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Overturn: Mecha Wars (WiiWare)
Spannende Roboterfeuergefechte, nicht mehr und nicht weniger verspricht "Overturn: Mecha Wars", das erste Mecha-Kampfspiel für WiiWare! Die fleißigen Entwickler von Studio Zan haben dabei, zumindest was den Inhalt und Umfang angeht, keineswegs auf Sparflamme gearbeitet und einen äußerst ambitionierten Download-Titel auf den Markt gebracht, der die Fähigkeiten der Wii-Konsole geschickt für sich nutzt, die Möglichkeiten hingegen weniger ausreizt. Doch genug der langen Worte, alles Wissenswerte dazu verraten wir euch in unserem Test!

Zunächst ein paar Worte zur grundlegenden Spielgestaltung: "Overturn: Mecha Wars" ist ein 3rd-Person-Action-Titel, in dem ihr die Kontrolle über einen futuristischen Roboter übernehmt und mithilfe diverser Waffensysteme in abgeschlossenen Arenen Deathmatches gegen andere Maschinen austragt. Zur Auswahl stehen dabei unterschiedliche Mech-Modelle, die sich sowohl in ihren Spezialfähigkeiten als auch in ihren allgemeinen Attributen (wie beispielsweise Geschwindigkeit, Panzerung usw.) deutlich voneinander unterscheiden. Zur individuellen Gestaltung werden zusätzlich umfangreiche Tuning-Möglichkeiten angeboten, die sich indes nicht nur auf die optische Darstellung beschränken. Vielmehr lassen sich im Verlauf des Spiels weitere Waffensysteme freischalten, um die Kampf- und Feuerkraft des jeweiligen OTM ("Overturn Mech") voll und ganz nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen. Wer beispielsweise eine ruhige Hand besitzt und gezielten Schaden beim Gegner verursachen möchte, sollte besser zum Shurikenwerfer oder zur Pfeilkanone greifen, während Verfechter der Dauerfeuer-Taktik vermutlich eher mit dem Maschinengewehr oder dem Granatwerfer ihr Vergnügen haben werden. Insgesamt stehen 19 Waffen zur Verfügung, davon kann euer Mech maximal zwei gleichzeitig tragen - wobei diese sich jederzeit schnell und unkompliziert austauschen lassen!

Im Einzelspieler-Part, hier als Arcade-Modus betitelt, nehmt ihr mit eurem OTM an verschiedenen, im Schwierigkeitsgrad ansteigenden Turnieren teil. Dabei handelt es sich ausnahmslos um 1-vs-1-Kämpfe gegen andere Roboter, bei denen ihr entsprechend so lange aufeinander einschießt, bis entweder der gegnerische oder eben euer OTM das Zeitliche segnet. Das Anvisieren auf dem Kampffeld sowie das Drehen der Kamera erfolgt mithilfe des Wiimote-Cursors, über die Z-Taste wird die linke, über die B-Taste die rechte Waffe abgefeuert. Die Spezialattacke wird wiederum durch einen Druck der A-Taste aktiviert. Grundsätzlich weiß die Steuerung zu gefallen, einer gewissen Eingewöhnungszeit - insbesondere im Bezug auf das Zielen mit dem Cursor (wohlgemerkt ohne Zielerfassung!) - bedarf es jedoch definitiv. Das Balance Board wird übrigens auch unterstützt und kann als Ersatz für den Analog-Stick des Nunchuks zur Bewegung eures Kampf-Roboters genutzt werden. Den zweiten Schwerpunkt des Singleplayers stellt das Tuning dar: Über "OTM-Anpassung" und "OTM-Test" im "Arcade"-Menü gelangt ihr in den Tuning-Bereich, wo ihr euren Roboter nach Herzenslust farblich umlackieren, mit Waffen ausrüsten und testen könnt. Letzteres ist von besonderer Bedeutung, denn bevor ihr an Turnieren oder gar an Mehrspieler-Duellen teilnehmt, solltet ihr zuallererst einen Probelauf machen, um die unterschiedlichen Waffensysteme beispielsweise mit Blick auf die Nachladezeiten oder den Schadensbereich abzuwägen und kennenzulernen.

