aber auch Dinge wie einen Shop. Aber eines nach dem anderen. Die reinen Spiele sind in Form kleiner vertikal angebrachter Würfel aufgelistet. Dabei wartet das Spiel zu Beginn mit einem einzigen Minispiel auf euch, während wirklich alles andere erst freigeschaltet werden muss. Für Freunde der häufigen und kleinen Belohnungen bietet also Beat the Beat die richtige Mischung.

Dabei habt ihr nun die Aufgabe die Minispiele selber zu lösen, um jeweils das folgende anwählbar zu machen. Es warten in dieser Machart immer 4 Stück hintereinander und werden am Ende von einem sogenannten Remix abgeschlossen. Dieser ist eine ungleich schwerere Aufgabe, da es hier gilt eine wilde Mischung aus allen 4 vorangegangenen Spielen zu bestehen. Glaubt mir, hier steigt der Kaffeekonsum. Denn eines solltet ihr für dieses Spiel auf jeden Fall sein - Fit und das in der Birne! ;-) Schafft man den Remix Modus, wird ein weiterer Balken freigeschaltet, auf dem erneut nur das erste Spiel anwählbar ist. So darf man sich den Hauptmodus vorstellen. Dazwischen werden wie schon erwähnt Boni freigeschaltet, auf die ich im Verlauf noch eingehe. Ihr wollt ja nun wissen wie sich das Ganze spielt. Zunächst wichtig zu wissen, dass man jedes Spiel auf 2 Stufen lösen kann. "Gerade so" oder "Superb". Alles darunter endet jedes Mal in einer kompletten Wiederholung, was hier auch die Spielzeit durchaus nach oben drückt. Glaubt man gar nicht wie oft das der Fall sein wird, zumindest wenn das Frustfell noch ein bisschen was verträgt. ;-) Dabei gibt es im Spiel keinerlei Scoreanzeige oder ähnliches. Selbst Guitar Hero Cracks suchen eine entsprechende Einblendung vergebens. Dies beschreibt auch den Schwierigkeitsgrad relativ gut, dass man nie wirklich anhand einer festen Einteilung oder Anzeige sieht, ob es gut aussieht oder nicht. Aber dafür haben wir ja noch das uns angeborene Spielergefühl. Und um von eigenen Erfahrungen auszugehen, man weiß hier ziemlich gut, wann man seine Leistung als Besch….. ansehen darf. ;-)

Dabei lässt es sich durchaus einfach an und das reine Spielsystem samt Steuerung, macht zunächst mal schnell Lust auf mehr. Vor jedem Spiel werden euch die Siegbedingungen erklärt, bedeutet hier ihr dürft eine Proberunde absolvieren. Jedes Spiel besteht in der Regel aus 2 Teilen. Der "einfachen" Variante, in der ihr eigentlich nur im richtigen Moment und damit dem Rhythmus die A-Taste drücken müsst. Im zweiten Teil müssen dann A und B zusammen gedrückt werden… Ihr sehe schon, es ist wie bei Freunden, denen dieses Konzept anfangs auch nur ein trockenes Lächeln abgerungen hat. Man ändert seine Meinung schnell, sobald der richtige Durchgang beginnt. Im Vordergrund spielt sich dabei alles grafisch in einem einfachen Ambiente ab, bei dem alles leicht animiert dargestellt wird. Dazu kommt nun die Musik ins Spiel, die natürlich nicht belanglos vor sich hin dudelt, sondern sehr starke und oft wiederholende Rhythmen bietet. Einfaches Beispiel ist auch gleich das erste Spiel. Hier dreht sich alles um Golf. Beginnt die Musik, steht ihr rechts im Bild, während in der Mitte ein Äffchen zu einer ganz bestimmten Stelle der Musik den Ball zu euch wirft. Immer und immer wieder. Erwischt ihr diesen Moment, so schlagt ihr den Ball auf das entfernte Grün. Gerade wenn man sich mit der Musik so richtig schön arrangiert hat, kommt der dicke große Kumpel rechts ins Spiel. Dieser deckt dann das A+B Spielchen ab, was im Verlauf darin mündet, dass beide Affen die Bälle schön abwechselnd im Takt der Musik nach euch werfen. Der eine langsam, der andere schnell. Man sollte gar nicht glauben, wie einen das doch aus dem Takt werfen kann. ;-)

