konsolenkost.de

 
Wii Another Code R
 
 
Another Code R - Wii
Matthias Engert (14.09.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Cing/Nintendo
GENRE: Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 45 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-7
NUNCHUK: Ja (1x im Spiel)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Nintendo war mit vielen eigenen Titeln durchaus in manchen Genres ein Vorreiter. Egal ob spielerisch oder was die Technik anging. Ein gutes Beispiel war zur Anfangszeit des Nintendo DS der Titel Another Code. Ein interessant gemachtes Adventure, mit durchaus gelungenem Rätsel Gameplay, das seinerzeit manch kaum genutztes DS Feature eindrucksvoll vorführte. Einer der wenigen Kritikpunkte war damals der Umfang des Spiels, so das man sich schon irgendwie einen Nachfolger gewünscht hatte. Lange war es ruhig um das Thema Another Code, bis Nintendo den Nachfolger ankündigte. Allerdings nicht für den DS, sondern für die Nintendo Wii. Draus geworden ist erneut ein kleines Experiment in meinen Augen. Denn selbst Nintendo beschreibt den Titel nicht als Spiel an sich, sondern als interaktiven Roman. Was auch immer das auf einer Spielkonsole zu bedeuten hat. Mittlerweile kann man sich davon ein exaktes Bild machen und es lohnt durchaus, sich näher mit diesem Titel zu beschäftigen.

Menus und die Story....

Entwickelt wurde der Titel von der Softwareschmiede Cing. Natürlich unter ständiger Beobachtung seitens Nintendo, bringt der Titel in der Tat oft ein ungewöhnliches Gameplay an die Spielergemeinde. Technisch muss man sich hier keine Sorgen machen. Gespielt werden kann der Titel in allen Wii Bildmodi, unterstützt musikalisch die Surround Ausgabe und beansprucht mit 45 Seiten durchaus einiges an Platz im kostbaren Wii Speicher. Auch wenn der Packungsrücken nur die Remote als Steuereinheit angibt, wer keinen Nunchuk zur Hand hätte, könnte das Spiel nicht beenden. Denn es gibt eine Stelle im Spiel, wo man den Zusatzcontroller doch mal braucht. Für einen Spieler gemacht, gibt es zumindest 2 Dinge, über die man sich kritisch äußern könnte. Zum einen wäre es natürlich noch einen Tick spannender gewesen, wenn man DS und Wii Version irgendwie hätte verbinden können. Für mich persönlich immer ein faszinierender Gedanke, was man hier aber nicht erlebt. Zweiter Punkt ist die völlig fehlende Sprachausgabe, in diesem mit Unmengen von Texten gesegneten Titel. Bis zum Ende schlugen hier 2 Herzen in meiner Spielerbrust, die es mal als Positiv und mal als Negativ angesehen haben, das diese nicht enthalten ist. Doch darüber lasse ich mich später noch ein wenig aus. Viel wichtiger in einem Spiel wie diesem ist natürlich die Story. Und hier punktet das Spiel, vor allem auf lange Sicht schon sehr. Auch wenn man die DS Version nicht kennt, wird man schnell gefangen von der Umsetzung, wobei Spieler der DS Version noch ein wenig mehr Detailwissen haben.

Das Wort Nachfolger trifft den Kern dabei nicht ganz exakt. Denn die Wii Version spielt ein paar Jahre nach der DS Ausgabe. Erneut schlüpft Ihr hier in die Rolle der mittlerweile 16jährigen Ashley Mizuki Robins, die als kleines 3jähriges Mädchen mit ansehen musste, wie ihre Mutter kaltblütig erschossen wurde. Hintergrund war deren Arbeit am legendären Another, einem Gerät mit dem man Erinnerungen manipulieren konnte. 13 Jahre später bekommt Ashley zuhause eine Nachricht ihres Vaters. Sie solle sich doch auf den Weg zum Lake Juliet machen, wo sie ihr Vater zu einem Camping Ausflug erwarten, und Ashley etwas neues über ihre Mutter erzählen würde. Genau zu diesem Zeitpunkt beginnt eine ganze Abfolge von Flashbacks und Erinnerungen, welche Ashley und natürlich euch von nun an in Another Code R begleiten werden. Die Reise zum Lake Juliet wird somit eine stetige Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig die Suche nach dem wahren Mörder ihrer Mutter. Wie ich finde sehr spannend erzählt, ist vor allem die Mischung aus verschiedenen Gameplay Facetten samt der Story der Grund für ein sehr ungewohntes, aber fesselndes Spielerlebnis. Und spätestens hier bekommt dann auch der Zusatz "Interaktiver Roman" seine Bedeutung.

