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Wii GoldenEye 007
 
 
GoldenEye 007 - Wii
Matthias Engert (20.12.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Eurocom
GENRE: Action
SPIELER: 1-4(8) Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10
NUNCHUK: Ja(CC,GCN,Zapper)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK16
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Vor ein paar Tagen haben wir euch die DS Version der Neuauflage zu GoldenEye 007 vorgestellt. Ich muss gestehen, ich hätte am liebsten den Wii Test gleich hinterher geschoben. Denn das ist wieder so ein Testbericht, bei dem es mir seit der ersten Spielminute eigentlich in den Fingern gejuckt hat. Abseits der reinen Fakten zu diesem Spiel, ist das Thema GoldenEye auch bei mir ein ganz spezielles, wenn nicht sogar Emotionales. Denn selbst wenn man tausende von Spielen in seinem Leben ausgepackt, gespielt und wieder eingepackt hat. Es gibt darunter nur ganz wenige, die das Gamer Herz höher schlagen lassen und bei denen selbst ich mich mit meinen knapp 40 Lenzen wie ein kleines Kind fühle, das seine Weihnachtsgeschenke auspackt. Das Original von 1997 auf dem N64 gehört klar dazu und hat wie nur wenige ein Genre geprägt. Was Mario im Jumper Bereich geschafft, gebürt einem GoldenEye im Shooter Sektor. Es gibt Ballerspiele wie Sand am Meer, wirklich in Erinnerung bleiben nur wenige. Jetzt wo meine Session mit der aktuellen Neuauflage auf der Wii vorüber ist, will ich aber dann mal meine Gamer Sinne wieder beisammen packen und euch darlegen, was ich vom neuen Teil der Reihe halte. Mal schauen ob ich hier die Mischung aus objektiver Berichterstattung und subjektiv emotionaler Eindrücke halbwegs hinbekomme. ;-)))) Schauen wir also rein in die Neuauflage von GoldenEye 007 auf der Wii.

Menus und die Story....

Ich kann mich noch gut erinnern, welcher Aufschrei teilweise durch die Gamer Szene ging, als bekannt wurde, das Activision für die Neuauflage verantwortlich sein würde. OK nach dem sehr mäßigen Einzelspieler von "Ein Quantum Trost", hätte ich zunächst wahrscheinlich mit eingestimmt. Wäre da nicht schnell bekannt geworden, wer sich Programmiertechnisch eigentlich darum kümmern würde. Denn mit Eurocom hat sich Activision eine sehr gute Software Schmiede ins Boot geholt. Schon auf dem N64 waren sie für ein Bond Game verantwortlich und spätestens nach dem genialen Sphinx auf dem GCN, haben sie gezeigt, dass sie es drauf haben. Von daher war ich eigentlich von Anfang an guter Dinge. In Sachen Rahmenbedingungen überrascht es daher auch nicht, dass eigentlich wirklich alles passt. Angefangen bei allen nutzbaren Bildmodi der Wii Konsole, dürfen sich die Spieler über ein komplett lokalisiertes Spiel freuen, dass zudem komplett mit Sprachausgabe ausgestattet ist. Das hier die original Stimmen zum Einsatz kommen, ist da kaum noch erwähnenswert. Wie schon beim kleinen Bruder geizt auch die Wii Version nicht mit der Sprachausgabe. Egal ob im Spiel, oder den zahlreichen Sequenzen. Überhaupt punktet das Spiel in Sachen Akustik ungemein und kommt in Sachen Vertonung im Surround Sound daher. Der Wii Speicher wird mit 2 Seiten angenehm wenig belastet, so das es auch hier nichts zu meckern gibt. Weiterer Pluspunkt ist in meinen Augen die Controller Unterstützung. Auch hier bietet das Spiel alles an, was man sich vorstellen kann. Angefangen beim normalen Remote/Nunchuk Doppel, darf der Zapper benutzt werden, der Classic Controller und selbst das gute alte GameCube Pad ist möglich.

