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Wii Angry Birds Star Wars
 
 
Angry Birds Star Wars - Wii
Matthias Engert (28.12.2013)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Exient
GENRE: Puzzle
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-10+
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Viele Spieleserien, die eher mal als Casual Einerlei anfingen, haben sich mittlerweile zu festen Größen in der Spieleszene gemausert. Gibt dafür ja einige Beispiele. Die Angry Birds gehören unter anderem auch dazu. Kann doch das Spielprinzip auch im x-ten Aufguss erneut punkten. Was natürlich am durchaus zeitlosen Spielprinzip liegt. Gerade die Mischung aus Levelmasse und dem an sich kniffligen Spielprinzip fordert irgendwie immer wieder. Da ist es eigentlich völlig egal, in welches Korsett man die Burschen steckt. Konnte man im Sommer in der Trilogy Ausgabe 3 verschiedene altbekannte Spiele der Serie zocken, erleben die Birds Fans mit der Star Wars Umsetzung in vielerlei Hinsicht etwas ganz Neues. Denn neben dem eigentlichen Thema halten auch spielerisch ein paar Neuerungen Einzug. Grund genug den Titel natürlich etwas intensiver vorzustellen.

Menus und die Story....

Erste Neuerung ist ein Entwicklerwechsel gegenüber der Trilogy Variante. In diesem Fall auch keine schlechte Entscheidung wie sich zeigen sollte. Activision als Publisher beauftragte hier die Firma Exient mit der Umsetzung der Nintendo Versionen, die wir euch anhand der Wii-Version vorstellen wollen. Natürlich wieder komplett Deutsch was die Texte angeht, sollte man auch hier keine Sprachausgabe vorfinden. Warum auch. ;-) Technisch zeigt man sich gegenüber der Trilogy Version durchaus verbessert. Neben allen Bildmodi der Wii, erlebt man das Spiel im Surround Sound und muss mit 1 Seite nur wenig Speicher für das Savegame bereitstellen. Größte Neuerung im Angry Birds Universum, dürfte aber hier der nun enthaltene Mehrspieler sein. Zumindest daheim auf der Couch können nun bis zu 4 Spieler an den Gebilden arbeiten und sich um Punkte duellieren. Wobei auch ein Team Modus enthalten ist. Aber dazu später im Mehrspieler Abschnitt noch ein paar Worte. Über eine Hintergrundgeschichte müssen wir uns hier wieder nur am Rande unterhalten. Zu simpel und auch im Spiel zu selten wird diese eigentlich eingebunden. In einer weit, weit entfernten Galaxis brauchen die Rebellen der Angry Birds deine Hilfe, damit sie die Galaxis aus dem Griff des Schweine-Imperiums und dessen furchteinflößender imperialer Schweinstruppen befreien können. Soweit die offizielle Beschreibung, die man hier gerne 1:1 übernehmen kann. Im Spiel mit wenigen und recht einfachen Sequenzen eingebunden. Aber in meinen Augen nicht der Rede wert.

Inhaltlich sieht das Ganze dann natürlich schon etwas anders aus. Nach dem typischen einstimmenden Trailer der hier etwas anderen Star Wars Geschichte, erwartet euch zunächst das Hauptmenu. Noch recht simpel im Umfang könnt ihr hier den Einzelspieler beginnen, oder den Mehrspieler besuchen. Dazu kommen die Optionen mit den Themen Sprache und dem Steuersetup in der Wii Version. Aus mehreren Setups kann man wählen, wobei die einfache und originale Variante vollkommen ausreichend ist. Ungewohnt ist der Punkt "Rechtliches", was aufgrund der vielen Lizenzgeschichten zumindest etwas nachvollziehbar wirkt. Dennoch muss man sich hier nicht weiter aufhalten und kann sich zunächst locker in den Einzelspieler Modus wagen.

Das Gameplay....