Der Start in das Spiel selber ist relativ simpel gemacht. Ohne einen großen Vorspann, wartet relativ fix das Hauptmenu auf euch, das euch einzig den Spielstart, die Laden Option samt den Einstellungen anbietet. 6 separat nutzbare Spielstände stehen euch zur Verfügung, während in den Einstellungen einzig das Texttempo und der Soundmodus eingestellt werden kann. Also halten wir uns hier nicht lange auf und tauchen ein in die Geschichte um das Another, Ashley und die verborgenen Erinnerungen.....

Das Gameplay....

Dabei ist das Spiel sogar so angelegt, das Ihr mit einem komplett durchgespielten Game, samt dem dazugehörenden Spielstand, das ganze noch mal anfangen könnt. Mit einem Stern gekennzeichnet, muss ich aber noch passen was die Belohnungen und Neuheiten im zweiten Durchlauf angeht. Zunächst wollen wir euch aber natürlich den normalen Inhalt etwas näher bringen. Und dazu reicht auch ein einmal komplett durchgespielter Titel. ;-) Sobald Ihr das Spiel begonnen habt, startet auch die Story im Spiel und Ihr dürft nun zunächst einiges an eröffnenden Sequenzen verfolgen. Dabei bekommt Ihr die kleine Ashley erstmals zu Gesicht und verfolgt in Form vieler Sequenzen, die mit reichlich Text unterlegt sind, den Start in die Geschichte des Titels. Dabei gefällt vor allem der Stil der Grafik durchaus sehr und bringt die nötige Atmosphäre in das Geschehen. Alles beginnt mit der Abreise Ashley’s von Zuhause. Wie im gesamten Verlauf über, wird das Ganze dabei einmal aus der Ich Perspektive erzählt und natürlich durch unzählige Gespräche immer weiter erzählt. Anfangs spricht Ashley viel mit sich selber und Ihr erfahrt das sie eigentlich wenig Vorfreude auf das Treffen mit ihren Vater hat. Seit langer Zeit nicht mehr gesehen, hat er sich in den Augen Ashley’s kaum um sie gekümmert und nur die Neuigkeiten um ihre Mutter lassen sie diese Reise antreten. Ihr verfolgt die Sequenz über die Fahrt zum Lake Juliet und werdet dort angekommen, sofort in die Geschehnisse geworfen. Kaum angekommen stielt jemand Ashleys Tasche, was die Lust der jungen Dame auf die kommenden Ereignisse zunächst stark schmälert. Glücklicherweise kommt der Dieb nicht in den Besitz des sogenannten DAS (Duales Another System). Hier sehr passend in Form eines Nintendo DS umgesetzt, ist dies wenn man so will von nun an die Schaltzentrale. Per Pointer Funktion über ein Symbol im Screen oder per Plus Taste kann man dieses DAS aufrufen und erhält hier Zugriff auf einige Funktionen. So kann man hier jederzeit Speichern, Fotos ablegen und anschauen oder z.b. die Charaktere im Spiel wie in einem Art Stammbaum in die Geschichte einordnen. Vor allem gegen Ende des Spiels durchaus interessant.

