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Hydroventure: Spin Cycle (3DSWare)
„Hydroventure“ stellt noch heute einen der unterhaltsamsten und spielstärksten WiiWare-Titel dar. Kein Wunder, dass wir dem Spiel im Frühjahr 2011 die beneidenswerte Wertung 9,0 gaben und uns vor diesem Machwerk begeistert verneigten. In Form von „Hydroventure: Spin Cycle“ flutet das kühle Nass nun auch auf dem Nintendo 3DS durch die verzweigten Welten. Ob es mobil genauso „flüssig“ (sorry, der musste in diesem Test irgendwann kommen) läuft wie auf der Wii, verraten wir euch in diesem Testbericht. Na denn, Wasser marsch.

Einer Story bedarf es bei einem Geschicklichkeitsspiel zwar eigentlich nicht, „Hydroventure: Spin Cycle“ mag darauf jedoch nicht verzichten. In einer kurzen Videosequenz erblicken wir einen alten und namenlosen Magier, der über seinen Zauberbüchern brütet. Er begießt die Seiten mit einem speziellen Trank, der die darin gefangenen (freundlichen) Regenbogengeister befreit. Schusselig, wie derartige Zauberer manchmal sind, übersieht er jedoch, dass sich eine weitere Flüssigkeit in den Seiten des Buches breit macht. Dabei handelt es sich um einen fiesen Schleim, der die freundlichen Geister in dem Buch einschließt. Nur der Wassergeist Nöcki schafft es, dem Schleim durch die Lappen zu gehen. Logisch, dass es nun an euch liegt, zusammen mit Nöcki die anderen Regenbogengeister zu befreien.

Im Groben läuft „Hydroventure: Spin Cycle“ in Bezug auf das Gameplay genauso ab wie sein stationärer Vorgänger. Eine kleine Menge Wasser möchte durch das Level bugsiert werden und hat dabei allerlei verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Auf der Wii setzte die Steuerung logischerweise auf das Neigen der Wii-Fernbedienung, auf dem Nintendo 3DS wird einfach gleich das ganze Gerät nach links und rechts geneigt, um das Wasser zu bewegen. Zugegeben, all dies hört sich zunächst nicht besonders spannend an. Doch es sind die Feinheiten, die der „Hydroventure“-Serie zu ihrem einzigartigen Gameplay verhelfen. Das Wasser kann nämlich auf vielfältige Weise in einen anderen Aggregatszustand versetzt werden. Ein Block Eis kann schließlich ganz andere Dinge erledigen als eine kleine Menge Frischwasser. Zudem ist es möglich, dass Wasser auf Wunsch zu verdichten. Das kühle Nass sammelt sich in diesem Zuge auf kleinstem Raum. Dies geht jedoch nur wenige Sekunden gut, denn nach einigen Sekunden explodiert die Masse und spritzt in alle Himmelsrichtungen. Dies sind jedoch nur zwei der vielen Verwandlungsmöglichkeiten, die „Hydroventure: Spin Cycle“ im Spielverlauf offenbart, mit deren Hilfe aus Wasser eben viel mehr als einfach nur Wasser wird.

Einer der größten Unterschiede zwischen „Hydroventure: Spin Cycle“ und seinem Wii-Vorgänger ist der Umstand, dass die einzelnen Jobs nicht mehr in einer großen Welt gesucht und gefunden werden müssen. Stattdessen schmeißt euch das Spiel „ins kalte Wasser“ (wow, noch so ein Kalauer), indem jede Aufgabe in einem eigenen und abgeschlossenen Areal stattfindet. Die Aufgaben selbst fallen aber nach wie vor sehr einfalls- und abwechslungsreich aus: Hier müssen Schalter betätigt, dort müssen Gegenstände transportiert und wieder woanders will eine massive Felskugel aus ihrem Verschlag befreit werden. Manchmal stellt man sich wirklich die Frage, wie die gerade gestellte Aufgabe denn bitte bewerkstelligt werden soll, bis man plötzlich einen Geistesblitz hat und die Lösung nicht mehr in weiter Ferne liegt. Wir fanden es übrigens sehr komfortabel, dass das gesamte Areal, in dem man sich gerade befindet, während des Pausierens auf Knopfdruck in Ruhe bis in den letzten Winkel erkundet werden kann.

