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Wii Blazing Angels
 
 
Blazing Angels: Squadrons of WWII - Wii
Matthias Engert (10.04.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Flugshooter
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 3 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-9
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.55 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Das Zeitalter der Wii Konsole hat eines schon zu Beginn gezeigt. Es gibt Genre die eignen sich für die Remote Steuerung besser als andere. Ein Ergebnis dieses Faktes ist das zu einigen Genre weit mehr Spiele erscheinen werden als man dies in der Vergangenheit gewohnt war. Vor allem wenn man den GCN als Vergleich heranzieht. Ein Genre betrifft auf jeden Fall die Flugspiele. Mal abgesehen von den Star Wars Titeln auf dem GCN sah es in diesem Bereich ja mehr als düster aus. Auf der Wii Konsole scheint sich hier ein anderes Bild abzuzeichnen. Mit den erschienenen Heatseeker, Blazing Angels und dem in Kürze erscheinenden Wing Island kommen gleich 3 Titel die abseits von X-Wing & Co für luftige Action sorgen. Auch schön das die Titel verschiedene Zeitepochen abdecken. Düst man in Heatseeker z.b. mit aktuellen Fliegern durch die Lüfte darf man in Blazing Angels die Helden des Zweiten Weltkrieges in Sachen Flugtechnik steuern. Dazu ist der Titel wie sich zeigen sollte in vielerlei Hinsicht eine sehr positive Überraschung. Warum das soll euch der folgende Test genauer aufzeigen.

Menus und die Story....

Ein Punkt der immer überraschend ist, das ein neues Studio auf Anhieb für ein gelungenes Spiel sorgt. Ubisoft Bukarest klingt auf der einen Seite vielleicht nicht sonderlich vertrauenserweckend. Was die Jungs hier aber abgeliefert haben überrascht dafür im positiven. Zumal die Entwickler auch eine Hemmschwelle überschritten, die man nur selten zu sehen bekommt. Mal abgesehen das man in 2.WK Spielen wenn überhaupt mal deutsche Handfeuerwaffen benutzen konnte. Mehr war meist nicht drin. In Blazing Angels geht man zumindest einen Schritt weiter. Zwar übernimmt man hier nicht die deutsche Seite, darf aber zumindest in eine Messerschmitt oder Fokke Wulf einsteigen. Technisch bringt das Spiel zunächst alles mit was die Wii Konsole zu bieten hat. Neben 50 und 60Hz Modus darf das Spiel auch im HDTV Modus gezockt werden. Dazu wird das ganze in Sachen Texten in Deutsch präsentiert und bringt eine sehr gelungene englische Sprachausgabe mit. Surround Sound wird geboten wie auch ein Multiplayer für 2 Spieler. Abgerundet von 3 Seiten für ein Savegame im internen Wii Speicher. In Sachen Story bietet das Spiel etwas das dem Spieler einen festen Bezug ermöglicht. Ihr als Spieler übernehmt einen amerikanischen Piloten, der zu Beginn des zweiten Weltkrieges seine Heimat verläßt und in England in die RAF integriert wird. Mit festen Flügelmännern erlebt Ihr so spielerisch verschiedene zeitliche Epochen des Krieges und damit positiverweise auch völlig verschiedene Schauplätze. Etwas das mir sehr gefallen hat und euch im Verlauf von Dünkirchen über die Luftschlacht von England, Nordafrika, die Pazifik Schlachten um Pearl Harbor und Midway führt, um am Ende wieder in Europa über Paris bis nach Berlin 1945 dabei zu sein. Abwechslung in Sachen Schauplätzen wird also allemal geboten.

