konsolenkost.de

 
Wii Big Beach Sports 2
 
 
Big Beach Sports 2 - Wii
Matthias Engert (18.07.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Jet Black Games
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 3 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-2
NUNCHUK: Ja (BB)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK 0
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Viele Firmen haben im Wii Zeitalter so ihre eigenen Spaß Serien auf den Markt gebracht. Abgesehen von den vielen schon existierenden Varianten. Gute Beispiele dafür sind sicherlich Ubisoft mit der Rayman Raving Rabbids Reihe, und auch THQ mit der "Big" Serie. Aus dieser Spiele Serie sind nun schon einige Vertreter erhältlich. Leider hatten alle gemein, nicht unbedingt den größten Anspruch zu bieten und auch spielerisch nicht gerade zu glänzen. Um so erstaunlicher war das Ergebnis des Vorgängers "Big Beach Sports", der sich laut THQ immerhin 1.5 Millionen mal verkauft hat. Bei solchen Zahlen muss man auch nicht lange auf einen Nachfolger warten und so sollen die Beach Sports Kenner ein weiteres mal vor die Wii gelockt werden. Ob das gelungen ist, zeigen wir euch im folgenden Test.

Menus und die Story....

THQ selber tritt hier erneut als Publisher auf. Entwickler der Serie ist die Software Schmiede Jet Black Games. Eine eher unbekannte Firma in der Spiele Branche. Technisch sieht das Ganze auf dem Papier zunächst mal relativ gut aus. Das Spiel bietet euch die Möglichkeit, alle Bildmodi der Wii zu nutzen. Sprachlich erwartet die Gamer ein komplett deutsches Spiel. Mit 3 Seiten sehr sparsam, spielt der Mehrspieler Modus eine sehr wichtige Rolle. Bis zu 4 Spieler können sich in Big Beach Sports 2 miteinander messen. Positiv für ein Spiel dieser Art ist die hier enthaltene Balance Board Unterstützung. Wenn auch, wie sich zeigen sollte, der Aufdruck auf der Packung mehr BB Inhalte suggeriert, als wirklich enthalten sind. Ansonsten kommt auch hier das übliche Remote/Nunchuk Doppel zum Einsatz. Soundtechnisch bietet man euch hier nur eine normale Stereo Ausgabe. Eine Story darf man hier nicht erwarten. Nicht mal die übliche Neuling zum Star Geschichte greift hier. Eine der großen Schwächen des Spiels, denn weder eine personalisierte Geschichte, noch irgendwelche Spielziele sind hier enthalten. So kann man sich zwar voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren, aber so rein gar nichts in der Hinsicht einzubauen, ist schon etwas ungewohnt. Aber dazu gleich mehr im Gameplay Abschnitt.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass schon der Start in das Spiel äußerst minimalistisch gehalten ist. Einen Vorspann oder andere einführende Sequenzen gibt es nicht. Nach dem hier der Title Screen den Eindruck erweckt, als ginge es am Strand von Hawaii zur Sache, wartet auch schon das Hauptmenu auf euch. Und man ist zunächst etwas verwirrt. Denn auf der Packung steht etwas von 8 neuen Spielen. Und mehr als 8 sind es insgesamt auch nicht. Und alle davon sind sofort anwählbar. Sucht man nach alternativen Modi, so sucht man leider vergebens. 3 Bildschirme weit kann man das Hauptmenu scrollen und bekommt hier nur die Charakterwahl und die Optionen. Die Einstellungen erlauben euch nur Aktivitäten in Sachen Sound, den Credits und der Möglichkeit das Balance Board zu kalibrieren. Mehr ist es wirklich nicht und wir können uns den Sportarten hier genauer widmen.

Das Gameplay....

Spiele mit einem schnellen Einstieg sind ja an sich was Feines, nur hier hat man das Ganze in meinen Augen etwas arg übertrieben und man fragt sich vor allem eines, warum existiert hier eigentlich ein Savegame im Wii Speicher? Denn ist das Fehlen alternativer Modi, wie einem Turnier oder irgendeinem anderen Wettbewerbsmodus mit Spielziel schon schlimm genug, so existiert ja nicht einmal die Möglichkeit die 8 Sportarten irgendwie um speicherbare Ergebnisse oder Scores zu spielen. Sprich ihr geht hier die einzelnen Sportarten direkt an und spielt sie Just for Fun. Logisch das vor allem im Einzelspieler die Motivation schon nach gut 30 Minuten eigentlich raus ist. Leider zeigen sich auch die spielerischen Möglichkeiten nicht unbedingt von der gelungenen Seite, wenn man sich die Inhalte mal näher anschaut. Die übliche Vorgehensweise ist die Wahl eines der enthaltenen Charaktere. Hier stehen euch 8 verschiedene zur Auswahl, die sich in simple Allerweltscharaktere einteilen lassen. Hier hätte man ja wenigstens das Mii Feature einbauen können, um den Bezug wenigstens ein bisschen zu erhöhen. In 2 kleinen Rubriken kann man die Trikots anpassen, ohne das sich dies aber irgendwie auswirkt. Und das es keinerlei Secrets oder freispielbare Inhalte gibt, dürfte mittlerweile keinen mehr überraschen. ;-) Allen 8 Sportarten gemein, ist die recht simple Umsetzung was die Steuerung angeht, sprich auch hier muss man kein stundenlangen Übungssessions hinlegen, um was zu erreichen. Ziel hier ist es natürlich zu Gewinnen. Die Sportarten sind dabei auf verschiedene Genre aufgeteilt. Ihr findet Sportarten zum Thema Racing, Ballsport und Golf in seiner angesagten Disc Variante, die es ja mittlerweile in vielen realen Golfclubs gibt. Nicht umsonst räumen selbst Spiele wie Wii Sports Resort oder auch die Tiger Woods Serie dem Thema einige Bedeutung ein und implementieren diese unterhaltsame Sportart.

