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Contra ReBirth (WiiWare)
Eigentlich dazu gedacht, kleineren Entwicklern die Möglichkeit zu bieten, ihre kreativen und teils innovativen Spiele ohne großen Aufwand an den Mann bzw. an die Frau zu bringen, wird Nintendos virtueller Spieleshop zunehmend dazu genutzt, ältere Games neu aufzulegen oder ganzen Serien einen weiteren Ableger zu spendieren. Sei es nun der neunte Teil der bekannten Mega Man-Reihe, ein Remake von "Earthworm Jim" oder eine Neuauflage des Klassikers "Arkanoid". Besonders Konami kann man an dieser Stelle lobend hervorheben, die mit "Gradius ReBirth" den Startschuss für eine WiiWare-Remake-Reihe gaben und mit "Castlevania: The Adventure ReBirth" bereits einen weiteren Titel ankündigten. Und welche bekannte Retro-Serie aus dem Hause Konami darf dann natürlich auch nicht fehlen? Richtig, "Contra"! Ein Klassiker unter den Shoot 'em Up's. Zwei Jahre nach dem letzten Ableger, "Contra 4" für den Nintendo DS, erschien der neueste Teil nun im WiiWare-Shop. Und "Contra ReBirth" bietet genau das, was man als Fan der Serie erwartet: Klassisches Gameplay, Nonstop-Action und den typischen Kooperationsmodus für zwei Spieler. Also dann: Feuer frei!

Chief Salamander und seine Neo-Salamander Force überfallen den Planeten und nun liegt es an euch, in der Rolle der Contra-Soldaten Bill Rizer und Genbei Yagyu, den ungebetenen Eindringlingen die Suppe zu versalzen. "Contra ReBirth" ist, wie bereits seine Vorgänger, ein seitwärtscrollendes Run 'n Gun-Spiel. Im Klartext: Ihr lauft und springt auf linearen Wegen durch die einzelnen Level, schießt dabei alles zu Klump, was auch nur ansatzweise in eure Nähe kommt und weicht gegnerischem Beschuss aus. Das Waffenarsenal umfasst "alte Bekannte": Neben der Standard-Schusswaffe lassen sich im Verlauf der Level noch die Spread Gun, die Homing Gun und die Laser Gun aufsammeln. Zwei dieser Waffen lassen sich gleichzeitig tragen und bei Bedarf jederzeit wechseln. Da bereits ein Treffer zum Verlust eines virtuellen Lebens führt, sollte man stets Vorsicht walten lassen und sich nicht (nur) wie Rambo unbeeindruckt durch die Alien-Horden schnetzeln. Immerhin ist euer Lebens-Konto nicht unerschöpflich und eure aktuell getragene Waffe geht ebenfalls verloren, wenn ihr getroffen werdet. Selbst bei bloßem Kontakt mit den zahlreichen Kreaturen, die aus allen Ecken springen, laufen, fliegen, kriechen und humpeln, geht ihr zu Boden. Also: Obacht! Die Höhepunkte jedes Levels sind auch dieses Mal wieder die imposanten Endgegner-Kämpfe, die Dauerbeschuss und das geschicktes Ausweichen diverser feindlicher Angriffe von euch verlangen. Die einzelnen Kämpfe sind kreativ ausgefallen, ordentlich in Szene gesetzt und verlangen euch einiges ab. Gleiches lässt sich auch zum Leveldesign sagen: Die insgesamt fünf Level kommen allesamt recht einfallsreich daher, bieten dem Spieler stets neue Gameplay-Elemente, garantieren Nonstop-Action und das Design orientiert sich stellenweise stark an den vorherigen Serienteilen (an dieser Stelle sei besonders das zweite Level hervorzuheben, das glatt aus Contra III bzw. Super Probotector: Alien Rebels stammen könnte). Wie man merkt: An den Grundprinzipien hat sich auch im neusten Teil der Serie nichts verändert. Das ist "Contra", wie es viele kennen und lieben.

