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Mega Man 5 (Virtual Console | NES)
"Mega Man" und kein Ende in Sicht: Nachdem bereits der erste 16-Bit-Ausflug des blauen Bombers - "Mega Man X" - hierzulande vor nicht allzu langer Zeit im Wii-Shop veröffentlicht wurde, legt Capcom nun zur Freude aller Fans mit "Mega Man 5" für das NES auf ähnlich hohem Niveau nach. Die Ausgangslage für unseren mechanischen Retro-Helden ist dabei alles andere als erfreulich: Die Weltgemeinschaft ist erneut Angriffen von Robotern ausgesetzt, der friedliebende Dr. Light wurde entführt und für all diese Taten scheint auch noch Proto Man verantwortlich zu sein. Unfassbar! Worauf wartet ihr also noch? Helm aufgesetzt und auf ins Abenteuer!

"Mega Man 5" ist dabei ein ganz klassischer Ableger der beliebten 8-Bit-Serie, der inhaltlich und spielerisch voll und ganz auf Altbewährtes setzt: Acht Robot-Master gilt es zu besiegen, um den Weg zum finalen Abschnitt des Spiels freizumachen und damit das Geheimnis hinter diesen Vorfällen zu lüften. Jeder dieser Bosse versteckt sich jedoch in einem spezifischen Level, das zunächst in bester "Jump and Shoot"-Manier absolviert werden muss, bevor es zum erwarteten Showdown kommen kann. Sowohl das Design der Roboter-Gegner als auch die Gestaltung der Level ist gewohnt kreativ und abwechslungsreich ausgefallen und lässt - zumindest in dieser Hinsicht - auch im fünften "Mega Man"-Spiel für das NES nicht den Eindruck von Ideenlosigkeit oder mangelnder Phantasie aufkommen. Dies alleine verdient schon Anerkennung, immerhin wird hier mehr oder weniger zum fünften Mal ein und dieselbe Spielmechanik reproduziert.

Nachdem ein Robot-Master von euch besiegt wurde, erhaltet ihr zur Belohnung sein Waffensystem, das fortan für eure Zwecke verwendet werden kann. Doch genau an dieser Stelle tritt bereits eine leichte Ernüchterung ein: Während in den Vorgängern die unterschiedlichen Waffen (zum Großteil) überzeugen konnten und tatsächlich auch für das Vorankommen im Spiel von Nutzen waren, wirkt das Waffen-Design in "Mega Man 5" irgendwie uninspiriert und langweilig. Das Ärgerlichste daran: Die Waffen werden eigentlich gar nicht gebraucht und sind folglich überflüssig, denn das gesamte Spiel lässt sich de facto auch bequem mit dem standardmäßigen Mega-Buster (inkl. Charge-Funktion aus dem vierten Spiel) durchspielen. Der Grund: Sowohl die Bossgegner-Kämpfe als auch die Anforderungsgrade der Level wurden - im direkten Vergleich zu den vorangegangenen Serien-Ablegern - drastisch und spürbar entschärft. Vorbei die Zeiten, als man sich noch mühsam von Bildschirm zu Bildschirm voranarbeiten musste und sich letztendlich die Zähne an so manchem Endgegner ausbiss. Um womöglich aufkommende Missverständnisse zu vermeiden: Teil 5 ist sicherlich immer noch kein "leichtes" Spiel und bietet durchaus einige herausfordernde Momente - allerdings nur noch partiell und an vereinzelten, markanten Stellen. Neulinge mag's freuen, kein Zweifel, doch Serienkenner und -Liebhaber hingegen werden womöglich vom auffallend leichteren Schwierigkeitsgrad enttäuscht sein.

Abseits dessen bleibt alles beim Alten, wobei natürlich einige Neuerungen vorhanden sind. Unterstützung erhält unser Held während des Abenteuers durch seine Gefährten "Beat", einem Robotervogel, und dem treuen, bereits aus den Vorgängern bekannten Roboterhund "Rush", der sich - wie eh und je - sowohl in eine Sprungplatte als auch in einen Jet verwandeln kann. Neben den acht Robot-Master-Waffen und den gerade erwähnten "Rush"-Funktionen gibt es noch weitere Ausrüstungsgegenstände zu entdecken, die hier, um Spoiler zu vermeiden, nicht weiter erläutert werden sollen. Nur so viel dazu: Die in den Leveln verstreuten Buchstaben-Tafeln solltet ihr unbedingt vollständig einsammeln, um ein kleines Extra zu erhalten!

Noch kurz ein paar Worte zu technischen Details des Spiels: Die farbenfrohe und detaillierte 8-Bit-Grafik der Vorgänger hat man gewissermaßen blind übernommen und so bewegt sich "Mega Man 5" optisch auf bekanntem und bewährtem Grafik-Niveau. Das ist gut. Weniger schön ist hingegen die Tatsache, dass auch der fünfte NES-Titel des blauen Bombers wieder mit massiven Slowdowns zu kämpfen hat, wenn es zu hektisch auf dem Bildschirm wird. Dies ist sicherlich kein Spielspaß-Killer, aber trotzdem - wie schon zuvor - äußerst ärgerlich. Dafür macht der absolut grandiose, qualitativ hochwertige Soundtrack immerhin wieder einiges wett.

Fazit:
"Alles wie gehabt", könnte man im Grunde als Untertitel zu diesem Test hinzufügen, denn "Mega Man 5" bietet wieder klassisches "Jump and Shoot"-Gameplay, welches man bereits in sehr ähnlicher Form aus den anderen 8-Bit-Vorgängern kennt. Die inhaltlichen "Innovationen", sofern man davon sprechen kann, sind lediglich marginal. Der Spielspaß ist und bleibt trotzdem enorm, wenngleich mittlerweile leichte Abnutzungserscheinungen beim Zocken erkennbar sind und der "humanere" Schwierigkeitsgrad sicherlich nicht bei allen Serien-Fans auf Gegenliebe stoßen wird. Dennoch: Ein intensiver Blick auf diesen durch und durch charmanten Retro-Titel lohnt sich allemal! (Alexander)

Pluspunkte:
+ typisches Mega Man-Gameplay
+ ausgefallenes Leveldesign
+ Roboterhund "Rush" und Vogel "Beat" als Gefährten
+ zusätzliche Ausrüstungsgegenstände
+ grandioser Soundtrack

Minuspunkte:
- teils zu leicht (für Serien-Kenner)
- massive Slowdowns

Wertung:
Einzelspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (13.05.2012)

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