Der Start in das Spiel gestaltet sich zunächst wenig aufregend und Ihr als Spieler werdet erst nach und nach mit den Gegebenheiten vertraut gemacht. Daher verwundert es auch nicht, das gerade in den ersten beiden Stunden des Titels alles noch wenig fesselnd auf den Spieler wirkt. Aber das ändert sich glücklicherweise. Sobald Ihr nun nach den ersten Sequenzen in das eigentliche Spiel entlassen werdet, lernt man die grundlegenen Bestandteile sehr schnell kennen. Wichtig zunächst die Steuerung und Sichtweise. Zunächst ist der Titel so angelegt, das Ihr die gute Ashley in einer Third Person Sicht verfolgen könnt. Ungewohnt ist die Umsetzung der Laufwege, die ganz fest abgesteckt sind. Schaut man also von der Seite auf Ashley, bewegt man sie per Kreuz links oder rechts zu den beiden Seiten. Man hält die Remote also im gesamten Spiel über wie einen Pointer. Sobald der Weg einen Abzweig enthält kann man nun per Kreuz oben oder unten diesen Abzweig nehmen und weiter laufen. Unterstützt werdet Ihr dabei unten rechts im Screen neben einem Symbol für das DAS auch von den Gegenstücken zur Karte der Umgebung und dem Inventory. Auch wenn Ashley ihr Rucksack gestohlen wurde, Dinge mit sich tragen kann sie immer noch. Ähnlich einem RE System kann man Dinge Ablegen, Drehen und Untersuchen, aber auch miteinander Kombinieren. Alles Dinge die später auch sehr wichtig werden. Ein weiteres Bildschirm Symbol für das Feature "Anwenden" kommt erst in der Detailsicht zum Tragen. Doch eines nach dem anderen. Immer gleich ist nun die Art und Weise wie man im Spiel in Sachen Orten um Lake Juliet voran kommt. Man bewegt sich über die möglichen Laufwege und trifft wahlweise auf Gebäude, Tore oder Abzweige, die Ashley passieren kann oder eben nicht. Oft findet man Codeschlösser an Türen, so das allein dafür immer wieder kleine Aktionen nötig sind. Gleich zu Beginn zeigt man euch wie dies hier auf einfache Art zusammenhängen kann. Sobald sie den Bereich um Lake Juliet erreicht, gelangt sie maximal bis vor das Tor, aber nicht hinein. Um dies zu schaffen, benötigt sie hier speziell eine Codekarte, die sie im gleich zu Beginn erreichbaren Verwaltungsgebäude erhält. Hier zeigen sich die anderen beiden Gameplay Bestandteile. Zum einen das Thema Detailsicht und Untersuchen. Egal wo sich Ashley befindet. Sobald man detaillierter die Umgebung begutachten kann, erscheint ein Lupensymbol. Es reicht dabei schon wenn sie in der Mitte eines Raumes steht. Man sucht die Umgebung ab und könnte z.b. einen Tisch in der hinteren Ecke des Raumes anklicken. Dieser Bereich wird visuell kenntlich gemacht und Ihr könnt nun in der Detailsicht z.b. nur auf den Tisch zoomen.

Habt Ihr diesen vor euch, so könnt Ihr z.b. herumliegende Dinge aufheben und einstecken, Schubladen öffnen oder euch Bilder und andere herumstehende Dinge viel genauer betrachten. Auch dies zieht sich ganz stark durch das Spiel und übernimmt an vielen Stellen auch den Rätselteil im Spiel, den Another Code R natürlich auch auf der Wii mitbringt. Der dritte und fast schon größte Teil des Gameplays betrifft alles rund um Gespräche mit den vielen Charakteren im Spiel. Hier kommt auch die Bedeutung Interaktiver Roman klar zum Vorschein. Stundenlang dürft Ihr im Spiel Gespräche zwischen Ashley und allen möglichen Charakteren verfolgen, die im Verlauf den roten Faden in Sachen Erinnerungen stetig weiter erzählen, aber auch viele Nebenthemen aufgreift, die erst über Umwege in der eigentlichen Hauptgeschichte eine Rolle spielen. Daher sollte Lesemuffel schnell Abstand vom Spiel nehmen. Allerdings und da nehme ich mich keinesfalls heraus ist die Erzählweise sehr schön gemacht und man erfährt nach und nach wie vieles überhaupt zusammenhängt. Irgendwann kommt dann der Moment im Spiel, wo man schon wissen will, wie vieles zusammenhängt und vor allem wie das ganze am Schluss endet. Das hatte ich in der Form lange nicht, das mich unendlich scheinender Small Talk in Form der eingeblendeten Texte so fasziniert. Daher auch meine 2 Herzen was die Sprachausgabe angeht. Jeder wird den Umstand kennen, das beim stillen Lesen man den Personen unterbewusst eine Stimme gibt und sich so jeder Charakter irgendwie beim Leser einbrennt. Dennoch wäre natürlich auch aufgrund der Emotionen, die man immer wieder im Spiel erlebt, eine Sprachausgabe nicht zu unterschätzen. Gerade bei solchen emotionalen Geschichten fällt mir immer wieder ein Eternal Darkness ein, der in Sachen Sprachausgabe auch heute noch ein Kaliber für sich ist. Ist wirklich so eine Sache. Wie schon erwähnt beginnt das Spiel erstmal langsam in Sachen Story und zunächst geht es darum ein paar Charaktere kennenzulernen und am Lake Juliet ein paar Gebiete zu öffnen. Außerdem dreht es sich zunächst darum Ashleys Vater zu treffen, der ihr etwas über ihre Mutter erzählen will. Sobald aber nun der erste Flashback im Spiel Einzug hält, steigt das Spiel für den Spieler eine Stufe nach oben.

