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Metal Torrent (DSiWare)
Bei der Vielzahl an Genres, die es mittlerweile im DSiWare-Angebot zu finden gibt, gibt es eigentlich fast nichts, was es nicht gibt: Ein Überangebot an Puzzle- und Denkspielen, diverse mehr oder weniger sinnvolle Applikationen, Lifestyleanwendungen, sogar das eine oder andere RPG hat sich dorthin verirrt. Was bei dieser Aufzählung aber auffällt ist, dass es noch kein Oldschool-Shoot-em-Up gibt. Nintendo hat sich höchstpersönlich dieses Missstandes angenommen und dank der Softwareschmiede Arika, die Nintendorianern besonders durch Endless Ocean ein Begriff sein sollten, wurde diese Genre-Lücke geschlossen.

In "Metal Torrent" übernimmt man die Kontrolle über eines von zwei Raumschiffen, mit denen man sich durch die insgesamt acht Phasen (Levels) des Spiels aufmacht. Das Ziel des Spiels ist allerdings nicht nur das bloße Überleben der feindlichen Verteidigungswellen, ganz genretypisch liegt die eigentliche Motivation im Erreichen eines möglichst hohen Endpunktestandes. Dies soll und muss jedem von vornherein klar sein, der sich das Spiel herunterlädt! Denn gerade die einerseits sehr highscorejägerfreundliche, verhältnismäßig kurze Spielzeit von etwa 15 (fünfzehn!) Minuten pro Spielmodus, wird bei allen Nicht-Highscore-Jägern für maßlose Enttäuschung sorgen.

Sofern man aber weiß, worauf man sich einlässt, garantieren die zwei Schiffstypen, die den zwei Schwierigkeitsgraden entsprechen, die zwei Spielmodi - Pattern und Random-Mode - und nicht zu letzt das anfangs ein wenig irritierende Punktesystem des Spiels für enormen Spielspaß. Da sich jedoch auf Dauer nicht vermeiden lässt, dass das Jagen des eigenen Punkterekords etwas an Reiz verliert, hat Nintendo eine Online-Rangliste spendiert. Spätestens wenn man seine eigenen Leistungen im internationalen Vergleich sieht, erhält man einen Motivationsschub, der "Metal Torrent" zu einem echten Spielspaß-Kracher werden lässt.

Mit eigenen Rankings für jedes Schiff und jeden Spielmodus findet wohl jeder Spieler seine passende Heimat, die er dominieren möchte. Dank der ausgeklügelten Mischung des Punktesystems aus Bonuspunkten, Chain-Combos und Cube-Boni, wird der geneigte Shoot-em-Up-Spieler einiges an Tüftelarbeit leisten dürfen, bis er die optimale Strategie mit dem punktetechnisch höchsten Wirkungsgrad für sich entdeckt hat.

Durch die Sonderfähigkeiten der beiden Schiffstypen ist es beispielsweise möglich gegnerische Schüsse in Cubes, und somit Punkte zu verwandeln. Je höher die Anzahl der Kubis auf dem Spielschirm ist, desto höher auch deren Wert. In sieben verschiedenen Klassen entwickeln sich diese Würfel von nur wenig profitablen lilanen Klötzchen zum gelben Punktesegen. Aber nicht nur das Punktekonto füllt sich durch deren automatisches Einsammeln, auch die Lebens- und Aktionsenergie füllt sich so angenehm schnell wieder auf.

Grafisch ist "Metal Torrent" eigentlich recht gut gelungen. Das kalte und sterile futuristische Setting ist in sich sehr schön stimmig. Das Spielgeschehen selbst findet auf dem Topscreen statt, während auf dem Touchscreen die Punktezahlen ins Unermessliche steigen. Dort findet man auch den sich beständig selbst wieder füllenden Lebens- und Aktionsenergie-Balken. Durch eine Art gigantischen "Turmrohbau", dessen Löcher stets einen Ausblick auf dessen Umgebung erlauben, bahnt man sich seinen Weg durch die acht Phasen. Leider wirken einige der Grafiken bei näherem Hinschauen sehr pixelig und bei erhöhtem Gegneraufkommen stellen sich ab und an deutlich spürbare Slowdowns ein. Bis auf die Geschwindigkeitseinbußen fallen die grafischen Mängel allerdings nicht zu sehr ins Gewicht, weil man 1. im Eifer des Gefechts nicht zu oft die Gelegenheit hat, die Optik zu genießen und 2. die meisten Gegner nicht lang genug am Leben bleiben, um sie genauer zu betrachten.
Die Musik ist eine wenig beeindruckende technoide Angelegenheit, die im Hintergrund vor sich hin säuselt. Ohnehin wird man hauptsächlich vom Hämmern der Laser-Salven und dem hellen Klingeln des Cube-Zählers beschallt, so dass man von der Hintergrundmusik nicht allzu viel mitbekommt.
Die Steuerung - wie sollte es bei einem derartigen Oldschool-Game auch anders sein? - übernimmt man mit dem Steuerkreuz und den Knöpfen. Den Stylus kann man während des gesamten Geschehens getrost in seinem Schlitz stecken lassen. Mängel lassen sich hier keine feststellen.

Fazit:
Mit "Metal Torrent" ist eine echte Perle erschienen, die sich kein Freund derartiger Spiele entgehen lassen sollte. Wer allerdings auf der Suche nach einer tiefgründigen, für lange Zeit an eine Story fesselnden Haupthandlung ist, der ist hier definitiv an der falschen Adresse. Highscorejäger werden allerdings speziell dank des Online-Rankings endlose Stunden mit dem Titel verbringen können, der vor allem durch diesen mit Leichtigkeit über die grafischen Defizite im Bereich Optik und Performance hinwegsehen lässt. Die 500 Nintendo Punkte, mit denen der Titel zu Buche schlägt, sind nicht nur für Genre-Veteranen eine sehr gewinnbringende Investition, auch Neulingen wird der Einstieg sehr leicht gemacht, was die Anhängerschaft derartiger Spiele sicherlich wachsen lassen wird. (Michi)

Pluspunkte:
+ Online-Ranking
+ Online unendlicher Langzeitspielspaß
+ Schnelles, kurzweiliges Spielprinzip
+ Gute Steuerung
+ Passabler Soun
+ En Gros sehr gute Grafik…

Minuspunkte:
- …die aber ihre Mängel hat
- Klares Zielgruppenspiel
- Offline nur bedingte Langzeitmotivation
- Nur 8 Levels

Note Einzelspieler:
8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (13.07.2010)

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