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Art Style - Penta Tentacles (WiiWare)
Bei allem, was bereits über die Art Style-Serie geschrieben wurde, bleiben einige Konstanten, die sich durch jedes Game der Serie ziehen: Minimalster Aufwand bei Grafik und Sound, einfache Steuerung und stets innovative Spielerlebnisse. Nichts anderes bietet folglich auch die WiiWare-Neuentwicklung, "Art Style - Penta Tentacles", mit der "skip" erneut beweist, dass sie auch für WiiWare Neues schaffen können.

Wenn man so will, ist "Penta Tentacles" der Nachfolger zu "Orbient". Doch wo man sich bisher noch um einen im Weltraum frei schwebenden Planeten gekümmert hat, übernimmt man hier die Kontrolle über einen Einzeller, der in einer Art "virtueller Ursuppe" herumschwimmt. Bevölkert wird dieser Urschleim von unzähligen verschiedenfarbigen Kleinstlebewesen, die der Spieler nun mit seinem "Tentakel-Tierchen" "einfangen" muss.

Je nach Spielmodus beziehungsweise Schwierigkeitsgrad verfügt das gesteuerte Tierchen über zwei bis vier Arme, die jeweils einem der im Level vorkommenden Mikroorganismen farblich zugeordnet sind. Die Aufgabe des Spielers besteht nun darin, die Tentakel seines "alter Egos" auf eine bestimmte Länge wachsen zu lassen, in dem er eine vorgeschriebene Anzahl an Plankton jeder Farbe frisst. Doch mit zunehmender Tentakellänge nimmt auch die Schwierigkeit zu: Sobald ein falsches Tierchen das Tentakel berührt, trennt es den Fortsatz an dieser Stelle ab und führt noch dazu zum Verlust eines Lebenspunkts.

In den drei Standard-Modi erspielt man sich im Lauf der insgesamt 15 Levels noch einen Endlosmodus, sowie einen Wurm-Modus. Im Endlosmodus und Wurm-Modus gilt es, so viele Wellen an Kleistlebewesen wie möglich zu absorbieren, ohne dass die Lebensenergie auf "0" sinkt. Die jeweilige Bestleistung wird dann als zu knackender Highscore festgehalten. Wem dies aber noch nicht genug der Motivation ist, der darf sich gerne daran versuchen, die Levels des Standard-Spiels auf "perfekt" abzuschließen. Hierzu muss "nur" die vorgeschriebene Tentakellänge erreicht werden, ohne dass man ein falsches Tierchen aufsammelt, also einen Lebenspunkt verliert, und man darf den "Wirbel" nicht einsetzen. Bei letzterem kann man, sobald man ein spezielles Wirbel-Item eingesammelt hat, sein Tentakel-Tierchen in einen kleinen Wirbelsturm verwandeln, der es für eine kurze Zeit erlaubt, jedes der Plankton-Teile aufzunehmen, egal welche Farbe es hat. Spielerisch wird zwar auf diese Weise nicht unbedingt das Non-plus-Ultra der WiiWare präsentiert, aber ganz serien-typisch hat "Penta Tentacles" irgendetwas, das man nicht so recht in Worte fassen kann: Das physikalisch erstaunlich gut umgesetzte Manövrieren seines mit Peitschenfortsätzen bestückten Knödels durch die zähe Ursuppe kann einfach zur kurzzeitigen Sucht werden und macht unerwarteten Spass, obwohl so gut wie keine Abwechslung der Spielabläufe geboten wird.

Nicht zuletzt liegt dies wohl auch an der wie so oft sehr gut gelungenen Umsetzung der audio-visuellen Präsentation, mit der man sich im Hause skip einmal wieder selbst übertroffen hat. Die Levels sind mit angenehm verschiedenen, sich sogar evolutionär weiter entwickelnden Hintergründen ausgestattet, die dank überlappender Ebenen einen Hauch von Dreidimensionalität und Tiefe in das Spielgeschehen einbringen. Besonders die hochwertige Optik der Hintergründe oder auch der Plankton-Tierchen bleibt im Gedächtnis.

Die Musik ist ebenso nichts, was man so schnell vergisst: Die zwar sehr minimalistischen Klangstrukturen, die ihre Anleihen in klassischen japanischen Stilen oder modernen Minimal-Elektro-Stilen haben, passen unglaublich gut zum Spiel. Wenn sich zu vorwiegend percussion-lastiger Musik dann noch das Geräusch der Rotationen des Alter Egos gesellt, entsteht eine wahrlich eigenwillige und dennoch fesselnde Klanglandschaft, in der man sich nur zu gerne verirrt.

Fazit:
"Art Style - Penta Tentacles" ist eine weitere Neuentwicklung für WiiWare, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Gerade Freunde extravaganter Videospiel-Kost kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Sowohl für das Auge als auch für das Ohr wird hier Delikatestes aufgefahren. Zwar muss man sich auf das Spiel einlassen können, doch dank des einfachen Zugangs und der intuitiven Steuerung liegt es lediglich an der Begeisterungsfähigkeit des Spielers, ob er dem Reiz der Ursuppe erliegt. (Michi)

Pluspunkte:
+ Hervorragende Präsentation
+ Realistisches Tentakel-Verhalten
+ Vier Endlosmodi

Minuspunkte:
- Kein Online-Support der Highscores
- Kaum Abwechslung im Spielgeschehen

Note:
Einzelspieler: 8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 600 Nintendo Punkte

news@mag64.de (31.10.2010)

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