An bestimmten Punkten der Umgebung beginnt die Erinnerung der kleinen Ashley zu arbeiten. Das Bild schwenkt um und eingehüllt in einen markanten Grafikstil und umrahmt von mystischer Musik erinnert sich Ashley daran, das sie diesen Ort vor 13 Jahren am Abend der Ermordung ihrer Mutter schon mal gesehen hat. Und jeder dieser Momente fügt sich wie ein Puzzle in die Gesamtstory ein und will aufgeklärt werden. Denn warum war sie hier und was hat ihre Mutter am Abend ihres Todes hier gemacht. Dazu passieren relativ viele unvorhergesehene Dinge, die Ashley verunsichern, euch als Leser in die Irre führen und damit die Neugier auf die kommenden Dinge erhöht. Genau damit punktet das Spiel ungemein. Jeder Charakter auf den Ashley im Verlauf des Spiels trifft hat eine Bedeutung in der Geschichte. Mal mehr oder weniger intensiv, aber eben nicht ohne Grund. Das betrifft vor allem den 13jährigen Matthew, der auf der Suche nach seinem Vater ist, der vor 5 Jahren spurlos am Lake Juliet verschwunden ist. Früher eine Baufirma hier gehabt, verschwand dieser plötzlich auf sehr mysteriöse Weise vor 5 Jahren ohne eine Spur zu hinterlassen. Ab einem gewissen Zeitpunkt verschmelzen diese beide Geschichten und Ihr übernehmt imaginär die Kontrolle über beide Charaktere, auch wenn Ihr weiterhin nur Ashley aktiv steuert. Die einzelnen Ortschaften am Lake Juliet, allem voran ein mysteriöser Glockenturm und vor allem J.C.Valley, eine Forschungseinrichtung an welcher Ahsleys Vater arbeitet, drängen sich immer mehr in den Vordergrund. Ebenso zeigt sich das die Forschungsarbeit am legendären Another scheinbar doch Früchte getragen hat und mehr als man denkt beim Tod von Ashleys Mutter eine Rolle gespielt haben. Damit man aber mit der Zeit den Titel durchaus auch als Spiel bezeichnen kann, dafür sorgen die vielen kleinen und großen Rätsel im Spiel. Das Spielchen beginnt, sobald Ashley von ihrem Vater das sogenannte TAS bekommt, das in Form einer Remote auch dazu da ist um Codes und damit Schlösser zu knacken. Gelangt man also an eine Tür, die mit einem Codeschloss versperrt ist, hat man die Gelegenheit per TAS diese zu öffnen. Hier gibt es mit fortscheitender Spieldauer immer komplizierter werdende Varianten, bei denen man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Einfache Variante ist ein Codefeld, bei dem man die angezeigten Symbole wie A,B oder 1 und 2 einfach drücken muss. Was aber z.b. tun wenn dort die Zahl 3 auftaucht oder eine 8? Simpel aber durchaus muss man erstmal drauf kommen. Bei der 3 muss man die Tasten 2, Plus und 1 drücken um die 3 zu erhalten. Bei der 8 drückt man den Home Button und nur noch die untere Hälfte wird dargestellt. Man sieht also nun eine Null und drückt nun die Tasten 1, Minus und wieder 1. Ist eigentlich super simpel, sorgt aber manchmal für arges Kopfzerbrechen. Keine Sorge es gibt noch verrücktere Varianten. ;-)

