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Freakyforms: Deine Geschöpfe, quicklebendig! (3DSWare)
Aufmerksamkeit aufgrund des ungewöhnlichen Titels hat dieses 3DSWare-Spiel schon mal sicher: „Freakyforms: Deine Geschöpfe, quicklebendig!“. Klingt allerdings auch arg nach einem „Casual“-Titel, der sich eher an jüngere Videospieler zu richten scheint. Aber sei’s drum, auf dem jungfräulichen Gebiet der 3DSWare sind wir über jeden neuen Titel dankbar. Zumal dieser von dem Studio „Asobism“ entwickelte Titel von einem gewissen Konzern namens „Nintendo“ vertrieben wird. Spiegelt sich dieser erfreuliche Umstand aber auch im Spielspaß wider?

Wird „Freakyforms“ (wir greifen wegen der Originaltitel-Länge auf die Kurzfassung des Namens zurück) gestartet, erwartet den Spieler erstmal ein Zuckerschock: Bunte Farben, Formen und Gegenstände gibt es hier en masse. Farbenblind sollte man hier also besser nicht sein. Der quietschende und schräge Soundtrack steuert sein Übriges zu dem skurrilen Erscheinungsbild bei. Da dieses Spiel eine sehr komplexe und kreative Komponente beinhaltet, meldet sich auch sogleich ein kleiner Helfer, der euch beim angenehmen Tutorial an die Hand nimmt. Jetzt geht’s ans Eingemachte: Bei „Freakyforms“ geht es im Grunde darum, einen leblosen Planeten in einen blühenden und großen Lebensraum zu verwandeln. Gott hat bei einem ähnlichen Unterfangen damals Adam und Eva erschaffen, wir greifen jedoch lieber auf „Formis“ zurück. Diese erstellen wir quasi in einem „Baukasten“-Modus, der uns eine Fülle an Formen für den Körper, die Beine, die Augen und sonstige Bestandteile unseres Formis zur Verfügung stellt. Wie wäre es mit einer purpurfarbenen Schildkröte, die einen gigantischen Zylinder trägt? Oder vielleicht lieber ein weißes Marsmännchen, dessen Torso aus Dreiecken besteht und über etwa acht Beine verfügt? Ihr merkt: Hier können Wesen erschaffen werden, die man sonst nur bei durch Drogen verursachten Halluzinationen zu sehen glaubt. Im weiteren Spielverlauf lassen sich auch noch andere Accessoires und zusätzliche Komponenten (wie beispielsweise Flügel oder Räder) freischalten. Auch der Planet kann modifiziert werden: Wolken, Pflanzen, Häuser & Co. dürfen genau so aussehen, wie ihr es gerne hättet. Das Witzigste am Spiel ist jedoch mit absoluter Sicherheit die Festlegung der Stimme eures Formis: Ihr könnt nicht nur über die Klangfarbe, sondern auch deren Höhe und Tiefe bestimmen. Euer Formi sabbelt unergründliches Kauderwelsch, welches euch jedoch unheimlich zum Lachen bringen wird. Selten hat man in einem Videospiel solch ulkige Stimmen gehört.

