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Rainbow Island: Towering Adventure (WiiWare)
Der geschichtliche Hintergrund von „Rainbow Island: Towering Adventure“ dürfte vielen nicht so geläufig sein wie bei bekannteren Serien a la Contra, Mega Man und co. Seinerzeit als Fortsetzung zu Bubble Bobble veröffentlicht, kommt Rainbow Island (damals mit dem Untertitel „The Story of Bubble Bobble 2“) nun in gänzlich neuem Gewand und mit neuem Inhalt auf die Wii. Dem Grundgerüst ist man dabei natürlich treu geblieben: Mit Hilfe eurer Regenbogen-Power müsst ihr einen vertikal scrollenden Turm erklimmen, um euch am dort ansässigen Kometen einen Wunsch erfüllen lassen zu können.

Lasst ihr den quietsch-bunten Titelbildschirm inkl. der fröhlichen Musik hinter euch, habt ihr im Hauptmenü insgesamt drei Spielmodi zur Auswahl. Der Fokus liegt dabei auf dem Storymodus, der aus insgesamt sieben Spielabschnitten besteht, die nahtlos ineinander übergehen. Habt ihr die erste Stage geschafft, geht diese unmittelbar in die Zweite über, aber keine Sorge, das Spiel wird an dieser Stelle gespeichert, so dass ihr beim nächsten Einschalten problemlos bei Stage 2 weiterspielen könnt. Die zwei weiteren Spielmodi sind simple Variationen des Storymodus. Im Challenge Mode fangt ihr immer bei Stage 1 an und versucht in einem Durchgang so weit bzw. hoch wie möglich zu gelangen. Im Time Attack –Modus hingegen könnt ihr jede Stage, die ihr im Storymodus bereits absolviert habt, anwählen und diese auf Zeit spielen. Scores und Zeiten aus beiden Spielmodi werden natürlich abgespeichert. Gespielt wird mit waagerecht gehaltener Wiimote. So könnt ihr mit dem Steuerkreuz nach links/rechts laufen, mit dem Button 2 wird gesprungen und mit 1 zaubert ihr einen Regenbogen vor eure Spielfigur.

Was ist nun die Herausforderung beim Erklimmen des Turms? Euer größter Feind im Spiel ist die Zeit. Ihr startet jeden Level mit einem bestimmten Zeitvorrat und während ihr euch den Turm hochkämpft, läuft diese kontinuierlich herunter. Erschwert wird dies zusätzlich durch eine Vielzahl an Gegnern, die von verschiedenen Insekten, bis hin zu Panzern und Kampfflugzeugen reicht. Kommt ihr mit einem Gegner in Kontakt, verliert ihr dreißig Sekunden eurer wertvollen Zeit. Erledigt ihr hingegen Feinde mit Hilfe eines Regenbogens (der bloße Kontakt genügt, sogar bei einem Panzer ;)), hinterlassen diese unter anderem Diamanten, die euch zusätzliche Zeit verschaffen. Trefft ihr viele Gegner schnell hintereinander, könnt ihr Kombos erspielen, woraufhin die Gegner euch größere Diamanten hinterlassen, die euch mehr Zeit einbringen. Fast noch wichtiger als die Diamanten sind die Upgrades für eure Regenbogen-Power: Diese erhöhen eure Beweglichkeit, die Rate mit der ihr Regenbögen erzeugen könnt und ihre Reichweite. Upgrades und Diamanten lassen sich übrigens auch einfach durch einen Kontakt per Regenbogen einsammeln. Schafft ihr eine siebenfache Kombo, erhaltet ihr spezielle Superkräfte, die euch kurzzeitig vor Gegnern schützen oder alle Gegner, die ins Bild kommen, unmittelbar erledigen. Ein weiteres Feature sind die sieben verschiedenfarbigen Diamanten pro Level, die ihr einsammeln könnt, was mir allerdings bis zum Durchspielen und auch danach kein einziges Mal gelungen ist. Natürlich bietet der Turm selbst auch eine eigene Levelarchitektur, meist bestehend aus simplen Plattformen, so dass ihr euch nicht zwangsläufig nur auf euren kleinen Regenbögen fortbewegen müsst. Allerdings gibt es auch hinderliche Plattformen im Spiel, die eure Regenbögen bei Kontakt direkt wieder auflösen. Die Feinde sind ebenfalls nicht immer einfach zu umgehen, da einige euch verfolgen oder unkontrolliert durchs Level schwirren. Man versucht daher eine Balance zu finden zwischen „Gegner besiegen und Upgrades einsacken“ und „Gegner umgehen, um Zeit zu sparen“. Ein Erzfeind darf im Spiel natürlich unter keinen Umständen fehlen. In „Rainbow Island: Towering Adventure“ nennt sich dieser Dr. Crescent und kurz vor dem Ende jeder Stage versucht dieser euch mit seinem großen Kampfschiff am Weiterklettern zu hindern und verfolgt euch vom unteren Bildschirmrand aus. Zwar hat der Doktor eine begrenzte Lebensleiste, doch da er sich fast immer in der Nähe seines Kampfroboters aufhält, ist es fast unmöglich ihn öfter zu treffen, ohne dabei dreißig kostbare Sekunden zu verlieren. Weglaufen bzw. Klettern ist hier also das erfolgreichere Rezept, schließlich müsst ihr lediglich den nächsten Checkpoint des Turms erreichen und nicht den Boss besiegen, was in Anbetracht des sowieso schon dürftigen Umfangs etwas enttäuschend ist.