Die für mich immer noch genialsten Rätsel sind solche, die Fotos zum Einsatz bringen. So müsst Ihr z.b. einmal einen Mechanismus für eine Uhr in Gang setzen. Allein um dieses Rätsel überhaupt angehen zu können sind zunächst mal 3 Schlüssel nötig, die man auch erst über ein gut gemachtes Rätsel erhalten kann. Wir nehmen also hier mal an, Ihr habt diese schon. Hier nun führt man diese 3 Schlüssel in spezielle Vorrichtungen ein und kann nun diese nach einer Richtung drehen. Dabei entspricht jeder Schlüssel einem Symbol. Speziell hier eine Rose, ein Schwert und ein Mond. Doch woher weiß man nun wie oft man die einzelnen Schlüssel drehen muss? Wieder ist es, wenn man es hinterher weiß eigentlich einfach. Notwendig sind 2 Fotos, die man in mittelbarer Umgebung von scheinbar harmlosen Bildern an der Wand macht. Hier speziell eine Wanduhr ohne Zeiger und eine mystisches Bild mit eben jenen 3 Symbolen der Schlüssel. Über das DAS hat man nun die Möglichkeit beide Fotos übereinander zu legen. Zusätzlich kann man das überlagerte Foto auch noch drehen und Voila, die 3 Symbole auf dem Foto fügen sich perfekt in das Ziffernblatt ein und man weiß nun wie oft man welchen Schlüssel drehen muss. Diese teils sehr gelungenen Rätsel gibt es schon in ausreichendem Umfang, wobei vor allem am Ende, sobald Ashley Zugang zur Wissenschaftseinrichtung erhält, recht häufig anzutreffen sind. Dabei haben es die Entwickler selbst hier nicht zu einfach gemacht und sprechen auch das Erinnerungsvermögen des Spielers an. So findet man in verschiedenen Örtlichkeiten wie Zimmern und ähnlichen Umgebungen schon Dinge, bei denen man sich einredet, die müsste man doch mitnehmen können. Zunächst wirken sie aber nur wie zufällig platzierte Details. Bis einige Zeit später irgendwo schließlich ein Rätsel startet zu dem man ein solches Objekt auch braucht. Denn geht es los und man fragt sich, wo man das benötigte Teil schon mal gesehen hat. Erinnerung an sich spielt hier also eine ganz große Rolle. Auf ihrem Weg durch die Gebiete um Lake Juliet, ertappt man sich als Spieler auch immer wieder dabei, das man von Personen überrascht wird, die man als Gut oder Böse innerhalb der Story eingestuft hat. Man muss hier und da umdenken und das ganze schaukelt sich irgendwann schon zu einem kleinen Krimi auf. Mit jeder Erinnerung innerhalb der 9 enthaltenen Kapitel wird zudem ein Puzzleteil freigelegt und Ihr erfahrt in der Tat am Ende den wahren Hintermann am Mord von Ashleys Mutter. Was aber fast noch wichtiger ist, wie das alles zusammenhängt und was Ashleys Mutter am Tag des Besuches am Lake Juliet vor 13 Jahren erlebt hat.