Habt ihr euerem Formi Leben eingehaucht, steht er/es auch schon auf dem Planeten. Nun kann dieser (natürlich wahlweise auch mit eingeschaltetem 3D-Effekt, der jedoch kaum ins Gewicht fällt) erkundet werden. Mit steigender Anzahl erstellter Formis wächst auch die Größe eures Planeten. Die Formis entdecken auf diesem Schatztruhen oder können Obstbäume leer futtern und legen bisweilen Eier, die Münzen enthalten (welche wiederum in Accessoires investiert werden können). Gelegentlich trefft ihr auch auf andere Formis, die euch in „Animal Crossing“-Manier um kleine Gefallen – wie beispielsweise Botengänge – bitten. Leider beginnen genau hier die Probleme von „Freakyforms“: Es will einfach kein Spielspaß aufkommen. Einfach nur mit dem eigenen Formi durch die Gegend zu laufen und kleine Aufgaben zu lösen, ist auf Dauer sehr öde. Zu allem Überfluss sorgen zwei Dinge für noch mehr Frust: Ein sinnfreies Zeitlimit begrenzt eure Erkundungsausflüge auf maximal fünf Minuten. Wollt ihr das Erkunden fortsetzten, müsst ihr euer Formi im Menü erneut auswählen und eine neue Tour starten. Zweiter Frustfaktor: Die Steuerung. Wir begrüßen es, wenn Entwickler die Vorzüge des 3DS – hier in Form einer Touchscreen-Steuerung - ins Spiel integrieren. Jedoch ist diese leider total umständlich geraten. Auf dem unteren Bildschirm ist eine Art „virtueller“ Analogstick abgebildet, der euer Formi springen lässt, wenn ihr den Stick in die entsprechende Richtung zieht. Um die Figur zum Laufen zu bringen, müsst ihr mit dem Stylus links oder rechts neben diesen Stick klicken. Das hört sich alles sehr umständlich an, und leider können wir euch bestätigen, dass es das auch ist. Eine althergebrachte Steuerungsmethode wäre hier die bessere Lösung gewesen. „Freakyforms“ verschenkt eine Menge Potenzial: Das Erstellen von Formis und die Bearbeitung der Umgebung macht Spaß, der Rest jedoch nur bedingt. Zwar haben die Entwickler dem Spiel noch andere Boni spendiert, wie beispielsweise einen Foto-Modus oder die Möglichkeit, QR Codes einzulesen. Aber auch diese Dinge können „Freakyforms“ leider nicht retten. Dieser Titel ist wie eines jener Weihnachtsgeschenke, die ausgesprochen hübsch verpackt sind und im ersten Moment für Begeisterung sorgen. Nach dem Auspacken und einer kurzen Weile der Beschäftigung stellt sich jedoch Ernüchterung ein.

Fazit:
„Freakyforms“ sieht abgedreht aus und es macht wirklich Spaß, der Fantasie freien Lauf zu lassen und eigene Figuren zu erschaffen. Außerdem sind deren ausgeflippte Stimmen ausgesprochen witzig. Das war es dann leider aber auch. Das eigentliche Spielprinzip, den Planeten zu erkunden und kleine Aufgaben zu erledigen, gerät ausgesprochen belanglos und unterfordernd. Ein völlig unsinniges Zeitlimit und die umständliche Steuerung sorgen dafür, dass die Mundwinkel des Spielers nach anfänglicher Begeisterung zunehmend zu Boden sinken. Wirklich schade, denn „Freakyforms“ hätte mit seinem kreativen Kern und einem ausgefeilteren „Erkundungsmodus“ ein sehr ansprechender 3DSWare-Titel werden können. So sei nur den Lesern ein Anspieltipp ans Herz gelegt, die absolute „Baukasten“-Fans sind, und allein schon mit dem Erstellen der Formis zufrieden sind. Oder auch denen, die sich noch im Milchzahnalter befinden und mit dem belanglosen Gameplay zufrieden geben. (Niklas)

Pluspunkte:
+ ausgefallene & bunte 2D-Optik
+ kreativer & fantasievoller "Formi"-Erstellungsmodus
+ Stimmen der Formis sind zum Totlachen
+ viele freischaltbare Objekte
+ vorbildliche digitale Anleitung

Minuspunkte:
- eigentliches Spielprinzip völlig belanglos
- praktisch kein Schwierigkeitsgrad vorhanden
- trotz der bunten Opitk ziemlich karge Hintergrundgestaltung
- absolut unsinniges Zeitlimit
- umständliche Steuerung
- 3D-Effekt ohne Daseinsberechtigung

Wertung:
Einzelspieler: 6,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 6,00 Euro

news@mag64.de (27.11.2011)

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