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M.U.S.H.A. (Virtual Console | Mega Drive)
Die „Aleste“-Serie des japanischen Spieleentwicklers „Compile“ genießt unter Kennern des Shoot’em-Up-Genres einen exzellenten Ruf und sorgte in der Vergangenheit vor allem auf Segas Heimkonsolen für Furore. Ein Ableger der Reihe namens „Musha Aleste“ (bzw. „M.U.S.H.A.“ in den USA) kann nun – wie so viele andere Importperlen – mit einer enormen Verzögerung von knapp zwanzig Jahren nach dem ursprünglichen Release dank der Virtual Console auch in Europa gespielt werden.

„M.U.S.H.A.“ erfüllt – und das wird dem Spieler schon nach den ersten Eindrücken klar – geradezu perfekt das Klischee eines Shooters aus den Neunzigern: Robo-Mech-Flair, großkotzige Waffen und Projektilhagel soweit das Auge reicht. Später driftet das Flair auch in eine Art insektoide/diabolische Welt ab, die euch mit Teufelsgesichtern und herumflatternden Gegnern konfrontiert. Bezüglich dessen Aufkommen lässt sich „M.U.S.H.A.“ auch wahrlich nicht lumpen: Vom Start weg bleibt keine Zeit zum Verschnaufen, denn es kommen ziemlich schnell ziemlich viele Gegner auf euch zu; eine Art „Aufwärmphase“ existiert praktisch nicht. Nun sind die meisten Shoot’em-Ups aber von Natur aus auch nicht gerade dafür bekannt, besonders leicht oder einsteigerfreundlich zu sein. So stellt auch „M.U.S.H.A.“ eine ziemlich diffizile Angelegenheit dar, die dementsprechend jedoch auch ein exzellent bestücktes Waffenarsenal zur Verfügung stellt. Und genau hier kommen die so genannten „Powerchip-Träger“ zum Einsatz.

Diese fröhlichen Helferlein erscheinen von Zeit zu Zeit, schwirren unbeschwert auf dem Bildschirm herum und lassen bei Beschuss Powerchips frei, die wiederum das Primärfeuer verbessern bzw. modifizieren. Sammelt man drei Powerchips ein, erhält man zudem eine Optionswaffe, von denen bis zu zwei gleichzeitig mitgeführt werden können. Sie fungieren nützlicherweise nicht nur als unterstützende Waffen, sondern auch als Schutzschilde für euer Raumschiff, da sie ein paar Schüsse aushalten, bis sie schließlich irgendwann zerbersten. Darüber hinaus auch sehr praktisch: Hat man Powerchips für mehr als zwei Optionswaffen eingesammelt, werden die übrigen Optionswaffen „auf Lager“ mitgeführt und kommen so später auch noch zum Einsatz. Außerdem sind die Powerchip-Träger im Allgemeinen überaus wichtig: Habt ihr mal wieder das Zeitliche gesegnet, solltet ihr beim Wiedereintritt in das Level schleunigst den nächst besten Powerchip-Träger unter Beschuss nehmen um euer Geschoss zu modifizieren, da ihr ansonsten waffentechnisch eindeutig unterlegen seid. Das ist vor allem in den späteren Abschnitten überlebensnotwendig. Neben den normalen Powerchip-Trägern erscheinen zeitweise indes auch „Sub-Waffenträger“, welche Spezialwaffen Preis geben. Hier lassen sich so illustre Sub-Waffeneinheiten wie radioaktive Bomben, Laserstrahlen oder auch der „Defensivdetonator“ (das ist mal ein geniales Wort, nicht wahr?) aufstöbern, der als eine Art Energiebarriere seinen Dienst verrichtet.

Compiles Shooter ist auch in den Bereichen Grafik und Sound eigentlich nichts Negatives vorzuwerfen: Er offenbart einige der ansehnlichsten grafischen Effekte, die Segas 16-bit-Konsole je darzustellen vermochte. Hier haben die Japaner aus dem Mega Drive wirklich alles herausgeholt, was damals technisch möglich war: Ob opulente Endbosse oder detaillierte Hintergrundgrafiken; „M.U.S.H.A.“ (was nebenbei bemerkt übrigens für „Metallic Uniframe Super Hybrid Armor“ steht) bringt eine optische Bombe nach der anderen. Das im Anime-Stil gehaltene Intro ist ebenfalls ein Augenschmaus und überaus sehenswert. Und wie eben bereits erwähnt, ist auch die akustische Begleitung hervorragend ins Spiel integriert worden: Das fieberhafte Treiben wird von schnellen Stücken begleitet, die zum Gameplay passen „wie die Faust aufs Auge“. Also, lasst euch bitte noch eines gesagt sein: Mit knapp 50 verschiedenen Titeln ist das Shooter-Genre auf der Virtual Console reich vertreten, worunter auch einige Flops anzutreffen sind. „M.U.S.H.A.“ spielt jedoch eindeutig in der „Beletage“ mit.

Fazit:
Dieser Vertikal-Shooter aus dem Jahre 1990 macht im Grunde nichts falsch und bietet genau das, was ein ordentlicher 2D-Shooter vorweisen sollte: Ein überaus forderndes Gameplay mit haufenweise Gegnern, gespickt mit einem intelligenten Waffensystem und einem prächtigen Szenario. Und von der technischen Seite her betrachtet, ist er vermutlich einer der eindrucksvollsten Mega-Drive-Titel überhaupt. Shooter-Liebhaber dürfen hier blind zugreifen. (Niklas)

Pluspunkte:
+ grafisch und akustisch toll in Szene gesetzt
+ überaus herausfordernd
+ durchdachtes Waffensystem
+ stimmige Präsentation

Minuspunkte:
- hier eigentlich nicht vorhanden...

Wertung:
Einzelspieler: 9,0

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 900 Nintendo Punkte

news@mag64.de (04.06.2010)

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