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Wii Avatar 2: Der Erde Brennt
 
 
Avatar 2: Die Erde Brennt - Wii
Kilian Pfeiffer (17.11.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: THQ
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-3
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 7+
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.55 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS:
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Aang und seine Freunde sind nur wenige Monate nach ihrem Debüt zurück auf Nintendos Konsolen-Trio. Ein Lob gebührt dem Entwickler und Publisher "THQ" insofern, als dass er als einziger verbleibender Hersteller noch Nintendos Ältesten, den Game Boy Advance, unterstützt und mit Software versorgt. Auch beim bereits zweiten Teil der "Avatar"-Serie wird diese Vorangehensweise beibehalten. Heute widmen wir uns aber der Wii-Version, die bündig an den ersten Serienteil anschließt und Aangs Abenteuer weiterführt - ein Abschluss bleibt jedoch noch in weiter Ferne. Soweit wir uns am zweiten Teil orientieren dürfen, können wir bereits zu diesem Zeitpunkt die Vermutung äußern, dass ein dritter Teil nicht ausgeschlossen ist, denn die Reise des Avatars ist selbst am Ende des vorliegenden Titels noch nicht beendet. Sollte dies der Realität entsprechen, dürfen begeisterte Freunde der Elemente freudig in die Hände klatschen. Auch wir würden für eine Fortführung der Serie plädieren - denn Spaß findet man auch dieses Mal.

Menus und die Story....

Mit sieben Kapiteln wartet die spielerische Wii-Umsetzung der erfolgreichen "Nickelodeon"-TV-Serie auf. Für Euch haben wir uns ins Abenteuer gestürzt und Aang zum Wasserbändiger gemacht, der nun Herr über das kühle Nass ist und damit mächtige Elementarzauber sprechen kann. Als Luftbändiger wurde der Jungspund im ersten Teil bekannt, jedoch fehlen immer noch zwei Elemente, um letztendlich zum "Herrn der Elemente" zu werden, Retter der Welt und Bewahrer vor der alles vernichtenden Feuernation. Rund sieben Stunden werdet Ihr zum einmaligen Durchspielen des Titels benötigen, Anfänger vielleicht die eine oder andere zusätzliche Stunde einplanen dürfen. Wobei man, wie bereits beim ersten Teil, sagen muss, dass der Schwierigkeitsgrad äußerst niedrig ist, selbst Endgegner gestalten sich - wenn überhaupt - als kleiner "Pausensnack". Hinzu kommt die Tatsache, dass Speicherpunkte großzügig gesetzt wurden und demnach kein Anlass zur Verzweiflung, selbst bei gelegentlichen Bildschirmtoden, besteht.

Aang ist, wie bereits im ersten Wii-Ableger, nicht alleine unterwegs, sondern wird von seinen Freunden Katara, dem vorlauten Sokka, dem beeindruckenden Flugtier Appa, alias das fliegende Reittier (ja, Ihr dürft Euch sogar in eigens designten Levels in die Lüfte schwingen!), sowie Momo, einem kleinen, wendigen Tierchen begleitet. Zwar seid Ihr immer nur im Duo unterwegs, übernehmt aber laufend auch die Kontrolle der anderen Mitstreiter. Selbst gruppenferne Charaktere kommen zum Spieleinsatz - oder dachtet Ihr etwa, dass selbst Aangs Widersacher kurzfristig vom Spieler gesteuert werden dürfen? Auf der Suche nach dem Meisterbändiger, der Aang unterrichten soll, erlebt die dynamische Gruppe ein actionreiches Abenteuer, das in jeder Hinsicht einer strikten Linearität folgt. Unseres Erachtens sogar eine Stufe geradliniger als der Vorgänger-Titel. Nichtsdestotrotz gibt es auch äußerst positive Nachrichten zu vermelden - ein kooperativer Spielmodus wurde in das Spiel implementiert und lässt Euch somit im Duo auf die Jagd nach der Feuernation gehen.

Das Gameplay....