Das Herzstück von "Overturn: Mecha Wars" stellt jedoch nicht der Solo-Part, sondern eindeutig der Multiplayer-Teil dar. Welch' Überraschung, nicht wahr? Lokal können dabei zwei Spieler auf einem geteilten Bildschirm im Duell gegeneinander antreten. Die Duell-Regeln sind denkbar einfach: Der Spieler, der die Lebensanzeige des Gegners innerhalb eines bestimmten Zeitlimits leert, gewinnt. Wer gerade keinen Mitspieler für ein Splitscreen-Battle in Griffnähe hat, kann stattdessen auch online über die Nintendo Wi-Fi-Connection mit seinem angepassten OTM sein Glück wagen. Neben den üblichen 1-gegen-1-Duellen sind hier auch sogenannte "Königkämpfe" für bis zu vier Spieler möglich, in denen die Spieler in einem begrenzten Zeitraum um die meisten Abschüsse untereinander ringen. Online-Ranglisten motivieren dazu, in solchen Kämpfen natürlich möglichst gut abzuschneiden, um Ruhm und Ehre durch hohe Listen-Positionen zu erlangen. Leider lassen sich mittlerweile nur noch selten willige Mitspieler aus aller Welt finden, daher empfiehlt es sich, stattdessen euren Freundescode mit denen eurer Vertrauten und Bekannten auszutauschen und anschließend gegen diese anzutreten.

Wirklich enttäuschend an "Overturn: Mecha Wars" ist lediglich die technische Seite, denn diese ist vor allem eines: erschreckend unspektakulär. Während die OTM-Modelle durchaus detailliert und ansehnlich gestaltet sind, kommen die Arenen und Landschaften dagegen recht lieblos sowie fast schon furchtbar detailarm daher. Die Kampfeffekte wie beispielsweise Explosionen und Trefferanzeigen sind ebenfalls eher schlicht ausgefallen und gerade für ein Action-Spiel wie dieses deutlich (!) zu unauffällig und dezent. Bedauerlich ist zudem, dass euer OTM keinen markanten optischen Schaden z.B. in Form von Beulen am Gehäuse etc. nimmt. Der über weite Teile äußerst zurückhaltende und öde Soundtrack unterstützt letztendlich den technisch mäßigen Gesamteindruck.

Fazit:
"Overturn: Mecha Wars" macht einiges genau richtig: Die Idee eines Mecha-Kampfspiels ist halbwegs originell und auf der Wii bislang ohne Konkurrenz, die Tuning-Möglichkeiten der OTM-Modelle bringen einerseits eine individuelle, andererseits eine gewisse taktische Note ins Spiel und die Einbindung eines Online-Modi sorgt für einige unterhaltsame Stunden vor dem Fernseher. Was während der Entwicklung dieses Download-Titels letzten Endes leider gefehlt hat, war der Mut zu mehr "Wumms" und "Kaboom": Anstatt die Mecha-Duelle und Kampf-Areale optisch ansprechend und spektakulär in Szene zu setzen, begnügt man sich mit einer soliden, aber für ein Action-Spiel viel zu langweiligen Inszenierung; anstatt aufreibender, atmosphärischer Metal- und Hardrock-Melodien gibt es eine eintönige und kaum wahrnehmbare Berieselung aus dem Hintergrund. Kurzum: Das Spiel bleibt technisch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das schmälert fraglos den Gesamteindruck, sollte Liebhaber unkomplizierter Action-Kost (und natürlich auch alle Interessierte) allerdings nicht vor einem Kauf abschrecken. (Alexander)

Pluspunkte:
+ unterhaltsame Feuergefechte mit Robotern
+ individuelles Tuning (Waffen, Aussehen)
+ 19 verschiedene Waffen
+ einwandfreie Steuerung per Wiimote-Nunchuk-Kombo
+ Balance-Board-Unterstützung
+ 2-Spieler-Versus-Modus
+ netter Online-Modi inkl. Ranglisten

Minuspunkte:
- detailarme Arenen
- unspektakuläre Effekte
- langweiliger, eintöniger Soundtrack

Wertung:
Einzelspieler: 6,0
Mehrspieler: 7,5
Online: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (29.01.2012)

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