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Bit.Trip Runner (WiiWare)
Die "Bit.Trip"-Serie aus dem Hause Gaijin Games ist unter Videospielkennern unlängst über den Status eines "Geheimtipps" hinausgewachsen, denn mittlerweile führt kein Weg mehr an den kreativen Pixel-Geschicklichkeitserlebnissen vorbei. Die bisher erschienenen Ableger der Serie gehören nicht nur zu den Spiele-Perlen im WiiWare-Angebot, sondern reihen sich auch in die Liste der Top-Titel des gesamten Wii-Lineups ein. Entsprechend hohe Erwartungen wurden an den vierten Teil der Serie, "Bit.Trip Runner", geknüpft. Dürfen wir ein weiteres Download-Highlight im WiiWare-Shop begrüßen oder ist langsam aber sicher die Luft aus der "Bit.Trip"-Reihe heraus? Die Antwort auf diese Frage erfahrt ihr im Folgenden in unserem Test.

Zunächst einmal sollte erwähnt werden, dass "Bit.Trip Runner" im Hinsicht auf das Gameplay völlig neue Wege beschreitet und euch somit eure "Skills" aus den vorherigen Spielen herzlich wenig nützen. Bits ja, Beats nein: Die Zeiten, in denen ihr bunte Pixel-Beats reflektierten bzw. absorbierten musstet, sind vorbei! In "Runner" übernehmt ihr stattdessen zum ersten Mal die Kontrolle über Commander Video, der auf einem fremden Planeten eine Bruchlandung hinlegt und nun auf eure Unterstützung angewiesen ist. Das Spielprinzip ist erfrischend neu und dabei erneut simpel gehalten: Während Commander Video in einer konstanten Geschwindigkeit durch die Level rennt, seid ihr als Spieler für das Ausweichen von Objekten auf seinem Weg verantwortlich. Treppen, Abgründe und andere Hindernisse lassen sich anfangs nur überspringen, im Laufe der Zeit erweitert sich jedoch das Bewegungsrepertoire des Commander Video und so sind später auch Slides, Hochsprünge und Kicks möglich. Euer Ziel: Erreicht das Ende jeder Stage ohne Kollision mit Objekten und macht dabei möglichst viele Punkte. Das klingt zunächst recht banal, wird allerdings recht schnell recht anspruchsvoll.

Die drei Zonen des Spiels sind jeweils in zwölf Stages unterteilt, jede besitzt einen eigenen Titel, eine eigene Highscore-Liste und lässt sich im Auswahlbildschirm einzeln auswählen, wodurch ihr immer beim zuletzt abgeschlossenen Abschnitt weiterspielen könnt. Anders als in den Vorgängern gibt es in "Bit.Trip Runner" keinen Nether-Modus, keine Begrenzung der möglichen Versuche und somit auch nie einen "Game Over"-Bildschirm. Lauft ihr mit Commander Video gegen ein Objekt, stößt mit dem Kopf gegen die Decke, weicht herannahenden Gegnern nicht aus oder stürzt mit ihm in den Abgrund, dann setzt euch das Spiel nach einer kurzen Sequenz einfach wieder an den Startpunkt zurück. Checkpoints oder ähnliches gibt es nicht, sodass ihr eine Stage wirklich nur fehlerfrei abschließen könnt. So bleibt das Spiel stets anspruchsvoll und verlangt euch - besonders in späteren Abschnitte und bei Bossgegner - einige Anläufe ab, lässt hingegen zu keinem Zeitpunkt Frust aufkommen, denn den Grund fürs Scheitern findet ihr fortwährend bei euch und durch das unverzügliche und unbegrenzte Zurücksetzen an den Start wird der Spielfluss nicht unterbrochen. Mit etwas Übung, dem richtigen Timing und schnellen Reflexen hat man den Bogen dann irgendwann raus und freut sich über jede abgeschlossene Stage. Den Schwierigkeitsgrad sollte man trotz allem auf keinen Fall unterschätzen: Die Zeitintervalle zwischen auftauchenden Hindernissen sind in späteren Abschnitten teilweise nur auf einen Bruchteil einer Sekunde beschränkt, sodass ihr oft fließend von einer Bewegung in die nächste übergeht und blitzschnell reagieren müsst. Jeder noch so kleinste Fehler eurerseits wird dabei sofort und gnadenlos bestraft - ein Umstand, an den man sich erst einmal gewöhnen muss. Doch "Runner" bleibt damit nur dem Anforderungsniveau der gesamten "Bit.Trip"-Serie treu und präsentiert sich als beinharte, aber faire Herausforderung an alle Videospielliebhaber.