Unscheinbar in seinem Auftreten ist der junge Aang für sein Alter bereits ein großer Kämpfer. Entschlossenheit, Tapferkeit und gerechtes Handeln gehören zu den Stützpfeilern seiner Persönlichkeit. Dennoch tragen insbesondere seine Freunde zum erfolgreichen Gelingen bei, da jeder Charakter spezifische Fähigkeiten sein Eigen nennt. Auf Knopfdruck wechselt Ihr zwischen den Protagonisten hindurch, je nach Aufgabenstellung oder welche Person Euch mehr am Herzen liegt. Gleich zu Beginn des Abenteuers werdet Ihr in einen Kampf verwickelt, bei welchem Ihr erste Grundfertigkeiten erlernt und auf das wesentliche Spielprinzip eingestimmt werdet. Der Kampf gegen die immergleichen Feindeshorden - nach dem Schema "Lösche alle aus, dann öffnet sich die nächste Tür" - ist für die "Avatar"-Serie (auf der Wii) bereits obligatorisch und funktioniert soweit auch ganz gut. Durch wildes Knöpfchendrücken führt Ihr, abhängig vom Spieler, durchschlagende Angriffe aus, jedoch existieren im Spiel erlernbare Übungen, die nur durch die erfolgreiche Eingabe einer Tastenkombination durchgeführt werden können. So könnt Ihr Trefferkombinationen landen (Zwei-Knopf-Kombo), wobei es im Grunde genommen auch vollkommen ausreicht, die Widersacher mit dem Standardschlag zu bearbeiten. Ohne weiteres kommt Ihr so durch das gesamte Spiel hindurch - für den einen oder anderen dürfte dies Grund zur Kritik sein, denn die Balance stimmt somit nicht in ausreichendem Maße. Sammelt Ihr Energiekugeln, die von Opponenten nach ihrem Ableben hinterlassen werden, aber auch in Kisten, Vasen und Truhen versteckt sind, ein, füllt sich im Laufe der Zeit eine Anzeige, die, wenn sie voll ist, Euren Charakteren einen weiteren Übungspunkt beschert und neue kämpferische Eigenschaften frei schaltet.

Weiterhin kann jeder Charakter einen ungemein brachial-wirkenden Superangriff vom Stapel lassen, der Euch kurzfristig in eine wahre "Pistensau" verwandelt und den Bildschirm zum Glühen bringt. Aber auch hier gilt: Ihr braucht diese Eigenschaft nicht zwingend zum Einsatz bringen! Festzustellen ist hingegen, dass die Rätseldichte im Spiel arg eingeschränkt ist und sich nur auf wenige wirkliche Aufgaben beschränkt. So müsst Ihr in einem "Turm zu Babel"-ähnlichen Bauwerk sechs Schriftrollen finden und diese auf einem Podest platzieren, an anderer Stelle seid Ihr gefordert den öffentlichen Badeplatz begehbar zu machen, in dem Ihr den Wasserzulauf an drei Stellen garantiert. Ist Euch dies gelungen, hilft man Euch durch einen zuvor verschlossenen Durchgang zu kommen. Oder Ihr tummelt Euch in einem stinkenden Sumpf, der von krank machendem Müll in eine unbewohnbare Gegend transformiert wurde. Was zu tun ist, sollte offensichtlich sein: zerstört die leckgeschlagenen Tonnen und versetzt das einstmalige Naturreservat in seine alte Schönheit. Leider bleibt es oftmals bei bloßen Auseinandersetzungen mit wild gewordenen Armeescharen, die ungestüm auf Euch einprügeln. Dank Eurer ausgeprägten Kampffähigkeiten wird das Übel aber flugs in die Flucht geschlagen.

Häufig geht es über Kistenstapel nach oben, Boxen wollen auf Bodenschalter geschoben werden, um wiederum einen Durchgang erscheinen zu lassen. Über schwankende Turmkonstruktionen erreicht Ihr die Dächer der Stadt, sucht nach in der Kanalisation versteckten Tierchen, um mit Hilfe dieser eine Pockenplage vorzutäuschen oder setzt die individuellen Bändiger-Fähigkeiten der Spielcharaktere ein. So darf Aang mit einem mächtigen Windstoß das Gegenüber zum Schwanken bringen, Sokka setzt - durch wilde Drehbewegungen der Wii-Fernbedienung - ein Schlammbad in Gang, wohingegen Katara robuste Eisbrücken erscheinen lässt, die Euch über gefährliches Terrain führen. Auffallend ist, dass es im zweiten Teil keine Verkäufer mehr gibt, die Euch interessante Spielgegenstände andrehen. Ebenso haben wir den tieferen Sinn der Gesundheitsverbesserungen im Spiel nicht begriffen, da Ihr diese zwar durch das Einsammeln grünlich schimmernder Objekte - auf dem sprichwörtlichen Blatt - dauerhaft aufwerten könnt, jedoch im Grunde kein Effekt festzustellen ist. Witzig hingegen, jedoch mehr als Skript-Ereignis zu verstehen, ist der mehrmals bei Endbossen vorkommende "Avatar"-Zustand, in dem Ihr einer vorgegebenen Tastenkombination folgen müsst - gelingt Euch dies, wird Aang zum "tasmanischen Teufel" und raubt dem Opponenten selbst das letzte Fünkchen Lebensmut. Auch die seltenen Schleicheinlagen, in denen Ihr ungesehen an Wachen vorbei schleichen sollt, gehen in Ordnung, auch das Versteck der Tonne ist eine nette Idee. Leider denkt man sich immer wieder, dass bei den patrouillierenden Wachen in übelster Weise Hirnraub begangen worden sein muss - anders kann man ihre tollpatschige und unvorsichtige Vorgehensweise nicht erklären.

