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Aya and the Cubes of Light (WiiWare)
Aufgepasst, Freunde geistig anspruchsvoller Spielekost: Mit "Aya and the Cubes of Light" veröffentlichen die Entwickler von Object Vision Software nicht nur ihren ersten Download-Titel für Nintendos aktuelle Heimkonsole, sondern zugleich auch das kognitiv herausfordernste WiiWare-Spiel, das wir im Virtual Ware-Bereich seit längerem testen konnten. Wii-Besitzer dürfen sich hier über einen Science-Fiction-Plattformer mit Puzzle- und Rätsel-Elementen freuen, der einerseits sämtliche vorhandene Gehirnzellen zum Glühen bringt und dabei andererseits durch ungeschickte Design-Entscheidungen die Handgelenke stark strapaziert.

Warum funkeln eigentlich die Sterne am Nachthimmel? Eine Frage, die sich schon viele Kinder und sicherlich auch zahlreiche Erwachsene gestellt haben. In der Welt von "Aya and the Cubes of Light" werden diese durch sogenannte "Cubes" mit Energie versorgt und von einem mechanischen Wesen namens Cseom am Laufen gehalten. Doch aus unerklärlichen Gründen verschwinden nach und nach die wichtigen Energy-Packs aus den Cube-Maschinen, wodurch der Kosmos zunehmend dunkler wird. Um eine totale Finsternis im Universum zu verhindern, müsst ihr in der Rolle der jungen Aya zu drei Sternenbildern mit jeweils zehn Cubes reisen und dort die würfelförmigen Energiespender wieder aktivieren. Keine leichte Aufgabe, denn die dazu benötigten Energy-Packs müssen auf den verwinkelten und komplexen Cubes erst einmal gefunden werden - und die Gravitation tut ihr Übriges.

Beeindruckend und zugleich spielerischer Kern dieses Puzzle-Plattformers ist nämlich - wie seinerzeit bei "Super Mario Galaxy" - das kreative Spiel mit der Gravitation. Ade, simples horizontales "Rumgehüpfe": Um die Level-Ziele zu erreichen, müsst ihr regelmäßig Wände hoch- und sogar an der Decke entlanggehen. Sofern horizontale mit vertikalen Ebenen über Kurven bzw. Rundungen miteinander verbunden sind, könnt ihr geschmeidig die zahlreichen Cubes auf verschiedene Arten erkunden. Die Schwerkraft passt sich dabei immer der Position der Spielfigur an: Lauft ihr beispielsweise von einer horizontalen Ebene nach rechts über eine Rundung zu einer vertikalen Ebene, dann drückt euch die Schwerkraft nicht mehr nach unten, sondern fortan nach rechts. Dieser Zustand hält solange an, bis ihr über eine Rundung wieder eine andere Ebene erreicht. Diese wechselnde Gravitation ist letztendlich der Schlüssel zum Erfolg, denn um bestimmte Platten und höherliegende Wege zu erreichen, werdet ihr häufig ein und dieselbe Plattform aus verschiedenen Positionen betrachten und begehen - mitunter auch kopfüber. Da erhält die Phrase "um die Ecke gedacht" gleich eine ganz neue Bedeutung! Denken und rätseln müsst ihr in "Aya and the Cubes of Light" ohnehin viel, da das Spiel schlicht und ergreifend bockschwer und wahnsinnig komplex ist. Die meiste Zeit verbringt man in der Regel damit, sich die verschiedenen Lösungswege und -möglichkeiten gedanklich vorzustellen und seine nächsten Schritte sorgfällig zu planen, denn bereits ein unbedachter Sprung kann euch aufgrund der wechselnden Schwerkraft direkt in die Weiten des Weltalls hinauskatapultieren. Wer alle Level und sämtliche Bonus-Cubes erfolgreich abzuschließen möchte, braucht entsprechend nicht nur ordentlich Hirnschmalz, sondern auch viel Zeit und eine gewisse Ausdauer, oder auch Beharrlichkeit.

Die Entwickler demonstrieren hiermit eindruckvoll, wie Puzzle-Spiele im 21. Jahrhundert aussehen können - und leider auch, wie Motion Control-Elemente heutzutage nicht angewandt werden dürfen! Das Einsetzen von Energy-Packs in die dafür vorgesehenen Halterungen beispielsweise verlangt vom Spieler eine vollkommen unnötige und komplexe Bewegung mit der Wiimote (B-Taste drücken, Controller nach vorne reißen und anschließend zur Seite kippen), die zudem oft nicht richtig erkannt und damit nicht selten wiederholt werden muss. Weitaus ärgerlicher ist jedoch die Sprung-Steuerung, die statt eines einfachen Tastendrucks unverständlicherweise eine Aufwärts-Bewegung des Controllers vorsieht. Und gesprungen wird genretypisch natürlich viel. Sehr viel sogar, sodass es irgendwann zu Ermüdungserscheinungen und Anspannungen im Handgelenk kommen kann, ganz davon abgesehen, dass akkurat getimte Sprünge auf diese Weise nur selten gelingen. Gäbe es eine Auszeichnung für die dümmste Design-Entscheidung in einem Videospiel, dann wäre Object Vision Software wahrlich ein heißer Kandidat auf einen Podiumsplatz!

Fazit:
"Aya and the Cubes of Light" bietet in der eher unscheinbaren Gestalt eines Plattformers eine wahrhaft einzigartige und insbesondere erfrischend unverbrauchte Puzzle-Erfahrung. Der anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad des Spiels sorgt für einige unterhaltsame Stunden vor dem heimischen Fernsehgerät und dürfte selbst für erfahrene Knobel- und Rätsel-Freaks eine angemessene Herausforderung darstellen. Liebhaber dieses Genres kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, sofern diese über die leider völlig unnötige und störende Motion Control-Steuerung hinwegsehen können. Wer bereits mit vergleichbaren Download-Titeln wie beispielsweise "And Yet It Moves" seine Freude hatte, sollte Ayas Weltraumabenteuer definitiv eine Chance geben! (Alexander)

Pluspunkte:
+ ein außergewöhnlicher Puzzle-Plattformer
+ drei Sternenbilder mit jeweils zehn Level
+ herausfordernder Schwierigkeitsgrad (für Genre-Kenner)
+ freispielbare Bonus-Cubes

Minuspunkte:
- mitunter zu hoher Schwierigkeitsgrad (für Otto-Normal-Spieler)
- unsinnige und nervige Motion Control-Steuerung

Wertung:
Einzelspieler: 7,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 1000 Nintendo Punkte

news@mag64.de (30.10.2011)

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