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Bit.Trip Void (WiiWare)
Wenn man den kreativen Köpfen von Gaijin Games eines definitiv nicht vorwerfen kann, dann ist das Ideenlosigkeit! Nach dem grandiosen "Bit.Trip Beat" und dem ebenso großartigen "Bit.Trip Core" stellte sich uns im Hinterkopf eine entscheidende Frage: Kann das überhaupt noch besser werden? Mit entsprechend hohen Erwartungen wagten wir uns an ihr drittes WiiWare-Meisterwerk namens "Bit.Trip Void" und können euch die Antwort auf diese Frage heute nach einigen intensiven Test-Sessions geben. Kurz und knapp: Ja! "Void" zeigt eindrucksvoll, dass die Entwickler noch lange nicht an ihre künstlerischen Grenzen gestoßen sind, denn der dritte Ableger der Pixel-Geschicklichkeitsserie bietet ein erfrischend neues Spielprinzip, ohne dabei den Charme der beiden Vorgänger zu verlieren. Doch genug der langen Rede, widmen wir uns dem Spiel im Detail!

In "Void" übernehmt ihr per Control Stick des Nunchuks oder Classic Controllers die Kontrolle über eine kleine, schwarze Pixel-Wolke ("das Void"). Diese müsst ihr nun so über den Bildschirm manövrieren, dass ihr die aus allen Richtungen hereinfliegenden schwarzen Pixel, "Beats" genannt, auffangt und dagegen ihren weißen Ebenbildern ausweicht. Jeder absorbierte schwarze Beat lässt eure Wolke anschwellen, mit Auswirkungen auf den Spielablauf, sowohl negative als auch positive: Einerseits ist das Einfangen von Beats mit zunehmender Größe natürlich leichter und eure Punkteanzeige schnellt entsprechend nach oben, andererseits lässt sich eine große Wolke auch deutlich behäbiger bewegen als ihr kleineres Pendant, wodurch das Ausweichen von weißen Beats drastisch erschwert wird. Kollidiert ihr mit einem solchen weißen Pixel, dann fällt das Void auf seine Ausgangsgröße zurück und der bisherige Punkte-Multiplikator wird wieder auf Null gesetzt. Die Wolke kann man allerdings auch "von Hand" per Druck auf die A-Taste auf Originalgröße zurücksetzen, wodurch dem Spiel eine gewisse taktische Note anhaftet: Auf der einen Seite lässt man das Void anwachsen, um leichter und schneller Punkte zu machen, auf der anderen Seite muss es rechtzeitig im Umfang reduziert werden, um den weißen Beats auszuweichen zu können. Wie und wo ihr die Beats einsammelt, liegt übrigens ganz bei euch. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Spielen seid ihr in "Void" nicht mehr in eurer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Der Reiz des Spiels liegt eindeutig in der neuen, spielerischen Freiheit, die auch deutlich mehr Abwechslung im Spielverlauf zur Folge hat: Um eine Kette von Beats aufzusaugen, reicht es manchmal aus, schlicht und einfach an einem Punkt auf dem Bildschirm stehen zu bleiben, ein anderes Mal müsst ihr dafür quer über die Spielfläche - und zurück - eilen. Der aus den beiden Vorgängern bekannte Nether-Modus hat es erneut ins Spiel geschafft und so wechselt der Bildschirm in eine Schwarz-Weiß-Ansicht (ein Zeichen dafür, dass ihr dem "Game Over" recht nahe seid), sobald euch entweder zu viele der schwarzen Beats durch die Lappen gehen oder weiße Beats mehrfach mit eurem Void zusammentreffen. Leider sind in "Bit.Trip Void" keinerlei Anzeigen auf dem Bildschirm vorhanden, sodass ihr nie wisst, wie lange es noch dauert, bis ihr in den Nether-Modus wechselt bzw. wie lange es noch braucht, um wieder in den normalen Modus umzuschwenken. Dies kann auf den Spielablauf durchaus unvorteilhafte Folgen haben, da euch stets eine gewisse Unsicherheit bzgl. eurer Situation begleitet. Durchaus eine fragliche Neuerung der Entwickler, beide "Bit.Trip"-Vorläufer boten immerhin noch die nötigen Bildschirmanzeigen, ohne dass diese jemals negativ auffielen.