Weiteres gutes Beispiel ist ein Minispiel, wo Bälle eine Rolle spielen. Dabei sitzt ein Pärchen auf einer Parkbank, während im Takt der Musik mal ein Fußball, ein Basketball oder ein Football von links ins Bild fallen. Jeder zu einem bestimmten Takt innerhalb des Musikstücks. Und bei allen muss man einen anderen Moment für seine Tasten haben. Ziel muss es hier, wie im gesamten Spiel sein, das Ganze eigentlich mit geschlossenen Augen hinzubekommen, und nur durch die Musik die richtigen Momente zu erwischen. Aber ich glaube das schafft niemand. ;-) Spricht aber auch für einen anderen Aspekt des Spiels, die technische Seite. Denn im Zehntelsekundenbereich werden eure Aktionen umgesetzt, so dass man nicht mal fix ein bisschen schlampig werden kann. So nach dem Motto "das geht schon irgendwie". Nee nee das kann man hier gleich vergessen. Der Anspruch bleibt von Anfang bis Ende also durchaus hoch. Aber auch mit dem Negativfall, den es durchaus oft gibt, dass man mit einem Spiel mal rein gar nicht warm wird. Auch das gibt es und es heißt üben ohne Ende. Hier ist Geduld und das angesprochene Frustfell gefragt. Schade dass man innerhalb eines Minispiels nicht sofort neu starten kann. Da manche durchaus einige Minuten dauern können, stört es wenn man weiß dass eigentlich der Durchgang völlig daneben ist, und man dennoch das Leiden bis zum Ende erlebt. Aber es gibt auch kleine Hilfen. Zum einen gibt es neben der globalen persönlichen Rhythmusskala, die von 0-100 reicht, auch eine Medaillenanzeige. Schafft man ein Spiel auf Superb, so gibt es eine davon, die man nun z.B. im Shop für alternative Minispiele einsetzen kann, in denen man vielleicht viel eher weitere Medaillen erspielt.

Oder noch besser ist das sogenannte Cafe. Hier kann man neben der Jukebox unter anderem auch den Inhaber als Charakter in Anspruch nehmen. Ähnlich wie der glitzernde Mario, dem nichts was anhaben kann, könnt ihr ihn hier nutzen, um ein Spiel zu überspringen. Glaubt mir es gibt Minispiele, da ist man mehr als dankbar dafür. Aber ohne Haken geht es auch hier nicht. Denn im Remix Modus muss man ein verhasstes Minispiel dennoch irgendwie beherrschen, auch wenn es nur ein Bestandteil ist. Also ein Freifahrtschein ist das Ganze nicht. Aber die Mischung macht hier den Spaß aus. Immer wenn man sich doch mal verbeißt, vertreibt man sich die Zeit erst mal woanders. Vielleicht ein Tag später und ein bisschen fitter in der Birne, und siehe da es geht auf einmal. Auch das erlebt man oft. Dennoch ist das Spiel ein sehr spezielles. Das darf man auch nicht unterschätzen. Wer hier und da mal ein paar Rhythmusspiele ausprobiert hat und an der dort laschen Timing-Auslegung rumgenörgelt hat, darf sich hier gerne versuchen. Ein Selbstläufer ist Beat the Beat nicht. Im Gegenteil, der Titel es faustdick hinter den Ohren.

Grafik & Sound....

