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Indiana Jones' Greatest Adventures (Virtual Console | SNES)
Ein charismatischer Held, der sich mit seiner Peitsche bewaffnet durch die ganze Welt kämpft, immer auf der Suche nach seltenen Schätzen. Einen besseren Rahmen für ein vielversprechendes Abenteuerspielchen gibt es in der Filmgeschichte kaum. Lucas Arts hat einen Plattformer gebastelt, in dem ihr alle bekannten Schauplätze der drei großen Indiana Jones-Filme besuchen und somit die Story nachspielen könnt.

In welcher Reihenfolge ihr die drei Abenteuer nachspielen möchtet, dürft ihr nicht selbst entscheiden, stattdessen startet ihr entsprechend der Film-Chronologie mit der Episode "Jäger des verlorenen Schatzes" und schaltet danach die zwei anderen frei. Die Geschichte wird zwischen den Stages in Form von grobpixeligen Momentaufnahmen aus den Filmen und einem entsprechenden Fließtext (englisch!) erzählt, was für Serien-Fans schonmal ein Pluspunkt ist und etwas des originalen Film-Flairs versprüht. Das Gameplay bietet euch die typische Platformer-Action, die man aus der 16bit-Ära gewohnt ist. Etwas gedämpft war meine Euphorie, als ich Indiana Jones Peitsche schmerzlich vermisste. Abstruserweise muss der Held in jeder Stage seine Primärwaffe aufs neue finden, warum auch immer. Mit dieser kann Indy nicht nur Feinde in fünf verschiedenen Richtungen peinigen, sondern sich auch über Abgründe schwingen, sofern entsprechende Befestigungspunkte vorhanden sind. Die Steuerung geht bei diesen Manövern absolut leicht von der Hand, so dass unglückliche Game-Overs ausgeschlossen sind. Ebenfalls im Bewegungsrepertoire enthalten ist eine Vorwärtsrolle, mit der ihr kleine Gegner wie Ratten besiegen oder unter einem Vorsprung versteckte Herzen erreichen könnt. Weitere Hilfsmittel gegen Fledermäuse, Wölfe, Nazis und andere Feinde sind rar gesäte Granaten, die den kompletten Bildschirm leeren und eine Pistole, die als Distanzwaffe gute Dienste leister. Es ist ein sehr schöner Aspekt der Sprungsteuerung, dass Indy, wenn ihr den Sprungknopf gedrückt lasst, etwas länger in der Luft bleibt. Dadurch werden knifflige Sprungpassagen sehr fair und fehlerverzeihend. Bei Gegnern, die mehr als einen Peitschenhieb aushalten, könnt ihr außerdem den Angriffsknopf einfach gedrückt lassen, um mehrmals anzugreifen. Etwas ungewöhnlich erschien mir, dass alle Gegnerarten beim Ableben in Flammen aufgehen. Das ist wohl die typische Retrologik, um sich aufwendige Sterbeanimationen zu ersparen. Neben lebenden Hindernissen erwarten euch natürlich die obligatorischen Fallen, wie herunterfallende Gesteinsbrocken und Stacheln, die aus dem Boden schießen. Die Flucht vor einem riesigen anrollenden Felsen oder der Kampf auf einer fahrenden Kutsche, bei der das Bild selbstständig Richtung Ziel scrollt, lockern den Spielablauf etwas auf. In Folge der umfangreichen Weltreise, die Indy während seines Abenteuers unternimmt, sind die Szenarien ohnehin recht abwechslungsreich gestaltet.

Obwohl ich die Filme nicht alle mitsprechen kann, ist es auch für mich durchaus eine Art Bonus gewesen, dass ich viele Szenen und Szenarien wiedererkannt hab. Gepaart mit dem allseits bekannten Soundtrack der Reihe und den Filmszenen, kommt die Atmosphäre, die man von einer solchen Filmumsetzung erwartet, durchaus rüber. Die Level sind größtenteils streng linear, erfordern aber ab und an das Verschieben von Kisten und Krügen, um höher gelegene Absätze zu erreichen. In der Regel erhaltet ihr nach 2-3 Abschnitten ein neues Passwort, mit dem ihr nach dem Verlust aller Continues in einem der zuletzt gespielten Stages weiterspielen dürft.

Fazit:
Man sollte zwar keine übermäßig hohen Erwartungen an das Spiel haben, da es im Platform-Genre keine Bäume ausreißt, doch für Genrefans, die etwas für die Indy-Reihe übrig haben, ist das Spiel ein tolle Unterhaltung. Die Steuerung ist dynamischer als die eines "Castlevanias" und präziser als bei "Pitfall: The Mayan Adventure". Atmosphärisch lebt das Spiel in erster Linie vom Soundtrack und den "Cutscenes". Das Leveldesign ist abwechslungreich, aber spielerisch nicht viel mehr als Mittelmaß. Addiert man als diese Faktoren ergibt das einen guten Platformer mit Lizenz-Bonus. (Manni)

Pluspunkte:
+ angenehme Steuerung
+ Spielverlauf nah an den Filmen
+ Indy-Soundtrack
+ ordentliche Spiellänge

Minuspunkte:
- spielerisch "nur" Mittelmaß
- Respawnen der Gegner nervt manchmal

Wertung:
Einzelspieler: 7,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (29.07.2010)

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