Auf insgesamt drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden könnt ihr das Abenteuer angehen. Die Unterschiede liegen nicht nur in der Anzahl und Stärke der zu erwartenden Gegner. Die Wahl des Schwierigkeitsgrades hat ebenfalls Auswirkungen auf den Spielverlauf und die freispielbaren Inhalte. Die Stufe "Easy" beispielsweise ist für Anfänger durchaus zu empfehlen: Weniger Gegner, weniger Geschosse, bessere Kampfbedingungen. Allerdings bleibt euch der letzte, finale Endgegner-Kampf verwehrt. Wer wirklich alles sehen und spielen will, muss sich zumindest an "Normal" versuchen. Für das Beenden des Spiels auf einer dieser Stufen schaltet ihr jeweils einen weiteren Charakter frei. Wahre Profis, denen "Hard" noch nicht schwer genug war und die folglich das Spiel auf dieser Stufe gemeistert haben, können sich im Anschluss am "Nightmare"-Schwierigkeitsgrad versuchen. Falls man überhaupt soweit kommt, denn "Contra ReBirth" ist gewohnt schwer - wenn man nicht gerade auf "Easy" spielt. Bevor die Credits über den Bildschirm sausen, wird es einige Versuche, vermutlich auch einiges an Zeit und Geduld brauchen. In Anbetracht der kurzen Spielzeit ist diese Tatsache schon beinahe vorteilhaft, denn mit etwas Übung lässt sich das komplette Spiel in gut und gern 20 Minuten - oder gar weniger - beenden. Nicht unbedingt viel, andererseits gehörte ein enormer Umfang in der Vergangenheit noch nie zu den Markenzeichen der Serie. "Contra" ist und bleibt ein Intensiverlebnis, daran hat sich bis heute nichts geändert. Konamis Ballerorgie lebt einfach vom mehrmaligen Durchspielen, sei es nun, um sämtliche Charaktere freizuspielen, seinen eigenen Punkte- oder Zeitrekord noch einmal zu verbessern oder einfach um eine Werbepause im Fernsehen "konstruktiv" zu überbrücken. Einziger Wermutstropfen: Gespielt wird nur lokal. Online-Ranglisten zum Highscore- oder Zeitenvergleich gibt es nicht, obwohl es sich in diesem Fall durchaus angeboten hätte. Besonders interessant dürfte der Titel dagegen für Freunde des kooperativen Spielens werden, denn das gesamte Action-Spektakel lässt sich jederzeit mit einem menschlichen Mitspieler angehen. Das Spiel bleibt dasselbe, wird aber deutlich einfacher - der doppelten Feuerkraft sei Dank.

Die Wahl des Controller liegt ganz bei euch: Entweder greift ihr zur Wiimote, die dann wie ein NES-Pad in der Hand gehalten wird, oder ihr schließt den Classic- oder Gamecube-Controller an. Im Test hat sich die Wiimote-Variante als durchaus brauchbar herausgestellt, allerdings birgt das kleine Steuerkreuz so seine Tücken und vor allem das diagonale Schießen funktioniert nicht immer so, wie es eigentlich sein sollte. Mit dem Classic- oder Gamecube-Controller spielt es sich unterm Strich etwas "runder". Die Steuerung ist insgesamt recht einfach ausgefallen: Das Steuerkreuz bzw. der Analog-Stick wird zum Bewegen der Spielfigur und zusätzlich jeweils eine Taste zum Springen und Schießen genutzt. Simpel und innerhalb einer Minute verinnerlicht.

Konami bleibt dem Stil der Serie treu und so kommt "Contra ReBirth" in einer klassischen 2D-Retro-Optik daher. Verpixelte Grafiken sucht man vergebens, "ReBirth" erstrahlt klar und farbenfroh auf dem Bildschirm und die zahlreichen Explosionseffekte sind äußerst gelungen. Zeitgemäß ist die Präsentation sicherlich nicht mehr, technisch würde es in verkleinerter Form genauso gut auf jedem GBA laufen, doch lässt die Darstellung einen gewissen Retro-Charme aufkommen, der nicht nur Kenner der Spielereihe entzücken wird. Ein Stich ins Herz jedes Breitbildfernseher-Besitzers dürfte jedoch der fehlende 16:9-Modus sein. Schwarze Balken am Rand sind wahrlich eine Reliquie aus vergangenen Tagen, auf die man heute verzichten kann (und sollte). Auf akustischer Seite gibt es passende, treibende Klänge zum actionreichen Geschehen zu vermelden, teils neue, teils recycelte Melodien aus den Vorgängern.

Fazit:
"Contra ReBirth" ist ein Leckerbissen für jeden Action-Liebhaber. Völlig gleichgültig, ob ihr die Serie kennt oder "Contra" für euch völliges Neuland ist: Wer auf der Suche nach unkompliziertem, aber äußerst unterhaltsamem Baller-Spaß für zwischendurch ist, der kann ohne Wenn und Aber seine Nintendo Punkte in dieses Spiel investieren. Zwar ist Konamis zweiter ReBirth-Titel für WiiWare bei weitem nicht das umfangreichste Machwerk seiner Preisklasse, aber es gibt derzeit kaum etwas Vergleichbares im Donwload-Bereich. Zumal der Wiederspielwert hoch ist, nicht zuletzt aufgrund des Mehrspielerparts. Unterm Strich lässt sich sagen: Wenn man sich an der kurzen Spielzeit und dem teils knackigen Schwierigkeitsgrad nicht stört, wird man als Spieler blendend unterhalten. Konami, bitte mehr davon! (Alexander)

Pluspunkte:
+ Nonstop-Action
+ abwechslungsreiches Leveldesign
+ erneut imposante Bossgegnerkämpfe
+ unterschiedliche Schwierigkeitsgrade
+ gelungene Retro-Optik und -Akustik
+ 2-Spieler-Kooperationsmodus

Minuspunkte:
- recht kurze Spielzeit
- teils knifflige Momente
- fehlender 16:9-Modus
- keine Online-Ranglisten bzw.-Modi

Wertung:
Einzelspieler: 8,0
Mehrspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 1000 Nintendo Punkte

news@mag64.de (13.11.2009)

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