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Crazy Pinball (DSiWare)
Seit mit "Pinball Pulse: The Ancients Beckon" der erste virtuelle Flippertisch für DSiWare erschienen ist, sind schon ein paar Tage vergangen, an denen man sich an diesem einen Tisch übersättigt haben könnte. Da freut es den versierten Kugel-Helden sicherlich, dass mit "Crazy Pinball" endlich Nachschub erschienen ist. Ob es den Damen und Herren bei Cranberry Productions jedoch gelungen ist, den obersten Platz des Olymps einzunehmen, klärt dieser Test.

Was sofort auffällt, ist dass hier gleich fünf Tische im Paket enthalten sind, die allerdings erst freigespielt werden wollen. Auf diese Weise schaltet man neben dem anfänglichen Safari-Tisch die weiteren Themen-Flipper frei, die dem Spieler unter anderem in die Unterwasserwelt oder den Weltraum entführen. Dazu muss lediglich die recht dankbare Punktehürde von 50000 Punkten pro Automat geknackt werden.

Doch jegliche Euphorie ob der verhältnismäßig vielen Tische erhält einen jähen Dämpfer, sobald man sein erstes Spiel beginnt. Man muss nicht einmal ein ausgesprochener Kenner der Materie sein, um die schon fast gähnende Leere auf dem Tisch zu bemerken: Wo sich sonst unzählige Blinklichter, Rampen, Anzeigen, Bumper oder Lanes tummeln, findet sich hier nur eine sehr dünn besiedelte Themenlandschaft.

Diese ist zwar stets äußerst gut gelungen und künstlerisch einwandfrei umgesetzt, lässt aber schon optisch keinerlei "Spielhöllen-Flair" aufkommen. Selbige Problematik findet sich auch beim Sound wieder: Es ist einfach zu still für einen "richtigen" Flipper. Der atmosphärische Hintergrund-Sound, der gelegentlich von Themen-Samples unterbrochen wird, ist der Spielerfahrung alles andere als zuträglich. Ebenso die Effekte, die einen eher billigen als überzeugenden Eindruck machen.

Dies alles schlägt sich natürlich auf den spielerischen Aspekt nieder: Wirklicher Spaß mag sich auch nach längerem Spielen nicht einstellen. Viel zu steril und aufgeräumt wirkt jeder Tisch. Diese übermäßige Übersichtlichkeit ist zwar für Anfänger vielleicht ganz praktisch, die sich bei einem "realistischen" Aufbau etwas überfordert fühlen könnten, wird aber auch diese nicht wirklich fesseln können. Somit blieben nur die absoluten Neulinge im Genre, die noch nie Kontakt mit einem Flipper jeglicher Art hatten, bei denen sich nicht dieses ungute Gefühl des "um etwas betrogen werdens" einstellt.

Fazit:
Gerade im direkten Vergleich mit der bisherigen Genrereferenz ist "Crazy Pinball" ein trauriges Beispiel dafür, dass "mehr Tische" nicht unweigerlich gleichbedeutend mit "mehr Spaß" sind. Im Großen und Ganzen bleibt es weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, was hinsichtlich der sehr guten Ballphysik und der sinnigen Steuerung sehr schade ist. Auch wenn bei dem Preis von 500 Punkten, mit denen der Titel zu Buche schlägt, nur ein Euro pro Tisch anfiele, ist, darf man sich dieses vermeintliche Schnäppchen ruhigen Gewissens entgehen lassen. (Michi)

Pluspunkte:
+ 5 Tische
+ Optisch ansprechend gestaltet
+ Gute Ballphysik
+ Sehr übersichtlich…

Minuspunkte:
- … und somit viel zu leere Tische
- Kein Flair

Note:
Einzelspieler: 4,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (31.10.2010)

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