Und wie sich zeigen sollte, ist das Bundle im Handel mit dem goldenen Classic Controller Pro nicht von ungefähr so gewählt. Auch für mich persönlich ist der Classic Controller Pro die beste Steuereinheit für die Wii Action, auch wenn dies natürlich bei jedem Spieler anders sein kann. Aber dazu später im Gameplay Teil noch ein paar Worte. Abgerundet wird der sehr positive Faktenteil mit dem Multiplayer. Neben dem Offline Mehrspieler mit seinen schier unglaublich vielen Modi und Einstellmöglichkeiten, muss hier der Online Modus genannt werden, der wohl momentan das Beste darstellt, was man Ballertechnisch auf der Wii erleben kann. Aber auch dazu lasse ich mich später noch etwas ausführlicher aus. Wie auf dem DS ist auch hier die Story natürlich klar an das Original angelehnt. Die reine Hintergrundgeschichte dreht sich auch hier um die oder besser gesagt den GoldenEye Satelliten. Der wohl große und einzige wirkliche Unterschied ist der "neue" Hauptcharakter in Person von James Bond. Sorgte damals Pierce Brosnan für Action, so erlebt Ihr hier die gesamte Action in Person von Daniel Craig. Für Brosnan Fans sicherlich ein Wermutstropfen, spielerisch tut das dem Ganzen natürlich keinen Abbruch. Hintergrund sind die beiden Goldeneye Satelliten der Russen, von denen es im Verlauf des Spiels natürlich nur noch einen geben sollte. Die Janus Gruppe bemächtigt sich des Satelliten und hat damit natürlich vieles vor, nur nichts Gutes. Der britische Geheimdienst kommt diesem Vorhaben auf die Schliche und schickt seine beiden besten Agenten mit 006 und 007 auf Mission, diese Pläne zu vereiteln. Alles verraten möchte ich aber auch hier nicht. Soll ja dann doch nach so langer Zeit viele Spieler geben, welche die Geschichte nicht komplett kennen. Änderungen findet man dann eher bei den visuellen Gestaltungen, den Charakteren und z.b. Fahrzeugen. Diese sehen einfach anders aus und entsprechen nicht mehr dem Jahr 1997. Bestes Beispiel ist da z.b. die Verfolgung in St. Petersburg. Verfolgte Bond damals einen russischen Diplomaten Schlitten, so jagt er anno 2010 einen amerikanischen Hummer durch die russische Metropole. Ja so ändern sich die Zeiten. ;-))

Fast schon etwas überraschend mager ist der eigentliche Start des Spiels. Irgendwie erwartet man nach dem Einschalten etwas Großes. Passieren tut eigentlich nichts und nach den üblichen Lizenz- und Firmenscreens, landet man relativ fix auf dem Profil Bildschirm. Hier legt man eines an, dass später auch für den Online Bereich gilt und landet schlussendlich auf dem eigentlichen Hauptmenu. Aufgeräumt präsentiert sich dieses dem Spieler. Spielerisch gibt es hier zunächst nur die Punkte Neues Spiel und den Mehrspieler. Später kommen dann zumindest noch die Fortsetzen Option und die Mission Auswahl dazu. Denn wie auf dem DS gibt es hier die Möglichkeit, dass sogenannte Zeitspiel freizuschalten und die Missionen nach Zeit und einem bestimmten Schwierigkeitsgrad anzugehen. Was den Anspruch und Wiederspielwert angeht, allerdings ein ganz anderes Kaliber als auf dem DS. Ansonsten warten die Optionen und die Extras auf euch. Hier findet man neben den Credits auch die Rubrik Cheats, um eigene Codes einzugeben. Lasst es, man nimmt sich wie immer viel vom Spaß, wenn man auf diese leidigen Codes zurück greift. Die Optionen bieten euch nun vor allem die Thematik Steuerung an. Neben der Einstellung zum bevorzugten Setup selber, wird man hier sehr oft Gast sein, was die Achsen Empfindlichkeit angeht. Hat auch bei mir lange gedauert, ehe alles passte. Aber gut das man dies in der Form anbietet. Allein schon alle Steuermöglichkeiten mal zu testen, erfordert oftmals einen kurzen Abstecher in diese Abteilung. Hat man übrigens mehrere Profile angelegt, so kann man diese auch über das Hauptmenu ganz einfach wechseln. Nun aber genug des trockenen Menu Geplänkels. Jetzt wollen wir schauen was James Bond anno 2010 zu bieten hat.

