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Fun! Fun! Minigolf TOUCH! (3DSWare)
Dass sich die Handheld-Branche aktuell in einem Wandel befindet, wird spätestens dann klar, wenn man nach einem brauchbaren Golf-Titel für den Nintendo 3DS sucht. Mit „Fun! Fun! Minigolf TOUCH!“ erscheint nun (nach „Let’s Golf 3D“) das zweite Golf-Spiel für das System, doch wird man keines der beiden beim Händler seines Vertrauens finden: Beide Spiele sind ausschließlich über den digitalen Weg in Nintendos eShop erhältlich. Ungeachtet dieser medialen Evolution haben wir den digitalen Minigolf-Platz einer ausführlichen Inspektion unterzogen, um herauszufinden, ob das vergnügliche und beschauliche Freizeit-Vergnügen auch virtuell auf dem 3DS überzeugen kann.

Wie man sich angesichts des gewählten Titels vorstellen kann, ist der Name Programm. Der deutsche Entwickler Shin’en Multimedia hat dem Titel eine Touchscreen-Steuerung verpasst, um eines der wichtigsten 3DS-Features ausgiebig zu nutzen. Neben der Touchscreen-Kontrolle kann das Spiel aber auch ganz traditionell mit den Tasten des Gerätes konsumiert werden. Beide Varianten funktionieren tadellos und so ist es letztendlich Geschmackssache, für welche Form der Kontrolle man sich entscheidet. Bei einer Golf-Simulation ist Vorbereitung normalerweise das A und O: Die Windstärke, der richtige Schläger und der ausgeholte Schwung entscheiden über einen gelungenen oder verunglückten Schlag. Bei „Fun! Fun! Minigolf TOUCH!“ gestaltet sich das Ganze jedoch viel simpler. Da beim Minigolf traditionsgemäß nur geputtet wird und es auch nur einen Schläger gibt, zählt hier im Grunde nur die Schlagstärke und die gewählte Richtung. Die Richtung, die der Golfball einschlagen wird, wird durch eine Linie mit fließenden Pfeilen angezeigt. Ein grober Schnitzer, der die Planung des Schlages betrifft, vermiest jedoch jedem Golf-Taktiker den Spielspaß: Beabsichtigt man, den Ball „mit Bande“ zu spielen (was sehr häufig der Fall ist), wird vor dem Schlag nicht angezeigt, welchen Weg das Spielgerät nach dem Kontakt mit der Bahnumrandung gehen wird. Zusätzlich erschwert wird dieser Umstand auch noch dadurch, dass man die Bahn nur aus einer einzigen Kameraperspektive unter die Lupe nehmen kann. Lediglich seitlich lässt sich die Bahn vor dem Schlag mit einer Kamera abfahren. Hier hätten wir uns wenigstens noch eine Vogelperspektive gewünscht, mit der man sich einen viel besseren Überblick verschaffen hätte können.

Diese Mängel sind vor allem deshalb ärgerlich, weil „Fun! Fun! Minigolf TOUCH!“ technisch vollauf überzeugen kann. Die Spielumgebungen sind toll und farbenfroh gestaltet und geben das friedliche Flair, welches Minigolf-Plätze umgibt, wunderbar wieder. Angesichts der Tatsache, dass das Spiel mit lediglich fünf Euro zu Buche schlägt, kann man die Grafik getrost als mehr als überdurchschnittlich bezeichnen. Die Musik spielt so unaufdringlich im Hintergrund vor sich hin, dass sie weder zu belanglos klingt, noch übermäßig die Nerven strapaziert. Betrachtet man nun jedoch den Umfang des Spieles, senken sich die Mundwinkel leider erneut Richtung Erdboden. Gerade mal drei Minigolf-Plätze (Europa, Amerika und Asien) mit je neun Löchern stehen zur Auswahl. Jeder Platz steht zwar nach dessen Freischaltung in zwei noch schwierigeren Cup-Varianten zur Verfügung, indem sie durch zusätzliche Hindernisse verändert werden. Trotzdem bleibt die Auswahl mager und das Verlangen nach mindestens noch zwei anderen Golf-Umgebungen lässt sich nicht unterdrücken. Das kann auch der zusätzliche „Trickshot“-Modus nicht aufwiegen, in dem man auf der Bahn verteilte Münzen einsammeln muss. Dieser gerät auf die Dauer sehr eintönig und stupide, weil bloßes Einsammeln der Münzen nun mal keine besonders große Herausforderung darstellt. Hier hätte unserer Meinung nach ein Editor, mit dem man seine eigenen Golf-Bahnen kreieren kann, eine viel bessere Alternative dargestellt und vor allem für längerfristigerenn Spielspaß gesorgt. Der Dauerspaß geht nämlich auch dadurch verloren, dass man nach knapp einer halben Stunde praktisch alle vorhandenen Golf-Bahnen bereits gesehen hat. Ein paar freispielbare Dinge, wie beispielsweise andersfarbige Golfschläger oder eben erwähnte Cup-Varianten, motivieren leider nicht wirklich. Da es nur zwei (ja, zwei) wählbare Spielfiguren gibt, kann man jedoch über den Aspekt jubeln, dass man auch mit seinem eigenen Mii golfen kann. Dieser lässt sich optisch zudem den eigenen Wünschen anpassen.

Fazit:
Es ist nicht ganz leicht, „Fun! Fun! Minigolf TOUCH!“ mit einer fairen Bewertung zu versehen. Zwar bietet das Spiel einige grobe Mängel, wie die eingeschränkte Sicht auf den Verlauf der Ball-Richtung und der nicht zufriedenstellende Umfang. Andererseits kostet das Spiel jedoch gerade mal fünf Euro und weiß vor allem durch den unkomplizierten Zugang und die technische Inszenierung zu begeistern, was Shin’en ja auch schon mit seinen anderen Download-Titeln eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Golf-Fanatiker, die einige Zeit auf entspannten Minigolf-Plätzen verbringen wollen, dürfen hier ruhig einen Blick riskieren, sollten jedoch darauf gefasst sein, nicht viel Abwechslung geboten zu bekommen. (Niklas)

Pluspunkte:
+ entspanntes Minigolf-Flair
+ zwei tadellose Steuerungs-Varianten
+ farbenfrohe und ansehnliche Grafik
+ drei Spielstände
+ Miis können als Spielfigur benutzt werden
+ niedriger Preis

Minuspunkte:
- nur drei Minigolf-Plätze
- grober Schnitzer beim Blick auf den Verlauf des Balles
- nach knapp einer halben Stunde hat man quasi alles gesehen
- wenig (sinnvolle) freispielbare Inhalte
- stupider "Trickshot"-Modus
- keinerlei Mehrspieler-Inhalte

Wertung:
Einzelspieler: 6,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 5,00 Euro

news@mag64.de (18.03.2012)

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