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Bio Miracle Bokutte Upa (Virtual Console | NES)
Wir haben im Laufe der Zeit ja schon so einiges durch Jump’n’Run-Spiele manövriert: einen Klempner, einen blauen Igel auf Speed, einen gefräßigen und rosafarbenen Knödel…aber ein krabbelndes Baby namens „Upa“, das sich aufmacht, um sein zukünftiges Königreich zu retten…das ist wirklich mal was anderes. Dass dieser Titel aus dem Jahre 1988 aus Japan stammt, ist aufgrund der abstrusen Story auch nicht wirklich überraschend. Ob es Konami geschafft hat - mit einer noch nicht mal aufrecht gehenden Spielfigur – ein spaßiges Hüpfabenteuer auf die Virtual Console zu bringen, lest ihr in unserem nun folgenden Testbericht von „Bio Miracle Bokutte Upa“.

In den Achtzigern waren Videospiele überwiegend simpler gestrickt als heutzutage. Das gilt auch für „Bio Miracle Bokutte Upa“. Das erste Level beginnt und bei einem Jump’n‘Run man weiß man da natürlich sofort, was man zu tun hat: nämlich laufen und springen. Naja, hier wohl eher krabbeln und springen. Dass kann Upa für sein Alter allerdings wirklich gut, denn er ist ziemlich flott unterwegs. Außerdem ist er sehr geschickt im Umgang mit seiner Rassel: mit dieser kann er seine Feinde nämlich (warum auch immer) aufpumpen. Einmal mit Luft gefüllt, schwirrt der Gegner langsam gen Himmel. Nun habt ihr drei Möglichkeiten: die simpelste davon ist, den Feind einfach davon schwirren zu lassen, sodass er kurz darauf herunterfällt und schon ist er „kaputt“. Zweite Möglichkeit: Ihr pumpt ihn auf und stößt ihn kurz an, damit er rasant als Wurfgeschoss davongeschleudert wird. Aber Obacht: Stößt er beispielsweise an eine Wand, prallt er zurück und raubt euch so bei einem Treffer kostbare Lebensenergie. Dritte und in späteren Leveln unabdingbare Möglichkeit: Steigt der Gegner langsam hinauf, könnt ihr in bis zu seinem Zerplatzen als Plattform benutzen, um beispielsweise höher gelegene Ebenen zu erreichen.

„Bio Miracle Bokutte Upa“ spielt sich flott und verfügt über diese „lustig-kranke“ Aufmachung, wie sie nur Spiele aus Fernost auf den Bildschirm zaubern können: Ein Baby krabbelt durch eine Landschaft aus fruchtigen Sahnetorten vorbei an Schweinen und fliegenden – oftmals nicht näher definierbaren- Viechern. Nein, ihr habt keine Drogen genommen, das passiert da gerade wirklich. Wenn der Endgegner dann auch noch ein noch größeres Schwein ist (welches ein bisschen an Birdo aus dem Mario-Universum erinnert), das kleine Gegner ausspuckt, die man zum Besiegen auf besagtes Borstentier zurückschleudern muss, kann man den Japanern wirklich nur gratulieren. Aber lasst euch überraschen, was hier designtechnisch sonst noch auf euch zukommt. Allein der Schnitt von der Sahnetorten-Welt ins Salat-Gebiet ist einen Blick wert. Auch den Umfang des Spieles kann man als gelungen bezeichnen: Sieben Welten mit je drei Leveln sind für ein Spiel diesen Alters absolut okay, zumal es nicht allzu einfach, aber eben auch nicht zu knifflig geraten ist. Ganz unverhofft ist auch die Musik einer der Stärken des Titels: Aus heutiger Sicht ist der 8-bit-Sound in den Ohren von Retro-Fanatikern feine Kunst und erinnert an starke „Mega Man“-Melodien. Natürlich muss man zugeben, dass einem beim Spielen dieses Titels nicht das Gefühl überkommt, dass man etwa bei einem Mario-Abenteuer verspürt. Denn dafür ist das Spiel bei uns in Europa einfach zu unbekannt. Trotzdem ist es ein gelungenes Jump’n’Run, bei dem man beim Spielen verstehen kann, warum dessen Fans seit über zwei Jahrzehnten nun schon einen Nachfolger fordern.

Fazit:
Ein umfangreiches und flottes Retro-Jump’n’Run, angesiedelt in einer exotischen Spielewelt, untermalt von einem exquisiten Soundtrack - das ist kurz gesagt „Bio Miracle Bokutte Upa“. Natürlich spielt es nicht in einer Liga mit Mario, Sonic & Co., was man angesichts des Preises (knapp sechs Euro) und des ungewöhnlichen Settings aber verschmerzen kann. Gerade dieses „Japano-Feeling“ ist es, was den Reiz des Titels ausmacht und man sich nach jeder absolvierten Welt fragt: „Welche skurrile Thematik wartet wohl im nächsten Abschnitt?“. Weil auch noch der Rest stimmt, ist dieses Hüpfabenteuer ganz klar ein Geheimtipp für alle Retro-Fans. (Niklas)

Pluspunkte:
+ toller Retro-Soundtrack
+ herrlich japanisch-abgedrehte Aufmachung
+ ordentlicher Umfang
+ spielt sich angenehm flüssig

Minuspunkte:
- einigen Spielern wohl trotzdem zu verrückt

Wertung:
Einzelspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 600 Nintendo Punkte

news@mag64.de (10.10.2010)

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