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Hydroventure (WiiWare)
Von Nintendo ist man eigentlich Altbewährtes gewohnt…alle Jahre wieder wagen Mario und Konsorten einen Ausflug auf die Kartbahn (oder wollen in einer anderen Sportart herausfinden, wer der Beste ist), Link bestreitet ein weiteres episches Abenteuer und in der Pokemon-Welt macht man sich ein junger Hüpfer auf den Weg, um der größte Pokemon-Trainer aller Zeiten zu werden. Alle Ableger dieser Spielserien bieten jedes Mal im Grunde das Gleiche, faszinieren ob kleiner aber feiner Neuerungen jedoch immer wieder aufs Neue und können sich dem Zuspruch ihrer breiten Fanbasis sicher sein. Zwischendurch packt Nintendo aber ganz überraschend auch mal die Innovationskeule aus. Nun geschehen mit „Hydroventure“, einem von Nintendo höchstpersönlich entwickelten Spiel für die WiiWare. Dementsprechend könnten die Ansprüche und Erwartungen an dieses Spiel höher nicht sein.

Wasser...Quell des Lebens und sprudelnder Durstlöscher an so manch heißem Sommertag. Dass es mal die Hauptrolle in einem Videospiel übernehmen würde, hätte es wohl selbst nicht recht gedacht. Bei „Hydroventure“ ist es nämlich eure Aufgabe, eine kleine Menge Wasser durch geschicktes Neigen der Wii-Fernbedienung durch labyrinthartige Level zu manövrieren. Warum das Ganze? Ein magisches Buch namens Aquaticus steckt in der Klemme: Heimtückischer Schleim hat sich zwischen seine Seiten gequetscht, als Vorsichtsmaßnahme sind seine magischen Kräfte vorerst auf Eis gelegt. Nur mit Wasser kann das fiese Zeug von allen Seiten restlos entfernt werden, weshalb Aquaticus euch nun verzweifelt darum bittet, ihm zu helfen. Das Wasser aber einfach nur von links nach rechts zu kippen, wäre natürlich eine ziemlich belanglose Angelegenheit. Stattdessen bieten die nahezu perfekt gestalteten Level die verschiedensten Aufgaben: Hier wollen brennende Bäume gelöscht, dort will ein Goldfisch sicher in sein Goldfischglas heimgebracht und an anderer Stelle will ein Zahnrad wieder in Betrieb gesetzt werden. Es ist gelegentlich also auch mal der Fall, dass ihr kleine Gegenstände oder eben einen Fisch in eurem Wasser „mitschwimmen“ lassen müsst. Für jede gemeisterte Aufgabe belohnt euch das Spiel mit einem großen Regenbogentropfen, die in den vier Kapiteln des Buches auf euch warten. Das klingt vielleicht nicht nach viel, die vier Gebiete sind jedoch unheimlich groß und offenbaren ihre gesamte Größe erst nach und nach. Einerseits ist dieser Umfang natürlich ein Segen, andererseits bringt er aber auch Probleme mit sich. Denn obwohl das Spiel euch eine aufrufbare Übersichtskarte bietet, fühlt man sich bei der Suche nach einer neuen Aufgabe ob der riesigen Level bei Zeiten etwas hilflos und im Stich gelassen. Teleporter erleichtern es euch glücklicherweise ein wenig, um innerhalb eines Levels schneller von einer Ecke zur anderen zu gelangen. Insgesamt gibt es in dem Spiel über 80 Regenbogentropfen zu ergattern, was wirklich lange bei der Stange hält. Außerdem sind in jedem Level goldene Puzzleteile versteckt, die euch mit kleinen Bonusspielchen belohnen, wenn ihr sie denn alle findet. Einige von ihnen sind nämlich wirklich äußert klug versteckt.