Musik spielt auch im dritten Ableger der Reihe wieder eine große Rolle. "Bit.Trip Void" bietet dem Spieler insgesamt drei Stages, die jeweils einen Song darstellen. Anfangs bestehen diese nur aus wenig spektakulären Dauerbeats, doch je weiter ihr spielt und je mehr Punkte ihr macht, desto umfangreicher und mitreißender werden die Melodie und zeigen ihr volles Potenzial. Bereits mit jedem aufgesaugten schwarzen Beat erzeugt ihr einen Ton der Melodie und so "bastelt" ihr euch im Verlauf der Level den ganzen Song zusammen - der übliche Ablauf in "Bit.Trip"-Spielen. Zur Freude einiger Spieler haben die Entwickler Checkpoints in die Stages integriert, sodass jeder Song in Segmente unterteilt ist, an deren Ende die bisherigen Punkte zusammengerechnet und eventuelle Bonuspunkte vergeben werden. Bei einem "Game Over" kann das Spiel am zuletzt passierten Checkpoint fortgesetzt werden. Wer nun glaubt, dass das Spiel dadurch viel zu einfach wird, liegt mit seiner Meinung nur teilweise richtig: "Void" ist gewiss der bisher leichteste "Bit.Trip"-Titel, dennoch solltet ihr den Schwierigkeitsgrad des Spiel nicht unterschätzen. Volle Konzentration und schnelle Finger werden verlangt, andernfalls kommt ihr kaum über den ersten Song hinaus. Wer alleine jedoch partout keine Erfolge verzeichnen kann, der lädt einfach drei Freunde zu sich nach Hause ein und geht das Spiel mit diesen gemeinsam im 4-Spieler-Kooperationsmodus an. Jeder Spieler übernimmt dabei die Kontrolle über sein eigenes Void, alle zusammen besitzen aber einen gemeinsamen Punktestand!

Die größte Besonderheit des Spiels, neben dem brillanten Soundtrack, ist natürlich die visuelle Aufmachung. Der Pixel-Stil ist nach wie vor grandios in Szene gesetzt und vermittelt einen gewissen Retro-Charme. Freut euch zudem auf teils wunderschöne Farbgestaltungen, deren Spannweite von dunkelviolett bis goldgelb reicht, und interessante Verdunkelungs- und Aufhellungseffekte. "Void" ist ein optisch beeindruckendes "Spiel" mit dem Kontrast zwischen hell und dunkel, was in der extremsten Form natürlich schon an den weißen und schwarzen Beats zu erkennen ist. Manche Spieler werden vermutlich der grellbunten Gestaltung der Vorgänger mit den beeindruckenden Hintergrundanimationen, welche die Geschichte des Bit.Trip erzählen, hinterher trauern, doch rein stilistisch konnte uns "Bit.Trip Void" mehr überzeugen. Hinzu kommt der abermals fetzige, mitreißende Soundtrack, der von der ersten Sekunde an gefällt sowie fabelhaft und eindrucksvoll mit dem Spielgeschehen harmoniert. Sound und Gameplay verbinden sich quasi zu einer Einheit und erzeugen damit ein Spielerlebnis, das wie kaum ein anderes ungemein an den Bildschirm fesselt.

Fazit:
Wer hätte gedacht, dass die Entwickler von Gaijin Games tatsächlich noch so viel aus dem "Bit.Trip"-Konzept herausholen! "Bit.Trip Void" muss sich keineswegs hinter seinen beiden Vorgängern verstecken, ganz im Gegenteil: Das Konzept ist erfrischend neu, das Gameplay bietet dem Spieler ganz ungewohnte "Freiheiten" und der "Kontrast-Stil" ist einfach großartig. Sicherlich, auch der dritte Ableger ist nicht ohne Makel und so vermissen wir wichtige Bildschirmanzeigen (z.B. die Nether-Leiste), der Schwierigkeitsgrad ist trotz Checkpoint teils brutal schwer und auch das Fehlen jeglicher Onlineangebote, beispielsweise in Form von Online-Highscorelisten, ist nicht ganz zeitgemäß. Nichtsdestotrotz bietet "Bit.Trip Void" ein einmaliges, faszinierendes Videospielerlebnis, welches Liebhaber der Serie nicht verpassen sollten. Kurz gesagt: Kaufen, downloaden und genießen! (Alexander)

Pluspunkte:
+ drei anspruchsvolle Level
+ erfrischend neues Spielkonzept
+ beeindruckender "Kontrast-Stil"
+ exzellenter Soundtrack
+ Kooperationsmodus für 4 Spieler

Minuspunkte:
- mitunter recht schwer
- fehlende Bildschirmanzeigen
- erneut keine Online-Ranglisten

Wertung:
Einzelspieler: 8,5
Mehrspieler: 8,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 600 Nintendo Punkte

news@mag64.de (27.06.2010)

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