Wählt man den Einzelspieler Modus an, so zeigt sich zunächst nur ein ganz kleiner Teil des spielerischen Inhalts. Passend zum Thema, spielen die eigentlichen Levels hier auf typischen Star Wars Planeten. Zu Beginn ist hier auf dem Einzelspieler Menu nur der Planet Tatooine. Schafft man diesen komplett, werden bis auf einen Planeten alle anderen danach komplett anwählbar. So erwarten euch im Verlauf Levels auf dem Todesstern, dem Planeten Hoth, der Cloud City, dem Pfad der Jedi Ritter und den lange gesperrten Boba Fett Missionen. Dazu kommen nun 2 weitere Planeten, die zum einen 20 Exklusive Levels bieten, sowie die Bonus Varianten, die man nur dann spielen kann, wenn man auf den normalen Planeten einen gewissen Spielfortschritt erreicht. Alles in allem kommt man so auf über 200 Levels, die hier vollkommen ausreichend sein sollten, um langen Spaß zu haben. Denn die Rahmenbedingungen an sich sind natürlich geblieben. Auf dem jeweiligen Planetenbildschirm gibt es auch einen Namen für die Zusammenstellungen, einen aktuell erspielten Score und spezielle Belohnungen. Neben dem Erspielen von möglichst hohen Punktzahlen, gibt es pro Level maximal 3 Sterne zu verdienen. Und hier greifen nun ganz bekannten Regularien. Wählt man einen Planeten das erste Mal an, gibt man euch nur wenige Levels zur Auswahl. Eingeteilt in die Anzeige über Zahlen, darf man außer den ersten Levels, alle weiteren schön nacheinander freispielen. Auch dadurch wird man motiviert in diesem Spiel. Hängt man mal fest, verliert man hier auch nicht die Lust. Denn es gibt genug alternative Möglichkeiten im Spiel, sowie eine Hilfefunktion, welche für den reinen Spielfortschritt jedes der Level lösbar macht. Schauen wir mal in die Grundlagen des Spielsystems. Dabei sind der Start und die Darstellung zunächst gleich, was die Einteilung angeht. Beginnt ein Level, so sieht man zunächst links in einer nahen Zoomvariante die Schleuder und nutzbaren Birds, während danach kurz auf die rechte Seite geschwenkt wird, wo man nun das eigentliche Ziel zu sehen bekommt.

Passend für die TV Konsolen kann man nun eine Zoom-Funktion via Steuerkreuz nutzen, die euch auch das gesamte Areal zeigt. Kommt zwar etwas grob auf der Wii rüber, ist aber ausreichend um alles zu sehen und zu agieren. Will man dann loslegen, kann man den Vogel via gedrückt gehaltener A-Taste greifen und in der Schleuder nach hinten ziehen, loslassen und nach rechts ins Bild schleudern. Nach anfänglich kurzer Eingewöhnungszeit geht das Prozedere aber locker von der Hand. Vor allem Spieler der Trilogy Version sind hier sofort mittendrin. Rechts im Bild steht die mehr oder weniger gut befestigte Stellung der Gegner, die es mit den Birds soweit zum Einsturz zu bringen gilt, das erst einmal alle Gegner erwischt werden.100% zerstören muss man also nichts. Simples Beispiel sind Bauten, die aus 4 Balken bestehen. Darauf befindet sich ein Gegner und man sollte hier den linken Balken so treffen, dass das gesamte Gebilde einstürzt und den Gegner mit nach unten zieht. Dann hat man dass Level gelöst und darf weiter. Positiv das es wieder keinen Zeitdruck gibt. Vorher festgelegt ist allerdings überall im Spiel, wie viele Birds ihr zur Verfügung habt. Auch welche Arten zur Verfügung stehen, legt hier das Spiel fest. Es soll ja auch nicht zu einfach werden. ;-) Das es aber selbst dabei nie langweilig wird, liegt an den ständig erweiterten Möglichkeiten, was in Form neuer spezieller Birds umgesetzt ist. Denn die im Spiel nach und nach verfügbaren, bringen mit der Zeit immer neue Möglichkeiten und Specials mit, um den Festungen auch dadurch Schaden zuzufügen. Das durchaus sehr feinfühlige Game Play beginnt schon damit, dass der Winkel in dem man den Vogel nach hinten zieht variiert werden kann, und damit die Flugbahn und natürlich den Trefferpunkt beeinflusst. Hier ist ein gutes Beispiel, wenn sich die Zielbauten hintereinander über mehrere Etagen verteilen. Zielt man auf den ersten Teil, stürzt dieser vielleicht in sich zusammen. Zielt man auf den höchsten Punkt und trifft dort die richtige Stelle, so verursacht der Einsturz vielleicht eine Kettenreaktion ins Tal und reißt dadurch schon den Rest der Festung mit ins Nirvana.

