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Wii Beach Fun - Summer Challenge
 
 
Beach Fun - Summer Challenge - Wii
Kilian Pfeiffer (04.07.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Sproing
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-6
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Nein/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Mit RTL auf der Wii abtauchen? Kein Problem, der Kölner TV-Sender hat bekanntlich seinen eigenen Spiel-Ableger, der sich um Versoftungen jeglicher Art kümmert. Auch „Beach Fun - Summer Challenge" wird über „RTL Sports" veröffentlicht und soll in Zeiten hoher Temperaturen die notwendige Abkühlung vor dem Fernsehgerät bieten. Wir haben uns mit dem Titel auf Tuchfühlung begeben und sind eingetaucht in eine karibische Umgebung voll hinreißender musikalischer Verköstigung. Ob der Titel ebenfalls überzeugt, lest Ihr im Test zum Spiel.

Menus und die Story....

Minispielsammlungen gibt es auf der Wii bereits wie Sand am Meer. Dass „Beach Fun - Summer Challenge" gerade das Meer als „sein" Setting auserkoren hat, ist nur bloßer Zufall. Dennoch muss man sich fragen, ob die Damen und Herren von „RTL Sports" es nicht besser gewusst haben müssten. Denn in der Tat ist es so, dass vorliegender Titel nichts weiter als eine Ansammlung von Minispielen ist, sechs Stück an der Zahl. Sechs Sportarten im karibischen Flair, auf einer Insel, mutterseelenallein und fernab jeglicher Zivilisation. Das Setting ist hervorragend, weniger hervorragend ist die Tatsache, dass dem Titel keinerlei Story spendiert wurde, sondern lediglich die Möglichkeit, jedes Minispiel einzeln anzuwählen. Das war’s! Nichts mit spannender Hintergrundgeschichte, die nach und nach dafür sorgt, dass man sich als Karibik-Sportler im neu entdeckten „Paradies" so richtig wohl fühlt. Wenigstens dieses Hintergrundwissen hätte man bei „RTL Sports" mitbringen müssen, um zu wissen, dass ein Titel auf Dauer nur dann Spaß macht, wenn er einen roten Faden beinhaltet und gleichzeitig spielerischen Anspruch mit sich bringt.

Das Gameplay....

Eine tropische Insel – sechs mehr oder weniger spaßige Sportarten! Das ist „Beach Fun - Summer Challenge"! Nach dem Testzeitraum haben wir ein ungutes Gefühl in der Magengegend, dass man es beim Entwickler nicht ganz ernst meinte. Sechs Sportarten sind schon mal recht wenig, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Das wäre die eine Sache. Die andere aber ist der spielerische Zugang zum Spiel. Haben die Entwickler wirklich selbst Hand angelegt? „Sproing Interactive" müsste doch gemerkt haben, dass die eine oder andere Auskoppelung kaum spielbar ist (Strandtennis, Wurfscheibe), andere dafür wieder umso besser umgesetzt wurden (Wasserski, Drachenfliegen).

Sechs Minispiele (mehr ist es nun mal nicht) zu spielen, bedarf keines besonderen zeitlichen Aufwands. Nach etwa einer Stunde habt Ihr alles gesehen, jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob Ihr in jede der zur Verfügung stehenden Sportarten tiefer eintauchen wollt. Denn einige davon sind nochmals in einzelne Levels aufgeteilt, die es zu meistern gilt. Ein Charakter-Editor fehlt vollständig, der Wunschsportler lässt sich aus lediglich vier sportlichen Darstellern wählen. Im Wasserski düst Ihr dann über insgesamt neun Kurse, alle nicht sonderlich lang, dafür in aufsteigender Reihenfolge anspruchsvoller. Die Steuerung erfolgt durch Neigen der Wii-Fernbedienung. Um sich noch weiter in die Kurve zu legen, intensiviert Ihr die Kurvenlage durch Drücken entsprechender Tasten. Bojen gilt es zu umkurven, ab und an ein Zieltor zu durchfahren. Das Golfen auf einem von neun Löchern ist nicht sonderlich anspruchsvoll und erfordert nichts weiter als einen Wii-Remote-Schwung samt Zielführung per Steuerkreuz. Die einsam gelegenen Golflöcher sind recht bescheiden, was das Ausmaß angeht, eine Schlägerauswahl gibt es nicht. Im Endeffekt handelt es sich weniger um das „Abenteuer Golf", als um ein gewöhnliches Minigolf-Spiel in tropischer Umgebung.