Ein stimmiger Vorspann wie ihn auch Call of Duty 3 in ähnlicher Weise mitbrachte stimmt den Spieler sehr gut in das Geschehen ein. Actiongeladene Sequenzen, in denen Ihr schnell seht was euch erwartet. Danach legt der Spieler ein Profil an unter dem ab jetzt eure Erfolge gespeichert werden. Dabei benutzt das Spiel mehr so nebenbei ein Rangsystem, in dem Ihr je nach Fortschritt und Kampfverhalten aufsteigt. Das eigentliche Hauptmenu, das mit seinem antiquierten Ambiente stimmig wirkt, bietet euch zunächst neben der eigentlichen Kampagne ein paar reine Einzelspieler Modi, die mehr Bonus und Arcade Charakter haben. Dazu spendiert man euch einen Multiplayer Modus mit mehreren verschiedenen Setups und Ihr dürft in einer Status Abteilung neben euren Erfolgen auch erzielte Orden oder freigeschaltete Flieger, von denen das Spiel einige bietet einsehen. Letzter wichtiger Punkt sind erneut die Optionen. Weniger wegen dem hier möglichen Anpassen der Sound und Rumble Einstellungen, sondern natürlich in Sachen Steuerung. Blazing Angels ist eines der Spiele, das Ihr sowohl mit Remote und Nunchuk, aber auch nur mit der Remote spielen könnt. Dazu sind bei beiden Setups die Achsen veränderbar, so das man hier locker seine Einstellung findet. Unterschied zwischen den Setups an sich ist die Haltung. Spielt Ihr nur mit der Remote hält man diese quer um die Flieger zu steuern, während mit Nunchuk die Remote mehr Team Funktionen übernimmt. Ich für meinen Teil rate klar zur Nunchuk Variante, da man hier einfach ein viel besseres Fluggefühl bekommt. Allein die ähnliche Haltung wie einem Flightstick samt Trigger Tasten für das Feuern macht einfach mehr her. Sobald Ihr eure Einstellungen gefunden habt dürft Ihr die Kampagne an sich angehen.

Das Gameplay....

Die Kampagne stellt natürlich das Herzstück des Spiels dar und sorgt natürlich auch für euren Rang und die freigeschalteten Flieger im Spiel. Satte 46 Fabrikate dürft Ihr erspielen und vor allem auch fliegen. Von der Me 109 über diverse Spitfire Varianten bis hin zu mächtigen B17 Bombern und den ersten Jets ist alles dabei was im 2.WK an den einzelnen Schauplätzen dabei war. Selbst wer mal eine japanische Zero fliegen möchte erhält hier die Gelegenheit dazu. Gleich ist dabei die storytechnisch sehr schöne Präsentation. Der Charakter ist dabei mittels Erzählungen eingebunden und Schlachtfeld Animationen vor den Einsätzen kennt man so eigentlich von Dokumentationen aus dem TV. Sehr passend wie ich finde. Vor euch liegen nun im gesamten 20 Missionen die man fliegen darf und die euch wie schon erwähnt an die verschiedensten Schauplätze des 2.WK führen werden. Dabei startet das Spiel mit einer Tutorial Mission im tiefsten England, bei dem Ihr euren Charakter kennenlernt und dieser seinen ersten Auftritt in den Lüften hat. Natürlich habt Ihr dabei auch die Gelegenheit vieles vom Gameplay mit zu bekommen und natürlich zu üben. Der Start in eure Flieger Karriere beginnt dabei mit einem fast schon mehr an einen Doppeldecker erinnernden Flieger, der langsam und einfach beherrschbar ist. Schließlich sollt Ihr ja erstmal ein Gefühl für die Steuerung entwickeln. Und diese ist den Entwicklern excellent gelungen wie ich finde. Gleich bei allen Einsätzen im Spiel ist dabei die Sichtweise auf das Geschehen. In einer Third Person Sicht schaut Ihr von hinten auf den Flieger und könnt danach einzig per Taste 1 in das Cockpit wechseln. Macht man aber kaum, da dieses einfach eng und wenig funktional beim Fliegen wirkt. Außerdem bekommt man das Fluggefühl und die Weite viel weniger mit. Wie schon erwähnt rate ich klar zur Remote und Nunchuk Variante. Dabei übernimmt der Nunchuk die reine Steuerung. Hier muß man sich den Nunchuk so vorstellen als wenn 2 Achsen durch ihn führen würden. Sobald Ihr auf der Startbahn steht drückt man den 3D-Stick nach vorn um Geschwindigkeit aufzunehmen. Seid Ihr schnell genug zieht man den Nunchuk zu sich hin und hebt so die Nase in die Luft und damit den Flieger nach oben.

