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Eternal Champions (Virtual Console | Mega Drive)
Kämpfer aus den entlegensten Ecken unseres Planeten treten in den verschiedensten Arenen vor ebenso zahlreichen Hintergründen gegeneinander an, um ihre Kräfte zu demonstrieren und ihre Kampfkünste zur Schau zu stellen. Absolut verständlich, dass man bei solch einem Spielkonzept sofort an „Street Fighter“ denkt, die „90er-Jahre-Brawl-Ikone“, die vor nicht allzu langer Zeit auf den NextGen-Konsolen ihr Revival feierte. Damals wollten vom Prügelspielhype natürlich einige Hersteller profitieren. Und so verwundert es auch nicht, dass Sega 1993 auf der heimischen Konsole ein Pendant namens „Eternal Champions“ veröffentlichte. Wie sich dies im Vergleich zum Genreprimus – im wahrsten Sinne des Wortes – „schlägt“, wollten wir nun mal genauer überprüfen.

Wie fast immer muss für die Story ein großes Unglück herhalten. Durch eben so ein Unglück (dessen Umstände nicht näher erläutert werden) sind die neun großartigsten und stärksten Krieger der Geschichte ums Leben gekommen, wodurch die Zukunft absolut ungewiss ist. Da trifft es sich gut, dass der ewige Meister – eben der „Eternal Champion“ – die neun verschiedenen Seelen zusammenruft und sie gegeneinander antreten lässt. Der letzte Überlebende der neun wackeren Helden wird eine zweite Chance erhalten, durch die sein Tod rückgängig gemacht wird und er Gut & Böse wieder in die gewohnte Balance bringen darf. Aber bevor das geschehen kann, will der Meister fliegende Fäuste sehen! Das Interessante bei „Eternal Champions“ ist eindeutig die Vielschichtigkeit der Charaktere. Da es sich nun mal um die größten Kämpfer der Geschichte handelt, ist so ziemlich jede Epoche hier vertreten. Ihr steht eher auf die Moderne? Dann ist der Cyberfighter aus dem Jahre 2345 mit Sicherheit euer Favorit. Oder soll es vielleicht lieber die erbarmungslose Zirkus-Akrobatin aus dem 19. Jahrhundert sein? Auch zeitlich noch früher angesiedelte Charaktere, wie ein mittelalterlicher Alchemist oder ein prähistorischer Kampfjäger, gehören der illustren Raufboldriege an. Die Charakterauswahl ist eindeutig eine der Stärken dieses Titels, da sie für jeden Geschmack etwas bietet und man – zumindest in dieser Beziehung – nicht einfach bei Street Fighter abgeguckt hat. Da spielen sich vor dem Bildschirm mitunter ziemlich ulkige und trashige Szenen ab, wenn etwa vor einem Regenwald-Hintergrund mit Holzhütten und frei herumlaufenden Hühnern eine leicht bekleidete Ninjakämpferin und ein 20er-Jahre-Gangster im Trenchcoat ihre Kampfkünste unter Beweis stellen.

Sich gemeinsam die Schädel einhauen und an dem Spiel erfreuen ist bei „Eternal Champions“ selbstverständlich ebenfalls möglich. Man kann beispielsweise einen simplen einzelnen Kampf bestreiten oder auch in einer Art „Battle“ gegen den menschlichen Mitspieler und in der Arena zusätzlich befindlichen Maschinen antreten. Im Turniermodus gibt es darüber hinaus drei Varianten, bei der an jeder zwei bis 32 Spieler teilnehmen können: Im „Round-A-Bout“ (also Rundenkampf) treten zwei Spieler mit je neun Kämpfern an, die der Reihe nach gegeneinander antreten. Wer nun als erstes keine Spielfigur mehr in die Arena schicken kann, hat verloren. Die anderen beiden Turniermodi „Single Elimination“ und „Double Elimination“ unterscheiden sich nur marginal: Zwei bis 32 Spieler treten gegeneinander an und wer einen Kampf (bzw. zwei Kämpfe in der Double-Variante) verliert, scheidet aus. Im Einzelspielermodus gibt es neben dem Einzelkampf und dem „Battle“-Mode noch einen Trainingsmodus, in dem man offensive und defensive Kampfbewegungen trainieren kann. Allumfassend wird inhaltlich also einiges geboten, ob nun für einen Solospieler oder eine Gruppe von kampflustigen Kontrahenten. Eine Besonderheit des Kampfgeschehens ist übrigens die „Kugel der inneren Stärke“: Diese füllt sich im Laufe des Kampfes durch gelungene Kampfmanöver und gibt euch voll aufgeladen die Möglichkeit, einige Spezialaktionen auszuführen. Nach diesen ist sie natürlich wieder um einiges leerer, kann aber selbstverständlich durch erneute erfolgreiche Aktionen wieder aufgeladen werden. Und noch eine Bemerkung zur Steuerung: Diese ist nicht besonders kompliziert oder schwer zu erlernen, simples Betätigen einer der Aktionstasten plus eventuell eine Richtung auf dem Steuerkreuz sind nämlich eigentlich schon alles, was man beherrschen sollte. Spielt dieses Beat’em-Up aber unbedingt mit dem Classic- oder GameCube-Controller. Um es angenehm mit der Wii-Fernbedienung spielen zu können, bräuchte man wohl ein paar Finger mehr (den A-Knopf mitzubenuten ist im hektischen Kampfgeschehen nämlich nicht gerade einfach…).

Den Vergleich mit dem Genreprimus muss „Eternal Champions“ gezwungenermaßen über sich ergehen lassen. Wie schneidet es im Vergleich zu „Street Fighter II“ also genau ab? Nun, dieser Mega Drive-Titel bietet interessante und unterschiedliche Kämpfer, teilweise sehr hübsche Hintergründe und eine bunte Modi-Palette. Allerdings spielt es sich auch ein wenig langsam und träge, woran man sich womöglich erstmal gewöhnen muss. Außerdem will es dem Titel irgendwie nicht gelingen, aus dem Schatten von Capcoms Vorzeigetitel zu springen. „Eternal Champions“ hat einfach nie den Status erreichen können, den die „Street Fighter“-Serie heute besitzt und es kommt beim Spielen mal wieder dieses Gefühl auf, das einem sagt: „Ja, ganz gutes Spiel, aber irgendwie fehlt da doch was…ich weiß nur nicht, was es ist.“

Fazit:
„Eternal Champions“ hat es auf der Virtual Console wahrlich nicht leicht. Es ist zwar kein grottenschlechtes Spiel, zieht im Vergleich mit den unzähligen vorhandenen „Street Fighter II“-Adaptionen jedoch schlichtweg „den Kürzeren“. Prügelspielfetischisten dürfen trotzdem einen Download riskieren, da das Spiel insgesamt doch recht ansehnlich ist und eine interessante Charakterauswahl offeriert. Zwar klebt durchweg ein leichter „Abklatschfilm“ auf dem Spiel, aber man darf ihm als Genre-Fan unter Umständen mal eine Chance geben. (Niklas)

Pluspunkte:
+ prägnante und unterschiedliche Charaktere
+ ganz nette Geschichte
+ teilweise schmucke Hintergründe
+ mitunter witzige und trashige Kampfmomente

Minuspunkte:
- im Vergleich zu anderen Prüglern etwas träge
- "hab' ich das nicht schon mal alles gesehen...?"
- das gewisse Etwas fehlt einfach

Wertung:
Einzelspieler: 6,0
Mehrspieler: 6,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (04.07.2010)

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