Einer der ganz speziellen Momente im Spiel, da man mit diesem Vorsatz mit der Zeit alle Level versucht anzugehen. Heißt auch man vertieft sich in viele Levels ungemein und schaut sich erst mal an, wie man vielleicht am besten vorankommt. Anders als im Trilogy Vorgänger ist dabei auch hier die Physik besser umgesetzt und die Bauten fallen nachvollziehbarer in sich zusammen. Auch das Feintuning ist besser und selbst kleinste Bewegungen können noch eine späte Reaktion auslösen. Das haben die Jungs von Exient besser hinbekommen. Dabei wird man auch technisch unterstützt und kann sich die Bauten und Umgebungen etwas näher heranzoomen, um den einen oder anderen Detailblick zu lassen. So findet man oft genug doch die eine oder andere Schwachstelle in der Festung. Die Art und Weise ist dabei höchst unterschiedlich, wie die Gegner ihre Festungen gebaut haben. Mal in zig Etagen nach oben, mal extrem in die Länge gebaut, oder eben mittels großer Höhenunterschiede und diversen Plattformen schräg übereinander, oder sogar mehrere kleine Bauten unabhängig voneinander. Auch wenn man das zu Beginn nicht annimmt, es gibt reichliche Herausforderungen im Spiel. Hier kommt nun auch die Stärke des neuen Themas sehr oft zum Zuge und vor allem die Themen Gravitation und Winde z.B. in der Cloud City haben ihr ganz eigenes Spielfeeling. Speziell in den Weiten des Alls ist es ein völlig anderes Spiel, wenn man die Birds nicht einfach nur auf die rechte Seite schießt, sondern dort per Gravitation um die eigentlichen Objekte Kreisen. Das hat was und macht gerade diese Bonuslevels durchaus anspruchsvoll. Klar das man anfänglich immer erst einmal denkt, wo soll es denn hier Schwierigkeiten geben. Aber dieses Gefühl gibt einem ja so ziemlich jedes gute Action Puzzle Game zu Beginn. ;-) Und doch gibt es mit der Zeit gegnerische Festungen, denen man auf normalem Wege nur sehr schwer den Garaus machen könnte.

Damit auch hier der spielerische Kick etwas erhöht wird, kommen die schon angesprochenen verschiedenen Vogelarten zum Einsatz. Einfach nur im richtigen Winkel einen Vogel auf die Festung zu Ballern, wäre mit der Zeit fast schon zu langatmig. Also gibt euch das Spiel mit fortschreitender Spielzeit mehr Möglichkeiten an die Hand und die neuen Vögel bieten spezielle Eigenschaften, mit denen man alle Festungen irgendwie zum Einsturz bringen kann. Es gibt hier 5 wirklich neue Varianten, die allesamt dem Star Wars Thema angepasst sind. Birds die in der Luft 3 Lasergeschosse abfeuern, andere die mittels Machtschub kurz vor dem Auftreffen ein Art Druckwelle auf die Gebilde schicken, oder aber der Leia Bird, der spezielle Teile der Festung aus einer gewissen Entfernung pulverisieren kann. Das Ergebnis sind dann oft völlig verschiedene Herangehensweisen. Neben der Gravitation spielen auch Winde oft eine Rolle, so dass man seine Birds teilweise wie früher auch, um die Festungen herum navigieren kann. Oder man nimmt den neuen Lichtschwert Bird, der sich tief in gegnerische Gebäude bohrt, oder man mit dem Lichtschwert Seile durchtrennt. All das erzeugt dann das typische "Mal schauen was passiert" Feeling in einem Angry Birds Spiel. ;-) Das ist logischerweise auch hier nicht anders. Und Gedanken an 3 Sterne in jedem Level sollte man sich auf die Schnelle nicht machen. Man mag vielleicht in 12-14 Stunden alle Inhalte mal gesehen haben. Die Nacharbeit endlich überall wirklich hohe Scores zu schaffen, hält euch um einiges Länger vor dem Bildschirm. Und wer einen Freund um die Ecke hat, darf sich im Koop auf eine neue Variante freuen.

Grafik & Sound....