Grafik & Sound....

Erneut erwartet Euch eine Art Cell-Shading-Look, der zwar nicht sonderlich ausgeprägt ist, dennoch für Comic-Flair sorgt und das Abenteuer stark an die Zeichentrickserie anlehnt. Nur während der Zwischensequenzen bewegen die Charaktere übrigens den Mund zum gesprochenen Wort, was während der In-Game-Unterhaltungen auch wünschenswert gewesen wäre. Hier bleiben die Dialog-Partner allerdings mundfaul. Einige grafische Ungereimtheiten tauchen im Spiel zwar auf, jedoch geht die Darstellung soweit in Ordnung, wobei im Vergleich mit dem Vorgänger kaum eine positive Veränderung eingetreten ist. Anscheinend basiert auch der zweite Teil auf der Technik der ersten Umsetzung.

Schöne Melodien unterlegen die auf vielen Teilen des Kontinents angesiedelte Handlung. Ebenso erwartet den Spieler komplett deutsche Sprachausgabe - wenn man sich auf die Hauptcharaktere beschränkt. Unbedeutende CPUs, die als spärliche Informationslieferanten fungieren, unterhalten sich meist in beschränkten Textkästen mit Euch. Nichtsdestotrotz wird die Atmosphäre damit soweit gut umgesetzt, dessen ungeachtet hätten einige Charaktere eine treffendere Stimme verdient gehabt. Die spielerisch positive Stimmung im Spiel ist allerdings uneingeschränkt spürbar.

Multiplayer....

Neben überflüssig wirkenden Kampfduellen à la der "Naruto"-Serie auf dem Gamecube, ist es insbesondere der kooperative Mehrspieler-Modus, der angenehm überrascht. Im Duo macht das Spiel gleich um ein Vielfaches mehr Spaß, auch wenn es nur wenige Konzentrationsübungen gibt, bei welchen zwei Charaktere zusammenarbeiten müssen. Den Großteil der Zeit über wird in actionreichen Massenprügeleien der Story-Strang weiter gesponnen. Im Vergleich mit dem Vorgänger aber eine wirklich gelungene Sache!

Fazit....

"Avatar - Der Herr der Elemente - Die Erde brennt" für die Wii setzt den ersten Teil der erfolgreichen TV/Videospiel-Serie konsequent fort, ohne große Wagnisse einzugehen. An gewissen Stellen hat man das Spielprinzip etwas reduziert (noch linearer, keine Shops), an anderer Stelle sinnvoll erweitert (kooperativer Mehrspieler-Modus). Das Button-Smashing-Prinzip wurde hingegen beibehalten und verschafft dem Titel erneut ein eingängiges Spielprinzip, das jeder Zocker nach wenigen Sekunden beherrschen sollte. Nette Spezialeffekte und einige Rätsel lockern das Spiel auf. Zwar hätten wir uns gerne noch die eine oder andere zusätzliche Stunde im von der Feuernation bedrohten Land aufgehalten - doch wie es aussieht, werden wir dies erst im - hoffentlich erscheinenden - dritten Teil tun können.

 

+ äußerst einsteigerfreundlich
+ einige spielbare TV-Charaktere
+ Wii-Steuerungsmanöver
+ kooperativer Mehrspieler-Modus
+ Fluglevels mit Appa
- einfach und recht Umfang
- lineares Spielprinzip
- keine Shops
- Rätseldichte dürfte höher sein

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 71%

MULTIPLAYER: 73%

GESAMTWERTUNG: 69%

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