Das Gameplay....

Zum eigentlichen Spielstart klicken wir uns in den reinen Einzelspieler Modus, der euch Zugang zu den einzelnen Leveln und Gebieten des Spiels anbietet. Einmal gestartet dürft Ihr hier zunächst mal einen Schwierigkeitsgrad auswählen. 4 verschiedene gibt man euch zur Auswahl, wobei am Ende auch der 007 Klassisch Grad zur Verfügung steht. Unterschied zu den anderen ist hier die Verfügbarkeit der berühmten Bond Westen und das sich die eigene Lebensenergie nicht selbstständig regeneriert. Denn das tut sie in den anderen Graden. Verfärbt sich der Screen bei Treffern hier immer mehr in rötliche Gefilde, kann man versuchen eine ruhige Ecke zu finden und Bond selber erholt sich dadurch wieder. Von daher gibt es hier auch keine Leisten oder ähnliches. Geheimagent sollte dabei für den Anfang reichen. Auch weil beim ersten Durchgang vieles erst kennengelernt wird. Denn im Gegensatz zur DS Version ist das erneute Spielen hier ein ganz anderes Kaliber. Nicht nur weil man auch hier das Zeitspiel freischaltet, sondern eben ganz simpel, weil viele Level einfach richtig geil zu spielen sind und man einfach Lust hat noch mal zu Zocken. Ein Lob das sich der neue Bond ganz klar verdient hat. Enthalten sind im neuen Bond auf der Wii insgesamt zunächst 6 Gebiete, die euch an bekannte Schauplätze wie Severnaya oder St. Petersburg führen, bis hin zu neuen Schauplätzen, wie Nigeria, wo hier das große Ende spielt. Alles in allem warten rein faktisch 14 Level auf euch, gemeistert zu werden. Im Nachhinein wünscht man sich als Spieler ganz klar mehr davon, muss aber dennoch den Entwicklern ein Lob für die Umfänge der meisten Level aussprechen. Was auch für die Wii Version gilt, ist die Tatsache, dass man nur bedingt mit dem Wissen der N64 Version hier etwas anfangen kann. Denn selbst die bekannten Level, wie der Damm oder die Panzerfahrt durch St. Petersburg, haben vom Level Design her nur sehr wenig mit dem Original zu tun. Durchaus auch schade, gerade weil hier ja auch technisch viel mehr drin ist. Gutes Beispiel ist das alte Facility Level auf dem N64. Im Vergleich ist nur der Anfang wirklich identisch, wenn sich Bond über das Klo Zutritt in den Komplex verschafft. Alles andere ist anders umgesetzt. Aber auch dies ist ein Punkt, den man mit der Zeit mehr als entschärft. Denn spielen sich die ersten Level gut bis spannend, so zieht das Spiel in Sachen Level Qualität und Action ab Severnaya richtiggehend an. Ging mir zumindest so. Auch weil speziell Severnaya grafisch ein echter Burner auf der Wii ist und atmosphärisch sehr überzeugend daher kommt.