Also alles in Butter mit „Hydroventure: Spin Cycle“? Nein, so weit können wir leider nicht gehen. Das Spiel krankt daran, woran so viele Nachfolger eines tollen Titels zu leiden haben: Sie wollen einfach zu viel. Beziehungsweise wollten die schlauen Köpfe von den Curve Studios einfach zu viel. An gewissen Stellen ist das Spiel einfach überladen. Die Level, in denen der Nintendo 3DS auf den Kopf gestellt werden muss, da das Wasser auch auf der Decke entlang fließen kann, sind ja noch einigermaßen im Rahmen und stellen eigentlich eine nette Abwechslung dar. Allerdings: Die erwähnten Verwandlungen, die mit dem Wasser möglich sind, werden über Schaltflächen auf dem unteren Touchscreen bewirkt. Stellt euch vor, ihr haltet das Handheld auf dem Kopf, während ihr mit einem Finger das Wasser in einen Eisblock verwandelt, um es kurz danach wieder in seine ursprüngliche Form zu versetzen. Das ist leider so, wie es klingt, und zwar überfrachtet. In solchen Momenten wäre weniger wirklich mehr gewesen.

In Bezug auf den Umfang und die Technik macht „Hydoventure: Spin Cycle“ jedoch eine spitzenmäßige Figur. Über 60 Herausforderungen stecken in dem Download-Titel. Die ersten Abschnitte sind logischerweise in wenigen Minuten erledigt, damit der Spieler langsam an das Spielprinzip herangeführt wird. Die späteren Level entpuppen sich mitunter jedoch als bockschwere Kopfnüsse, die dem Spieler alles abverlangen. Und damit meine ich nicht nur zarte Casual-Naturen, sondern auch gestandene Veteranen, die die Komplexität von „Hydroventure: Spin Cycle“ herausfordern wird. So gefällt mir - und sicherlich auch einem Großteil der übrigen Nintendo-3DS-Gemeinde - ein Geschicklichkeitsspiel am besten. Außerdem ist in jedem Level ein spezielles Puzzleteil versteckt, das zum erneuten Spielen animiert. Zudem erfolgt nach dem Absolvieren eines Abschnitts eine Bewertung der gerade gezeigten Performance, die nach dem ersten Durchlauf selten perfekt ausfällt. Schließlich gibt es auch an der Grafik des Spiels nicht zu beanstanden. Die 2D-Welten sind hübsch inszeniert und von einem stetigen Bilderbuch-Charme umgeben, schließlich befinden wir uns ja auch im selbigen. Der Sound kommt genau in dem Gewand daher, wie es für einen Titel dieses Genres sein soll: Er ist weder zu aufdringlich, noch zu belanglos, sondern schwingt einfach harmonisch im Hintergrund mit.

Fazit:
Ich finde es einerseits sehr schade, was aus „Hydroventure: Spin Cycle“ geworden ist. Durch die stellenweise arg übertriebene „Wir packen jetzt so viel wie möglich hier rein“-Mentalität der Entwickler verlangt sich das Spiel mehr ab, als es eigentlich zu bieten hat. Das ist, als würde man mit Mario auf dem oberen Bildschirm durch das Pilztal hüpfen, während man auf dem unteren Bildschirm gerade ein neues Puzzle für „Fallblox“ erstellt. Gegen knackige Herausforderungen ist absolut nichts einzuwenden, jedoch bereiten sie einfach keinen Spaß, wenn sie so unhandlich daherkommen. Angesichts der sonstigen Vorzüge von „Hydroventure: Spin Cycle“ sollte man dies jedoch in Kauf nehmen und das Spiel herunterladen. Tolle Technik, ein superbes Gameplay und ein enormer Umfang ergeben einen wohlschmeckenden Cocktail, der schlückchenweise ebenso gut schmeckt, wie auf einen Zug. (Niklas)

Pluspunkte:
+ Überzeugendes Gameplay in Verbund mit tollem Spielprinzip
+ sehr herausfordernd
+ detailreiche und liebenswerte Grafik
+ ordentlicher Umfang
+ drei Spielstände

Minuspunkte:
- Steuerung ist stellenweise extrem überfrachtet
- Story wirkt aufgesetzt

Wertung:
Einzelspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 9,99 Euro

news@mag64.de (23.03.2012)

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