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Sudoku 4Pockets (DSiWare)
Zur Zeit der Einführung von DSi und Wii kursierte eine Weile das Statement von Nintendo, dass man mit der Möglichkeit, neu entwickelte Spiele in den Shop-Kanälen herunterzuladen, einen Boom in der Spieleinnovation erwarten dürfe. Und keine Frage - Perlen wie ein "World of Goo" oder ein "Starship Patrol" sprechen deutlich dafür. Doch auch diese Medaille hat ihre Kehrseite: Besonders auf dem DSi findet man wegen der geringen Vertriebskosten und der extremen Casual-Welle, auf der Big N schon seit längerem zu reiten scheint, nun die gefühlt eintausendste Sudoku-Umsetzung, diesmal von Limelight Software Ltd.

"Sudoku 4Pockets" trägt seinen deutlichsten Kaufgrund bereits als Untertitel im DSiWare-Kanal zur Schau: "3600 Puzzlespiele". Jedoch findet sich in dieser rein englischsprachigen Umsetzung des beliebten Zeitungs-Ratespaßes keinerlei Beleg für deren "wirkliche" Existenz. Somit findet der Spieler eine nicht näher definierbare Anzahl an Rätseln in drei Schwierigkeitsgrade aufgeteilt: "Beginner", "Intermediate" und "Advanced". Obwohl das Spiel über kein Tutorial im Sinne einer "Sudoku!"- Serie verfügt, ist es durchaus auch für Anfänger geeignet, was nicht nur an den sehr gut differenzierten Spielschwierigkeiten liegt. Blutige Anfänger entnehmen die Grundlagen der deutschen, elektronischen Bedienungsanleitung, mit der sie im "Beginner"- Bereich sehr gut durch kommen. In den beiden Folgestufen kommen jeweils drei beziehungsweise vier fortgeschrittene Techniken hinzu, die man bei Bedarf durch einen simplen Druck auf den "Hint"- Button von Kiko, der guten Seele des Spiels, erklärt bekommt. Hierzu sollte man aber zumindest über Grundlagen der englischen Sprache verfügen, da man ansonsten aus ihren Ausführungen nicht unbedingt schlau wird.

Eine weitere Hilfe sind die bereits vorausgefüllten Kandidaten, die teils in Echtzeit automatisch, teils durch manuelle Eingabe aktualisiert werden. Drückt man auf eine der Ziffern des Zahlenblocks am rechten unteren Touchscreen-Rand, werden alle möglichen Positionen des Zahlenwerts im Gitter grün markiert, was einer optimierten Version der Kandidaten gleichkommt und in Verbindung mit selbiger das Lösen der Aufgabe um ein gutes Stück erleichtert und beschleunigt. Allerdings wird so aber auch ein Großteil der Denkarbeit, die eigentlich den Reiz eines Sudokus ausmacht, überflüssig und die "echte" Befriedigung, die sich durch den erfolgreichen Abschluss einstellen sollte, bleibt aus.

Hat man so seine Fähigkeiten (weiter)entwickelt und geschult, kann der Ratespaß wirklich beginnen. Besonders für Profis steht mit der Zeit aber nicht nur das reine Lösen der Gitter im Vordergrund, eine beliebte weitere Motivation stellt auch das Spiel auf Zeit. Aber all den Zeitspielern wird bei "Sudoku 4Pockets" ein Strich durch die Rechnung gemacht. Sobald eine Reihe, Spalte oder ein ganzes 3x3-Kästchen vollständig ausgefüllt wurde, scheint das Programm die Eingabe erst auf deren Richtigkeit zu prüfen, was sich in einem Blinken selbiger äußert und gut und gerne eine bis vier Sekunden dauern kann. Dies ist zwar kein wirklicher Beinbruch, nervt aber mit der Zeit einfach nur noch und verpasst dem Geschwindigkeitsrausch einen gehörigen Dämpfer.

