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Pub Darts (WiiWare)
Entwickler Big Blue Bubble bietet Wii-Besitzern Kneipensport fürs Wohnzimmer. Da liegt es nahe, den Dartwurf per Wiimote-Bewegung nachzuahmen, doch taugen die Bewegungssensoren ohne Motion+ dazu, ein authentisches Spielgefühl zu erzeugen? Oder wird aus dem Präzisionssport ein reines Glücksspiel, das uns Authentizität bloß vorgaukeln will?

Möchte man seine erste Partie bestreiten, legt man sich zunächst ein Profil an, das aus einem Wunschnamen und einem charmanten Comic-Avatar besteht, außerdem kann man dort den gewünschten Schwierigkeitsgrad konfigurieren und aus einer Reihe von unterschiedlichen Pfeil-Designs wählen. Für 500 Nintendo-Punkte haben wir nun die Wahl aus fünf typischen Spielmodi wie "501" und "Cricket". Teilnehmen dürfen bis zu 4 Spieler, KI-Gegner können ebenfalls eingesetzt werden. Einen Turniermodus oder dergleichen gibt es nicht. Die Schwierigkeit, die man im Profil einstellt, schien mir allerdings nicht die Stärke des CPU-Gegners zu bestimmen, sondern den eigenen Streuungsgrad, so waren meine Würfe als "Anfänger" sehr viel öfter im Ziel, als auf dem Schwierigkeitsgrad "Experte". Ist man mit dem Dartsport weniger vertraut, kann man sich zu jedem Spielmodus eine textliche Erläuterung der entsprechenden Regeln zu Gemüte führen. Umfang hin oder her, das Spiel steht und fällt mit der Steuerung. Zunächst richtet ihr den Pointer (auf dem Bildschirm als Fadenkreuz dargestellt) auf die gewünschte Stelle, die ihr treffen wollt, beispielsweise die dreifache Zwanzig. Nun haltet ihr den A-Knopf gedrückt, führt eine möglichst gerade Wurfbewegung aus und lasst den A-Knopf los, so als ob ihr den Pfeil eben loslassen wollt. Die Beschleunigung der Wiimote entspricht logischerweise der Wurfkraft. Bewegt ihr die Wiimote schief, weicht euer Pfeil vom vorher festgelegten Ziel auf der Scheibe ab. Lasst ihr viel zu früh/spät los oder schlaft ihr mitten im Wurf ein (was nicht unwahrscheinlich ist), kann ein Pfeil auch mal auf dem Kneipenboden landen, was allerdings immer mit derselben "Animation" geschieht. Abpraller von der Dartscheibe sind ebenfalls möglich. Ob diese der Wurfkraft verschuldet sind oder einfach zufällig auftreten, konnte ich nicht herausfinden. Trefft ihr das Drahtgerüst, das sich um die unterschiedlichen Trefferzonen der Korkscheibe windet, bleibt der Pfeil einfach in diesem stecken und ihr müsst der Score-Anzeige glauben, was ihr nun getroffen habt. Da die Wiimote ohne Motion+ eure Bewegungen nicht 1:1 verwerten kann, weicht der Pfeil auch schon mal nur geringfügig vom Ziel ab, obwohl ihr einen Meter neben dem Fernseher auf die Wand gezielt hab. Im Großen und Ganzen ist zielgenaues Werfen zwar machbar, aber es fühlt sich einfach nicht natürlich an, was daran liegt, dass die Wiimote mit zwei AA-Batterien bei weitem nicht so locker in den Fingern liegt wie ein richtiger Dartpfeil. Wer also einen absolut präzisen Dart-Simulator für faire Wettkämpfe erwartet, ist hier Fehl am Platz.

Die musikalische Note im Spiel ist gewöhnungsbedürftig. Epileptiker werden auf Grund der übertrieben hektischen und gleichzeitig fröhlichen Musik bereits im Menü zu Boden gehen, während im Spielbetrieb selbst nur leise Kneipengeräusche hintergründig zu hören sind. Da sich das Spiel eher an Gelegenheitsminispieler richtet, hätten ein paar dezente Musikstücke dort ruhig anklingen dürfen, ohne dass die Konzentration darunter zu sehr gelitten hätte. Grafisch ist der Titel nicht sonderlich anspruchsvoll. Die Comic-Avatare existieren lediglich als Karikatur und bieten daher keine Animationen. Unterschiedliche Kneipenumgebungen oder Ähnliches gibt es nicht. Aktuelle Spielstände werden beim Spielerwechsel angezeigt, sind aber auch zwischendurch per 1-Taste einblendbar.

Fazit:
"Pub Darts" spielerisches Aufgebot ist übersichtlich. Für 500 Punkte bekommt man fünf Spielmodi mit einer Steuerung, die zwar auf ihre Weise funktioniert, sich aber recht unbefriedigend anfühlt, da man keine Art von Feedback erhält, abgesehen davon, dass man entweder das Ziel trifft oder eben abweicht. Die Wiimote eignet sich im Grunde mehr für das einfache Simulieren von größeren Sportgeräten (z. B. Tennis-/Golfschläger), als für die Imitation von kleinen, filigranen Dartpfeilen. Sprüche wie "Kauf dir lieber einen Satz Golfschläger und werd Mitglied im Golfclub" sind zwar nicht immer angemessen, aber in diesem Fall wird man mit einer einfachen Dartscheibe für den Partykeller definitiv glücklicher. Hoffen wir mal, dass kein kluger Zubehörhersteller entsprechende Dart-Peripherien für die Wiimote auf den Markt wirft… (Manni)

Pluspunkte:
+ witzige Avatare
+ fünf Spielmodi

Minuspunkte:
- unbefriedigende Steuerung
- Wiimote als "Dartpfeil" nicht geeignet
- kein Turniermodus oder etwas Vergleichbares
- katastrophale Sounduntermalung

Wertung:
Einzelspieler: 2,0
Mehrspieler: 3,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (29.07.2010)

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