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Blaster Master (Virtual Console | NES)
"Blaster Master" ist keine Techno-Compilation, sondern in erster Linie ein NES-Spiel, vom dem ich zuvor nie gehört hatte, das zum VC-Release allerdings allerorts großzügig gelobt wurde. Grund Genug mir selbst ein Bild vom diesem Spiel zu machen und gegebenenfalls ein wenig das Wort zu verbreiten oder einen Kauf ernsthaft in Frage zu stellen.

Geheimnisvolle Musik lässt uns die Katastrophe erahnen, als Jasons Frosch aus dem Terrarium entwischt, mit radioaktiver Strahlung in Kontakt gerät, mutiert und in ein Erdloch verschwindet. Da der Junge seinen amphibischen Freund um jeden Preis wiederhaben möchte, springt er ihm kurzerhand hinterher und findet in der unterirdischen Höhle zufällig einen Kampfpanzer inklusive Kampfanzug. Anzug übergeworfen, rein in den Panzer und los geht die Suche nach dem Haustier. Eine abgefahrene Story für ein viel versprechendes Abenteuer, das euch durch eine riesige unterirdische Welt führt. Spielerisch erwarten euch vor allem Run'n'Gun- sowie Platformer-Elemente und das Erforschen der komplexen Stages.

Ziel jedes Levels ist es, ein Upgrade für euren Panzer zu finden, das nötig ist, um in den darauf folgende Level zu gelangen. Dazu müsst ihr weitläufige und verzweigte Areale mit eurem Panzer erforschen und die Vielzahl an Gegnern ausschalten. Eure Standardwaffe ist das Panzergeschütz, das in drei Richtungen schießen kann und unbegrenzt zur Verfügung steht. Außerdem könnt ihr mit eurem Fahrzeug springen, um über Plattformen zu gelangen oder Hindernisse zu umgehen (Lava, Stacheln etc.). Durch entsprechende Items könnt ihr euren Panzer zusätzlich um drei verschiedene Sekundärbewaffnungen erweitern. Ein guter Orientierungssinn ist beim Suchen der Upgrades absolute Pflicht, da die Höhlensysteme sich in alle Richtungen erstrecken können und man keine Karte zur Verfügung hat. Daher macht es Sinn, die Gebiete systematisch abzusuchen und nicht kreuz und quer herumzuirren. Wird die Energie mal knapp, solltet ihr nach Health-Items Ausschau halten, die von besiegten Gegnern hin und wieder liegengelassen werden. Innerhalb der Level gibt es kleine Eingänge zu "Unterbereichen", die mit dem Panzer nicht zugänglich sind. Um diese zu betreten, könnt ihr euer Fahrzeug per Tastendruck verlassen und zu Fuß weitergehen. Dort findet ihr weniger weitläufige Abschnitte, die meist aus kleineren Räumen bestehen. Diese Spielabschnitte unterschieden sich auch deutlich in der optischen Gestaltung. Während man sich die Perspektive in den Panzerabschnitten wie z. B. bei den 2D-Metroids oder "Mega Man" vorstellen darf, seht ihr eure Finger nun in der Draufsicht, wie etwa bei "The Legend Of Zelda" für das NES. Statt eures Geschützes steht euch hier eine Handfeuerwaffe zur Verfügung, die sich durch spezielle Items verbessern lässt. Eine begrenzte Sekundärbewaffnung in Form von Granaten hilft zusätzlich der Gegner Herr zu werden. Hat eure Intuition euch zum Upgrade geführt, kämpft ihr gegen einen Bossgegner, dessen Angriffsmuster es zu durchschauen gilt. Geht ihr als Sieger aus dem Kampf, erhaltet ihr das heiß ersehnte Upgrade. Danach heißt es wieder rein in den Panzer, um das Levelende suchen, das mit Hilfe der neu gewonnen Fähigkeit zugänglich geworden ist. Die verstärkte Primärwaffe lässt euch z. B. bestimmte Blöcke pulverisieren, während das Hover-Upgrade euch erlaubt für kurze Zeit in die Höhe zu schweben. Nach den ersten Stages wird das Erforschen in Form von Backtracking (das Besuchen vorheriger Level) auf die Spitze getrieben. An sich wäre man innerhalb von 5 Minuten am gewünschten Ort, der eines der Upgrades erfordert, doch wie man darauf kommen soll, dass man ausgerechnet zu der entsprechenden Stage und Stelle zurückkehren muss, bleibt mir ein Rätsel. Hier half mir nur noch der Blick in eine Komplettlösung, Schande über mich! Hätte man eine Karte der Level zur Verfügung, wäre die Stelle sicherlich auffälliger gewesen, doch das Spiel kennt an dieser Stelle absolut kein Erbarmen.

