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Tomena Sanner (WiiWare)
Verrückte Rahmenhandlung mit simplem Spielprinzip für zwischendurch? Elite Beat Agents für den Nintendo DS ist ein Paradebeispiel für das beschriebene Konzept. Tomena Sanner ist genau ein solcher Vertreter und verbindet witziges Design mit spaßigem Knöpfedrücken, ohne dabei geistige Höchstleistungen von euch zu verlangen.

Hitoshi Susumu, ein einfacher Geschäftsmann, hat endlich Wochenende und will so schnell wie möglich auf die nächste Tanzparty, um die Sau raus zu lassen. Nicht ganz einfach, wenn einem auf dem Weg Dinos, Samurais, Berge, Schulmädchen und Zombies im Weg stehen. Für solche geistigen Ergüsse muss man die Japaner einfach mögen. Tomena Sanner ist zwar ein 2D-Side-Scroller, aber viel mehr Reaktions- als Jump'n'Run-Spielchen, denn ihr benötigt lediglich den A-Knopf der Wiimote, um den Hindernissen auszuweichen, sie umzuhauen oder irgendwie mit ihnen zu interagieren. Mr. Susumu rennt dabei selbstständig, so dass ihr lediglich den Knopfdruck richtig timen müsst (quasi ein Rail-Jumper). Je nachdem wie gut euer Timing ist, bekommt ihr eine "Super"- oder "Gut"-Bewertung für das Hindernis. Drückt ihr zu früh oder zu spät, erscheint ein "Daneben" und ihr verliert wertvolle Zeit. Für jede Stage habt ihr nur eine Minute Zeit. Für gutes Timing und das Einsammeln von Items bekommt ihr wiederum Zeit gutgeschrieben. Schafft ihr es vielen Hindernissen in Folge auszuweichen, werdet ihr schneller und eure Figur bewegt sich weiter rechts im Bild, so dass ihr weniger Zeit zum reagieren habt. Wie genau eure Figur mit dem Hindernis interagiert, hängt von der Bewertung und vom Hindernis selbst ab. Autos werden einfach aus dem Weg geschleudert, Zombies werden per Bowlingkugel beseitigt, Dinos springt ihr auf den Kopf, mit Schulmädchen legt ihr eine schnelle Tanzeinlage ein und so weiter. Für die nötige Abwechslung sorgen die verschiedenen Gegner/Hindernisse und die Locations. Mal lauft ihr auf dem Mond, dann durch ein Dinosaurierland oder einfach durch einen Vulkan. Am Ende jeder Stage gibt es natürlich die angestrebte "Party-Time", bei der ihr ebenfalls in Form eines kleinen Minispiels im richtigen Moment A drücken müsst, um euren Score noch mal hochzuschrauben. Die Scores können nach jeder Stage in eine Wifi-Rangliste transferiert werden oder einfach lokal fest gehalten werden.

Die insgesamt neun Stages sind in drei Welten unterteilt, obwohl alle Stages komplett individuell gestaltet sind. Spielbar sind die neun Stages in verschiedenen Spielmodi. Im "Normal"-Modus funktioniert das Spiel wie oben beschrieben, während im "Turbo"-Modus das ganze Geschehen um ein vielfaches schneller abläuft, was eine fast übermenschlich schnelle Reaktion von euch verlangt. Der Schwierigkeitsgrad ist auf "Normal" sehr einfach, so dass man jede Stage problemlos beim ersten Versuch schaffen kann, während der "Turbo"-Modus es teilweise unmöglich macht rechtzeitig zu reagieren, ohne auf Gut Glück A zu drücken. Zwar motiviert das Spiel ausreichend, um sich durch den schnelleren Modus zu schlagen, etwas unausgewogen ist mein Eindruck vom Schwierigkeitsgrad dennoch. Einen Modus in dem es lediglich darauf ankommt viele Münzen auf dem Weg ins Ziel einzusammeln gibt es nicht, dennoch wird diese Statistik in der Rangliste separat festgehalten, so dass Highscore-Freunde hieraus zusätzliche Motivation schöpfen können.

Besonders positiv fällt der Mehrspielermodus auf. Dieser ist mit bis zu vier Leuten spielbar und bietet einige Zusatzfeatures. Es gibt spezielle Items im Level, die den Gegenspieler verlangsamen oder einfrieren, man kann seine Münzen in negativ wertende Münzen verwandeln und wenn man besonders gute Wertungen erspielt, erscheint ein Vorhang beim Gegner, der ihm die Sicht soweit behindern kann, dass er stellenweise sogar gar nichts mehr von seiner eigenen Figur erkennen kann. Kommen beide Spieler ins Ziel, gibt es noch eine synchrone "Party-Time", bei der man um die letzten Punkte tanzt. Entscheidend für den Sieg ist nämlich nicht die Zeit, die man ins Ziel benötigt, sondern wer bessere Wertungen bekommen, mehr Münzen eingesammelt und den Gegner behindert hat. Da der Fokus also auf dem Gesamtscore liegt, bekommt der Mehrspielermodus deutlich mehr Tiefgang als ein einfaches "Wettrennen". Der Bildschirmausschnitt ist leider recht klein, da das Seitenverhältnis im Splitscreen beibehalten wird. Der Spaßfaktor ist hier auf alle Fälle maximal für solch ein einfaches "Spielchen". Die Grafik kommt komplett ohne Texturen aus, ist aber genauso individuell wie das gesamte Spieldesign. Die Musik ist auf Grund des Tanz-Themas natürlich ein entscheidender Aspekt. Man bekommt zwar nicht das Gefühl, dass Musik und Timing ständing Hand in Hand gehen, doch der Takt der Melodien passt durchgängig gut zum Geschehen, ohne dabei im Vordergrund zu dudeln.

Fazit:
Für wenig Geld bekommt man ein erfrischendes und verrücktes Spiel für zwischendurch geboten, das einen im Einzelspieler zwar nicht stundenlang an den Fernseher fesselt, aber immer wieder für ein Ründchen zu gebrauchen ist. Zudem bietet das Spiel einen tollen Multiplayer für lockere Mehrspielerabende, der dauerhaft Spaß macht, da keine Partie wie die andere ist. Die vielen verschiedenen Interaktionen mit den Hindernissen sind schlicht unterhaltsam, so dass das sehr abgedrehte (japanische) Flair den Titel aus der Menge an simplen Geschicklichkeitstiteln hervorhebt. (Manni)

Pluspunkte:
+ witzige Rahmenhandlung
+ keine Einspielzeit (für potenzielle Mitspieler)
+ spannender Mehrspielermodus
+ absolut abgedrehtes Design
+ kniffliger Turbo-Modus

Minuspunkte:
- nur neun Stages (ca. 15Min Spielzeit)
- "Normal"-Modus zu leicht

Wertung:
Einzelspieler: 8,0
Mehrspieler: 9,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (05.06.2010)

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