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Pokedex 3D (3DSWare)
In der Videospielbranche ist es ein ungeschriebenes Gesetz: Kostenlose Software „zieht“ einfach. Das angebotene Programm kann noch so simpel, belanglos oder qualitativ minderwertig daherkommen; sofern es gratis angeboten wird, sind dem Publisher zahlreiche Downloads sicher. Den Umständen entsprechend erwartungslos lässt man sich auf die von Nintendo angebotene Software „Pokedex 3D“ ein, die zum Start des eShops erschien und Pokemon-Sympathisanten in ihren Bann ziehen respektive neue Fans für die Taschenmonster gewinnen will.

Wird die Software gestartet, merkt man auch sogleich, dass man es hier nicht mit einem „normalen“ Pokemon-Spiel zu tun hat, sondern vielmehr mit einer Art Datenbank. Zum Verständnis für alle, die mit dem Pokemon-Franchise nicht vertraut sind: Der „Pokedex“ ist eine digitale Enzyklopädie, die allumfassende Informationen und Details zu den verschiedenen Pokemon bereithält. In den klassischen Pokemon-Abenteuern trägt man diesen in abgespeckter Form mit sich herum, hier bekommt man allerdings die „volle Packung“ an Pokemon-Fakten geboten. Größe, Gewicht, spezielle Fähigkeiten, jeweilige Entwicklungsstufen und vor allem alle eigenmächtig oder über Technische/Versteckte Maschinen erlernbare Attacken sind hier aufgeführt. Eingefleischte Freaks würde diese Datenflut wahrscheinlich wunschlos glücklich machen, wäre da nicht das Manko, dass in „Pokedex 3D“ ausschließlich Monster der aktuellen Generation der Weißen und Schwarzen Edition enthalten sind. Das macht also etwas mehr als 150 Pokemon. Arg wenig, wenn man bedenkt, dass es mittlerweile über 600 verschiedene Kreaturen gibt.

Ein Pokemon-Spiel kommt um die Funktionen des Verbindens, Sammelns und Tauschens einfach nicht herum. So ist es auch bei „Pokedex 3D“. Zunächst nur mit 12 Pokemon bestückt, sollte euer Bestreben darin bestehen, den Pokedex mit weiteren Monstern zu vervollständigen. Das kann beispielsweise mit Hilfe der SpotPass-Funktion über die Bühne gehen: Hat man diese Funktion aktiviert, bekommt der Pokedex - ein Wireless-Lan-Netzwerk vorausgesetzt - täglich bis zu drei neue Einträge spendiert. Man kann jedoch auch von Freunden neue Pokedex-Einträge empfangen oder im Gegenzug Einträge an sie verschicken. Da jeder Spieler über die SpotPass-Funktion andere Pokemon enthält, stellt das eine sinnvolle und hilfreiche Alternative dar. Außerdem lassen sich sogenannte „AR-Marken“ einscannen. Jedes Pokemon verfügt hierbei über einen eigenen und einzigartigen AR-Code, den man mit der 3DS-Kamera einlesen kann. Der 3DS speichert dann den Code und wird das entsprechende Pokemon unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt „freischalten“, da man ja an das Tageslimit von drei Pokemon gebunden ist. Die über die AR-Marken zum Leben erweckten Pokemon lassen sich übrigens auch fotografieren. Diese Schnappschüsse können dann mit Freunden ebenfalls getauscht werden. Das allseits bekannte Pokemon-Motto „Schnapp’ sie dir alle!“ greift also auch bei dieser Anwendung mal wieder perfekt.

Das Problem von „Pokedex 3D“ ist jedoch der eigentliche Nutzen: Bis auf die ausführlichen Daten und das tägliche Erweitern der Pokemon-Einträge gibt es nichts zu tun. Es gibt keine Kämpfe, Wettbewerbe oder sonstige Aktionen zu bestreiten, die man hätte einbauen können. Somit verkommt „Pokedex 3D“ vielmehr zu einem „digitalen Schaufenster“, in dem man die – zweifellos hübsch anzuschauenden – 3D-Modelle der verschiedenen Pokemon begutachten kann. Mehr jedoch auch nicht. Noch nicht mal eine Hintergrundmusik wurde beigesteuert. Die einzigen Soundeffekte, die man bisweilen vernehmen kann, sind die einzelnen Rufe der Pokemon.

Fazit:
Es gibt einfachere Dinge, als sich bei „Pokedex 3D“ auf eine faire Wertung zu einigen. Einerseits stellt es nur eine nüchterne Präsentation der Pokemon aus der aktuellen Generation der Handheld-Abenteuer dar, die mit – zugegeben umfassenden – Daten und Fakten garniert wird. Andererseits steht es jedoch zum Gratis-Download bereit und stellt deswegen auch gar nicht den Anspruch, übermäßig unterhaltsam zu wirken. Pokemon-Enthusiasten freuen sich also über ein kleines Nachschlagewerk zu ihren Lieblingsmonstern, alle anderen ignorieren diese Anwendung einfach. Oder erliegen der Versuchung, Gratis-Software aus Prinzip herunterzuladen, so wenig sie der Inhalt doch grundsätzlich auch interessieren mag. (Niklas)

Pluspunkte:
+ Yeah, Software für lau!
+ Pokemonfakten und -daten en masse
+ ansehnlich animierte 3D-Modelle der Pokemon
+ das Prinzip des Vervollständigens und Sammelns motiviert

Minuspunkte:
- nur etwa 150 von über 600 Pokemon enthalten
- nüchterne und karge Aufmachung
- die Hintergrundmusik ist im Urlaub
- außer den Datenmengen gibt's nicht viel zu sehen

PRÄDIKAT:
"Befriedigend"

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: kostenlos

news@mag64.de (23.10.2011)

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