Bei den Rennspiel Varianten warten hier zum einen Kanu Fahren, Wasserjet und die Dünen Buggy Rennen. Positiv das es hier wenigsten mehrere Strecken zur Auswahl gibt. Das auch mehrere fahrbare Untersätze wählbar sind, hat dagegen nur visuellen Charakter und wirkt sich nicht auf das Gameplay oder die Steuerung aus. Dabei geht es in allen Varianten über Rundkurse, die jeweils 1-3 Runden von euch abverlangen. Gespielt wird in diesen Rennvarianten aus der Third Person Perspektive, also aus der üblichen Rennspielsicht hinter dem Vehicle. Hier kommt überall nur die Remote zum Einsatz, die man Racer like für quer hält. Dabei dient die 2 Taste für das Gas geben, während 1 die Bremse oder das harte Einlenken ermöglicht. Gelenkt wird dann einzig über freie Bewegungen mit der Remote nach Links oder Rechts. Von der Grundausrichtung also vergleichbar mit einem Need for Speed. Schwachpunkt der Steuerung ist zum einen das viel zu hektische Lenkverhalten an vielen Stellen und vor allem die oft etwas mangelhafte Kollisionsabfrage. Speziell beim Kanu oder Wasserjet, wo Berührungen mit Gegnern und Hindernissen zum einen lustige "Tock-Tock" Geräusche erzeugen und euch vor allem mehr als einem lieb ist stoppen und wilde Moves ausführen lassen. Nur sind die nicht für Punkte gedacht, sondern der Engine geschuldet. Das man trotzdem die Rennen mit großem Vorsprung gewinnt, ist eine weitere negative Erscheinung, die das Spiel leider zeigt und nicht gerade für eine hohe Gegner KI spricht. Bei den Ballsportarten sieht es nicht viel besser aus. Vor allem Cricket und Rugby fallen hier stark ab. Und wirklich neu sind diese beiden Sportarten auch nicht und waren teils nur anders bezeichnet, schon im Vorgänger vertreten. Fußball ist da noch die unterhaltsamste Variante und erinnert hier und da an Mario Striker Feeling. Zumindest was die eher auf Arcade Action ausgerichtete Spielweise angeht.

Hier spielt ihr in simplen 4-4 Spielen auf einem normalen Spielfeld. 5 Minuten Stufen bis 20 habt Ihr als Spiellänge zur Verfügung. Auf dem Platz ist die Kamera recht ordentlich und bietet eine gute Übersicht. Die Spielgeschwindigkeit ist recht hoch und die leichte Steuerung tut hier dem Spiel durchaus gut. Es gibt eigentlich nur 2 Varianten dabei. Mit der A-Taste passt man sich den Ball zu und kann mit B den Schuss aufs Tor anbringen. Dabei kann man diesen Aufladen und versuchen ins Eck zu zimmern. Mittels der Z-Taste kann man einen kleinen Sprint hinlegen, verliert dabei Energie in einem dafür vorgesehene Energiebalken. In der Verteidigung schaltet man mit der A-Taste zwischen den eigenen Spielern durch und kann via Schütteln der Remote einen Tackle anbringen. Stärke ist hier durchaus das schnelle Passspiel. Aber auch hier gibt es einen nicht ganz unerheblichen Kritikpunkt. Da alle Spieler verschiedene Klamotten anhaben, weiß man gar nicht so richtig wer die eigenen Mitstreiter sind. Die Disc Golf Variante zieht das Spiel leider weiter nach unten. Wer einmal mit Wii MotionPlus Unterstützung dies Sportart in Sports Resort oder Tiger Woods gespielt hat, für den fühlt sich die hier einfache Variante wie ein Krampf an. Hier spielt nur der Winkel der Scheibe eine Rolle, ohne das die reine Schwungbewegung wirklich signifikante Auswirkungen hat. Die letzte Sportart bringt dann auch das Balance Board zum Einsatz und das Wellenreiten darf gespielt werden. Hier darf man sich ein wenig wie in alten Kelly Slater Zeiten fühlen und das Surf Brett ist euer Begleiter. Logisch das man das Balance Board für längs zum TV stellt, wobei aber auch Remote und Nunchuk genutzt werden könnten. Im Gegensatz zu anderen Spielen mit dieser Variante, habt Ihr mit dem Speed keinerlei Probleme. Der Fokus liegt hier im Winkel und dem Absprung auf der Welle. Einmal in der Luft, muss man Richtungen auf dem Board einhalten, die euch im Screen vorgegeben werden. Zwischendurch sollte man versuchen im Wasser kleine Bonusitems aufzusammeln, die als Multiplikatoren den Score hochtreiben. Leider ist die Steuerung hier etwas träge und Richtungen werden eher gemächlich eingeschlagen, was vor allem bei den Felsen im Wasser immer wieder zum Absteigen führt. Natürlich nichts gutes für den Score. ;-)

