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3D Classics Kirby's Adventure (3DSWare)
„Pfuäääääää“: So oder so ähnlich lässt sich wohl das Geräusch zu Papier bringen, welches Knutschkugel Kirby nur allzu gern von sich gibt. In „3D Classics Kirby’s Adventure“ wird dieses Geräusch dem Spieler dutzendfach entgegenschallen, wenn der wackere Held mal wieder nicht genug bekommen kann und die Gegner in sein Maul hineingezogen werden. Der Titel ist ein Remake des NES-Abenteuers aus dem Jahre 1993, als man Fernseher ruhigen Gewissens noch als „Röhre“ bezeichnen konnte und die 3D-Technik (zumindest im Heim-Bereich) noch in den Baby-Schlappen steckte. Nun spielen wir den Titel auf einem Gerät, dessen Bildschirm nur wenige Millimeter dick ist und darüber hinaus mit 3D-Effekten glänzen kann. Wie wirkt sich das nun auf den Spielspaß aus?

Man muss kein Genie sein, um sich auszumalen, wer im Dream Land üblicherweise für Ärger verantwortlich ist: King Dedede (oder auch König Nickerchen, je nach Videospiel-technischer Kindheit) hat den Sternenstab gemopst, der normalerweise dafür sorgt, dass alle Einwohner des Dream Lands des Nachts in fantastischen Träumen schwelgen. Jedoch hat er ihn nicht nur entwendet, sondern auch noch in sieben Teile zerbrochen, die nun in der Gegend verstreut herumliegen. Das kann Kirby natürlich nicht auf sich sitzen lassen und macht sich auf, um die Fragmente des Zauberwerkzeugs wieder einzusammeln und letztendlich den Frieden im Dream Land wieder herzustellen. Dabei kommen nun seine spezifischen Talente zum Einsatz: Er läuft, hüpft, saugt und fliegt durch die Gegend und bezwingt dabei alle Gegner, die sich ihm in den Weg stellen. Wie weiter oben bereits erwähnt ist dabei ein zentrales Element die „Kopier“-Funktion der Fähigkeiten seiner Feinde. Schluckt Kriby mal eben einen fiesen Schneemann herunter, kann er seine Widersacher von nun an schockfrosten. Ähnlich verhält es sich mit Schwert-, Feuer- oder auch Elektro-Widersachern. Es würde hier allerdings den Rahmen sprengen, alle potenziell erlernbaren Fähigkeiten aufzulisten. Festzuhalten ist: Je nach Situation kann eine ganz bestimmte Fähigkeit von Vorteil sein und es macht einen Mordsspaß, munter von den diversen Kräften Gebrauch zu machen.

Auf seiner Reise durchläuft Kirby eine ganze Menge Level, die sich auf sieben schmackhafte Oberwelten – sie tragen Namen wie „Ice Cream Land“ oder „Yogurt Yard“ - verteilen. Nimmt man in Betracht, dass das Spiel in dieser Form vor fast zwanzig Jahren erschien, mutet der Umfang schon außerordentlich enorm an und ist einer der ganz dicken Pluspunkte dieses Retro-Jump’n’Runs. Am Ende einer jeden Welt muss sich Kirby ganz klassisch einem Endboss stellen, der durch das Entlarven seiner Verhaltensweise jedoch meist relativ schnell erledigen lässt. Generell startet „3D Classics Kirby’s Adventure“ ohnehin mit einem sehr gemächlichen Schwierigkeitsgrad und wird erst in den letzten beiden Welten auch für Experten einigermaßen fordernd. Ein schöner Bonus der Entwickler ist in diesem Zusammenhang auch, dass eines der vielen Level nahezu den kompletten Inhalt von Kirbys erstem Abenteuer („Kirby’s Dream Land“; ein Game-Boy-Titel aus dem Jahre 1992 und ebenfalls im eShop zu finden) im Schnelldurchlauf wiedergibt – und das sogar in authentischer Schwarz-Weiß-Optik. So macht Geschichte doch Spaß! Bis auf besagten Abschnitt sind natürlich alle Level serientypisch in einem kunterbunten 2D-Grafikstil gehalten, der auf dem 3DS-Bildschirm gestochen scharf zur Geltung kommt. Besser kann man solch eine Neuauflage grafisch vermutlich nicht in Szene setzen. Das beauftragte Entwickler-Studio Arika hat hier exzellente Arbeit geleistet und empfiehlt sich unserer Meinung nach für weitere Aufgaben auf diesem Gebiet.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt: Die einzelnen Level der Oberwelten sind über Türen zugänglich. Gelingt in einem der Level nun eine besondere Aktion – beispielsweise das Entdecken und anschließende Betätigen eines versteckten Schalters – taucht eine weitere Tür auf, die beispielsweise Zutritt zu einem Minispiel verschafft. Dieser Aspekt sorgt dafür, dass man dem ein oder anderen Level einen erneuten Besuch abstatten sollte, um eventuelle Geheimnisse zu entdecken. Der gesamte Spielfortschritt wird zudem im Hauptmenü in Form einer Prozentzahl angezeigt. Nachdem wir das Spiel regulär abgeschlossen hatten, fehlten uns hier immer noch knapp 25 Prozent, um auch wirklich alles vom Spiel gesehen zu haben. Dem altbekannten „Geschwister-Streit“ wurde übrigens auch hier vorgebeugt: Es stehen gleich drei Spielstände zur Verfügung, um gemeinsam mit Kirby das Dream Land zu retten.

Fazit:
Hach ja, herrlich: Wer ein auf der Suche nach einem „old-fashioned“ Jump’n’Run ist, welches auch heute noch zu begeistern weiß, ist bei „3D Classics Kirby’s Adventure“ an der richtigen Adresse. Das Spiel bietet schnörkellosen Hüpf-Spaß, der vor allem durch seinen sympathischen und überaus wandlungsfähigen Protagonisten, die liebevolle Inszenierung und den enormen Umfang zu überzeugen weiß. Der 3D-Effekt ist jedoch – obwohl im Titel enthalten – nicht der Rede wert, da er weder positiv noch negativ ins Gewicht fällt. Wer eine Affinität zu klassischen Jump’n’Runs hat, für den ist „3D Classics Kirby’s Adventure“ ohne Frage ein Pflichttitel. (Niklas)

Pluspunkte:
+ "Yay, it's the pink dumpling!" ;D
+ viele verschiedene, aufnehmbare Fähigkeiten
+ für ein Retro-Jump'n'Run ziemlich umfangreich
+ gegebener Wiederspielwert
+ farbenfrohe und gestochen scharfe Optik
+ drei zur Verfügung stehende Spielstände

Minuspunkte:
- zu Beginn ziemlich leicht

Wertung:
Einzelspieler: 9,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 6,00 Euro

news@mag64.de (29.04.2012)

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