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Sonic The Hedgehog (Virtual Console | Mega Drive)
Nur wenige Videospiele in der bisherigen Szene-Geschichte können ohne berechtigte Einwände und Zweifel als wahre Meilensteine betitelt werden, noch weniger Videospiel-Charaktere haben dabei den Status einer Ikone erlangt. Einer zweifellos schon: Sonic, der blaue Igel. Trotz einiger durchaus vermeidbarer Enttäuschungen und Tiefschläge in den letzten Jahren, die hauptsächlich in Verbindung mit seinen größtenteils durchwachsenen Ausflügen in die dritte Dimension standen und die Vollblut-"Sonic"-Fans mitunter sicherlich wie ein Tritt in die Weichteile vorkommen mussten, feierte der Entwickler SEGA vor nicht allzu langer Zeit mit "Sonic Generations" das 20-jährige Jubiläum seines rasenden Maskottchens. Während sich 3DS-Besitzer an einer gelungenen Umsetzung des Spiels für den neuesten Nintendo-Handheld erfreuen durften, gingen Wii-Fans leider gänzlich leer aus. Dafür holen wir im Virtual Ware-Team nun etwas nach, was eigentlich schon längst hätte geschehen müssen: Ein ausführlicher Blick auf den Anfang dieser fast schon legendären Serie, ein Blick auf "Sonic The Hedgehog" für das SEGA Mega Drive!

Eine finstere Zeit bricht zu Beginn des Spiels an: Der verrückte Wissenschaftler Dr. Robotnik (heute eher bekannt unter dem Namen "Dr. Eggman") hat sämtliche Tiere auf Emerald Island entführt und sperrt diese in bedrohliche Roboter ein, um mithilfe dieser die Weltherrschaft an sich zu reißen. Welch' teuflischer Plan! Und nur Sonic, der blaue Igel, kann ihn nun noch stoppen! Dazu rennt, springt und rollt ihr euch durch insgesamt sieben Welten, angefangen bei der klassischen, allseits bekannten "Green Hill Zone" bis hin zur kultigen "Scrap Brain Zone" und schließlich der "Final Zone", wo euch der große Showdown um das Schicksal der Erde erwartet. Sonics Attacken-Repertoire ist dabei in seinem ersten Abenteuer noch sehr überschaubar: Lange vor inzwischen serientypischen Fähigkeiten wie der "Homing Attack", dem "Light Dash" oder "Chaos Control" beherrschte SEGAs Maskottchen gerade einmal die Wirbelattacke, durch die er sich zusammenrollen und somit Gegenstände, Landschaftsobjekte und feindliche Charaktere zerstören konnte. Vielmehr braucht's allerdings auch nicht, denn im Wesentlichen zählt nur eines: eine hohe Geschwindigkeit beim Rennen. Bereits in "Sonic The Hedgehog" flitzt ihr in einem Affenzahn durch die verzweigten Areale, nehmt diverse Loopings und Sprungplatten auf eurem Weg mit und absolviert zwischendurch anspruchsvolle Plattform- und Sprungpassagen. Wer zusätzlich die sechs, jeweils in Bonus-Leveln versteckten "Chaos Emeralds" einsammelt, darf sich am Schluss an einem alternativen Ende erfreuen.

