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Pitfall: The Mayan Adventure (Virtual Console | Mega Drive)
Pitfall: The Mayan Adventure schickt euch auf eine Reise durch unberührtes Dschungeldickicht, brausende Wasserfälle und von Fallen gespickte Mayatempel. Doch nicht aus reiner Abenteuerlust macht sich Pitfall Harry Jr. auf diese Reise, sondern um seinen verschollenen Vater zu finden, der bei einer gemeinsamen Expedition gekidnappt wurde. Ein Jahr nach dem Erscheinen des ersten Indiana Jones Films erblickte die Pitfall-Serie das Licht der Welt und neben dem sich ähnelnden Setting, ist wohl auch der Name Pitfall "Harry" kein Zufall, denkt man an den Namen des Schauspielers, der Indy bis zum vierten Teil auf der Leinwand verkörpert hat. Auf der Virtual Console haben wir es nun mit dem Mega Drive-Ableger der Serie zu tun (1994 erschienen), der einigen vielleicht schon durch das ein oder andere Remake bekannt sein könnte.

Nach einem kurzen Intro zur Erläuterung der Story, kann man beim Titelbildschirm unter "Optionen" zunächst einen von zwei Schwierigkeitsgraden wählen ("normal" und "hard"). Zudem gibt es einen hilfreichen "Info"-Menüpunkt, unter dem ihr nachschauen könnt, was für Waffen, Items und Schätze es im Spiel zu sammeln gibt. Macht ihr es hingegen wie der ungeduldige VC-Tester, startet ihr direkt das Spiel und schert euch beim ersten Anlauf nicht um diese Infos, um euch direkt im ersten Level wiederzufinden. Viel Zeit zum Eingewöhnen habt ihr hier nicht. Schon nach wenigen Metern wartet die erste Fallgrube auf euch, die es mit einem gekonnten Sprung zu umgehen gilt, um danach eine gereizte Giftschlange mit eurer Peitsche zu verscheuchen. Richtig, ähnlich wie Indy Jones habt ihr eine Peitsche als Standardwaffe, die gegen alle Arten von Gegnern nützlich ist. Als Zweitwaffe habt ihr ein Repertoire an Distanzwaffen zur Auswahl, bestehend aus Bumerange, normalen Steinen und explosiven Steinen. Erstere können übrigens sparsam eingesetzt werden, indem ihr sie beim Zurückfliegen wieder einfangt, sodass ihr keinen Verlust beim Einsatz macht. Alle Distanzwaffen können innerhalb der Levels gesammelt werden und machen vor allem bei Bosskämpfen eine gute Figur. Von der Spielmechanik her ist Pitfall ein klassischer Platformer, doch die detailierten, cartoonartigen Animationen des Hauptcharakters versprühen einen ganz eigenen Charme.

Die verschiedenen Settings machen ebenfalls einen schönen Eindruck, zumal diese sich auch spielerisch unterscheiden: Im dichten Dschungel schwingt ihr euch von Baum zu Baum und nutzt Spinnennetze als Sprungbrett, im nächsten Level fordern euch wiederum eher die vielen schmalen Plattformen und in einer dunklen Miene habt ihr es mit entgegenkommenden Loren und vielen kleinen Ratten und Fledermäusen zu tun. Zu Beginn ist die Umgebung, bzw. das Leveldesign, allerdings ein zweischneidiges Schwert, da man sich ohne Levelkenntnisse schnell verirrt, bis man merkt, dass man an diversen Bäumen einfach vorbeilaufen oder sogar in diese hinein hüpfen muss, um weiterzukommen. Bekommt man nach einiger Zeit ein Gefühl für den Levelaufbau, macht das Klettern durch die Baumriesen aber umso mehr Spaß und an verschiedenen Settings mangelt es dem Spiel wie gesagt auch nicht. Die Steuerung hingegen fällt nicht immer positiv auf, da die ausgeprägten Animationen des Protagonisten zwar witzig anzusehen sind, ein bisschen mehr Präzision auf schmaleren Plattformen allerdings wünschenswert wäre. Neben den Sprungeinlagen, die primär durch die schlaksigen Bewegungen des Helden zur Herausforderungen werden, kristallisieren sich schnell die kleinen aber gemeinen Gegner, wie zum Beispiel Schlangen, Ratten und Affen, als Continue-fressende Faktoren heraus. Zumal diese oft am Ende eines Sprunges platziert sind und in großer Zahl auftauchen können. Das Einsammeln von Items ist daher umso wichtiger, um seine Energie wieder aufzufüllen und genug Distanzwaffen im Gepäck zu haben. Zusätzliche Continues findet man natürlich auch an besonders gut versteckten Orten im Spiel und auch hier lohnt es sich, die Augen offen zu halten, denn nach dem Verbrauchen eurer Continues startet ihr wieder im ersten Level. Die übertriebene Anzahl an kleinen nervigen Gegnern und die teils ungenaue Steuerung machen das Voranschreiten bis in spätere Levels daher alles andere als einfach, obwohl man weitestgehend auf übermächtige Bossgegner mit bildschirmfüllenden Attacken verzichtet hat. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Der ein oder andere tierische Vertreter des Dschungels wird sich euch bei Gelegenheit dennoch entgegenstellen, soviel sei vorweg genommen.

Zur Auflockerung bietet das Spiel einige rar gesäte Schalterrätsel, wobei "Rätsel" an dieser Stelle wahrscheinlich zu viel erwarten lässt, da es sich mehr um ein Laufen von A (zum Schalter) nach B (Tür) ist. Dennoch kann man dem Spiel zu Gute halten, dass es nicht streng linear von links nach rechts geht, so dass auch eurer Orientierungssinn hier und dort etwas gefordert wird. Pitfall Harrys Fähigkeit zu kriechen wird hingegen eher weniger genutzt. Selten sind Schätze mal so versteckt, dass ihr durch den Matsch krabbeln müsst, stattdessen duckt ihr euch ständig, um kleinere Gegner mit der Peitsche zur erledigen, was auf Dauer eher nervtötend ist, als dass es ein abwechslungsreiches Kampfsystem verspricht. Musikalisch hat man das Setting geschickt durch passende Bongoklänge und ähnliche Sounds unterstützt, ohne dass sich irgendwelche penetrante Melodien in den Vordergrund drängen.

Fazit:
Ob die Pitfall-Serie als Ganzes gesehen einen Platz in der "hall of fame" verdient hat, kann ich auf Grund fehlender Erfahrung bezüglich der Serie nicht beurteilen. Pitfall: The Mayan Adventure ist zumindest ein solider Platformer, mit liebevollen Animationen und einer stolzen Anzahl an Levels, die auch den gestandenen Retro-Gamer lange beschäftigen dürfte. In die Champions-League der VC-Titel schafft es Pitfall Harry Jr. allerdings nicht, dazu fehlen dem Spiel ein durchdachteres Leveldesign und eine bessere Spielbarkeit. (Manni)

Pluspunkte:
+ detailierte Animationen
+ unterschiedlichste Settings
+ flottes Gameplay
+ Levelanzahl

Minuspunkte:
- langweilige Bossgegner
- viele, nervige, fies platzierte Gegner
- Steuerung recht unpräzise und träge

Wertung:
Einzelspieler: 7,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (01.09.2009)

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