Einmal in der Luft drückt man die Taste 2 um das Fahrwerk einzufahren. Danach in der Luft greift nun ein einfaches aber butterweich zu bedienendes System. Neigt Ihr die Spitze des Nunchuk nach unten geht auch der Flieger nach unten. Hebt Ihr diesen an macht Ihr dies also auch mit der Nase des Fliegers. Neigt Ihr ihn zu den Seiten "lenkt" Ihr den Flieger auch so. Dabei ist das ganze weder ruckartig, noch zäh langsam, sondern später auch je nach Flieger sehr gut angepaßt. Stufenlos kann man den Flieger neigen und hat damit ein sehr gutes Fluggefühl für das jeweilige Fabrikat. Auch in der Luft hat der Stick seine Bedeutung. Zieht Ihr ihn nach hinten könnt Ihr die Luftbremse nutzen und in Verbindung mit der Neigung engere Kurven fliegen. Drückt Ihr ihn nach vorn beschleunigt Ihr und könnt je nach Flieger sehr konsequente Manöver bis hin zum Looping fliegen. Alles geht dabei flüssig vonstatten ohne das es irgendwie unrealistisch wirkt. Zwar habe ich natürlich noch nie selber am Knüppel einer solchen Maschine gesessen, aber man bekommt sehr schnell ein Gefühl für die Steuerung, die mit zum Besten gehört was man in der Form spielen durfte. Auch abseits des Steuerns via Nunchuk. Voll kontrollierbar und butterweich in der Umsetzung. Einmal in der Luft werden euch selbst in dieser Tutorial Mission verschiedene Aufgaben gestellt. Das beginnt beim Überfliegen einer Stadt und dem Abwerfen von Flugblättern. Eigentlich nur ein Vorberreitung auf Bombenabwürfe mit späteren Maschinen. Denn neben der Z-Taste für die Bord Geschütze gibt es den C-Knopf für diese Art der mitgeführten Waffen. Später wird das System aufgewertet durch Bomben, Torpedos und Luft-Luft Raketen, was aus dem Spiel auch weit mehr macht als nur ein reines Luftkampfspiel. Dabei kommt nun eine Funktion hinzu, die vor allem Kameratechnisch teils atemberaubende Sichtweisen auf den Schirm zaubert. Habt Ihr z.b. ein festes Ziel in der Luft oder auch am Boden, so kann man dieses fest "arretieren". Mittels A Taste kann man dieses Objekt fest in das Visier nehmen ohne es praktisch aus dem Auge zu verlieren. Dabei geht die Kamera nun weit weg vom eigenen Flieger, der sich nun praktisch zwischen Kameraposition und Objekt befindet. Da Ihr ja weiterhin normal fliegt ergeben sich phantastische Blickwinkel.

Später wenn Ihr japanische Träger aus der Luft angreift oder über Paris deutsche Jäger jagd, das ganze sieht damit ungemein stimmig aus und hat auch seinen Zweck. Habt Ihr dabei Aufträge die Bomben oder Torpedos enthalten, bekommt Ihr zudem ein Zielpunkt Anzeige am Boden, so das Ihr genau wißt wann Ihr diese abwerfen müßt. Danach einfach auf die Zielkamera zu gehen und zuzuschauen wie diese Einschlagen ist einfach, (sorry das ich das so sage), ein geiler Moment. Ebenso geübt wird zu Beginn Feindkontakt, bei dem ein deutscher Aufklärer euren Übungsplatz erkunden will. Also jagd man ihn und muß ihn eliminieren. Mit kleinen eckigen Kennzeichnungen in der Luft erkennt man später anhand dieser farblich verschiedenen Kennzeichnungen ob es sich um Freund oder Feind handelt. Danach jagd man ihm hinterher und darf sich Dank unendlich MG Munition die Seele aus dem Leib ballern. Auch hier greift ein gutes System, das ebenfalls nicht Arcade like daherkommt. Verzögerungen beim Schießen und je nach Entfernung des Zieles und Ihr müßt immer anders herangehen. Mal könnt Ihr einen Gegner direkt attackieren wenn Ihr euch hinter ihn setzt oder könnt auch leicht vor ihn schießen. Sind die Geschosse am gewünschten Punkt hat der Gegner vielleicht gerade diese Zone erreicht. Denn einfach nur gerade gehen die Geschosse nicht. Vor allem wenn Ihr euch gerade in Kurven befindet. Über allem steht dabei aber weiterhin das sehr gute Fluggefühl durch die sehr gute Steuerung. Habt Ihr diese Lektionen abgeschlossen dürft Ihr den eigenen Flieger auch landen und von nun schickt man euch in den wahren Einsatz. Jetzt kommen auch die Flügelmänner dazu und die vielen weiteren Features dieses gelungenen Spiels. Das schöne dabei ist das Ihr von nun an immer die gleichen Flügelmänner dabei habt, also das gleiche Team das Spiel hindurch zusammen ist. Erhöht ebenfalls den Bezug zu den einzelnen Charakteren. Der erste richtige Einsatz führt euch zum Schauplatz Dünkirchen, wo Ihr den Abzug der englischen Truppen decken müßt. Egal welchen Einsatz Ihr im Spiel später auch angeht, ein gewisser roter Faden in Sachen Abläufe zieht sich immer durch.

