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Final Fantasy IV - The After Years (WiiWare)
Seit Square Enix seine Spiele wieder auf den Nintendo-Systemen veröffentlicht, ist ein goldenes Zeitalter für uns RPG-Fans angebrochen. Endlich können die wegweisenden Abenteuer der Final Fantasy-Serie auch von uns Nicht-Sony-Jüngern nachgespielt werden. Doch nicht nur die klassischen Spiele tummeln sich nun bei "uns", auch die eine oder andere Neuentwicklung hat man Nintendo spendiert: Die Tactics-Serie für die Nintendo-Handhelds, die eine gänzlich neue Spielerfahrung darstellte, oder die Crystal Chronicles, die mit dem neuartigen Aufbau-RPG "My Life As A King" neue Wege beschritten. Und scheinbar hat man Gefallen daran gefunden, neue Dinge auszuprobieren: Zum ersten Mal ist mit "Final Fantasy IV - The After Years" ein einzelner Storykomplex für WiiWare erschienen, den man durch den Zukauf von weiteren Episoden zu einem Ganzen komplettieren kann.
Die Grundgeschichte von "Final Fantasy IV - The After Years" basiert auf den Geschehnissen des vierten Teils der FF-Serie. Jahre nachdem die Streiter von Baron rund um den tapferen Cecil das Übel vom zweiten Mond abgewehrt hatten, ist Frieden in den Ländern eingekehrt. Cecil und Rosa haben einen gemeinsamen Sohn, Ceodore, der nun, wie sein Vater einst, kurz davor steht, ein Ritter Barons zu werden. Kaum hat Ceodore die Prüfung gemeistert, überschlagen sich auch schon die Ereignisse auf Schloss Baron: Der zweite Mond taucht ohne Vorwarnung wieder auf und seine Truppen greifen das Schloss an.

Der Spieler darf während der circa fünf bis sechs Stunden Spielzeit, die die Grundversion des Spiels bietet, neben dem jungen Prinzen auch wieder in die verschiedensten anderen Charaktere schlüpfen und so die einzelnen Handlungsstränge hautnah miterleben. Für absolute Neulinge sollte hier auch unbedingt erwähnt sein, dass man als Spieler JEDEN Kampf gewinnen muss, egal ob man nun möchte oder nicht… In der Haupthandlung bahnt man sich als Prinz Ceodore seinen Weg zurück nach Schloss Baron. Begleitet wird er dabei von einem mysteriösen Mann mit Umhang, dessen wahre Identität erst gegen Ende der Grundversion geklärt wird. Doch um schon soviel vorwegzunehmen: Man wird, wie es für die Final Fantasy-Titel üblich ist, mit einigen Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen rechnen müssen. Auch ohne den Erwerb der zusätzlichen Storylines erwartet einen also keineswegs eine abgespeckte Schmalspurversion, sondern eine Geschichte, die auch in der Grundversion schon "große Momente" enthält, die definitiv Lust auf mehr machen.

Durch die bewährte Erzähltechnik des Rollenwechsels und die packende Story gelingt es den Jungs und Mädels von Square Enix auch hier wieder einmal den Spieler in die Handlung einzusperren und den Schlüssel wegzuwerfen, sodass man nach dem finalen Kampf etwas perplex ist, wenn das Spiel auf einmal, quasi auf dessen Höhepunkt, endet. Für jeweils 300 Punkte kann man die Geschichte eines der sieben weiteren Charaktere zukaufen. Hat man all diese erstanden, hat man im Endeffekt einen Vollpreistitel auf der Wii-"Festplatte" liegen. Wer sich also mit diesem Zeitungsroman ähnlichem System anfreunden kann, der sollte dann auch schon beim ersten Spielen einer Episode alle möglichen Items, Waffen und Zauber einheimsen, um diese dann in den Folgekapiteln einsetzen zu können.