Zwei Dinge lassen sich auf dem Weg vom Start- zum Zielpunkt einsammeln. Zum einen wären da die angesprochenen Goldbarren: Schafft ihr es, alle davon in einer Stage einzusammeln, schaltet ihr im Anschluss eine Bonus Challenge im guten, alten 8-Bit-Atari-Look frei, in der ihr wieder Gold aufnehmen und somit euren Punktestand weiter in die Höhe treiben könnt. Zum anderen sind außerdem rosa Plus-Objekte in den Stages verteilt. Jedes dieser Bonus-Items stuft euch einen Modus höher (Hyper, Mega usw.) und hat zur Folge, dass die Hintergrundmusik zunehmend imposanter bzw. vielfältiger wird und im Endstadium (also der höchsten Stufe) zusätzlich eine Regenbogen-Spur hinter der Spielfigur erscheint. Wo wir auch schon beim nächsten Thema wären: Visuell gehört "Bit.Trip Runner" mit zu den beeindruckendsten Spielen, die man aktuell im WiiWare-Angebot finden kann. Während die Hauptfigur nach wie vor in zweidimensionaler Form in der Gegend herumspringt, bestehen die Objekte im Vorder- und Hintergrund hingegen aus dreidimensionalen Polygonen - eine interessante Mischung! Außerordentlich gelungen sind zudem die angesprochenen 8-Bit-Bonuslevel als Hommage an die Anfänge des Videospielzeitalters, die bei vielen Spielern sofort Nostalgiegefühle wecken dürften und dem Spiel den serientypischen Retro-Touch verpassen. Das Gesamtbild wird schließlich durch den fantastischen, retro-angehauchten Soundtrack mit seinen wunderschönen und ohrwurmartigen Melodien abgerundet. Besonders hervorheben muss man an dieser Stelle die Titelmusik - ein Traum! Spielgeschehen und Soundtrack bilden erneut eine Einheit, denn mit jedem Ausweichmanöver im Spiel erzeugt ihr einen Ton, wodurch ihr wieder aktiv an der akustischen Untermalung mitarbeitet. Nur wer sich vom Rhythmus leiten lässt, wird die ganze Faszination des Spiels erkennen und erleben.

Fazit:
"Bit.Trip Runner" ist im Grunde genau das "perfekte" Download-Spiel, worauf wir als Spieler (und Tester) lange gewartet haben: Visuell und akustisch ein unvergleichliches, fast schon zeitloses Erlebnis, spielerisch hingegen eine anspruchsvolle Herausforderung mit relativ einfach gehaltenem Spielprinzip, das den Spieler allerdings mehrere Stunden sprichwörtlich vor den Bildschirm fesselt. Der einzige Vorwurf, den sich die Jungs und Mädels von Gaijin Games gefallen lassen müssen, ist der teils enorm hohe Schwierigkeitsgrad, der jedoch - offen gesagt - keinen wirklichen Kritikpunkt darstellt, denn das Spiel lässt erstaunlicherweise nie Frust aufkommen oder wird gar unfair dem Spieler gegenüber - ganz davon abgesehen, dass bisher alle "Bit.Trip"-Titel nicht gerade zu den einfachsten WiiWare-Spielen gehören. So ist der Titel unterm Strich dem vorrausgegangenen Hype mehr als nur gerecht geworden und gehört unverzüglich auf die Konsole jedes Wii-Besitzers! Nicht zuletzt der charmante Preis von 800 Punkten sollte zum Download dieses absolut grandios designten Meilensteins einladen. (Alexander)

Pluspunkte:
+ völlig neues Spielkonzept
+ mehr als 30 Level
+ Endlich Commander Video als Spielfigur!
+ Spieldesign ohne Frustfaktor
+ anspruchsvolle & faire Herausforderungen
+ fantastischer Grafikstil (2D/3D)
+ Stil der 8-Bit-Bonus-Level!
+ fetziger Soundtrack

Minuspunkte:
- teils sehr (!) anspruchsvoll

Wertung:
Einzelspieler: 10,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 800 Nintendo Punkte

news@mag64.de (27.06.2010)

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