Auch hier nichts schlechtes. So sind die einzelnen Missionen immer von mehreren Aufgaben durchzogen. Dabei startet Ihr die Missionen nach recht langen Ladezeiten mal direkt in der Luft oder müßt von Flughäfen und Flugzeugträgern erst starten. Einmal in der Luft gilt es den ersten Teilauftrag zu lösen. Das schöne daran wenn Ihr z.b. 4 Aufgaben in einer Mission habt, nach jeder Teilmission ein Speicherpunkt greift. Geht Ihr also mittendrin drauf, so startet man die Mission nicht komplett neu, sondern am letzten Speicherpunkt. Das macht das Spiel flüssiger und Frustfrei trotz der spielerisch anspruchsvollen Action. Ihr habt 3 Flügelmänner an der Seite, wobei einer davon ein Flieger Ass ist. Per Kreuzrichtungen könnt Ihr im Flug nun diverse Kommandos vergeben. Z.b. könnt Ihr den Ass Piloten per Kreuz rechts anweisen sich um schwere Gegner zu kümmern. Ihr könnt die gesamte Gruppe um euch sammeln, euch den Rücken freihalten lassen oder aber alle mit Feuerbefehl frei auf die Gegner loslassen. Zu guter letzt kommt auch eine Reparaturfunktion dazu die eher an einen R2-D2 erinnert. ;-) Mittels Kreuz links könnt Ihr den Co-Piloten zur Reparatur des Fliegers aktivieren. Dazu muß man live in der Luft eine Tastenkombi nachdrücken, die je nach Erfolg auch die schwere des Schadens behebt. Wiegesagt ein bißchen Arcade like, aber warum nicht. Ebenfalls mehr Arcade like ist das Thema Munition. Egal ob Bomben oder reines Bord MG, beides ist unendlich vorhanden. Nur mit dem Unterschied das sich Bomben und Torpedo Anzeigen erst wieder "nachladen" müssen. Das Ihr dies alles aber braucht zeigen z.b. Missionen in Nordarfrika oder dem Pazifik überdeutlich. In Nordafrika habt Ihr es neben mehreren dutzend deutschen Fliegern live in der Luft auch noch mit Rommels Bodentruppen zu tun um die Ihr euch kümmern müßt. Im Pazifik jagen die Zeros nur so über den Hafen, während Ihr danach die japanische Flotte inklusive Träger, Schlachtschiffen und Fliegern attackieren müßt. An Action mangelt es euch in diesem Spiel nicht. Verschiedene Licht und Wetterverhältnisse sorgen zudem noch für unterschiedliche Bedingungen. Habt Ihr eine Mission abgeschlossen gibt es zudem noch eine Bewertung.