Gleich wie auf dem DS ist der Start in eine Mission, bei dem euch ein Briefing über alle Gegebenheiten informiert. Alles in vielen Sequenzen abgehandelt, erlebt man auch hier natürlich die original Stimmen der Helden. Je nach Schwierigkeitsgrad warten nun die verschiedenen Aufgaben auf euch. Dabei gibt es in jedem Level ein Hauptziel, während der gewählte Grad über die Anzahl der Nebenaufgaben entscheidet. Das System geht dann z.b. beim Grad Geheimagent soweit, dass bei Nichterfüllung der Nebenaufgabe(n) beim nächsten Level nur noch Agent zur Verfügung steht. Finde ich gut und erhöht auch noch mal den Anspruch im Spiel. Denn Zeit in dem Sinne spielt im normalen Durchspielen erst mal noch keine Rolle. Man kann sich also Zeit lassen und sollte versuchen die Aufgaben komplett zu Lösen. Zwischendurch kann man ja jederzeit im Pausenmenu diese Aufgaben noch mal einsehen. Bond typisch reichen diese Haupt- und Nebenaufgaben vom Finden von Informationen, dem Zerstören von Anlagen, bis hin zum Hacken von Computern. Hier gibt es nichts Ungewöhnliches. Selbst das Beschaffen von Fotos bestimmter Objekte ist ja in dem Sinne nicht neu. Sobald die einführende Sequenz vorüber ist, entlässt man euch dann endlich in die spielerische Action. Logisch das auch der neue Bond auf der Wii ein waschechter First Person Shooter ist. Einzige Ausnahme ist hier die Panzerfahrt in St. Petersburg, wo man auch mal aus der Third Person Perspektive agiert. Der Rest ist Balleraction, wie man sie so lange nicht mehr spielen konnte. Wie schon erwähnt gibt euch das Spiel gleich mehrere Möglichkeiten an die Hand, was die Steuervariante angeht. Trotz des eigentlich theoretisch bevorzugten GCN Pads, bin ich schlussendlich beim Classic Controller Pro hängen geblieben. Speziell der C-Stick des GCN Pads war hier der ausschlaggebende Punkt für meine Wenigkeit, da er ein wenig ungenauer war, als die Variante des Classic Controllers Pro. Von daher ist die Wahl, das Spiel mit diesem als Bundle anzubieten, natürlich goldrichtig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sieht einfach stylisch aus, mit einem goldenen Controller zu spielen. ;-) Von daher beziehen sich meine Worte zur Steuerung natürlich auf diesen Controller. Wirklich schlecht macht sich allerdings keine Variante, so dass natürlich jeder Spieler so seine eigene Meinung dazu hat.

Ein weiterer Punkt ist dazu eben die Möglichkeit, die Empfindlichkeit der Achsen anzupassen. Nutzt man sehr intensiv, wie meine Testzeit deutlich zeigte. Aber man findet seine Idealeinstellungen. Schauen wir uns also mal die Grundsteuerung zunächst etwas genauer an. Mittels des linken Sticks bewegt man den Charakter, während der rechte Stick für das Umschauen nach allen Richtungen gut ist. Von daher spielt sich Bond schon mal so, wie man es eigentlich als Konsolero schon ewig gewohnt ist. Die R-Taste deckt den Schuss ab, während man mit dem L-Stick einen Aim aktivieren kann. Wer möchte, kann diesen aber auch abschalten. Macht sich aber auch beim ersten Kontakt mit dem Spiel durchaus gut. Über die anderen beiden L und R Tasten deckt man zudem den Nahkampf ab, sowie den Einsatz der Granaten. Nicht nur hier gibt es wirklich reichlich Aktionen und der neue Bond nutzt selbst den Classic Controller wirklich komplett aus. So bietet das Steuerkreuz die Möglichkeit per Links und Rechts die Waffe zu wechseln, mittels Kreuz Oben den Schussmodus von Einzel- auf Dauerfeuer zu ändern, bis hin zu Kreuz Unten, für das nicht so oft zu nutzende Telefon. Denn dieses dient weniger zum Telefonieren, sondern deckt die Momente ab, Schlösser und Computer zu hacken, oder Fotos von bestimmten Objekten zu machen. Gerade des Thema Computer hacken hat was in diesem Spiel. Aber dazu gleich etwas mehr. Und selbst die Action Tasten sind belegt. Zumindest mit 3 wirklich wichtigen Funktionen. Mittels A-Taste könnt ihr euch Ducken und somit langsamer Fortbewegen. Natürlich gut um Deckung zu nehmen und zu suchen. Die B-Taste deckt den Sprint ab, was hier und da richtig wichtig ist. Zu guter letzt kann man per X-Taste auch manuell Nachladen, was man häufig tun sollte. Denn an Gegnern mangelt es dem Spiel beileibe nicht. ;-)) Soweit zunächst die Fakten zur Steuerung. Spielerisch fügt sich dies sehr harmonisch in das Gameplay ein und man wird von der Steuerung eigentlich zu keinem Zeitpunkt im Stich gelassen. Einzig bei der Panzerfahrt muss man sich erst mal die Koordination Fahren und Turm steuern ein wenig verinnerlichen. Dauert aber auch hier nicht lange. Die eigentliche Action spielt sich aber laufend und ballernd ab, wobei der neue Bond dabei eine gute Mischung aus reiner Balleraction ohne Sinn und Verstand und eben auch taktischem Vorgehen bietet.