Grafisch ist - wie in jedem Sudoku-Spiel auch - keine Offenbarung zu erwarten: Das Spielfeld auf dem Touchscreen ist in angenehmen, dezenten Blau-Weiß-Tönen gehalten, während die Bedienelemente am rechten Bildschirmrand in orange gehalten sind. Auf dem Topscreen finden sich die aktuelle Spieldauer sowie eine knappe Statistik des momentanen Gitters, präsentiert von einer Mischung aus Kalimero mit schwarzer Eierschale und fernöstlicher Kopie russischer Steckpuppen, besser bekannt als Kiko. Was etwas Umgewöhnung vom Spieler verlangt, ist die Handhabung der Kandidaten, also den möglichen Zahlen, die in ein Feld kommen könnten. Wo sonst kleine Zahlen als Platzhalter fungieren, findet man hier kleine graue Kästchen. Und obwohl deren Anordnung in drei Dreierreihen einer Durchnummerierung der Zahlen von der "1" links oben zur "9" rechts unten entspricht, scheint diese Lösung doch arg umständlich zu sein.

Die Unart, unpassende Musik bei einer Sudoku-Versoftung einzusetzen, findet sich leider auch in diesem Titel wieder. Für sich allein betrachtet, ist der angenehm anspruchslos vor sich hin plätschernde Klavier-Sound recht gut gelungen, so dass man sich fast nicht an ihm satt hören mag, was nicht zuletzt an der eingängigen Bass-Passage liegt. In Verbindung mit dem Spiel allerdings ist dies eine nicht unbedingt konzentrationsfördernde Untermalung.

Die Steuerung bietet zwei Varianten: Entweder eine etwas umständliche Stylus-only-Variante oder eine Mischung aus Stift und Tasten. Nutzt man die Mischform, wird durch Drücken der linken oder rechten Schultertaste zwischen Kandidaten- und Zahleneingabe gewechselt, mit dem "B"- und "Y"-Knopf ruft man das Menü oder die Hilfe auf. Die tastenlose Version der Steuerung setzt anstelle der schnellen Wechsel ein umständliches Wirrwarr an Menüs und Sub-Menüs, das schnell die Idee von der reinen Stift-Kontrolle zerplatzen lässt. Die Zahleneingabe erfolgt über ein "Dropdown-Menü", das beim Verharren auf einem Kästchen erscheint. Zieht man den Touchpen auf die gewünschte Zahl, wird diese auch schon eingetragen. Dies geht aber in manchen Fällen zu schnell vonstatten, was folglich eine Fehleingabe nach sich zieht und somit das Sudoku für ehrgeizige Spieler wertlos macht.

Fazit:
"Sudoku 4Pockets" ist - obwohl eine von vielen Umsetzungen - ein Titel, der sich nicht nur dank des geradezu vorbildlichen Umfangs deutlich von seinen Mitbewerbern abhebt. Dass man aber die weiterführenden Techniken, die von Kiko erklärt werden, genauso wie den Rest des Spiels nicht eingedeutscht hat, ist dessen Hauptmanko, weswegen auch nicht die eigentlich redlich verdiente bessere Wertung erreicht wird. Anfänger, Fortgeschrittene und Profis gleichermaßen kommen hier voll auf ihre Kosten, die für lediglich fünf Euro - verglichen mit anderen Sudoku-Titeln - das mit Abstand beste Preis/Leistungsverhältnis bieten. (Michi)

Pluspunkte:
+ Weiterführende Techniken
+ 3600 Gitter
+ Viele Hilfestellungen (nicht nur) für Anfänger

Minuspunkte:
- Komplett in englischer Sprache
- Hilfestellungen machen Denkarbeit überflüssig
- Nervige Wartezeit nach vollständiger Eingabe von Reihen, Spalten und Kästen

Prädikat:
Gut

Screenshot 1

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (22.08.2010)

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