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Pallurikio (WiiWare)
Da das berühmt-berüchtigte Sommerloch mittlerweile auch im Download-Bereich seine Spuren hinterlässt und entsprechend für den WiiWare-Service in den letzten Wochen wenig Nennenswertes erschienen ist, widmen wir uns dieses Mal einem bereits etwas älteren Titel im virtuellen Sortiment dieses Shops: "Pallurikio". Eine Mischung aus Geschicklichkeits- und Plattformspiel, das von dem kleinen Entwicklerstudio Playstos Entertainment entworfen wurde und welches bei uns vor allem eine Frage aufkommen lässt: Wer hat sich bloß diesen verrückten Namen ausgedacht?

Der Abenteuer-Modus beginnt mit einer kurzen Einführung im Stil eines Comics, in der ein kleiner Junge namens Rusty und seine Freunde ein geheimnisvolles Brettspiel entdecken, dieses natürlich spielen und dabei - der Film "Jumanji" lässt grüßen - in das Spiel hineingezogen werden. Dumm gelaufen, sozusagen. Als Rusty wieder aufwacht, hat er die Form eines runden Pallurikio angenommen und muss dieser seltsamen Welt irgendwie entfliehen. Die nett erzählte Geschichte ist allerdings für den weiteren Spielverlauf völlig belanglos und ohne Bedeutung, weshalb wird uns damit auch gar nicht weiter beschäftigen wollen und uns lieber dem Gameplay zuwenden: Euch erwarten insgesamt sechs Welten mit je zehn Leveln, die allesamt wie ein Parcours aufgebaut sind. Ihr startet jeweils an einem Startpunkt und müsst die mit Fallen, Hindernissen und anderen kniffligen Hürden bestückten 2D-Kurse innerhalb eines bestimmten Zeitlimits abschließen. Das Besondere daran: Der/Die/Das Pallurikio (?) ist eine Kugel, die nicht springen, sondern lediglich rollen und geworfen werden kann. Letzteres erfolgt mithilfe des Wiimote-Cursors, indem ihr diesen bei gedrückter A-Taste in eine Richtung zieht. Dadurch entsteht auf dem Bildschirm ein Pfeil, der euch grob anzeigt, wohin und wie weit eure Figur fliegen wird. Lasst ihr anschließend die A-Taste los, saust die kleine Kugel davon. Bei Fehlkalkulationen braucht ihr allerdings nicht gleich in Panik ausbrechen, denn Pallurikio verfügt über einen Korrekturwurf, eine schwächere Version des normalen Wurfs, der exakt einmal in der Luft ausgeführt werden kann, um so Fallen auszuweichen oder höhere Abschnitte doch noch zu erreichen. Erst bei Bodenkontakt steht der normale Wurf wieder zur Verfügung, der Korrekturwurf hingegen kann bereits vorher wieder aktiviert werden, indem die Spielfigur eine Wand oder die Decke berührt.

Ein leicht zu erlernendes Spiel, das ab einem bestimmten Punkt jedoch schwer zu meistern ist: Die trickreichen Level fordern im späteren Verlauf euer ganzes Können heraus. Ein entscheidender Vorteil: Ihr seid quasi unsterblich! Gebt ihr folglich den Löffel ab, indem ihr beispielsweise versehendlich in Stacheln und andere fiese Fallen geratet, dann werdet ihr sogleich am zuletzt aktivierten Checkpoint wiederbelebt. Um indes zu vermeiden, dass das Zeitlimit eurem munteren Treiben irgendwann ein frühzeitiges Ende setzt, solltet ihr während des Durchstreifens der Level gelegentlich silberne und goldene Uhr-Symbole aufsammeln, um zusätzliche Zeit zu erhalten. Highscore-Jäger halten ferner nach den Bonuspunkte-Gegenständen und den zum Teil versteckten Sammelkarten Ausschau (letztere schalten bei Vollständigkeit weitere Bonus-Kurse frei). Wahre "Pallurikio"-Freaks können sich außerdem nicht nur im Abenteuer-Modus austoben, sondern auch Time-Attacks auf sämtlichen Kursen starten. Die Welten und Level müssen dafür allerdings zunächst im Abenteuer-Modus freigeschaltet werden. Das Welten- und Level-Design ist dabei insgesamt sehr ausgefallen: Die sechs Abschnitte unterscheiden sich thematisch angenehm voneinander - das Portfolio reicht von einer Stadt- über eine Eis- bis hin zu einer Weltraum-Landschaft - und kommen mit vielen kleinen Details daher. Neue Levelelemente werden in regelmäßigen Abständen eingeführt und sorgen für gewisse Abwechslung. Besonders unterhaltsam ist diesbezüglich übrigens der Schwerelosigkeits-Abschnitt im Weltraum-Part! An der bunten und liebevollen 2D-Grafik gibt es soweit nichts zu kritisieren, ebenso wie am ulkigen Soundtrack: Beides rundet das Gesamtpaket angenehm ab, ohne dabei besonders aufzufallen.

Fazit:
"Pallurikio" ist ein amüsanter Download-Plattformer für zwischendurch, der Genre-Fans für ein paar Stunden solide Unterhaltung bieten wird. Der Titel besitzt dabei dummerweise wenig Ausstrahlungskraft und hebt sich kaum von der mittlerweile großen Masse an Geschicklichkeits- und Plattformspielen im WiiWare-Shop ab - und damit hat man auch schon den eigentlich einzigen Kritikpunkt am Spiel benannt. Doch wer Playstos' Kugel-Spaß eine Chance gibt, wird letztendlich sicherlich nicht oder zumindest nicht völlig enttäuscht. Kurzum: Klassische Durchschnittsware, nicht mehr und nicht weniger. Aber Durchschnitt zu sein, muss bekanntlich ja nichts Schlechtes bedeuten! (Alexander)

Pluspunkte:
+ mehr als 50 Level/Kurse
+ abwechslungsreiches Level-Design
+ später angenehm herausfordernd
+ versteckte Sammelgegenstände
+ Time-Attack-Modus

Minuspunkte:
- belanglose und irrelevante Story
- letztendlich nur Durchschnittskost ohne Highlights

Wertung:
Einzelspieler: 6,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 1000 Nintendo Punkte

news@mag64.de (02.10.2011)

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