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Pearl Harbor Trilogy 1941: Red Sun Rising (WiiWare)
Mit „Die Drei Musketiere“ hat Entwickler „Legendo Entertainment“ bereits ein vorzeigbares WiiWare-Spiel abgeliefert. Nun haben sie sich am Port des PC-Spiels „Attack on Pearl Harbor“ versucht und bringen diesen nun als Trilogie für den WiiWare-Service. Teil 1 bietet euch simpelste Arcade-Fliegerei unter dem Namen „Red Sun Rising“. Ob der Spielspaß dabei genauso schlagartig über euch kommt, wie die Japaner damals über Pearl Harbor, haben wir für euch herausgefunden.

Das Spiel umfasst zwei Spielmodi, wobei der Fokus auf der Kampagne liegt, die man sowohl aus amerikanischer, als auch aus der japanischen Sicht der Geschehnisse nachspielen kann. Spielerisch sind die Unterschiede dabei marginal. Neben verschiedenen Flugzeugmodellen, die sich mehr oder weniger gleich spielen, sind die Missionsziele prinzipiell identisch: Schießt entweder feindliche Flieger ab oder bombardiert Ziele am Boden. Während der gesamten Kampagne (egal aus welcher Sicht) wechseln sich diese zwei Varianten stets ab, so dass schnell die Monotonie einsetzt. Über die Missionen könnt ihr euch in Form eines Missions-Briefings informieren oder ihr achtet einfach auf die Funksprüche während der laufenden Mission. Neben dem Radar, auf dem Feinde und Verbündete markiert sind, und dem Status der Sekundärwaffe gibt es keine Bildschirmanzeigen, die man von anderen Genre-Vertretern kennt, wie z. B. einem Geschwindigkeits- oder Höhenmesser. Sinkt euer Flugzeug ab und droht aufzuschlagen, wisst ihr zumindest, dass ihr Schub geben müsst. Mit einer Flugsimulation hat das Spiel nichts zu tun, was man schon daran erkennt, dass die Flugzeuge sich wie Spielzeugflieger manövrieren lassen, sprich eure Maschine reagiert schlagartig auf jeden Richtungswechsel und sei er noch so scharf. Insgesamt gibt es drei Steuerungsarten, wovon sich allerdings nur eine als wirklich praktikabel herausstellte. Bei einer Variante spielt ihr mit Wiimote+Nunchuck, wobei der Nunchuck den Steuerknüppel des Fliegers simulieren soll. Ihr haltet den Nunchuck also senkrecht und per Bewegungssensor steuert ihr das Flugzeug in eine beliebige Richtung. Nach 15 Minuten Probezeit haben wir diese Variante verzweifelt beiseite gelegt und den Classic Controller ausgepackt. Zwar ist diese Variante etwas zugänglicher, aber auch hier hat der Flieger bei noch so behutsamen Bewegung für unseren Geschmack zu hektische Bewegungen gemacht, so dass die dritte und mit Abstand beste Steuerungsvariante zum Einsatz kam: Die quer gehaltene Wiimote. Hier könnt ihr mit der „1“&“2“ –Taste feuern, per Motion-Controls steuern und mit dem Steuerkreuz reguliert ihr den Schub. Da man auf diese Weise nicht nur mit einer Hand lenkt (wie es beim Nunchuck der Fall ist), kann man das Flugzeug deutlich präziser steuern und nach gut 10 Minuten Einspielzeit, fühlte sich diese Mechanik relativ natürlich an. Das ist auch absolut notwendig, denn ihr werdet die wildesten Kurven fliegen müssen, um nicht Opfer der KI zu werden, die euch teilweise wie an der Schnurr gezogen verfolgt. Loopings oder Barrel Rolls könnt ihr mit den historischen Stahlvögeln trotz starker Arcade-lastigkeit hingegen nicht fliegen. Eure Primärwaffe ist ein MG-Geschütz, mit dem ihr entsprechend vorhalten müsst, um wild umher fliegende Gegner zu treffen. Als Sekundärwaffe habt ihr je nach Missionsziel Raketen oder Bomben/Torpedos zur Verfügung, wobei letztere für Ziele am Boden/im Wasser notwendig sind (Gebäude, Flugzeugträger, stationäre Geschütze). Um Munition braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Euer MG überhitzt im schlimmsten Fall für kurze Zeit und eure Sekundärbewaffnung steht immer wieder nach wenigen Sekunden zur Verfügung. So besiegt ihr im Kampagnen-Modus eine Gegnerwelle nach der anderen und bombardiert zwischendurch den ein oder anderen Flugzeugträger, während ihr unter dem Dauerbeschuss der gegnerischen Flieger steht, die sogar nach den wildesten Flugmanövern sofort wieder an euch dran kleben. Der zweite Spielmodus nennt sich „Luftkampf“. Dort könnt ihr entweder eine bestimmte Anzahl an Gegner auf Zeit bekämpfen, so lange fliegen, bis ihr das Zeitliche segnet oder einfach in „Free Roam“ –Manier die Inseln rund um Pearl Harbor umkreisen.

Die offensichtliche Stärke des Spiels liegt in der Optik. Eine ansehnliche Mischung aus Comicgrafik und realistischen Umgebungen ist das Markenzeichen des Titels, der dadurch schon vor dem Release mehr Beachtung fand, als andere WiiWare-Spiele. Speziell die Aufträge bei Nacht bieten eine stimmungsvolle Atmosphäre, während Tagesmissionen mit ihrer Weitsicht prahlen. Extrem unausgewogen ist der Schwierigkeitsgrad. Während die erste Mission die schwierigste im gesamten Spiel ist, werden die Missionen zum Ende hin eher etwas humaner, so dass der Einstieg (Stichwort: Steuerung) eher schwer fällt.

Fazit:
„Pearl Harbor“ mag zwar recht ansehnlich sein, doch es versinkt nach der ersten frustrierenden Mission schneller in Monotonie, als die Amerikaner den Angriff auf Pearl Harbor realisiert haben. Die Steuerung per Wiimote fühlt sich nach der Eingewöhnungszeit durchaus gut an, doch wenn einem jede Mission wie die vorherige vorkommt, muss man schon absoluter Genrefan sein, damit die Motivation und der Spielspaß bis zum Ende der Kampagne bestehen bleibt. Man darf gespannt sein, ob sich die Entwickler mit den durchschnittlichen bis guten Bewertungen zufrieden geben oder ob sie dem zweiten Teil der Trilogie etwas mehr Abwechslung verpassen. Uns hat Teil 1 noch nicht überzeugt (Manni)

Pluspunkte:
+ ordentliche Optik
+ Kampagne aus beiden Perspektiven
+ Wiimote-Steuerung fühlt sich gut an

Minuspunkte:
- alle Missionen spielen sich gleich
- unausgewogener Schwierigkeitsgrad
- kein Multiplayer
- nervige KI

Wertung:
Einzelspieler: 5,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 700 Nintendo Punkte

news@mag64.de (09.09.2010)

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