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Gnomz (WiiWare)
Manchmal fällt es uns als Videospiel-Redakteuren und -Rezensenten wirklich nicht leicht, eine exakte und insbesondere wirklich adäquate Genre-Zuordnung für bestimmte Spiele auf dem immer größer und vielfältiger werdenden Markt zu treffen. Doch immer dann, wenn solche Gattungsgrenzen förmlich verschwimmen, kann man sich recht sicher sein, dass auch eine anschauliche Beschreibung des Spielablaufs nicht viel leichter als die Suche nach einer passenden Zuordnung ausfallen wird. Äußerst hilfreich, um aus dieser unschönen Zwickmühle herauszukommen, sind - schlicht und ergreifend - Vergleiche. Ein Spiel, das irgendwie Action, das irgendwie Kampfspiel und irgendwie Jump 'n' Run ist, lässt sich bildlich nur schwer fassen. Daher stellt euch im Folgenden einfach eine Mischung aus "Super Smash Bros." und dem Arcade-Klassiker "Mario Bros." vor, das Ganze mit schrillen, bunten Farben versehen - und schon dürftet ihr ungefähr erahnen können, was euch in "Gnomz" für WiiWare erwartet.

In diesem - wir nennen es jetzt einfach mal - Action-Kampfspiel gibt es ordentlich eins auf die Mütze! Dabei nach Möglichkeit natürlich weniger für euch und mehr für eure Gegner. Mit bis zu vier menschlichen Spielern und auf Wunsch mit weiteren vier KI-Gegnern dürft ihr in der Rolle der kleinen Gnome in drei unterschiedlichen Wettbewerben gegeneinander antreten. Wird der Spielmodus "Plattmacher" gewählt, dann geht es voll und ganz um die Frage des Seins oder Nicht-Seins: In einem harten Deathmatch gilt es innerhalb eines Zeit- oder Frag-Limits, möglichst viele feindliche Gnome fertigzumachen. Nicht mit Waffen oder anderen Hilfsmitteln, nein, hier reicht schon ein simpler Sprung auf den Kopf, um euren unliebsamen Mitstreiter aus seinem (in jeder Hinsicht) kurzen Gnom-Leben zu befördern. Während der munteren Prügelei lassen sich dabei nützliche magische Extras einsammeln, die eure Spielfigur unter anderem kurzzeitig unsichtbar werden lassen, in einen Ninja verwandeln oder eurem Kampfzwerg dank Berserker-Power gewaltige Kräfte verleihen. Wen die fröhliche Gnom-Meuchelei und -Schlägerei, das Winzling-Gestoße und -Gewerfe seelisch dann doch etwas zu stark belastet - hierfür unser vollstes Verständnis - der kann sich stattdessen an die Spielmodi "Auf die Socken" oder "Sockensammler" wagen: Ersteres ist gewissermaßen ein "King of the Hill"-Abklatsch, bei dem eine goldene Socke möglichst lange bei einem Spieler verbleiben muss, in letzterem Falle müssen dagegen vor Ablauf der Zeit die meisten Socken auf dem Spielfeld eingesammelt werden, um zu gewinnen.

Wo wir gerade beim Spielfeld sind: Insgesamt erwarten euch 25 unterschiedliche Arenen, die zwar nicht sonderlich groß sind (insbesondere, wenn sich acht Gnome zeitgleich auf dem Kampffeld befinden), dafür aber schrill und bunt gestaltet sowie mit zahlreichen Objekten dekoriert sind und durch weitere Elemente wie u.a. zeitweise überblendende Regenbögen ergänzt werden. Die 2D-Grafik des Spiels ist, wie den Bildern zu entnehmen, durchaus schlicht und einfach, dafür aber gefühlt umso kunterbunter und irgendwie abgedreht, im positiven Sinne. Der gelungene Soundtrack, eine Mischung aus Pop-, Rock- und Folk-Melodien, hat uns dabei besonders imponiert und passt wie kein zweiter zum Spielgeschehen. Bestimmte Soundeffekte, wie beispielsweise die völlig unverständlichen Ausrufe der Gnome, besitzen hingegen eine Tendenz zum inflationären Gebrauch und nerven auf Dauer tierisch - oder gnommäßig, wie auch immer.

"Gnomz" ist ein Mehrspieler-Titel und entfaltet entsprechend erst speziell mit drei menschlichen Mitspielern an eurer Seite sein volles Spielspaß-Potenzial. Solo-Gamer schauen hier leider etwas in die Zwergenröhre, da keine separaten Einzelspieler-Modi enthalten sind. Alle drei oben genannten Spielvarianten können natürlich auch alleine gegen computergesteuerte Gegner angegangen werden, das macht aber letzten Endes nicht einmal halb so viel Spaß wie mit Freunden oder Verwandten auf der anderen Hälfe des Sofas. Diesen Nachteil hätten die Entwickler von QubicGames durch die Integration eines Online-Modus' durchaus kompensieren können. Doch es bleibt letztendlich nur beim Konjunktiv, da man eine Online-Anbindungen in diesem Fall leider vergeblich sucht. Schade, dabei hätte das Spielprinzip auch für Online-Kloppereien durchaus Potenzial.

Fazit:
"Gnomz" ist eine klare Empfehlung an alle Freunde des geselligen Beisammenseins, denn für schlappe 500 Nintendo-Punkte wird hier eine unkomplizierte und zugleich ungemein amüsante Mehrspieler-Kost für Jung und Alt geboten. Die drei enthaltenen Spielmodi sorgen für kurzweilige Unterhaltung und wissen trotz des letztendlich geringen spielerischen Einfallsreichtums der Entwickler durchaus zu gefallen, ebenso wie die putzige Aufmachung des Spiels. Interessierte dürfen folglich bedenkenlos zugreifen, Solisten und Einzelgänger in Videospielen sollten sich jedoch über den fehlenden separaten Einzelspieler-Part im Klaren sein. (Alexander)

Pluspunkte:
+ für bis zu vier Spieler geeignet
+ drei lustige Spielmodi
+ 25 Arenen
+ zuschaltbare KI-Gegner
+ putzige Optik & toller Soundtrack

Minuspunkte:
- kein separater Einzelspielermodus
- für Solisten daher eher uninteressant
- kein Online-Modus
- z.T. störende Soundeffekte

Wertung:
Einzelspieler: 2,0
Mehrspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (15.01.2012)

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