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Art Style - Nemrem (DSiWare)
Wer die Art Style-Serie kennt, der weiß, dass sie für die "etwas andere" Spielerfahrung steht. Egal ob Picopict, Kubos oder Aquite, überall findet man Spielprinzipien, die man so noch nicht gesehen hat. Für den Titel "Art Style - Nemrem" hat man wieder ganz tief in die Ideenkiste gegriffen und ein einzigartiges Spiel konzipiert.

"Art Style - Nemrem" ist ein Denkspiel in Reinform: Die Aufgabe des Spielers ist es, durch das Verschieben von verschiedenfarbigen Bodenkacheln die farbigen Kugeln auf ihre entsprechenden Bodenelemente zu bekommen. Dies muss natürlich innerhalb eines vorgegebenen Bewegungskontingents geschehen. Die Kacheln befinden sich dabei in einer Art "Endlosschleife". Schiebt man etwa ein Element nach rechts aus dem Spielfeld heraus, kommt es sogleich auf der linken Seite wieder hinzu. Doch belassen es die Programmierer nicht beim bloßen Verschieben von farbigen Kacheln. In den insgesamt 108 Levels begegnet man noch diversen neuen Bodenelementen wie Pfeilfeldern, mit denen man die Kugeln in die entsprechende Richtung bewegen kann, Blockfeldern, die ein Verschieben in eine bestimmte Richtung verhindern oder Richtungsschaltern, die die Orientierung der Pfeilfelder ändern, solange sich eine Kugel auf ihnen befindet. Aber auch das Kugelsortiment wird mit der Zeit erweitert: Schlägt man sich in den ersten Levels noch mit ein bis zwei Farben herum, hat man es schon bald mit sechs Farben zu tun, die noch um weiße "Dummy-Kugeln" oder Bombenkugeln ergänzt werden.

Damit der Spieler nicht durch dieses Überangebot an Möglichkeiten überfordert wird, unterteilen sich die Stages in zwölf Zonen, die mit so klingenden Namen wie "Fuji", "Mother" oder "Gloam" aufwarten. Bei jedem Bereich, in dem eine spielerische Neuerung auftritt, kann man ein kurzes Tutorial anwählen, welches die neuen Optionen, die das Spiel nun bietet, erklärt. Zusätzlich dazu findet man einen "?"-Button an der linken unteren Ecke des Levelauswahlmenüs, der eine knappe Erklärung der jeweiligen Felder und Kugeln enthält. Hat man fünf der neun Rätsel gelöst, erhält man ein, dem aktuellen Thema entsprechendes, "Bonusbildchen" und darf in die nächst höhere Stufe aufsteigen.

Der Schwierigkeitsgrad der diversen Rätsel kann mit Fug und Recht als knackig bis fast unmöglich beschrieben werden, weswegen man sehr dankbar dafür ist, dass man auch ohne das Zuglimit jedes Levels einzuhalten, alle Zonen freischalten darf. An dieser Stelle sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass man sich anhand der Angabe der Maximalzüge nicht wirklich orientieren kann. In manchen Aufgaben unterbietet man die Zielvorgabe um mehr als die Hälfte, dann wiederum schafft man es gerade noch so mit der vorgegebenen Anzahl. Hier werden definitiv auch ausgewiesene Logikexperten an ihre Grenzen stoßen, denn die oft extrem komplexen Kombinationen an Spielzügen erfordern ein so immenses Maß an Vorausplanung, dass man oft meint, der Kopf würde zu rauchen beginnen. Hier wird definitiv das Prinzip "Um-die-Ecke-denken" perfektioniert, denn mit reinem "Drauflos-spielen" kommt man nicht mal ansatzweise auf einen grünen Zweig.

Grafisch ist das Spiel zweigeteilt: Die Spieloberfläche ist ziemlich gelungen. Keine überflüssigen Ecken und Kanten an denen sich das Auge des Betrachters stoßen könnte. Diese nüchtern und steril, aber trotzdem gelungen wirkende Optik steht schon fast im Kontrast zu den "netten" Bonusbildchen, auf denen unter anderem ein Marienkäfer auf einem Blatt sitzt oder sich ein Koi tummelt. Ganz anders verhält es sich mit den Hintergründen: Diese sind zwar in jeder Zone dem Thema entsprechend gestaltet, da es sich aber um Videos handelt, ist man hier scheinbar an die Grenzen der Hardware gelangt. In einigen Levels kann man nur mit sehr viel Phantasie und gutem Willen erahnen, was dargestellt werden soll, da man außer unscharfen Pixelklumpen meist nicht viel erkennt. Eventuell hätten sich die Entwickler einen größeren Gefallen getan, hätten sie sich dafür eine andere Sache einfallen lassen, denn so wirkt es durch die Unschärfe, Grobkörnigkeit und optische Klumpenbildung leider ziemlich billig.
Akustisch wird einiges geboten: Im Hauptmenü wird man mit verrücktem Minimal-Gequäke empfangen, das einen nicht gerade zum längeren Verweilen einlädt. Die Levelauswahl ist mit einem Morsecode untermalt. Die Levels selbst glänzen mit sehr ruhiger, teilweise schon fast meditativer Beschallung, die leider häufig etwas blechern klingt, nichtsdestotrotz aber sehr angenehm zu haben ist.
Die Steuerung mit dem Stylus ist sehr intuitiv und verlangt keinerlei Eingewöhnungszeit. So soll es sein: Spiel starten und sofort loslegen. Durch eine Bewegung in die gewünschte Richtung werden die Bodenelemente verschoben. Keinerlei unnötig kompliziertes Beiwerk, das die vorzügliche Bedienbarkeit schmälern würde.

Fazit:
"Art Style - Nemrem" schafft es trotz einiger Schwächen den Spieler an sich zu fesseln. Die teilweise äußerst anspruchsvollen Rätsel, mit denen man konfrontiert wird, bieten Raum für stundenlange Knobeleien. Doch sollte man dafür auch das nötige Durchhaltevermögen mitbringen. Denn gerade die fortgeschritteneren Zonen haben es wirklich in sich. Bei diesem Titel passt das Preisleistungsverhältnis. Die umgerechnet fünf Euro sind für Puzzlefreunde bestens investiert. (Michi)

Pluspunkte:
+ 108 abwechslungsreiche Rätsel
+ Anspruchsvolle Lösungswege
+ Hervorragendes Preisleistungsverhältnis

Minuspunkte:
- Schlechte Grafik der Hintergründe
- Blecherne und teilweise anstrengende Musik
- Teilweise zu hoher Schwierigkeitsgrad

Wertung:
Einzelspieler: 7,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (12.11.2009)

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