Grafisch findet man hier noch die wenigsten Unterschiede zum eigenen Vorgänger. Hier ist vieles wirklich beim alten geblieben. Auf der Wii hat man erneut die etwas grobere Darstellung beim Zoomen, bekommt aber hier und da etwas mehr Animationen bei den eigentlichen Objekten geboten. Ist aber dennoch nur marginal. HighEnd Backgrounds sollte man hier also nicht erwarten. Dafür gefallen die thematischen Gestaltungen, so dass man versucht hat die einzelnen Planeten auch grafisch so zu gestalten, wie man sie aus den Filmen kennt. Klar das Hoth winterlich daherkommt, während z.B. der Todestern eher technisch und mechanisch angehaucht ist. In Yodas Umgebung findet man sich in sumpfigen Gestaltungen wieder, die wie schon erwähnt spielerisch entsprechend oft einbezogen werden. Hier muss man auch Cloud City nennen, wo eben Winde und entsprechende Anlagen eine große Rolle spielen. Alles in allen grafisch was man auf der Wii erwarten kann. Und als positiven I-Punkt gibt es hier eine bessere Technik und Physik als in der Trilogy Version.

Der Sound ist mal wieder so ein wenig Beiwerk. Vor allem in den Sequenzen hätte man ruhig mehr machen können. Die Musik im Spiel ist gewohnt fröhlich und auch fordernd, kann aber auch mal ein wenig zu aufdringlich sein. Manche Hintergrundmusiken sind schon etwas schräg angehaucht, sind aber noch weit weg von einer nervenden Geräuschkulisse. Die Effekte sind stimmig, ohne etwas Besonderes darzustellen. Das gilt sowohl für die Geräusche der Birds, aber auch alle Geräusche, die ihr bei Treffern auf die Festungen der Gegner zu hören bekommt.

Mehrspieler....

Gelungen und sicherlich auch die größte Neuerung ist der Mehrspieler. Leider gibt es hier keine Online Variante und auch kein Ranglisten Feature. Dafür aber dürfen bis zu 4 Spieler an der Action teilnehmen. Startet man den Mehrspieler, gibt es 2 Möglichkeiten. Zum einen können sich 2 Angry Birds Cracks in einem Koop versuchen, oder aber 4 Freunde spielen wirklich gegeneinander. Positiv in der Koop Variante, dass man auch die Hauptplaneten spielt und nicht irgendwelche speziellen Varianten. Erst beim 4-Player bekommt man festgelegte Planeten und Levels und spielt hier sogenannte Sets. Unterscheiden sich bei der Anzahl und damit auch einhergehend dem Schwierigkeitsgrad. Dauert logischerweise auch länger, weil man hier ja immer nacheinander dran ist. Nach jedem Durchgang gibt es Punkte und es wird wirklich bis zum bitteren Ende für jeden Mitspieler gezockt. Wer in 2 Durchgängen vielleicht schon die gesamte Festung eliminiert hat, kann zuschauen wie sich die anderen vielleicht bis zum letzten Bird "quälen". Aber auf jeden Fall genau das richtige für kalte Winterabende mit den entsprechenden Kumpels um sich herum.

Fazit....

Alles in allem ist die Star Wars Version eine gelungen und konsequente Fortsetzung des Angry Birds Themas. Besonders das Thema und damit möglichen spielerischen Änderungen können hier punkten. Mehr als 200 Levels, die sich eben durch das Thema teilweise schon anders spielen als früher und vor allem der Mehrspieler sind hier klar zu nennen. Zwar ist das reine Grundprinzip logischerweise geblieben, man hat es aber durchaus um die eine oder andere Facette erweitert und auch verbessert. Auch technisch gefällt mir die Star Wars Version besser als der Trilogy Vorgänger. Hier hat sich der Entwicklerwechsel offenbar bezahlt gemacht. Preislich in Ordnung, macht man als Fan hier keinen Fehler und sollte sich die neuen Levels und Inhalte gönnen. Anspruch und Motivation sind so, wie man es von der Angry Birds Serie her kennt.

 

+ Zeitlos geniales Spielprinzip
+ Einfache/Gute Steuerung
+ Teils sehr anspruchsvoll
+ Endlich mit Mehrspieler Action
+ Neustarts schnell möglich
+ Neue Figuren/Fähigkeiten
+ Bonus Level
+ Technisch besser als Trilogy
- Grafisch etwas grob beim Zoom
- Sequenzen / Soundkulisse

GRAFIK: 67%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: 75%

GESAMTWERTUNG: 76%

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