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Oscar In Toyland (DSiWare)
Es gibt wohl kaum ein Genre, welches so gut erschlossen und so weit verbreitet ist, wie das Jump and Run-Genre. Natürlich ist dies hauptsächlich der vermutlich bekanntesten Videospiel-Figur der Welt, Super Mario, zu verdanken, denn es dürfte schätzungsweise kaum jemanden geben, der sich nicht schon mindestens einmal auf den digitalen Weg gemacht hat, Prinzessin Daisy oder Peach zu retten. Und wie es nun mal in der freien Wirtschaft so ist, kann sich ein erfolgreiches Konzept nicht sehr lange ohne Nachahmer und Konkurrenz auf dem Markt halten. Man kann mittlerweile schon in so ziemlich allen nur erdenklichen Szenarios so gut wie alles retten, was auch nur im Entferntesten rettenswert ist. Virtual Playground bringt mit "Oscar in Toyland" einen weiteren Plattform-Hüpfer, der in einem noch ziemlich unverbrauchten Setting versucht, die Herzen der DSi-Spieler zu gewinnen.

Oscar ist ein Hamster-ähnliches Tierchen, in dessen Rolle man schlüpfen muss, um im "Spielzeugland" so viele der entführten Baby-Oscars wie möglich zu retten. Im Zuge dessen kämpft man sich durch sieben verschiedene Themenwelten, wie das Medienland, oder die Kirschbrause-Welt. Jede dieser Welten besteht aus drei verschiedenen Bereichen, die man in simpelster und anspruchloser Plattformhüpferei durchqueren muss, wobei man so ziemlich alles an Bonusgegenständen einsammeln kann, was das Kinderherz begehrt: Zuckerstangen, Burger, Computer, Lutscher, Cola, Goldfische etc.

Natürlich darf heutzutage bei einem Jump'n Run nicht ein mehr oder weniger umfangreiches Sortiment an Gimmicks fehlen, die den Charakter auf seinen Abenteuern mit nützlichen Fertigkeiten ausstatten: Neben den bereits erwähnten Items, findet man die "Upgrades" entweder in Luftballons versteckt, die man, nach dem man diese zum Platzen gebracht hat, "auffangen" muss, um sie einzusammeln, oder man erhält sie nach dem Besiegen eines Gegners. Das Gros der Items ist nur für einen recht kurzen Zeitraum verfügbar, verschwindet also nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne wieder. Das Jojo allerdings, die einzige Waffe, die man hat, um den Gegnern beizukommen, bleibt bis zu einem etwaigen Ableben erhalten und muss dann erneut eingesammelt werden. Doch dieses kleine Spielzeug hat noch eine weitere recht praktische Eigenschaft: Man kann sich mit ihm an erhöhten Plattformen "festhalten" und dann, in guter Indiana Jones-Manier, herum schwingen und so in neue Gebiete vorstoßen, die man mit einfachem Springen nicht erreicht hätte. Auch kann man mit ihm gelbe Blöcke zertrümmern, die von Zeit zu Zeit den Durchgang blockieren, was oft zu besonders lukrativen, sprich punktereichen Items führt.

Die Gegner, die dem Spieler begegnen, sind stets auf das Szenario zugeschneidert, also angenehm abwechslungsreich. Sie stellen im Grunde aber keine ernsthafte Bedrohung dar, da sie immer in sehr berechenbaren Bahnen ihre Runden ziehen und niemals auf die Idee kämen, einmal die Verfolgung aufzunehmen, oder gar auf Angriff zu gehen. Folglich muss man nur einen kurzen Moment die Feinde beobachten und dann noch den rechten Augenblick abpassen, in dem man sie wahlweise mit einem gezielten Jojo-Schwinger, oder einem Sprung auf den Kopf, außer Gefecht setzt. Dass dies nicht sonderlich herausfordernd ist, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Level-Bosse oder gar einen Endgegner, die die, auf Dauer doch leicht langweilende Item-Jagd etwas aufpeppen würden, sucht man auch vergebens. Somit eignet sich "Oscar in Toyland" besonders für die "kleinen" Mitglieder unserer Zocker-Gemeinde, die noch nicht so viel Erfahrung haben wie manch alt gedienter Hase im Geschäft. Die Kleinen können hier in Ruhe, ohne jeglichen Zeitdruck und herbe Enttäuschungen, die große, weite Welt erforschen - und es gibt einiges zu sehen.