Von daher fällt das Finale fast schon ein wenig ab, weil man spätestens hier mit ein wenig gesunden Menschenverstand weiß, wer eigentlich der Drahtzieher des Mordes war. Was nichts daran ändert, das man hier wirklich erst beruhigt die Remote beiseite legt, sobald man Abspann gesehen hat. Von daher ist Another Code R in der Tat in meinen Augen ein kleines Experiment, da es eben nicht das typische Adventure Gameplay bietet. Vor allem bedingt durch die teils sehr langen Monologe zwischen den Beteiligten und allen anderen Charakten. Man ist hier also wirklich relativ oft in der passiven Position und kann sich auf der Couch entspannt zurücklehnen und die Geschichte verfolgen. Das man aber dennoch voll dabei ist, spürt man immer wieder, wenn man sich sofort selber einen Reim auf vieles machen will und merkt das man Recht hat oder auch daneben liegt. Das es aber eben nicht nur ein Interaktiver Roman ist, liegt wiederum natürlich am schon enthaltenen Gameplay. Sei es die Lauferei durch die Gebiete, die vielen kleinen und großen Rätsel und vor allem die Einbeziehung der eigenen Erinnerung. So vergehen die Stunden des Titels durchaus wie im Fluge, ohne das es langatmig wird. Knappe 19 Stunden habe ich gebraucht, ehe der Abspann zu sehen war. Und am Schluss werden viele Geheimnisse gelüftet, aber eben auch nicht alle restlos, so das durchaus Stoff für einen weiteren Titel vorhanden wäre. Another Code R ist in der Tat ein sehr spezieller Titel, der nicht jeden Typ Gamer ansprechen wird. Vor allem wer Action will und aktiv durch das gesamte Spiel will, ist hier eher falsch. Hier erwartet euch eher Nachdenkliches und oft auch ein passives Zuhören, das aber dennoch seine Freunde finden wird. Für diese Zielgruppe kann man den Titel nur wärmstens empfehlen.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Another Code R ein überaus gelungenes und interessantes Spiel, das vor allem durch seinen Stil gefällt. Die durchaus vorhandene Mischung aus Comic und einer Prise Cel Shading hat etwas und gibt dem Titel ein eigenes Flair. Farbenfroh gestaltet, kommen viele Details zum Tragen, wobei eigentlich nur die manchmal tristen Umgebungen im J.C. Valley etwas abfallen. Kleines Highlight für mich ist die Mimik in den Gesprächen. Besonders die kleine Ashley hat man hier durch zahlreiche kleine Körperbewegungen und Gesichtsausdrücke sehr lebendig gestaltet. Auch so kann man den Personen eine gewisse Lebendigkeit spendieren. Zudem lockern die vielen kleinen Animationen das ganze durchaus auf. Gelungen sind die die Flashbacks. Zwar grafisch keine Highlights, ist aber gerade die Präsentation mal was anderes. Technisch muss man sich hier keine Sorgen machen. Egal ob normales Gameplay oder die Rätsel, wo auch mal aktiver Remote Einsatz gefragt ist, sind ohne Fehler umgesetzt.

Auch beim Sound gibt es an sich wenig zu meckern. Wunderbar melodische Hintergrundmusiken, die vor allem beim Panflöten Einsatz sehr gefallen, ziehen sich durch das gesamte Spiel. Bei allen Charakteren gibt es sehr unterschiedliche Musiken und vor allem bei plötzlichen Ereignissen schwenkt hier die Musik schnell und eindrucksvoll um. Ebenso wissen die Effekte zu gefallen, auch wenn sie nicht so exzessiv eingebaut wurden, wie man sich das vielleicht wünscht. Schade oder eben auch nicht ist das Fehlen der Sprachausgabe. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob er die zwingend braucht. Wie schon weiter oben angedeutet, findet man genug Argumente für oder gegen eine Sprachausgabe in einem so Monologlastigen Titel.

Fazit....

Another Code R ist ein äußerst ungewöhnlicher und durchaus sehr seltener Titel auf der Wii, wenn nicht fast schon Plattformübergreifend. Die Art und Weise wie man hier eine Story präsentiert und vor allem durch stundenlange Monologe umsetzt hat was. Es ist klar ein Titel, der sich an eine spezielle Zielgruppe richtet, die nicht Action ohne Ende haben müssen um Spaß zu haben. Die Pluspunkte des Titels sind zum einen die Geschichte und damit auch die Spannung bis zuletzt, wie alles wohl ausgeht und zusammenhängt, sondern auch die Art und Weise der Rätsel, die man so teilweise noch nicht gesehen hat auf der Wii und selbst hier nur andeutungsweise zeigen, welches Potential mit dem Wii Steuerkonzept noch möglich wäre. Stört man sich hier nicht daran, das man stundenlang nur passiver Zuhörer ist, sollte sich Another Code R einmal genauer ansehen. Die Mischung machts und wer sich gerne von guten Geschichten einhüllen lässt, wird hier auf jeden Fall fündig.

 

+ Fesselnde Geschichte
+ Ungewöhnliche Erzählweise
+ Teils sehr gelungene Rätsel
+ Grafikstil gefällt
+ Gelungene Sounds / Effekte
+ Komplett Deutsch
- Nichts für Lesemuffel
- Sprachausgabe wäre schön
- Große Finale fällt etwas ab

GRAFIK: 81%

SOUND/EFFEKTE: 81%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 79%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de