Einfach Durchrennen ist nicht und blöde Gegner sollte man hier nicht erwarten. Auch in diesem Punkt gefällt mir der neue Bond sehr. Damit selbst bei tödlichen Begegnungen nicht die Lust abhanden kommt, sind die Level durchzogen von Rücksetzpunkten. Da kein Leben oder Continue Feature existiert, spielt sich das Game äußerst flüssig. Man beginnt am letzten Rücksetzpunkt und kann sich erneut versuchen. Dabei entwickelt das Spiel genau das Feeling, das einen guten Shooter in der Form auch auszeichnet. Man will es bei jedem Durchgang besser machen und versucht eben nicht, einfach so mit Gewalt durch die Level zu kommen. Unterstützt wird man als Spieler natürlich von diversen Bildschirm Einblendungen. Das beginnt beim gelungenen Radar, das euch Gegner und deren Laufrichtung zeigt, reicht über alles rund um die Waffen und Munition, bis hin zur Zielmarkierung. Diese gibt es euch immer in Metern an, wie weit der nächste wichtige Wegpunkt eines Levels entfernt ist. Dabei bietet aber die Wii Version einiges an Möglichkeiten auch alternative Wege zu gehen. Linear ist das Ganze zwar schon, aber dennoch mit ausreichen Möglichkeiten abseits zu Agieren. Auch dies gefällt sehr. Klar das auch die Weitläufigkeit mancher Level mit dazu gehört. Weniger im Inneren von Anlagen, aber dafür eben in den Freiarealen wie eben Severnaya oder am Ende im Dschungel von Nigeria. Die eigentliche Action bietet nun viele Möglichkeiten sich spielerisch zu betätigen. Und da sind richtig geniale Ideen dabei, die mir sehr gefallen haben. Gutes Beispiel ist zum einen das Thema Stellungskrieg. Sobald man Deckung hinter einem Objekt eingenommen hat, so schaut Bond selbstständig mit der Aim Taste über oder neben diesem Objekt nach dem Gegner und man muss nicht selber irgendwelche Verrenkungen machen. Oder wie wäre es per Sniper zu Agieren, die auch zeigt welche gute Kollisionsabfrage das Spiel bietet. Dabei ist das Thema Waffen gut implementiert. Von den über 20 Waffen, die man zum einen schon kennt, oder eben neu eingebaut hat, kann Bond maximal 3 tragen. Oder sagen wir besser 2 zusätzliche. Denn seine P99 Pistole hat er immer dabei. Alle weiteren sammelt er auf und kann später auch durchwechseln. Lässt ein Gegner eine bessere Waffe liegen, kann man die angelegte ablegen und somit austauschen. Speziell, da viele Waffen in verschiedenen Ausführungen mit besserem Visier oder Schalldämpfer Eigenschaften zu finden sind, ein oft genutztes Feature.

