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lilt line (WiiWare)
Neues Futter für Musikspiel-Liebhaber: "lilt line", aus dem Hause Gaijin Games und entwickelt von Different Cloth, ist ein auf Rhythmus basierender Geschicklichkeitstitel, der anfangs in Apples iTunes-Store veröffentlicht wurde und dort durchaus Anklang bei einigen Spielern fand. Da dürfte natürlich auf lange Sicht eine WiiWare-Fassung des Spiels nicht fehlen, beherbergt Nintendos aktuelle Heimkonsole mit der "Bit.Trip"-Serie doch bereits sechs der fulminantesten Vertreter dieses speziellen "Genres", wenn man es denn so nennen möchte. Nach einiger Verzögerung ist dieses wahrlich abgefahrene Videospiel nun auch im europäischen Wii-Shop aufzufinden und wir verraten euch in unserem Test, ob der Download auf die heimische Konsole eine gute Investition darstellt oder einfach nur purer Wahnsinn ist!

Stark vereinfacht könnte man "lilt line" als musikbasiertes Rennspiel bezeichnen: Das Ziel des Spiels ist es nämlich, eine Rhythmuslinie durch einen Tunnelparcours bis ans Ende der jeweils 15 Level zu führen. Dabei wird von der Bewegungserkennung der Wiimote Gebrauch gemacht, denn um die Linie auf dem Bildschirm aufsteigen oder sinken zu lassen, müsst ihr den seitwärts gehaltenen Controller - ganz im Stil eines "Bit.Trip Beat" - einfach nach vorne bzw. nach hinten kippen. Die Herausforderung liegt nun darin, möglichst ohne Fehler das Ziel ("Finish") zu erreichen. Jeder Stage wird eine Maximalpunktzahl zugeordnet, die euch jeweils zu Beginn gutgeschrieben wird. Berührt ihr nun eine der beiden horizontalen Taktlinien, also die Parcours-Begrenzung, werden euch Punkte von eurem Guthaben abgezogen. Die Restpunktzahl am Ende einer Ebene stellt dann euren Highscore dar. Sinkt das Punktekonto allerdings bereits vorher auf Null, heißt es "Game Over" und zurück an den Start. Doch alleine beim Manövrieren der Rhythmuslinie durch die teils vertrackten Kurse bleibt es nicht, denn gelegentlich tauchen auch vertikale, farblich hervorgehobene Taktlinien vor euch auf. Schneidet die Rhythmuslinie eine solche Taktlinien, müsst ihr eine beliebige Taste auf der Wiimote drücken, um eine Hintergrund-Animation zu aktivieren und den Soundtrack weiterlaufen zu lassen. Verfehlen und Nicht-Aktivieren von Beats wird, welch Überraschung, mit massivem Punktabzug bestraft.

Jedes Level wird von einem fetzigen Soundtrack aus dem modernen "Dubstep"-Genre begleitet, alle Songs stammen von der englischen Gruppe "16bit". Die akustische Untermalung ist soweit gelungen und passt hervorragend zum Spiel, doch leider sind die einzelnen Stages viel zu kurz, um den Soundtrack ausgiebig zu genießen und sich völlig in den rhythmischen Spielverlauf hineinarbeiten zu können. In Sachen Schwierigkeitsgrad wurde die Messlatte wahrlich nicht niedrig angesetzt und das Spiel ist stellenweise mehr als nur herausfordernd, aber das scheint ja mittlerweile quasi das Markenzeichen von Gaijin Games geworden zu sein. Unter diesem Gesichtspunkt stellt sich allerdings die Frage, warum man sich letztendlich für eine "Step by Step"-Levelauswahl entschieden hat: Erst durch das Abschießen einer Ebene wird die nächste freigeschaltet, das bedeutet, dass euch der Rest des Spiels vorerst verwehrt bleibt, wenn ihr in einem Level partout nicht vorankommt. Ohne Durchhaltevermögen und gewisse Frustresistenz sieht man vermutlich nicht einmal die Hälfte der insgesamt 15 Level. Zum Schluss noch ein paar Worte zur visuellen Seite des Spiels: Optisch erwartet euch eine im Wesentlichen sehr schlichte, dafür aber mit grellen Farben durchtränkte und insgesamt in einem interessanten, ungewöhnlichen Stil gehaltene Grafik, die wirklich perfekt zum ebenfalls wenig Mainstream-orientierten Soundtrack passt.

Fazit:
"lilt line" ist ein rundherum gelungenes, angenehm unkonventionelles Geschicklichkeitsspiel, das nicht nur Fans der bekannten und beliebten "Bit.Trip"-Serie große Freude bereiten wird. "Wie zu erwarten" möchte man da glatt hinzufügen: Die Entwickler von Gaijin Games beweisen wieder einmal eindrucksvoll, dass ihr Name wie kein zweiter in der Branche für Qualität und Kreativität im Download-Sektor steht. Insbesondere in Anbetracht des charmanten Preises von gerade einmal 500 Nintendo-Punkten erteilen wir hiermit allen Interessierten einen klaren Kaufbefehl. Wie schon bei "Bit.Trip Beat" gilt auch hier: Dieses Rhythmus-Spektakel sollte man als Liebhaber kreativer Videospiele auf keinen Fall verpassen! (Alexander)

Pluspunkte:
+ kreatives Spielkonzept
+ 15 anspruchsvolle Level
+ akkurate Steuerung per Bewegungserkennung
+ schlichte, aber unkonventionelle Optik
+ fetziger "Dubstep"-Soundtrack

Minuspunkte:
- hoher Schwierigkeitsgrad
- "Step by Step"-Levelauswahl

Wertung:
Einzelspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (24.04.2011)

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