Wobei aber auch das nicht weiter wichtig ist. Denn wie schon erwähnt, spielt man um keinerlei Ziele oder kann sich sonst irgendwie in Scorelisten und ähnliches verewigen. Von daher ist das Gebotene leider schon arg wenig und kann im Einzelspieler leider nicht überzeugen. Logisch das sich da auch die Spielzeit in sehr überschaubaren Grenzen hält. Wer allein 2 Stunden seinen Spaß hat, der hat ein etwas anderes Verhältnis zum Thema Spielspaß, als wohl die meisten unter uns.

Grafik & Sound....

Leider bietet auch die Grafik keinen Anlass, das Game in die Höhe zu heben. Wie so oft in solchen Fällen Schmeicheln die Screens dem Spiel. Zwar bietet man euch schon recht farbenfrohe Umgebungen, die durchaus auch satten Farben bietet. Nur wenn man genau hinschaut, ist zum einen nichts animiert und auch die Details in Sachen Umgebung und Texturen sind nichts, was die Wii arg ins Schwitzen kommen lässt. So erlebt man oftmals harte Übergänge bei Texturen und Objekten. Bestes Beispiel ist Wasser und Felsen oder ähnliches. Manches wirkt da eher wie ein Fremdobjekt. Da kommen die Fahranimationen der Buggys fast schon als Highlight daher. Technisch läuft zwar alles ziemlich flüssig, alles andere würde auch sehr überraschen, dafür gibt’s bei der Kollisionsabfrage wie oben erwähnt kleine Macken in den Rennspiel Sportarten.

Beim Sound gibt es noch am wenigsten zu Maulen. Zumindest was die Hintergrundmusik angeht. Denn hier findet man zwar belanglose Dudelsounds vor, diese passen aber wenigstens zum Geschehen und nerven nicht. Effekte sollte man dagegen kaum erwarten. Zwar sind diese schon vorhanden, klingen aber Blass und oftmals etwas Blechern. Auch hier gibt’s ganz andere Kaliber auf der Wii.

Multiplayer....

Will man einen Kaufgrund für das Spiel finden wollen, dann vielleicht noch im Multiplayer. Denn zumindest zu Viert ist ein gewisser Unterhaltungswert gegeben. Auf der anderen Seite sollte man hier durch das Splitscreen Feature über einen größeren Bildschirm verfügen und natürlich spielt man auch hier nicht um Ziel oder Trophäen. Und ist man ehrlich, gibt es auf der Wii gerade in diesem Bereich viele bessere und wirklich gute Spiele.

Fazit....

Insgesamt habe ich mir schon die Frage gestellt, wen möchten die Entwickler mit diesem Spiel eigentlich erreichen? Und vor allem wie konnte sich der Vorgänger so oft verkaufen? Denn was dem Spieler hier geboten wird, ist leider nur Minimalkost. Abgesehen von den wenigen Sportarten und damit fehlenden Inhalten, sorgen die völlig fehlenden Spielziele oder alternativen Modi für lange Gesichter. Nur einfach mal Just for Fun die Sportarten zu spielen, macht hier wenig Spaß. Schwächen in der Technik und dem dünnen Gameplay lassen auch die angepeilte Zielgruppe auf ein ganz junges Publikum zusammenschmelzen. Aber selbst die werden hier nicht glücklich. Für dieses Spiel noch 30 Euro zu verlangen ist in meinen Augen unangebracht. Schade, mit dem zweiten Teil der Big Beach Sports Serie tut sich THQ als Publisher keinen Gefallen.

 

+ Einfache Steuerungen
- Nur 8 magere Sportarten
- Kein Turnier- oder Scoreplay
- Keine Spielziele vorhanden
- Grafisch schwach
- Hakelige Rennspielsteuerungen
- Schwache Kollisionsabfrage

GRAFIK: 45%

SOUND/EFFEKTE: 55%

MULTIPLAYER: 44%

GESAMTWERTUNG: 34%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de