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Soul of Darkness (DSiWare)
Die Firma Gameloft hat sich - besieht man sich ihr bisheriges Spieleangebot für die DSiWare einmal genauer - scheinbar darauf spezialisiert, bekannte und vor allem erfolgreiche Spiele zu kopieren und minimalst abgeändert neu herauszubringen. Nachdem beispielsweise schon SingStar oder auch God of War dran glauben mussten, haben sie sich für ihren neuesten Streich die sehr erfolgreiche Castlevania-Serie vorgenommen.

Anders als bei "Hero of Sparta" ist ihnen das mit "Soul of Darkness" sehr gut gelungen: In einer dem Original typischen Manier schlüpft man in die Rolle eines Vampirjägers, der gegen das personifizierte Böse in den Kampf zieht. Ausgangspunkt der Reise ist eine Romanze zwischen dem Vampirjäger Kale und der schönen Lydia. Als diese vom Vampirlord "Ritter" entführt wird, bricht man auf, um dessen Treiben ein für allemal ein Ende zu setzen. Diese - zugegeben - nicht gerade vor Esprit sprühende Story reicht aber vollkommen aus, um den Rahmen für eine wirklich erstklassige Spielerfahrung zu bilden. In leider nur zehn Levels erkundet man also die düstere Welt, die die Heimat von vielerlei Geistern und Dämonen ist.

Mit dem Schwert oder später auch dem Speer darf man so allerhand gruseligen Gestalten den Garaus machen. Zombies, Ghoule, Geister oder auch Werwölfe versuchen sich dabei, dem Spieler in den Weg zu stellen. Ganz wie im Original, das hier als Vorlage gedient hat, verfügt auch Kale über die Fähigkeit, die dunklen Seelen der getöteten Feinde in sich aufzunehmen. So gibt es drei verschiedene Seelenarten: Grüne Seelen füllen die Lebensenergie und blaue die Magieleiste. Violette Seelen sind eine Art Erfahrungspunkte, diese lassen sich auch beim Zerstören von Wänden finden. Mit ihnen darf man jeder Zeit im Waffenmenü seine Waffen und Zauber aufrüsten. Jede der zwei Waffen erhält so in vier Stufen höheren Schaden, weitere Kombos, die durch wiederholtes Angreifen ausgelöst werden, oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, kritische Treffer zu landen. Auch kann der jeweilige Elementarzauber, der einer Waffe innewohnt, in drei Stufen verbessert werden. Zudem sind in den Levels noch Kisten verborgen, in denen blaue oder grüne Kristalle zu finden sind. Hat man jeweils vier Stück einer Sorte gesammelt, erhöht sich dann die Energie beziehungsweise die Magieleiste ein klein wenig.

Dank der Zauber gelangt man nicht nur an mehr oder weniger geheime Gebiete in den Levels, die meist zusätzliche Erfahrungspunkte oder Kristalle verborgen halten, auch sind sie zum Vorankommen von essenzieller Bedeutung. Der Speer lässt sich zu einem magischen Wurfgeschoss umfunktionieren, das in Wänden stecken bleibt und so als Plattform genutzt werden darf, um hoch hinaus zu kommen. Das Schwert, dem die Feuermagie innewohnt, erlaubt es, einen Flammenkreis zu erzeugen, der Hindernisse aus Holz oder Eis schnell aus dem Weg räumt. Meist wird der Einsatz der jeweiligen Magie durch ein entsprechendes Symbol gekennzeichnet, was für Gameloft typisch ist und somit jegliche Schwierigkeiten beim Durchspielen im Keime erstickt. Doch hat man erst einmal den einfachen Schwierigkeitsgrad hinter sich gelassen, darf man erneut antreten, um im schweren Modus Ritter zu töten. Alle Waffensteigerungen und andere eingesammelten Boni bleiben dabei erhalten, was aber den Spaßfaktor des Levelerkundens etwas reduziert.

Typisch für Gameloft ist vor allem auch der Gebrauch der DSi-Kamera in ihren Spielen. So findet man auch hier wieder diese Funktion. Im Hauptmenü darf man die Portraits der drei Hauptpersonen mit dem eigenen Konterfei ersetzen, welches dann auch in den Storyabschnitten des Spiels erscheint. Des Weiteren findet man gelegentlich besondere Zelte, in deren Inneren man aufgefordert wird ein Foto seiner Umgebung zu machen. Anhand des überwiegenden Farbtons werden entweder zusätzliche Magie-, Lebens- oder Erfahrungspunkte dafür ausgeschüttet. Beides ist zwar nicht zwingend notwendig, aber es ist doch ein schönes Gimmick, das ein recht amüsantes interaktives Element bietet.

Grafisch hat man sich sehr stark an die Vorlage gehalten, so dass man schon nach dem Verlassen des Titelbildschirms das Gefühl hat, Castlevania zu spielen. Dies geht sogar so weit, dass manche Feinde nahezu 1:1 übernommen wurden, wie beispielsweise die weiblichen Vampire. Zwar fehlt der Kopie irgendwie der letzte optische Feinschliff, was aber nichts daran ändert, dass sie sich immer noch mehr als wacker schlägt und einen wirklich guten Eindruck macht. Das düstere Gothic-Szenario ist wunderbar umgesetzt und auch die Charakterbilder in den Dialogen (sofern man sie nicht durch ein eigenes Foto "verschönert" hat) wissen wirklich zu überzeugen.

Musikalisch kommt man allerdings nicht ganz an die überragende Qualität der Vorlage heran. Die Musikstücke sind leider etwas zu kurz geraten, weshalb sie sich sehr oft innerhalb eines Levels wiederholen. Auch sind sie nur der vergebliche Versuch, atmosphärische Dichte zu schaffen, was trotz der eigentlich richtigen Instrumentenwahl nicht gelingen mag.

Die Steuerung ist eine Tasten-only-Angelegenheit, die durchaus gut gelungen ist. Laufen, Springen, Zauber oder Waffenwechseln geht sehr gut von der Hand. Einzig das Springen aus dem Lauf heraus macht gelegentlich kleinere Probleme, da man recht früh in die Luft gehen muss, was zu Beginn etwas Eingewöhnung erfordert.

Fazit:
"Soul of Darkness" ist ein rundum gelungener Castlevania-Klon. Hier stimmt eigentlich alles, so dass man fast schon enttäuscht ist, wenn nach zehn Levels das Spiel vorbei ist, da man noch ewig weiterspielen könnte. Vor allem der verhältnismäßig günstige Preis von 500 Punkten macht es nicht nur für Fans des Originals äußerst attraktiv. Bei diesem Titel hat sich Gameloft schon fast selbst übertroffen, in dem man ein grandioses Original um einige nette und sinnvolle Elemente ergänzt. Und herauskommen ist eine ganz klare Downloadempfehlung: Hier ist man definitiv auf der sicheren Seite. (Michi)

Pluspunkte:
+ Hervorragender Castlevania-Klon
+ Überzeugende Grafik
+ Interaktives Element dank der Nutzung der DSi-Kamera
+ Sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis

Minuspunkte:
- Kleinere Mängel beim Sprungverhalten
- "Nur" zehn Levels

Wertung:
Einzelspieler: 8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (08.08.2010)

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