Die Grafik von "Oscar in Toyland" gleicht einer Farbexplosion. Egal in welcher Welt man sich gerade befindet, alles ist bunt, bunt, kunterbunt. Einfarbige, oder gar langweilig gestaltete Flächen, sucht man vergebens: Selbst die Checkpoint-Elefanten, die sich den Fortschritt innerhalb eines Levels "merken" (Elefanten vergessen bekanntlich ja nie etwas), sind nicht grau, sondern rot. Vor allem wenn man in einer der "Bonus"- oder "Bogus"-Welten ist, kann man, als nicht an solche Farbfluten gewöhnter Spieler schnell in Verwirrung enden, Kinder hingegen finden dies sehr lustig. Auch sonst findet man wenig auszusetzen: Sämtliche Gegenstände, Levels, Gegner und auch Oscar und seine Babys sind sehr detailverliebt gestaltet. An dieser Stelle noch ein paar kurze Worte zum "Medien-Land": Hier haben die Leveldesigner sich offensichtlich besondere Mühe gegeben, da man, wenn man des Englischen mächtig ist, auf den, im Hintergrund abgebildeten Zeitungsseiten, die eine oder andere, recht amüsante Schlagzeile findet.
Der Sound des Spiels ist dahingegen kein Glanzlicht: Im jedem Level läuft die gleiche Musik, die auf Dauer recht nervig wird, obwohl sie von einer ganzen Litanei an "pling"- und "plong-"-Sounds beim Aufsammeln der Gegenstände aufgefrischt wird.
Die Steuerung des Alter Egos ist denkbar einfach gehalten: Gelenkt wird mit dem Steuerkreuz, ansonsten wird nur ein Minimum an Knöpfen benötigt: "Y" für den Einsatz des Jojos und "B" zum Springen. Spielereien wie Ducken, Doppelsprünge und ähnliches gibt es schlichtweg nicht. Etwas schwieriger wird es dann allerdings, wenn man die Steuerung auf die Spielfigur überträgt: Unser kleiner Protagonist ist scheinbar mit einer Art "natürlicher Eisschicht" unter seinen Füßen ausgestattet, weswegen das Manövrieren zu Beginn ziemlich ungewohnt ist und einiges an Einarbeitungszeit benötigt. Die Steuerung ist überhaupt eine der größten Schwächen des Spiels, da man derartige "Patzer" in den aktuellen Spielen schon länger nicht mehr findet.

Fazit:
"Oscar in Toyland" ist ein Jump and Run Spiel, das sich hervorragend für jüngere Spieler eignet, da es auf diese Zielgruppe zugeschneiderte Unterhaltung bietet. Ältere Kandidaten hingegen fühlen sich hier einfach nur noch unterfordert. Das Fehlen einer Story erklärt sich wohl auch durch die Zielgruppe, für die dieses Spiel programmiert wurde. Auch haben sie mit der etwas ungenauen Steuerung Oscars keinerlei Probleme, da oft noch gar nicht die nötige Fingerfertigkeit und Geschicklichkeit für fitzelige Sprungpassagen und punktgenaues Agieren besteht.. (Michi)

Pluspunkte:
+ Kindgerechtes Spielprinzip
+ Phantasievolle Levels
+ Keine Komplexe Steuerung

Minuspunkte:
- Nur eine(!) Hintergrundmelodie
- (Für Fortgeschrittene) Etwas schwammige Steuerung
- Keine Story, die sich entwickelt

Wertung:
Einzelspieler: 5,5

Screenshot

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (14.10.2009)

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