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Urbanix (WiiWare)
Neues aus dem Hause Nordcurrent: Das europäische Entwicklerstudio, welches mit Download-Titeln wie "Arcade Essentials" oder "Robin Hood: The Return of Richard" bislang noch keinen bleibenden Eindruck bei uns Wii-Besitzern hinterlassen konnte, meldet sich nun mit der Neuinterpretation des bekannten Computer- und Arcadeklassikers "Qix" zurück. Ob "Urbanix", so der Name dieser modernen WiiWare-Adaption, dabei seiner inzwischen rund 30 Jahre alten Vorlage gerecht wird, verraten wir euch in unserem Test.

In der Rolle eines kleinen Bulldozers namens Urbanix werdet ihr in diesem Spiel vor die Aufgabe gestellt, auf anfangs leeren Feldern Städte zu errichten. Wie im Arcade-Original müsst ihr dafür ein jeweils festgelegtes Spielfeld nach und nach durch vertikale und horizontale Striche, die in diesem Fall die Fahrspuren der Spielfigur darstellen, für euch beanspruchen. Spielfeldabschnitte werden allerdings erst vom Hauptfeld "abgetrennt" und in der Folge bebaut, wenn ihr wieder Kontakt zu einer Pflasterstraße, sprich dem Rand des Spielfeldes, habt. Sollte euch ein Gegner in der Zwischenzeit, also während ihr euch noch auf dem Spielfeld befindet, in die markierte Fahrspur laufen, dann wird eurer Bauvorhaben augenblicklich zunichte gemacht und ihr verliert ein Leben. Je größer jedoch der Abschnitt ausfällt, den ihr in einem Spielzug bebaut, desto mehr Punkte erhaltet ihr auf euer Konto gutgeschrieben - Mut zum Risiko wird folglich entlohnt! Eine Stage gilt immer dann als abgeschlossen, wenn eine bestimmte Punktzahl innerhalb des jeweiligen Zeitlimits erreicht wurde.

Drei Gegnertypen werden euch das Leben während des Spielens gleichwohl schwer machen. Am gefährlichsten für den kleinen Urbanix sind dabei die sogenannten Landläufer, die ständig über das Spielfeld wuseln und versuchen, durch Kontakt mit euch oder euren Fahrspuren die Bebauung des Spielfeldes zu verhindern. Weniger bedrohlich, aber ebenso nervig sind dagegen die Helihaie, die ständig über euch in der Luft kreisen und stets nach günstigen Gelegenheiten suchen, um eure Spielfigur zu verspeisen. Acht geben muss man überdies auch auf die Hauszerstörer, böswillige Kräne, welche von euch errichtete Häuser wieder niederreißen, sofern man sie daran nicht hindert. Ganz wehrlos ist unser kleiner Bulldozer allerdings nicht, denn zwischendurch erscheinen natürlich auch Power-Ups auf dem Spielfeld, welche euch in heiklen Momenten Lebensboni spendet, das Zeitlimit wieder etwas erhöhen oder eure Spielfigur kurzzeitig unverwundbar machen. Das Spielprinzip ist, wie man somit vermuten kann, nicht allzu komplex und obendrein nicht übermäßig originell, wird im späteren Verlauf aber durchaus herausfordernd. Besonders hervorheben muss man an dieser Stelle den Spielumfang: In "Urbanix" erwarten euch - verteilt auf drei Welten - insgesamt 150 Level. Die drei Gebiete "Stadt", "Nordpol" und "Mond" unterscheiden sich dabei nicht nur optisch voneinander, sondern bringen auch leichte spielerische Veränderungen mit sich, denn die Areale im hohen Norden oder auf dem Mond müssen mehrfach befahren werden, bevor dort Häuser aus dem Boden schießen können. Davon abgesehen entpuppt sich der eigentliche Spielablauf jedoch als äußerst trist: Abwechslungsreichtum und besondere Kreativität im Leveldesign und in der Spielmechanik sucht man hier leider vergebens, sodass sich beim Zocken schnell eine gewisse Monotonie einstellt. Daran ändert die Möglichkeit, das gesamte Spiel mit einem Freund im Kooperationsmodus anzugehen, letzten Endes auch nicht viel. Zumal sich der Mehrspielermodus lediglich auf kooperatives Spielen beschränkt, ein Versus-Modus ist entsprechend nicht vorhanden.

Technisch präsentiert sich "Urbanix" halbwegs solide: Der bunte, irgendwie knuffige Grafikstil und die putzige Charakter-Gestaltung mit den großen Glubschaugen richtet sich eindeutig und zweifellos an eine jüngere Spielerschaft, die vermutlich völlig zufrieden damit sein wird. Über die mitunter unschönen, recht unspektakulären Texturen und Charakter-Modelle sowie die sich ständig wiederholende, ebenso eintönige akustische Hintergrundbegleitung werden sich dagegen eher die älteren Spieler stören - so auch wir.

Fazit:
Weder sonderlich originell, noch übermäßig abwechslungsreich: "Urbanix" hinterlässt am Ende dieses Tests lediglich einen mittelmäßigen Eindruck. Grundsätzlich weiß die Idee hinter diesem Spiel zu gefallen, die "Transferierung" eines Klassikers in die Neuzeit ist im Großen und Ganzen durchaus gelungen und der Umfang mit 150 Leveln weit mehr als nur angemessen. Doch der auf Dauer eintönige, repetitive Spielablauf erzeugt einen fraglos bitteren Beigeschmack, denn 150 Mal im Wesentlichen dasselbe zu machen, sorgt vermutlich eher für pure Langeweile als für gute Unterhaltung. Was lernen wir also daraus? Quantität muss nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein! (Alexander)

Pluspunkte:
+ moderne "Qix"-Adaption
+ Umfang von 150 Leveln
+ drei thematisch unterschiedliche Welten
+ 2-Spieler-Kooperationsmodus

Minuspunkte:
- repetitiver und monotoner Spielablauf
- Mehrspieler ohne Versus-Modus
- technisch höchstens Mittelmaß

Wertung:
Einzelspieler: 5,0
Mehrspieler: 5,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (18.12.2011)

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