Neben einfließenden Abschüssen oder erfolgreichen Bombardements gegen Bodentruppen zählt auch die reine Einsatzzeit mit dazu. 5 verschiedene Stufen der Bewertung könnt Ihr erhalten. Wobei die ersten 4 nur Flieger freischalten, während die 5. Orden freischaltet. So füllt Ihr also im Verlauf den eigenen Hangar und dürft wie schon erwähnt aus diesen auswählen. Ausgenommen die Träger Missionen mit ihren speziellen Fliegern könnt Ihr also auch mit einer Messerschmitt gegen die deutschen Jäger antreten. Alle Flieger werden euch anhand technischer Daten vorgestellt und kleine Texte geben ein wenig historisches Wissen wieder. Zeit spielt dabei nicht nur im gesamten eine Rolle, sondern auch viele Teilmissionen sind so eingeteilt. Hat man am Anfang z.b. genug Zeit um amerikanische Bomber nach Midway zu eskortieren, so bleiben euch danach nur einige Minuten um den Himmel über Midway feindfrei zu machen. Dieses Prozedere trifft man oft an. Gut ausbalanciert sind die Zeiten, so das man gut zu tun hat ohne vor unlösbare Aufgaben gestellt zu werden. Schwer wird es dennoch mit zunehmender Zeit. Allein die letzte Pazifik Mission erfordert von euch ein stetiges Hin und Herwechseln zwischen mehreren Inseln um die dortigen eingegrabenen japanischen Truppen zu erwischen. Aber es gibt auch Missionen die rein auf eure Geschicklichkeit wert legen. Geht es zurück nach Europa müßt Ihr zuerst einen deutschen Flottenverband vor Norwegen zerstören, um in der Mission danach in 3 Abschnitten in einem Fjord eine deutsche Atomanlage zu zerstören, in der die deutschen an der Atombombe forschen. Dazu müßt Ihr diverse Canyons durchfliegen, in denen Ihr kaum Platz zum manövrieren habt. Auch die Mission wo am meisten Frust lauert. Denn die Speicherpunkte sind so gesteckt, das Ihr dennoch oft genug neu anfangt. Hier heißt es den Nunchuk Controller schon sehr gut zu beherrschen. Belohnt werdet Ihr aber am Ende des Spiels mit 2 Missionen die es mir persönlich auch angetan haben. Einmal die Schlacht um Paris, in der Ihr Bodentruppen und Lufteinheiten attackieren müßt. Dazu das gleiche in Berlin, wo ganz am Ende des Spiels eine deutsche Elitestaffel mit Strahlfliegern auf euch wartet..........

Das Problem dabei ist das euer Copilot Joe in der Normandie Mission getötet wird. Damit habt Ihr ab dieser Mission keinen Reparaturdödel mehr, sprich Ihr müßt weit mehr auf eure Panzerung aufpassen und die eigenen Flieger auch durchaus danach wählen. Sobald ich sie hatte war nicht nur deswegen die FW190D mein bevorzugter Flieger. Aber selbst die Bomber Liebhaber unter euch kommen zu ihrem Recht. In einer B17 gilt es in einer Mission das Ruhrgebiet zu bombardieren. Zweigeteilte Missionen in denen Ihr einmal immer wieder die verschiedenen Bordgeschütze bedienen müßt um die deutschen Jäger zu erwischen. Danach sitzt Ihr selber am Knüppel und dürft die Fliegende Festung in das Zielgebiet fliegen und die Bombenlast abwerfen. Bis auf die Normandie Mission, die hier und da sichtbar ruckelt sind die anderen Missionen technisch in Ordnung und das Flugfeeling kommt sehr gut rüber. Das ist einfach die große Stärke dieses Spiels. Luftkämpfe en masse in bisher selten erlebter und gespielter Dynamik samt der sehr guten Steuerung. Dazu die Abwechslung in Sachen Flieger, Aufgaben und Locations machen einfach den Reiz dieses Spiels aus. Habt Ihr dann schlußendlich den Abspann gesehen schaltet Ihr nicht nur Bonus Flieger frei, sondern auch die sogenannte Mini Kampagne. Alle Einsätze, ob Luftkampf oder Bombardement dürfen an bestimmten Locations nach Zeit nochmal geflogen werden. Neue Gegner und eigene Flieger und Ihr könnt Upgrades für alle Flieger erspielen. Denn eines macht man in diesem Spiel auch. Alte Missionen der Kampagne mit einem viel späteren und besseren Flieger nochmal zu fliegen. Denn die 5 Sterne Bewertung schafft man auf Anhieb so gut wie nie. Deswegen kann man auf die Spielzeit von 10-12 Stunden nochmal gut das doppelte draufschlagen. Auf jeden Fall bietet das Spiel einen sehr guten Wiederspielwert. Selbst abseits der Mini Kampagne könnt Ihr allein in diversen Arcade Modi loslegen. Allein die Ass Modi gegen einen wirklich guten Gegner haben es in sich und zeigen euch teils deutlich eure Grenzen auf. Es stimmt einfach sehr vieles in diesem Game, das man so mit diesem Thema und deren Umsetzung sehr sehr lange nicht mehr spielen konnte. Nicht nur deswegen ist das Spiel wirklich eine echte Empfehlung.

Grafik & Sound....