Das Spiel an sich präsentiert sich im klassischen RPG-Style: Zwischen den Kämpfen marschiert man in Draufsicht, wie bei den alten Zelda-Spielen, mit seinem Alter Ego durch die Lande. Die Städte werden von allerhand NPCs bevölkert, denen man bei einem Gespräch die eine oder andere nützliche Info abgewinnen kann. Natürlich gibt es auch diverse Läden, in denen man seine Ausrüstung aufstockt und verbessert, sofern man über die nötigen Gil verfügt. Diese erhält man überwiegend in den unzähligen Kämpfen, die man bestehen muss. Außerhalb der Stadtmauern weht nämlich ein rauer Wind: Dem arglosen Wanderer lauern an fast allen Ecken und Enden Monster auf und nicht zu selten wird man hinterrücks von einem Rudel Kreaturen angegriffen. Die zufallsgenerierten Kampfevents finden in der Seitenansicht statt. Jeder, der am Kampf beteiligt ist, hat einen Aktionsbalken, der sich, mal langsam, mal schneller, füllt und erst dann kann eine Aktion ausgeführt werden. Als Held darf man nun aus verschiedenen Optionen wählen: Man kann einen Standardangriff mit der Waffe starten, eine der charakterbezogenen Sonderfähigkeiten, wie Magie oder ähnliches, einsetzen oder man schließt sich mit anderen Partymitgliedern zu einem mächtigen Kollektivschlag zusammen. Jedoch sollte man sich mit der Auswahl nicht allzu viel Zeit lassen, da bis die gewünschte Aktion angewählt wurde, die Kampfzeit weiterläuft, die Gegner also angreifen können. Ein Novum im Kampfsystem sind die Mondphasen, die, je nachdem ob ab- oder zunehmend, Voll- oder Neumond einen positiven oder gar negativen Einfluss auf die Fähigkeiten und Angriffe der Spieler und Monster haben. Folglich kann man beim richtigen Mond ungleich leichter einen Dungeon meistern, den man sonst nur mit einigen Schwierigkeiten erforscht hätte.

Grafisch bewegt man sich auf fast schon typischem Super Nintendo-Niveau. Also keine Spur von optischen Feuerwerken. Dennoch sind sämtliche Monster, NPCs und Helden ansprechend gestaltet und auch die Umwelt lässt nur selten Langeweile aufkommen.
Der Soundtrack ist, ganz der Serie entsprechend, sehr gut gelungen und untermalt das Geschehen mit stimmungsvoller Musik, an der man sich nicht satt hören kann. Auch trägt der gezielte Einsatz verschiedener Themen sehr zum positiven Spielerlebnis bei, sodass es einem schon gelegentlich mal kalt den Rücken herunter läuft.
Die Steuerung über die Wii-Remote in Horizontalhaltung lässt keine Wünsche übrig und verwendet äußerst sinnvoll alle zur Verfügung stehenden Knöpfe, ohne dass man sich lange damit anfreunden müsste.

Fazit:
"Final Fantasy IV - The After Years" ist ein RPG, das nicht nur für Fans der Serie alles bietet, was ein Rollenspiel haben sollte: packende Story, genialer Sound, umfangreiches Charaktersystem und Massen an Items. Vorkenntnisse, vor allem des zugrunde liegenden vierten Final Fantasy Teils sind zwar nicht zwingend erforderlich, erhöhen den Spielspass aber ungemein, da man oft auf "alte Bekannte" trifft und auch die Handlung so um einiges fesselnder wird. Alles in allem also ein Schmankerl, welches man sich als RPG-Fan nicht entgehen lassen sollte. Leider hat man hier auf eine Übersetzung der Bildschirmtexte verzichtet, weswegen man schon etwas mehr als nur Grundkenntnisse der englischen Sprache mitbringen sollte, um das Spiel wirklich in vollem Umfang genießen zu können. (Michi)

Pluspunkte:
+ Fesselnde Story
+ Hervorragender Soundtrack
+ Strategisches Element der Mondphasen

Minuspunkte:
- Etwas überholte Grafik
- Komplett englisch

Wertung:
Einzelspieler: 7,5

Screenshot

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (14.10.2009)

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