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Wii Ben 10: Protector of Earth
 
 
Ben 10: Protector of Earth - Wii
Kilian Pfeiffer (27.04.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: High Voltage
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-8
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Ben is back! Ben? Genau, ein Junge dessen Fähigkeiten mindestens ebenso imposant erscheinen, wie die der Marvel-Helden. Ben ist kein gewöhnlicher Junge, sondern verkörpert fünf fantastische Gestalten mit höchsteigenen Fähigkeiten, die sich gewaschen haben. Gemeinsam gilt es für Ordnung zu sorgen im futuristischen Amerika der Neuzeit. Vor geraumer Zeit konnten wir uns anhand der Nintendo DS-Version ein Bild von Bens Spielwelt machen, heute widmen wir uns der Wii-Version, die der Handheld-Variante in nichts nachstehen soll. Im Gegenteil: Als Fan des pfiffigen Kerlchens wird man um den Titel wohl kaum herumkommen, auch wenn das Spielprinzip mit stupider Prügelaction kaum für Tiefgang sorgen wird. Aber was soll’s. Solange es Spaß macht...

Menus und die Story....

Die Erde zu retten ist nicht nur Stoff vieler Titel aus dem Videospielsegment, sondern ebenso ein mutiges Unterfangen. Insbesondere dann, wenn der Protagonist blutjung ist, aber dennoch große Verantwortung auf seinen Schultern lastet. Ben sieht das relativ locker, da er um seine Fertigkeiten mithilfe der Omnitrix Bescheid weiß. Mithilfe der außergewöhnlichen Technikerweiterung, die nicht ganz freiwillig Ben zuteil wurde, gelingt es ihm, sich in fünf durchschlagende Fantasy-Kaliber zu verwandeln, die allesamt ihre ganz speziellen Aktionen ausführen können. Der Weg führt durch ganz Amerika, der Schlussakt wird in den Weiten des Alls ausgefochten, besser gesagt per Faustkampf entschieden.

Ben 10 – Protector of Earth entpuppt sich als waschechte Dauerprügelei mit hunderten von vorstellig werdenden Gegnern, die gern mal eins auf die Nuss bekommen. Der Titel ist gleichwohl sehr linear und demgemäß auch für Einsteiger geeignet. Drei Schwierigkeitsgrade bürgen für ausgewogenen Spielspaß und einige vergnügliche Stunden. Allzu viel Zeit solltet Ihr wenngleich aber nicht einrechnen, denn nach rund vier bis sechs Echtzeitstunden ist das Abenteuer zu Ende, die Welt erneut gerettet – auch wenn der letzte Widersacher Rache schwört und seine Rückkehr ankündigt. Um wen es sich dabei aber handelt, solltet Ihr besser selbst raus finden.

Das Gameplay....

Auch wenn es sich für einen auf einem Comic basierenden Titel gehört, dass er eine Menge freischaltbare Boni beinhaltet, liegt das Hauptaugenmerk auf den spielerischen Auseinandersetzungen mit unzähligen Combos, die für jeden Charakter zugänglich gemacht werden können. Bevor es losgeht, klärt Euch die Software über einzelne Steuerungsmechanismen auf – steuern dürft Ihr die innovative Truppe entweder mit den ganz gewöhnlichen Tasten oder aber Ihr schwingt Wii und Nunchuk abhängig von den gewünschten Attacken. Leichte und schwere Angriffe sind möglich, allerdings können wir die normale Tastensteuerung den bewegungssensitiven Eingaben vorziehen. Denn mit der Zeit schmerzen Eure Handgelenke bei andauerndem Hoch- und Runterschwingen deutlich. Kein Wunder, denn im Sekundentakt stürmen neue Feindeshorden auf Ben ein, der sich allerdings in Form seiner Gefährten gut zur Wehr zu setzen weiß.

Als Flammenmensch geht es heiß her: Nicht nur dessen feurigen Angriffsschauer, auch seine Fähigkeit Brandherde zu löschen und den Weg freizumachen, sind im Team hochgeschätzt. Des Weiteren darf dieser ähnlich des Silver Surfers auf einem Flammenteppich über weite Schluchten gleiten und unüberwindbare Hindernisse queren. Krake hingegen ist nicht nur immens kräftig und muskelbepackt bis obenhin, sondern auch dafür zuständig tonnenschwere Kisten vom angestammten Platz auf einen Bodenschalter zu ziehen, um diesen dauerhaft zu aktivieren. Seine Tornadohaken und Trümmerwürfe sind legendär, das Schlagbeben lässt die Gegner bis ins Mark erzittern. Recht agil flitzt XLR8 über das Parkett. Zwar ist er nicht die optimale Wahl in Sachen Kraftmeierei, dennoch der Einzige, dem es gelingt, gleich ganze Schalteransammlungen zu betätigen. Ohne dieses Können kommt Ihr im Spiel nicht weiter, Tür und Tor würden Euch an so mancher Stelle verschlossen bleiben. Der ständige Wechsel zwischen den Charakteren ist zwar nicht nötig, ab und an aber essentiell. Da müssen Schanzen per Bodenplatte aktiviert werden, die dann wiederum von der Kanonenkugel – einem weiteren Spielcharakter – genutzt werden. Spiderman-like schwingt hingegen der fünfte Mutanten-Alien über unwegsames Gelände, allerdings hat auch er das Problem, dass sich seine Kraft in Grenzen hält. Das ist aber weiter nicht schlimm, denn in der Regel dürft Ihr denjenigen Helden steuern, der Euch am Herzen liegt, denn die Prügeleinlagen stellen den Kern des Spieles dar.

