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Wild Guns (Virtual Console | SNES)
Ein Titel für 800 Nintendo-Punkte, der als SNES-Original gute 100 Euro im Online-Auktionshaus kostet? Für Leute, die auf den Sammel-Faktor verzichten können, klingt das nach einem guten Deal, würde ich sagen.

Wild Guns ist ein eher spezieller Vertreter des Shooter-Genres. Im Vordergrund seht ihr euren Charakter, während im Hintergrund allerhand Gegner auftauchen, die ihr Waffenarsenal auf euch loslassen. Eure Aufgaben ist es auszuweichen und gleichzeitig das Fadenkreuz zu steuern, um Gegner aufs Korn zu nehmen. Der Haken: Während ihr den Schussknopf gedrückt haltet, könnt ihr nicht gleichzeitig den Kugeln ausweichen. Genau dieses Multi-Tasking zwischen Schießen und Ausweichen macht den großen Reiz dieses Shooters aus. Das Steampunk Setting (Mischung aus Western und Maschinen/Robotern) hätte dabei nicht besser zum Gameplay passen können und auch die Waffenauswahl macht Freude. Von einer Schrotfline bis zum Granatenwerfer hinterlassen euch Gegner Upgrades, die vor allem bei den riesigen Roboter-Bossen hilfreich sind. Besonders taktisch könnt ihr euer Laser-Lasso einsetzen, das Gegner kurze Zeit paralysiert. Erscheint die Situation schier aussichtslos, betätigt euer Charakter auf Knopfdruck eine Smart-Bomb oder zückt sein Messer, wenn man ihm zu nah auf die Pelle rückt. Ein Shooter dieser Machart lebt einfach von seinen Power-Ups und das wussten die Entwickler von "Wild Guns" scheinbar auch.

Die Spielmechanik funktioniert so gut, dass der Titel nicht nur im 2-Spieler-Kooperationsmodus motiviert, sondern genauso sehr im Einzelspielermodus. Schnell versteht man die Spielmechanik und bewältigt auch schwierige Stages nach einigen Anläufen. Seid ihr allein doch einmal aufgeschmissen, holt ihr euch einen fähigen Mitspieler dazu, der am Anfang des aktuellen Levels einsteigen kann. Zu Verwirrungen kommt es im Mehrspielermodus kaum, da das Spiel ohnehin zwei optisch komplett unterschiedliche Charaktere bietet. Zu all dem Lob kommt noch dazu, dass ihr nach einem Game-Over wieder bei der aktuellen Stage beginnt. Eine Tatsache, die den Dauerspaß durchs gesamte Spiel trägt und Frust vorbeugt. Abzüge gibt es allerdings für die Gesamtspielzeit, die sich auf Grund von nur sechs Stages in Grenzen hält. Highscore-Jäger stört das vermutlich etwas weniger. Zahlreiche Explosionen, zerstörbare/interaktive Umgebungen und blinkende Fadenkreuze, die Geschosse der Gegner frühzeitig anzeigen, sind stylisch und gleichsam hilfreich, um die Übersicht zu bewahren. Selbst mit gegnerischen Angriffen lässt sich interagieren, indem man Raketen bereits in der Luft abschießt und gezündetes Dynamit auf den Gegner zurückschleudert.

Fazit:
Der Titel findet die perfekte Balance zwischen Arcade-Flair und Komplexität, so dass man sich nicht selten bei dem Versuch erwischt, eine Münze in den Wii-Schacht werfen zu wollen, um ein weiteres Continue zu erhalten. Klare Kaufempfehlung für diesen Geheimtipp! (Manni)

Pluspunkte:
+ kaum verbreitete Spielmechanik
+ reichlich Equipment
+ 2-Spieler-Modus
+ Arcade-Flair dank liebevoller Präsentation

Minuspunkte:
- Umfang ebenfalls arcade-typisch kurz

Wertung:
Einzelspieler: 8,5
Mehrspieler: 8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (16.09.2010)

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