Ebenfalls hier und da beeindruckt war ich vom grafischen Ambiente und dem Stil des Spiels. Keine harten Farben oder wenig Texturen, sondern viel Abendstimmung, ein wenig Nostalgie Feeling und vor allem teils sehr überzeugende Bodengestaltungen. Paris, Berlin oder auch London sind dicht bebaut und das ganze mit weit mehr als 2 oder 3 Standardhäuser die man einfach aneinander gebaut hat. Es wirkt sehr auf den Betrachter wenn Ihr schräg von oben Richtung Eifelturm fliegt oder japanische Träger unter Beschuß nehmt. In die gleiche Kerbe hauen auch die Fliegermodelle, die sehr detailgetreu aussehen und in Sachen Proportionen passen. Gegner erkennt man und erlebt deren Abschüsse teils sehr nah und eindrucksvoll am eigenen Flieger. Stimmige Explosionen unterstützen auch hier die Dynamik. Das Spiel protzt daher nicht unbedingt mit Farbpower ohne Ende, dafür aber sehr mit atmosphärischen Umgebungen. Selbst die Wintermission in den Ardennen paßt da dazu. Einzig die Bodentexturen wenn man sehr knapp darüber hinweg fliegt sehen ein wenig einfach gemacht aus. Nur ist man selten so weit unten. Technisch gibt es nur einmal richtig was zu meckern. Gerade die Normandie Mission und Landung der Alliierten ruckelt schon etwas stark. Alle anderen Missionen, egal ob über dem voll bebauten Berlin oder Paris sind dagegen viel besser. Perfekt ist die Framerate zwar nicht durchgehend, aber auch nicht störend oder gar unspielbar.

Das gleiche gute Ergebnis bringt der Sound zutage. Neben excellenten Fliegerklängen samt den unterschiedlich klingenden Bordgeschützen sorgen die reinen Fluggeräusche in der Luft für Atmosphäre. Schreierei, Funksprüche und Small Talk unter den Fliegern gehört dazu. Effekte sind eigentlich für alles vorhanden und können auch überzeugen. Das gilt auch für die Hintergrundmusik. Heroisch und typische Helden Musik, die immer zart aber hörbar eingestreut wird. Könnte locker aus jedem besseren 2.WK Film stammen. Auch hier gibt es neben der gut gemachten Story Erzählung ein fettes Lob.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist vielleicht noch das "normalste" im gesamten Spiel. Schade natürlich das es keinen Co-op für das Hauptspiel gibt. Das wäre schon was und vor allem auf größeren Bildschirmen auch machbar. So gibt es einen direkten Modus dafür in dem Ihr euch alle Karten aussuchen könnt und gegen oder Miteinander auf Gegnersuche gehen könnt. Technisch wird zwar die Weitsicht ein wenig heruntergeschraubt. Spielbar ist das ganze allemal. Für zwischendurch durchaus sinnvoll ist die Stärke des Spiels aber eindeutig der Single Player, der mir einfach richtig gut gefallen hat.

Fazit....

Blazing Angels ist gemessen an der Erwartungshaltung und dem eher unbekannten Entwicklerstudio eine der positiven Überraschungen auf der Wii Konsole. Allein das sehr seltene Thema 2.WK und Flieger ist teils sehr stimmig und gut umgesetzt. Ausgestattet mit einer gelungenen Story, der excellenten Wii Steuerung bis hin zur Abwechslung in den Missionen bietet das Spiel vieles was Flugspiel Fans lange nicht mehr spielen durften. Grafisch sehr passend und mit einem sehr schönen Sound ausgestattet gibt es wenig zu meckern in diesem Spiel. Ränge, Bewertungen und ein dadurch erhöhter Wiederspielwert lassen das Spiel auch nach einmaligen Durchspielen nicht im Schrank verschwinden. Für ein Erstlingswerk sehr gut und man darf gespannt sein was Ubisoft Bukarest als nächstes für uns parat hat.

 

+ Excellente Flugsteuerung
+ 46 reale 2.WK Flieger
+ Abwechslungsreiche Missionen
+ Luft und Bodenkämpfe
+ Story sehr gut eingebunden
+ Bodengestaltungen/Fluggrafik
+ Sounds/Effekte
+ Hoher Wiederspielwert
+ Wahl von deutschen Fabrikaten
- Technik der Normandie Mission
- Schwere Canyon Mission
- Co-op für die Kampagne wäre Klasse

GRAFIK: 82%

SOUND/EFFEKTE: 84%

MULTIPLAYER: 74%

GESAMTWERTUNG: 81%

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