An der Steuerung kann man nicht viel aussetzen, lediglich das Trägheitsmoment des Panzers ist etwas zu groß, um schnelleren Gegnern in jeder Situation ausweichen zu können. Auf Grund des Schwierigkeitsgrades fühlt man sich besonders am Anfang des Abenteuers ins kalte Wasser geworfen, bevor man überhaupt ein Gefühl für dieses gelungene Spiel bekommt. So erwarten euch auf den ersten Metern schon schmale Plattformen mit einer Vielzahl an Gegnern, die einem schnell alle Leben kosten können. Der brutale Schwierigkeitsgrad zieht sich auch nach der ersten Gewöhnungsphase konsequent durch das Spiel. Dies liegt zum einen an der großen Gegneranzahl, die euch erwartet, als auch an den technischen Schwächen des Titels. So ersuchen euch regelmäßige Slowdowns und Gegner, die zu spät im Bild aufpoppen. Wenn ihr beispielsweise aus zwei Richtungen gleichzeitig angegriffen werdet, ihr den Panzer nicht sofort zum Richtungswechsel bekommt, ein starker Slowdown einsetzt und einige Gegner auch noch so klein sind, dass man sie nicht treffen kann, wenn sie genau vor einem krabbeln, dann wird es schon mal stressig. Ähnlich eines "Mega Man"-Spiels ist der Ehrgeiz und der Spaß am anspruchsvollen Gameplay trotz dessen stark genug, um euch immer mal wieder vor den Bildschirm zu locken und nicht nach dem ersten Game Over aufzugeben. Verliert ihr ein Leben, startet ihr meist einige Räume weiter hinten, verliert ihr alle drei Leben, geht es am Anfang der aktuellen Stage erneut los und habt ihr fünfmal alle Leben verloren, startet das Spiel schlicht von vorn und ihr verliert den bisherigen Fortschritt. Die optische Gestaltung der Umgebung ist von Level zu Level komplett unterschiedlich und auch der Sound weiß zu begeistern, was teilweise über die technischen Mängel hinwegtröstet.

Fazit:
"Blaster Master" ist ein anspruchsvoller Mix aus den zwei unterschiedlichen Perspektiven, die euch die geballte Ladung an Schieß- und Sprungelementen bieten, die ein NES-Klassiker auf dem Kasten haben sollte. Blöd nur, dass das Gameplay zwar die Motivation bis hinter die ersten Level trägt, ihr nach dem mehrmaligen Verlust eurer Leben aber komplett von vorne beginnen müsst. Natürlich ist das für ein NES-Spiel nicht ungewöhnlich, aber auf Grund der komplexen und anspruchsvollen Stages, des weitläufigen Erforschens und des Backtrackings, ist dies schon harter Tobak, der nichts für lockere Gelegenheitszocker ist. (Manni)

Pluspunkte:
+ für NES-Verhältnisse weitläufige Stages
+ zwei Perspektiven (Panzer, zu Fuß)
+ Upgrades für neue Fähigkeiten
+ gute Sounduntermalung

Minuspunkte:
- keine Lernkurve
- nach 5 Continues geht es von vorne los
- ständige Slowdowns stören den Spielfluss

Wertung:
Einzelspieler: 8,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (09.09.2010)

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