Hat man den (Regen-) Bogen erstmal raus und weiß wie man sich am geschicktesten den Turm heraufbewegt, bietet das Spiel eine schöne Mischung aus Jump’ n‘ Run- und Geschicklichkeitselementen und man verfällt stellenweise in einen wahren Kombo- und Kletterrausch, doch ist dies erstmal der Fall, ist das Spiel leider auch schon fast am Ende. Die sieben Abschnitte sind relativ schnell bewältigt und da die anderen beiden Spielmodi in den selben Levels gespielt werden, stellt man schnell fest, dass man zwar gerne nochmal ein Kletterründchen einlegen würde, man aber irgendwie schon alles gesehen hat. Dieser Faktor wird durch fehlende Abwechslung zwischen den Stages leider nur verstärkt. Warum nicht mal eine Schnee-Stage zum Ende hin oder irgendwas anderes, was die Levels von einander unterscheidet, abgesehen von ein bis zwei neuen Gegnerarten? Sound und Grafik können dem Spiel ebenfalls keine besondere Note verleihen. Während die akustische Präsentation bestenfalls zweckmäßig ist, wirkt der Grafikstil relativ lieblos und nichtssagend. Ein paar nette Animationen oder Lichteffekte hätten dem Spiel sicherlich nicht weh getan. Wer lieber zu zweit klettert, kann dies im kooperativen Spielmodus problemlos tun. Dieser hebt den Spielspaß zwar nicht in völlig neue Sphären, macht aber durchaus Laune, wenn man auf unkomplizierte Mehrspieler-Hüpfereien steht.

Fazit:
Irgendwie ist das Gefühl nach dem ersten Durchspielen, was relativ schnell geht, extrem unbefriedigend. Einerseits fängt das Spielprinzip an Spaß zu machen, andererseits bietet das Spiel ab diesem Zeitpunkt kaum noch Inhalt. Man spielt weder Bonusstages frei, noch irgendeinen weiteren motivierenden Spielmodus, so dass das Preis/Leistungs –Verhältnis am Ende mehr schlecht als recht ist. Der Multiplayer kann an der Stelle leider nichts mehr rausreißen, so dass „Rainbow Island: Towering Adventure“ alles in allem eine schöne Spielmechanik bietet, die leider mit zu wenig Inhalt bedient wird. (Manni)

Pluspunkte:
+ flotte Spielmechanik
+ angenehmer Schwierigkeitsgrad
+ perfekt für zwischendurch

Minuspunkte:
- nur sieben Stages
- liebloser Grafikstil
- Pseudo-Bossfights
- nichts zum freispielen

Wertung:
Einzelspieler: 6,5
Mehrspieler: 6,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (16.09.2009)

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