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Rolling Thunder 2 (Virtual Console | Mega Drive)
Die fiese Terrororganisation „Geldra“ hat weltweit alle wichtigen Kommunikationssatelliten zerstört und damit auch deren Datenfluss unterbunden, wodurch die Weltwirtschaft nun aus dem letzten Loch pfeift. Weshalb Geldra dies überhaupt getan hat, ist nicht bekannt, jedoch soll der skrupellose Bösewicht und Waffenhändler „Gimdo“ an der Aktion beteiligt gewesen sein. In „Rolling Thunder 2“ ruhen nun alle Hoffnungen auf den Geheimagenten Albatross und Leila, die in diesem Fall nun für Aufklärung sorgen sollen.

Im Grunde ist „Rolling Thunder 2“ ein „Run’n’Gun“-Spiel, artet dabei jedoch in keinster Weise in solch wilden Schießorgien aus, wie wir sie von typischen Genre-Vertretern wie „Metal Slug“ oder „Probotector“ kennen. Dieses Spiel (übrigens eine teilweise erweiterte Umsetzung des Arcade-Originals „Rolling Thunder“) ist mehr eine Art „Shinobi im James-Bond-Universum“. Man kann also nicht einfach strunzdumm drauf los laufen und um sich schießen, sondern muss mit weitaus mehr Geschick und vorausschauender Vorsicht agieren. Dies spiegelt sich unter anderem in begrenzter Munition, jeder Menge Türen und einem allgemein gemäßigtem Spieltempo wieder. Eure Aufgabe ist es nun, jeden Abschnitt vollständig zu durchlaufen und dabei alle Gegner aus dem Weg zu räumen. Diese agieren anfangs teilweise noch einfallslos und laufen einfach auf euch zu. Einmal die 9mm-Handfeuerwaffe abgedrückt, und schon zappelt der Widersacher am Boden. Einige Widersacher kommen jedoch auch unverhofft aus Türen, vertragen bis zum Ableben mehrere Treffer oder werfen Bomben hinunter. Hinunter, fragt ihr euch? Ja, hinunter, denn „Rolling Thunder 2“ spielt sich größtenteils auf zwei Ebenen ab. Einem bevorstehenden Konflikt mit bestimmten Gegnern kann man so mit einem geschickten Ebenenwechsel einfach aus dem Weg gehen, sofern es gerade möglich ist und der Gegner euch nicht etwa folgt. Ein weiterer „Bauerntrick“, jedoch ebenso effektiv: Betritt man eine Tür und lässt den Finger auf dem Steuerkreuz verharren, bleibt eure Spielfigur hinter der Pforte verborgen, solange es euch beliebt. Darüber hinaus birgt so manche Tür überaus hilfreiche Überraschungen, wie etwa Spezialwaffen, zusätzliche Munition oder ein Medipack. Jedoch kann auch mal ein eher unangenehmer Zeitgenosse – sprich: Gegner – hinter der Tür auf euch warten. Trotz all dem sollte man hinter jede Tür linsen, die man zu Gesicht bekommt, da wie gesagt auch durchaus etwas Sinnvolles hinter eben dieser auf euch warten könnte.

Spielt man „Rolling Thunder 2“ muss man sich vorher also bewusst sein, dass man hier „mit Köpfchen“ spielen muss. Einfach nur unüberlegt loszulaufen, bringt eigentlich gar nichts. Das Spiel will von euch, dass ihr wohlüberlegt vorgeht. So ist es ratsam, sich stellenweise einfach mal hinter einer der zahlreichen Kisten geduckt zu verstecken und zunächst das Gegnerverhalten zu analysieren. Dann einfach im richtigen Moment aufgetaucht, einen gezielten Schuss losgelassen, und schon kann der Weg fortgesetzt werden. Es ist vom grundlegenden Prinzip her gewissermaßen ein „Splinter Cell Light“, durch die 2D-Ansicht jedoch übersichtlicher. Da man zu Beginn des Spieles zwischen zwei Agenten (dem männlichen Agenten Albatross und seinem weiblichen Pendant Leila) wählen kann, ist es auch nicht verwunderlich, dass das Spiel über einen kooperativen Zwei-Spieler-Modus verfügt. Dass der auch noch überaus gelungen ist, erfreut natürlich umso mehr. Zu zweit ist das Durchstreifen der Areale eine feine Sache und wird bei einer klugen Zusammenarbeit erheblich erleichtert.

Was bei „Rolling Thunder“ eine höhere Wertung jedoch zunichte macht, sind einige Kleinigkeiten. Es ist ganz schön gemein, dass einige Gegner genau dann aus der Tür hinter euch herauskommen, wenn ihr gerade erst daran vorbeigelaufen seid. Da hat man oft kaum eine Chance, den Feindkontakt noch zu verhindern. Ebenfalls ärgerlich ist die Tatsache, dass man bei nicht mehr vorhandender Munition zwar noch eine Ersatzwaffe hat, welche allerdings extrem schwach ist und nicht bei jedem Abziehen auch tatsächlich eine Kugel durch den Lauf jagt. Außerdem wirkt das Spiel allgemein recht steif und verhalten, daher auch seine taktische Grundausrichtung. Videospieler, die solche weiter oben bereits erwähnten Action-Run’n’Guns wie Metal Slug oder Probotector gewöhnt sind, bei denen im Sekundentakt Explosionen den Bildschirm erhellen, könnten sich hier ein wenig gelangweilt fühlen. Aber man sollte eben wissen, worauf man sich bei „Rolling Thunder 2“ einlässt, und zwar auf einen taktischen und ausgeklügelten Platformer mit gemäßigtem Tempo.

Positiv sei übrigens der Soundtrack anzumerken: Solch lässige und groovige Stücke wie hier, kriegt man in einem Videospiel wirklich selten zu hören, zumal die musikalische Untermalung zum Thema „Ich bin ein Agent…mich darf niemand entdecken…ich bin cool.“ einfach hervorragend passt. So verhält es sich auch mit der Grafik: Schöne Hintergründe und ein durchdacht gestalteter Levelaufbau erfreuen das Auge, ohne dass alles zu überladen wirkt. Die Thematik des Titels ist im James-Bond-Universum anzusiedeln, wobei jedoch gerade die ersten beiden Levels auch ein extremes „Miami Vice“-Flair versprühen. Auf eurer Reise werdet ihr aber auch noch anderen Schauplätzen, wie Fabrikgelände oder auch futuristische Wissenschaftslabore, einen Besuch abstatten.

Fazit:
Man packe Shinobi mit Splinter Cell in einen Mixer, nehme ein bisschen Spielgeschwindigkeit heraus und füge noch ein wenig James-Bond-Atmosphäre hinzu: Und voila, das Ergebnis dieses gewagten Cocktails ist „Rolling Thunder 2“. Ein paar kleine Macken haften dem Spiel jedoch an, wie beispielsweise die grottige Ersatzwaffe oder fies auftauchende Gegner. Wenn man sich mit dem gemäßigten und taktischen Spielprinzip jedoch arrangiert, kann man an diesem trashigen Platformer eine Menge Spaß haben, vor allem im Koop-Modus. (Niklas)

Pluspunkte:
+ mal ein etwas anderer „Run’n’Gun“-Sidescroller
+ überaus gelungener Soundtrack
+ schicke Levelgestaltung
+ stilechtes "Agenten-Flair"
+ schöner Koop-Modus

Minuspunkte:
- dem ein oder anderen vielleicht etwas zu steif
- schrottige Ersatzwaffe

Wertung:
Einzelspieler: 7,0
Mehrspieler: 7,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (30.06.2010)

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