Manche Waffen bieten mal mehr oder weniger gute Schussraten, dafür wieder besseres Zielvermögen. Auch diese Dinge sind im neuen Bond hervorragend vertreten. Auch die Freunde gepflegter Sam Fisher Action kommen auf ihre Kosten. Oft genug kann und muss man regelrecht Wachen von hinten erwischen. Einmal um Alarmzustände zu vermeiden, und auch um schnell an Waffen zu kommen. Aber speziell das Alarm Feature ist hier spannend gemacht. Man kann Gebiete gefahrlos durchqueren, wenn man versucht die Wachen möglichst allein zu erwischen, um sie eben von hinten lautlos auszuschalten. Was übrigens auch richtig genial mit Sniperwaffen geht, die eine Schalldämpfer Eigenschaft haben. Einfach nur geil, wenn sich dann ihre Kameraden zwar wundern und beraten, ihren Kameraden aber eben nicht sehen. Und bekommen sie es dann doch mit, gibt’s meist kein Halten mehr und man bekommt eine Gegner Welle nach der anderen zu Gesicht. Angefangen von Noobs bis hin zu echten Cracks ist dann alles dabei, wobei das typische Locken der Gegner hier nicht mehr funktioniert. Zumindest selten das sie sich in die Falle begeben. Sie warten auf euch und suchen ebenfalls reichlich Deckung. In weitläufigen Industrieanlangen versuchen sie sogar ihre Stellung immer wieder zu ändern, um euch kein leichtes Ziel zu bieten. Kommt richtig gut. Dazu kommen auch die Kameras und Scheinwerfer, die man hier ebenfalls zerstören kann. Speziell ab Severnaya zieht das Spiel auch hier durchaus an. Richtig genial finde ich das Hacken der automatischen MG’s in Nigeria. Diese suchen automatisch per Laser ihr Ziel. Jedes dieser MG’s hängt an einem Laptop. Schafft man es in dessen Nähe zu kommen, kann man es per Telefon hacken. Das geht auch aus gut 10m Entfernung. Schafft man das, richtet sich das MG plötzlich gegen die Wachen und ein Blutbad ist die Folge. Das ist wirklich cool gemacht. Was mir in diesem Momenten immer wieder ein wenig fehlt, ist das aus vielen GCN Bond Spielen bekannte Moment Feature, die ja dort ein spielerischer Bestandteil waren, um z.b. Platin zu erreichen. Das wäre noch so der I-Punkt. Aber auch so gibt es hier kaum etwas zu meckern und der Spielspaß zieht eigentlich mit jedem Level an. Auch wenn ich mich wiederhole. Krönung sind die Severnaya und Dschungel Level, weil sie eben das Agieren in weitläufigen Freiarealen bieten, wo man eben auch viele Alternativwege hat und nicht nur simpel durchrennt.

Dazu zählt dann auch, dass eben auch die Umgebung einbezogen werden kann. Das beginnt bei Feuerlöschern, oder explosiven Fässern die überall zu finden sind, bis hin zu großen Objekten, die man eben beeinflussen kann. Mal ein Gerüst auf Gegner fallen zu lassen, oder eben auch einen Laster an der richtigen Stelle zu treffen, damit dieser explodiert. Die Möglichkeiten sind allemal da und wollen eigentlich nur genutzt werden. Nicht nur von daher ist die gesamte Spielzeit ausnahmslos unterhaltsam und fordert den Spieler eben auch mit einem gelungenen Anspruch. Das flüssige Gameplay macht einfach Spaß und man möchte nicht mehr aufhören, wenn man einmal Blut geleckt. Da der Titel auch technisch überzeugt und unter anderem auch butterweiches Scrolling bietet, gibt es hier eigentlich wenig zu meckern. Wenn dann hätte man sich noch ein paar mehr Level gewünscht. Denn mit 10-15 Stunden Spielzeit, je nach Grad sitzt man zwar ausreichend lange am Spiel, aber ist man einmal am Ende, möchte man einfach noch mehr. Na ja gut das es einen Multiplayer gibt, der speziell Online noch mal das Potential des Titels zeigt. Von daher lasst euch diesen Titel nicht entgehen.

Grafik & Sound....