Erstaunlich: Am grundlegenden Ablauf und an der zeitlosen Spielmechanik hat sich bis heute, immerhin mehr als 20 Jahre später, nur sehr wenig geändert. Selbst das Schadens- und Lebenssystem ist bis in die moderne Neuzeit hinein unangetastet geblieben: Damals wie heute verliert Sonic bei Kontakt mit Feinden und gefährlichen Umgebungsobjekten zunächst nur seine bislang eingesammelten Ringe, ist aber, solange er Ringe bei sich trägt, gewissermaßen unantastbar. Doch Achtung: Ohne Ringe auf dem Konto hat der nächste gegnerische Treffer allerdings das sofortige Ableben eurer Spielfigur zur Folge. Gleiches gilt, sollte Sonic u.a. in tiefe Abgründe stürzen oder in irgendeiner Art und Weise durch Objekte zerquetscht werden. Im Todesfall wird der blaue Flitzer am zuletzt durchquerten Checkpoint ausgesetzt oder ihr landet - bei Verlust aller eurer Leben - wieder beim Titelbildschirm. Von dort aus kann man entweder erneut von Beginn des Spiels an ins Abenteuer starten oder man cheatet sich dank verstecktem Levelauswahlbildschirm in einen gewünschten Abschnitt. Das Level-Design darf dabei insgesamt als äußerst gelungen umschrieben werden, denn ausnahmslos jede Zone im Spiel beinhaltet neue Elemente und bestimmte Eigenheiten, welche die Abschnitte folglich nicht nur optisch voneinander unterscheiden. So müsst ihr in der "Marble Zone" beispielsweise auf austretende, heiße Lava Acht geben, während euch in der "Labyrinth Zone" mehrere Tauchgänge erwarten. Über diese Unterwasser-Abschnitte kann man sich gewiss streiten: Wir empfanden sie während des Spielens tendenziell eher als Ärgernis und weniger als spielerische Bereicherung. Unser tapferer Held ist nämlich bekennender Nichtschwimmer, daher agiert Sonic unter Wasser entsprechend deutlich träger als an Land, wodurch das sonst so zügige Spielgeschehen immens abgebremst wird. Zusätzlich muss ständig nach aufsteigenden Luftblasen Ausschau gehalten werden, um zu verhindern, dass man jämmerlich auf dem Weg zur Oberfläche ertrinkt. Diese Kombination aus zähem Vorankommen und zeitlichem Druck ist unserer Ansicht nach etwas unglücklich gewählt und kann auf Dauer stören, mitunter sogar frustrieren.

Mit "Sonic The Hedgehog" wollte SEGA anno 1991 der Welt eindrucksvoll demonstrieren, wozu die Mega Drive-Hardware seinerzeit in der Lage war. Das Ergebnis kann sich auch heute noch sehen lassen: Das Spiel bietet detailreiche 16-Bit-Landschaften und satte Farben. Das Spielgeschehen läuft zudem jederzeit flüssig, was angesichts des allgemeinen Spieltempos durchaus erstaunlich ist. Der Soundtrack ist ebenfalls fantastisch und bietet einige markante Melodien, die so manchem "Sonic"-Fan der ersten Stunde sicherlich bis heute im Gedächtnis geblieben sind. Ärgerlich ist letztendlich nur, dass die hier vorliegende PAL-Fassung weiterhin nur 50 Hz unterstützt, sodass das gesamte Spiel insgesamt natürlich merklich langsamer läuft als das NTSC-Pendant aus Übersee mit 60 Hz, was hier besonders an der leicht schleppenden Hintergrundmusik deutlich wird.

Fazit:
"Sonic The Hedgehog" für das SEGA Mega Drive ist ein wahrer Klassiker der Videospielgeschichte, den wirklich jeder mindestens einmal in seinem Leben gespielt haben sollte. Mehr Worte braucht es in diesem Fall für ein angemessenes Schlusswort eigentlich gar nicht. Angesichts der Tatsache, dass im Verlauf der letzten Jahren jedoch zahlreiche "Sonic"- Compilations und SEGA-Spielesammlungen für diverse Plattformen erschienen sind, die in aller Regel sogar die komplette "Sonic The Hedgehog"-Trilogie enthalten, kann die 800 Punkte teure Virtual Console-Fassung dieses Meisterwerks nur noch eingeschränkt empfohlen werden. Unser Tipp: Nach Möglichkeit auf eine der vorhandenen Collections (z.B. für den Gamecube oder den DS) zurückgreifen. Wer hingegen weniger aufs Geld achtet, der darf natürlich auch bedenkenlos die Virtual Console-Version kaufen. Großer Spielspaß ist jedenfalls garantiert, egal auf welchem System. (Alexander)

Pluspunkte:
+ zeitlose Spielmechanik
+ abwechslungsreiche,verzweigte Welten
+ Bonuslevel
+ alternatives Ende freispielbar
+ wunderbare, bunte 2D-Grafik
+ Soundtrack mit Ohrwurm-Faktor

Minuspunkte:
- Unterwasser-Abschnitte
- PAL-Fassung nur in 50 Hz

Wertung:
Einzelspieler: 8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (29.01.2012)

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