Grafisch sieht der Titel an sich nach wenig erquickenden Inhalten aus. Allerdings würde man dem Spiel Unrecht tun, diese komplett abzuwerten. Es ist einfach der fernöstliche Zeichenstil der Serie und in der Form ja auch gewollt. Denn auch hier kann man den Fokus auf dem Hören der Musik nicht oft genug hervorheben. Wem der Stil gefällt, bekommt dies in allen Bereichen des Spiels zu sehen. Einfache Motive und Animationen, die vollkommen ausreichen und auch nicht den Grafikliebhaber ansprechen sollen. Dafür mit klaren Texturen gesegnet ohne Ende und teilweise fast schon übertrieben in Sachen Farbpower. Hier ist der Vergleich mit Wario Ware also durchaus zutreffend. Dafür punktet der technische Teil. Kaum erwähnenswert was die Engine oder den Gamespeed angeht, was auch sehr überraschend wäre, dafür aber in Sachen Erkennung der Benutzeraktionen. Selten ein so exaktes Timing erlebt, das fast schon im Zehntelsekundenbereich über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Beim Sound gefällt wie schon angesprochen der enthaltene japanische Soundtrack. Egal ob hier, oder im normalen Soundtrack sollte man sich keine epischen oder sonderlich melodischen Stücke versprechen. Dafür prägnante und äußerst passende Rhythmen, die perfekt zu diesem Spielsystem passen. Effekte gibt es je nach Minispiel immer mit dazu, auch wenn sie wenig variieren. Da die Musik hier nicht nebenbei zum Vergnügen beitragen soll, sondern der eigentliche Fokus darauf liegt, sind die enthaltenen Rhythmen sehr gut auf die Minispiele abgestimmt.

Multiplayer....

Der Mehrspieler ist nun für Kenner der DS-Version etwas Neues und auch ein Punkt, dem man eine Menge abgewinnen kann. Allerdings muss man ganz klar betonen, dass hier ein geeigneter Mitspieler mit von der Partie sein sollte. Wer sich für diese Rhythmus-Spielchen bisher nicht interessiert hat, wird auch durch Beat the Beat nicht tun und der Mehrspieler auch keinen Spaß erzeugen. Finden sich 2 Verrückte im positiven Sinne, bekommt man zu einem bestimmten Spielfortschritt den Mehrspieler freigeschaltet. Hier geht es nun weniger darum gegeneinander zu spielen, auch wenn Scores für beide Spieler angezeigt werden, als vielmehr so viel Harmonie wie möglich zu erzeugen. Es stehen euch hier nicht alle 50 Spiele zur Verfügung, dafür gibt es aber auch den Endlosmodus in diesem Bereich. Das Ziel hier muss es sein, das beide Spieler so nah aneinander liegen wie möglich, was den Score und den Takt angeht. Denn je höher der Harmonie Wert, umso eher die Chance auf eine Medaille, die es hier separat zu erspielen gilt. Klar dass dazu natürlich auch 2 Remotes nötig sind, um loslegen zu können.

Fazit....

Beat the Beat ist auf der Wii ein Spiel, an das man ohne Vorurteile heran gehen muss, und sich einmal mehr nicht von den Äußerlichkeiten leiten lassen sollte. Denn was kindlich und teils schräg aussieht, hat es mehr als in sich. Denn die enthaltenen Minispiele, bei denen man ohne visuelle Hilfen nur über den Takt der Musik Erfolge feiern kann, sind teilweise sehr anspruchsvoll. Oft genug auch mit einigem Frustpotential behaftet, bei dem man ab und an gerne mal die Remote entnervt zur Seite legen möchte. Glücklicherweise gibt es dann ja die Hilfe Funktion über den Cafe-Charakter, die man hier nur zu gerne auch mal in Anspruch nimmt. Ich weiß wovon ich rede. ;-) Dazu die sehr exakte Erkennung der Benutzereingaben über die Remote, so dass man sich hier eigentlich immer gut konzentrieren muss. Wie schon erwähnt sollte man dieses Spiel im müden Zustand nicht spielen. Der sehr passende Musikstil, samt dem japanischen Soundtrack, runden den guten Eindruck ab. Eine Vorliebe für dieses Gameplay sollte man aber auf jeden Fall mitbringen. Ansonsten legt man das Spiel ganz schnell wieder beiseite.

 

+ Exakte Timing Erkennung
+ Einfache Steuerung
+ 50 Rhythmusspiele
+ Komplett Deutsch
+ Japanischer Soundtrack
+ Angenehm Anspruchsvoll...
- ...aber auch mit Frustpotential
- Fehlende Neustart Option im Spiel

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER: 70%

GESAMTWERTUNG: 74%

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