Grafisch bietet der neue Bond vieles. Dabei kann man die Inhalte eigentlich einteilen von gelungen bis wirklich Spitze. Sind viele Industrielevel, der Damm oder auch das Schiff noch am "einfachsten" umgesetzt, überzeugt das Spiel grafisch in den Severnaya und Dschungel Leveln. Hier zeigt das Spiel, was durchaus möglich ist und vor allem wie man die Mischung aus animierter Umgebung, gepaart mit einer exzellenten Soundkulisse, gerade atmosphärisch punkten kann. Das gehört definitiv mit zum Besten, was die Wii zu bieten hat. Zudem ist die Detailfreude speziell in diesen Leveln recht hoch. Dazu eine gelungene Weitsicht und passende Animationen der Gegner. So wünscht man sich einen Shooter dieser Art und man kann Eurocom auch in diesem Bereich durchaus ein großes Lob aussprechen. Die Detailfreude merkt man auch bei den Waffen, die zudem auch mit guten Effekten glänzen können, was z.b. Mündungsfeuer angeht. Nicht übertrieben oder aufgesetzt wirkend, fügt sich dies sehr gut in das Gesamtbild ein. Und auch beim sicherlich nicht unwichtigsten Teil, der Technik, spielt der Titel in der Oberliga. Sauberes Scrolling, eigentlich kein wirkliches Ruckeln, bis hin zu einer sehr guten Kollisionsabfrage passt einfach alles. Selbst Online gibt es selten wirklich technische Probleme. Hier gehört Goldeneye zum Besten auf der Wii.

Wenn wir einmal bei den Lobeshymnen sind, muss auch der Sound genannt werden. Angefangen bei den bekannten Musiken, bis hin zu den neu enthaltenen, bietet diese dezente und nicht aufdringlich wirkende Stücke. Sehr passend eingebaut, decken sie auch die verschiedenen Stimmungen ab. Ob man nun ballernd durch die Gegend zieht, oder eben eher die ruhige und schleichende Variante wählt. Dementsprechend zeigt sich die musikalische Begleitung. Highlight ist und bleibt in einem solchen Spiel die Synchro der Charaktere. Zumindest wenn sie es ist. Und das ist sie hier ebenfalls auf ganzer Linie. Abgerundet wird das Thema mit den sehr guten Effekten der Waffen, den atmosphärischen Umgebungsklängen und vor allem dem Gegner Geplänkel, dass sich auch nicht ständig wiederholt. Passt, wackelt und hat Luft… ;-)))

Multiplayer/Online....

Der Multiplayer stellt in Goldeneye 007 auf der Wii ebenfalls ein echtes Highlight dar. Zumindest wenn es darum geht Online zu Agieren. Denn hier bietet das Spielen gegen 7 Gegner Spielspaß pur. Zwar gibt es auch einen Offline Mehrspieler, dennoch wirkt das Thema Splitscreen mittlerweile ein wenig überholt. Auch weil hier Bots leider keine Rolle spielen. Gut das es ihn gibt, aber er ist nicht mehr das Feature, wie vor einigen Jahren. Online gegen diverse fremde Gegner ist speziell hier einfach ein ganz anderes Kaliber. Das konnte sogar schon Ein Quantum Trost zeigen, der ja zumindest in diesem Bereich punkten konnte. Hier macht man es noch viel viel besser. Das liegt vor allem daran, das man zum einen gegen maximal 7 Gegner antritt und vor allem in der Tatsache, das Online ein geniales Levelsystem greift. Neben einem Level für den Spieler selber, gibt es das auch für alle Waffen. Je mehr man z.b. eine Waffe nutzt, um so besser wird man damit. Das eigene Level offeriert zudem erst mit der Zeit alle Inhalte. So kann man als Spieler eigene Ausrüstungssets nutzen und erstellen. Diese geben aber die Möglichkeiten erst mit Zeit frei. Bestimmte Waffen erfordern ein bestimmtes Spielerlevel, so das man hier durchaus in Kauf nehmen muss, auf Cracks der Szene zu treffen. Aber dennoch nicht so schlimm, da immer wieder Spielen einen immer besser macht. Man beginnt mit Level 1 und kann nun entweder Online ein eigenes Spiel Hosten oder einem anderen beitreten. Mal gegen Freunde, Spieler aus der Region oder weltweit. 10 Umgebungen stehen zur Auswahl, die an die Level im Spiel angelehnt sind und von den Ausmaßen her vollkommen ausreichen um interessante Gefechte zu liefern. Gespielt wird je nach Einstellung zumeist in 10 Minuten Durchgängen. 9 Spielmodi stehen zur Verfügung.