Lust auf ein bisschen Boccia? Kein Problem, auch das bietet „Beach Fun - Summer Challenge". Allerdings kristallisiert es sich immer wieder als Schwierigkeit heraus, der Kugel Schwung zu verleihen, um sie in die gewünschte Position zu befördern. Das Ausrichten des eigenen Charakters funktioniert einwandfrei, den Gegenspieler allerdings „auszuschalten" gestaltet sich umso schwieriger. Kaum in der Schwierigkeit zu überbieten ist dagegen die Sportart Wurfscheibe. Ob es diesen Sport wirklich gibt? Mit einer Frisbee-Scheibe muss das gegenüberliegende Tor getroffen werden. Auf diese Weise erzielt Ihr Punkte, die Euch zum Sieg verhelfen können. Die Steuerung klappt indes kaum besser, als mit einer Wienerwurst ein Türschloss zu öffnen. Warum fängt der Sportler die Scheibe nur nie? Und überhaupt: Wie lässt sich diese denn vernünftig und vor allem zielgerichtet ins Ziel steuern? Umso mehr freut uns, dass das Drachenfliegen ganz witzig geworden ist. Dort bringt Ihr blaue Ballons zum Platzen, sollt aber andersfarbige tunlichst meiden. Bonusballons schenken Euch Extrapunkte, um eine der begehrten Medaillen einzuheimsen. Kaum der Rede wert, da fast schon unspielbar, ist das Strandtennis, eigentlich ein Volleyball-Verschnitt eins gegen eins. Zum einen wird es schon beinahe zur Tortur, den Ball über das gespannte Netz zu befördern, zum anderen ist die Richtungsanweisung für das Ballspiel alles andere als ein geglückter Wurf. Da helfen selbst die Schmetterbälle nicht mehr viel...

Grafik & Sound....

Richtig gut haben uns die tropischen Gegenden gefallen. Alles wirkt friedlich, man ist mutterseelenallein, keine nervigen Zuschauer um Euch herum. Eine einsame Insel bringt schon einige Vorteile mit sich… Auch wenn die ausdruckslosen Gesichter der Sportler alles andere als Wii-gemäß wirken. Der Gamecube hätte Ähnliches auf die Beine stellen können. Insgesamt gefällt uns die Optik aber recht gut, man fühlt sich in vertrauter und dennoch fremder Umgebung gut aufgehoben.

Auch beim Thema „Sound" müssen wir loben: Die karibischen Klänge sind hervorragend in Szene gesetzt, man fühlt das „Baccardi-Feeling" am eigenen Leib und lauscht den tropischen Klängen der eingängigen Melodien. Leider wurde dem Titel keine Sprachausgabe spendiert. Ok, akzeptiert - was sollen sich ein paar Karibik-Sportler auch großartig unterhalten?

Multiplayer....

Bis zu vier Mitspieler pro Minispiel sind erlaubt und in der Tat ist es diese Option, die am meisten Spaß bereitet. Gegen menschliche Konkurrenz macht es einfach am meisten Laune. Das war schon immer so und wird wohl auch für alle Zeit so sein. Dennoch funktionieren Spiele wie das Strandtennis selbst im Mehrspieler-Modus nicht wirklich.

Fazit....

„Beach Fun - Summer Challenge" ist für Einzelspieler bedauerlicherweise eine herbe Enttäuschung sofern sie bereits andere, „sportliche" Minispiel-Sammlungen in ihrem Wii-Regal stehen haben. Sechs Minispiele – und das zum Vollpreis! Man muss schon ein Karibik-Verfechter erster Güte sein, um hier seine Freude zu haben. Einige Sporteinlagen gehen indes voll in Ordnung, die Dauermotivation bleibt aber leider auf der Strecke, da man nach etwa einer Stunde Spielzeit locker alles gesehen hat. Stimmig sind hingegen Grafik und Musikteppich, die Rahmenbedingungen wären also da. Nur beim Mehrspieler-Modus kommt ganz gute Unterhaltung zustande. Vor allem beim Umfang hätte aber deutlich nachgelegt werden müssen.

 

+ Präsentation und Sounds
+ teils unterhaltsamer Multiplayer
+ gelungene Minispiele,...
-...weniger gelungene Minispiele
- fehlender roter Faden
- viel zu dürftiger Umfang
- kein Charakter-Editor

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 80%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 50%

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