Allerdings dürft Ihr nicht beliebig lange eine jede Verkörperung von Ben steuern, da die Omnitrix diesbezüglich verantwortlich zeichnet. Wenn sie geleert ist, was durch Angriffs-Kombos geschieht, verwandelt sich der aktuelle Charakter in Ben zurück. Immerhin füllt sie sich sehr zügig, so dass Ihr nach Kurzem erneut loslegen könnt. Eine Erfahrungsleiste gibt Aufschluss darüber, wie lange es noch dauert, bis Ihr neue Angriffe für Eure Mitstreiter erlernt. Sobald die Qual der Wahl ansteht, müsst Ihr Euch für einen der insgesamt fünf Superheroen entscheiden, der in Zukunft sein Schlagrepertoire um eine Aktion erweitern darf. Trotz der Linearität des Titels überzeugt die Spielwelt: Dies liegt sowohl an den abwechslungsreich gestalteten Umgebungen, wie dem Dschungelsetting, den dicht von Fahrzeugen besiedelten Straßenzügen sowie diversen Friedhofabschnitten. Obwohl es eine ganze Latte an Feinden gibt, die unterschiedlicher nicht sein könnten (Krokodilverschnitte, hässliche Brutalo-Fratzen, etc.), lassen sie sich alle komplett ohne taktische Finesse ausschalten: Stupides Knöpfchendrücken reicht aus, um jeden Feind mit ein paar Hieben auszuknocken. Bedauerlich, dass selbst der größte Teil der Bossgegner auf diese Weise platt gemacht werden kann. Hin und wieder stoßt Ihr auf überdimensionale Endgegner, bei welchen hinzu kommt, dass ein paar Knöpfe aktiviert werden müssen, um sie beispielsweise von einem Turm herab zu schleudern. In den Bossfights selbst zählt neben dem Button-Smashing vor allem besondere Zielgenauigkeit, denn ab und an wird man als Spieler gefordert, bestimmte Bereiche des Bildschirms mit der Wii-Remote zu treffen, um eine geskriptete Kampfsequenz einzuleiten. Nicht weiter anspruchsvoll, aber innovativ.

Grafik & Sound....

Der kleine Ben ist vielleicht nicht der hübscheste Junge unter der amerikanischen Sonne, hat es aber gelernt mit seinen inneren Werten zu überzeugen. Vielleicht nicht die Masse, denn Cel Shading ist seit dem Gamecube-Zelda-Teil nun mal verpönt. Nichtsdestotrotz gefallen die bonbonbunten Umgebungen des Haudraufs, auch so mancher Endgegner ist ein fescher Kerl, allerdings sind deren innere Werte stumpfsinnig und alles andere als präsentierfähig – was man letztlich an der doofen KI merkt. Viele eingeworfene Zwischensequenzen überzeugen im Laufe des Spieles, wenn auch nur mit deutschen Untertiteln.

Eine Sprachausgabe existiert, wenn auch nur in englischer Sprache, dafür aber professionell eingesprochen und mit viel Wortwitz garniert. Die Soundeffekte der faustintensiven „Rangeleien" wissen zu gefallen, der Soundtrack hingegen läuft weit abseits im Hintergrund, hat aber das Zeug zum achtbaren Inhalt. Zwar kein Ohrwurm-Gedüdel, dennoch ein geradliniges Ziel vor Augen, das die Atmosphäre jederzeit gut projiziert.

Multiplayer....

Koop-Modi sind bei prügellastiger Software meist das Sahnehäubchen, genau so passiert bei „Ben 10 – Protector of Earth". Ist ja auch logisch: Zu zweit die Erde zu retten ist der Hammer, das gleichzeitige Spiel ein Spaßfaktor ohnegleichen, das jederzeit zum schnellen Miteinander einlädt. Unkompliziert, aber dennoch ungemein fesselnd! So wünschen wir uns Mehrspieler-Modi!

Fazit....

Die Zeit für ein erneutes Weltenretter-Szenario ist gekommen und Ben steht an der Front der beispiellosen Videospiel-Helden. Er verkörpert das Gute, würzt sein Auftreten mit viel Esprit und einer schnellen Hand. Trotz der linearen Gegner-Metzelei überzeugt der Titel wegen der vielfältigen Angriffsmöglichkeiten, der fünf Alien-Charaktere sowie des gelungenen Mehrspieler-Modus‘. Wenn die Spielzeit auch äußerst kurz gehalten ist. Ein wenig mehr der kunterbunten Cel-Shading-Kost hätten wir schon vertragen können. Fans greifen zu – auch ohne spielerischen Tiefgang!

 

+ viele Zwischenszenen
+ fünf spielbare Mutanten
+ abwechslungsreiche Missionen
+ drei Schwierigkeitsgrade
+ Koop-Modus
- linear und ohne Tiefgang
- monotone Prügelei

GRAFIK: 69%

SOUND/EFFEKTE: 66%

MULTIPLAYER: 79%

GESAMTWERTUNG: 70%

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