Vom einfachen Death Match über die Golden Gun Variante mit One Shot - One Kill, bis hin zum Team Varianten ist alles dabei was das Herz begehrt. Den Suchtfaktor bezieht man aber aus dem Levelsystem. Man will immer wieder Leveln, dadurch mehr Waffen und Gadgets nutzen können um halt zu versuchen immer den kleinen Vorteil gegenüber seinen Kontrahenten zu haben. Dazu existiert eine sehr ausführliche Statistik für alle Bereiche. Allein schon die 6stellige Anzahl an Mitgliedern Online, wenn man sich mal die Ranglisten anschaut, zeigen was hier drin steckt. In der Action spielt sich das Ganze wie ein typischer Multiplayer im Vollbild. Technisch sauber, versucht man je nach Regeln und Modus zu punkten. Wird man erledigt, findet man sich gleich wieder an einer anderen Stelle im Spiel wieder und weiter geht’s. Für Abschüsse gibt es EP, die am Ende einer Session zusammengezählt werden. Und nicht nur hier gibt es noch mal zig Unterstufen für die erspielbaren Abzeichen. Einfach eine Unmenge an Inhalten. Und man muss nicht zwingend Erster werden. Selbst als Letzter punktet man. Kann mich noch gut an meine erste Session erinnern. Als Level 1 Dödel gegen Lv25er und höher. Ich sah nicht wirklich gut aus. ;-)))) Aber dennoch 2 Level aufgestiegen. Die Motivation ist ähnlich einem RPG. Einmal angefangen will man immer mehr. Technisch 1a. Hier und da gibt es zwar weniger Detailfreude, dafür läuft die Action auch mit 8 Mann sehr flüssig und selbst an einem Samstagabend gibt’s keinerlei Einbußen. Das man eigentlich sofort Gegner findet, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit, rundet den super Eindruck des Online Modus ab.

Fazit....

Insgesamt fällt mir eine abschließende Bewertung nicht sonderlich schwer. Goldeneye 007 stößt zwar seinen Urahn in Sachen Umfang und Spielspaß nicht vom Klassiker Thron, zeigt aber wie ein sehr guter Shooter 2010 auf der Wii auszusehen hat. Nach der Skepsis vieler Spieler im Vorfeld des Release, kann man allen Skeptikern klar den Wind aus den Segeln nehmen. Der Titel überzeugte mich auf der ganzen Linie und hat mir spaßige Shooter Action beschert, wie lange nicht mehr. Auf der Wii muss er sich eigentlich nur mit der CoD Serie messen und rangiert auch hier mit ganz vorne. Zwar könnte der Umfang durchaus höher sein, oder sagen wir mal man wünscht sich viel mehr Inhalt, was man spielt ist teilweise einfach nur richtig Geil gemacht. Egal welche Controller man benutzt, das Spiel lässt einen nicht im Stich, ist weder Unfair noch technisch schlecht, und bietet teilweise eine sehr gute Atmosphäre. Ab Severnaya zieht das bis dahin schon gute Spiel dann noch mal an in meinen Augen. Ein Spiel bei dem man schnell die Zeit vergisst, und bei dem man mit jedem Level Neubeginn alles viel besser machen will. Dieser Ansporn ist immer ein Kompliment für ein Spiel wie dieses. Action ohne Ende, die auch Taktik und Alternativ Gameplay bietet, paart sich mit reiner Balleraction ohne Sinn und Verstand, so das man viele Vorlieben abdeckt. Es gibt nicht viele wirklich gute Shooter auf der Wii, die vor allem auch länger Spaß machen. Goldeneye 007 gehört aber definitiv zur gelungenen Seite. Wer auf Balleraction steht muss einfach zugreifen.

 

+ Steuerung/Möglichkeiten
+ Technisch sehr Gut
+ Klasse Atmosphäre
+ Severnaya/Dschungel Level
+ Spielt man immer wieder
+ Klasse Online Multiplayer
+ Grafisch teils immens gut
+ Musik/Synchro Klasse
+ Gegner KI und Gradanpassung
- Allein ist irgendwann Schluss

GRAFIK: 85%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER/WiFi: 87%

GESAMTWERTUNG: 85%

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