Wer im Chemieunterricht auch nur ein bisschen aufgepasst hat, wird wissen, dass Wasser äußerst wandelbar ist. Das stellt es in „Hydroventure“ eindrucksvoll zu Schau: Ihr könnt es beispielsweise verdichten, sodass es sich an einer Stelle zu einer Art Ball zusammenrottet. Dies ist besonders hilfreich, wenn es beispielsweise darum geht, knifflige Sprungpassagen zu meistern. Ja, richtig gelesen, das Wasser muss in guter alter Jump’n’Run-Manier nämlich auch ein paar Sprünge hinlegen. Dies geschieht durch ruckartiges Hochreißen der Wii-Fernbedienung. Klar, dass das Hüpfen als „Wasserball“ besser vonstatten geht als mit einer losen und unbändigen Menge Wasser. Stellenweise versperren stabile Wände das Durchkommen des flutschigen Nasses. Um diese zu durchbrechen, kann das Wasser zu einem Eisblock gefroren werden, der solche bei entsprechender Geschwindigkeit mit Leichtigkeit durchbricht. Außerdem fühlt sich so ein Eisblock natürlich handlicher und kontrollierbarer an als eine kleine Menge Wasser. Lasst euch überraschen, welche einfallsreichen Fähigkeiten das Wasser im Spielverlauf sonst noch erlernt.

Bei so viel Trubel kann leider auch etwas Wasser verloren gehen oder hinter einer Klappe zurückbleiben. Unterwegs spendiert euch das Spiel deshalb „normale“ Wassertropfen, die eure Wassermenge wieder vergrößern. Eine Anzeige am oberen Bildschirmrand informiert euch jederzeit über den derzeitigen Wasserstand und gibt Auskunft darüber, wenn es kritisch wird. Dass kann zum Beispiel passieren, wenn das Wasser sich seinen Weg an Lava- und Säuregräben vorbei bahnen muss. Auch schwarze Schleimmonster wollen euch austrocknen, im richtigen Moment könnt ihr sie jedoch auslöschen, bevor sie selbiges mit euch tun. Aufgrund einer Fülle an kreativen und abwechslungsreichen Ideen wäre ein vorzeitiges Ableben auch wirklich eine Schande: Es gibt Schalter, Pumpen, Sprungfedern und jede Menge andere Elemente, die aus „Hydroventure“ ein wirklich einzigartiges WiiWare-Spiel machen. Fürs Auge wird ein tadelloser 2D-Look geboten (hey, es kommt halt von Nintendo), der vom entspannten und überraschend hochklassigen Soundtrack sogar noch getoppt wird. Der Preis von „Hydroventure“ liegt mit 1200 Wii Punkten zwar im oberen Bereich, sollte jedoch niemanden von der Anschaffung dieses begeisternden Must Haves abhalten.

Fazit:
Vor einiger Zeit ist ein Buch namens „1001 Videogames You Must Play Before You Die“ herausgekommen, in welchem die besten Videospiele aller Zeiten verewigt sind. Wäre es auch nur ein paar Monate später erschienen, „Hydroventure“ wäre mit absoluter Sicherheit dabei gewesen. Nintendo zeigt mit diesem Spiel eindrucksvoll, wie ein gelungener und begeisternder WiiWare-Titel auszusehen hat, der außerdem über einen Innovationsbonus verfügt. Jede Menge knifflige Rätsel und das einfallsreiche Leveldesign katapultieren „Hydroventure“ in die Bel Ètage“ des WiiWare Sortiments. Dass man bei den riesigen Leveln auf der Suche nach einer nächsten Aufgabe schon mal ein wenig Sucherei in Kauf nehmen muss, kann man bei so einem hochklassigen Titel absolut verschmerzen. (Niklas)

Pluspunkte:
+ absolut innovativ
+ unzählige kreative Gameplay-Ideen
+ (auch langzeitig) absolut motivierend
+ riesige Level
+ technisch sauber und tadellos
+ lockerer Soundtrack

Minuspunkte:
- Aufgabensucherei kann etwas Zeit in Anspruch nehmen
- wieso gab's das Spiel nicht schon früher? ;)

Wertung:
Einzelspieler: 9,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 1200 Nintendo Punkte

news@mag64.de (02.01.2011)

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