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Ninja Gaiden (Virtual Console | NES)
Lautlos, flink, tödlich.

Drei gute Gründe warum so ziemlich jeder männliche Gamer auf gepflegte Ninja-Action abfährt. Doch wem die Schleicherei eines Tenchu 4 (Wii) zu langweilig ist und das Blutbad des aktuellen Ninja Gaiden 2 (Xbox360) zu sehr auf den Magen schlägt, der sollte die Zeit einfach ein paar Jahre zurückdrehen und sich die Anfänge der Ninja Gaiden Serie auf dem NES genauer anschauen. Zwar nicht in High Definition und ohne Motion-Controls, aber nicht weniger fordernd und spaßig. Minutenlang im Schatten verweilen und dem Gegner auflauern? Nicht hier, denn Ninja Gaiden für das NES ist ein reinrassiger 2D Action-Platformer.

Was schon in den ersten Sekunden positiv auffällt: Die Steuerung ist sehr präzise und die daraus resultierenden Bewegungen sind extrem flink. Kein bisschen schwammig, wie man es von anderen Retro Jumpern kennt. Wenn ihr nach links/rechts drückt, läuft euer Charakter, wenn ihr das Steuerkreuz loslasst, bleibt er stehen. Klingt banal, aber ihr werdet die sehr direkte Steuerung zu schätzen wissen. Angegriffen wird Ninja-typisch mit dem Katana. Zusätzliche Fernwaffen und Ninjakünste findet man innerhalb der Level. Diese könnt ihr allerdings nur in begrenzter Anzahl einsetzen, je nachdem wie viele Items ihr innerhalb des Levels einsammelt. Dazu gehören beispielsweise die allseits geschätzten Ninjasterne und ein überaus effektiver Feuerhagel, den der Hauptcharakter, Ryu Hayabusa, auf seine Feinde niederprasseln lässt. Ein Unverwundbarkeits-Item, sowie eine Stoppuhr, die eure Gegner einfriert, gibt es ebenfalls. Doch die Gegner sind nicht das einzige Hindernis. Wie es sich für einen ordentlichen Platformer gehört, bewegt ihr euch zum Großteil springend durch die Levels. Das besondere: Der Protagonist kann sich an Wänden festkrallen und Wandsprünge vollführen, was die gesamte Spielmechanik wundervoll abrundet. Und so springt und schlagt ihr euch durch die einzelnen Levels, an deren Ende jeweils ein besonders hartnäckiger Gegner auf euch wartet. Am Anfang sind diese noch durch einfaches Buttonmashing zu besiegen, später braucht es dann alle eure koordinativen Fähigkeiten und ein gutes Auge, um den Attacken eurer Widersacher auszuweichen.

Der Knackpunkt des Spiels ist der Schwierigkeitsgrad. Dieser steigt geradezu exponentiell an, was an sich noch keine Kritik darstellt, wäre da nicht das unglücklich implementierte Respawnen der Gegner. Man kennt dies aus aktuellen Spielen, dass besiegte Gegner, kehrt man zu einem bereits durchlaufenen Gebiet zurück, wieder auftauchen. Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich wann bei einem 2D Side-Scroller die Gegner wieder auftauchen sollen. Das ist genau das Problem: Wollt ihr lediglich einem Gegner ausweichen und macht wenige Schritte zurück, taucht von hinten oft schon wieder ein Feind auf, den ihr schon besiegt hattet. Das Ganze ist in den ersten Levels noch zu verkraften und stört nur beiläufig. Im späteren Spielverlauf wirkt sich dies allerdings so aus, dass ihr an einer schwierigen Sprungpassage seid, von vorne diverse Gegner attackieren, ihr ausweichen müsste und auf einmal 3 Gegner von hinten wieder respawnen und euch so unglücklich treffen, dass ihr im Abgrund landet. Viele dieser Stellen lernt man nach mehreren Fehlversuchen zu umgehen, aber ein gewisses Frustpotential lässt sich hier nicht abstreiten. Erfreulicherweise gibt es in der Mitte und am Ende jedes Levels einen automatischen Speicherpunkt. Ihr braucht das Ganze also nicht in einer Session durchzuzocken, sondern könnt euch langsam von einem Level zum nächsten kämpfen, so dass auch Fehlversuche nicht sofort demotivieren.

Die Levels kann man grafisch bestenfalls als schlicht bezeichnen, was wiederum durch stylische Cutscenes und die charmante Sounduntermalung kompensiert wird. Zudem hinterlassen die liebevoll umgesetzten Ninja-Animationen, des Hauptcharakters, einen positiven Eindruck.

Fazit:
Wenn man auch nur ansatzweise etwas für Actiontitel auf dem NES übrig hat und nicht vor Herausforderungen zurückschreckt, wird man Ninja Gaiden lieben. Hat man die Steuerung erst einmal verinnerlicht und ist im schnellen Spielfluss drin, offenbart sich ein Gameplay, das, so simpel es im Grund ist, fesselnder nicht sein könnte. (Manni)

Pluspunkte:
+ astreine Steuerung
+ schnelles Ninja-Gameplay
+ faire Speicherpunkte/Checkpoints

Minuspunkte:
- frustrierendes Respawnen der Gegner
- somit knallharter Schwierigkeitsgrad im späteren Spielverlauf

Wertung:
Einzelspieler: 9,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 600 Nintendo Punkte

news@mag64.de (01.09.2009)

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