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Frogger Returns (WiiWare)
Millionen Amphibien sterben jedes Jahr während ihrer Wanderschaft beim Überqueren von Verkehrsstraßen. An den primären Unfallorten installierte Spezialzäune und Tunnelsysteme können diesem dramatischen Massenmassaker nur bedingt entgegenwirken. Grund genug anscheinend für Konami, diese Thematik in Form eines neuen Frogger-Spiels aufzugreifen, das wahrscheinlich nicht jeden engagierten Tierschützer an den Fernseher fesseln wird.

Wählt ihr im Hauptmenü den Einzelspielermodus, habt ihr die Wahl zwischen vier Spielmodi. In der klassischen Variante „Arcade“ ist es euer Bestreben, die fünf Ziele am anderen Ende der Stage mit Fröschen zu besetzen. Ihr habt mit jedem Frosch genau eine Minute Zeit, um die Hindernisse - darunter Flüsse, Straßen, Bahnübergänge, streunende Hunde etc. – zu überwinden und euren grünen Freund auf einem der Ziele zu parken. Sind alle fünf Felder gefüllt, geht es in das nächste von insgesamt vier Levels. Power-Ups, die bewegliche Hindernisse einfrieren, euch unverwundbar machen oder den Verkehr rückwärts laufen lassen, helfen euch bei der Rettungsaktion. Gabelt ihr zwischendurch einen der kleinen roten Frösche auf und rettet diesen mit ins Ziel, gibt es Bonuspunkte für den Highscore. Dieser ist im Spielmodus „Punkteangriff“ von Bedeutung, wo ihr die Stages einzeln anwählen könnt, um euren dortigen Score zu verbessern. Online-Ranglisten gibt es leider nicht. Beim „Zeitangriff“ geht es schlicht darum, die Frösche möglichst schnell ins Ziel zu steuern. Relativ sinnfrei ist wiederum das „Freie Spiel“, in dem ihr ohne Zeitdruck einzelne Levels drauflos spielen dürft. Das Steuerungsschema ist so simpel, wie vor 30 Jahren. Ihr springt per Steuerkreuz Feld für Feld voran, erwischt ihr dabei ein Hindernis, verliert ihr eines eurer drei Continues. Da die Kamera den Frosch von oben zeigt, aber leicht nach hinten versetzt ist, lässt sich in stressigen Situationen nicht immer klar erkennen, wo genau das nächste Feld anfängt und aufhört bzw. ob das nächste Feld begehbar ist. Die Optik ist zwar recht gradlinig gehalten, um die Übersicht zu wahren, doch beim halbherzigen Versuch, die technische Seite der Serie mit simpelster 3D-Grafik aufzuwerten, ist eine pixelige und extrem uncharmante Umgebung entstanden. Gegner beispielsweise strampeln zwar mit den Beinen, scheinen gleichzeitig aber unabhängig ihrer Bewegungen über den Boden zu schweben. Die trashigen Soundeffekte werten den Gesamteindruck ebenfalls eher ab, als auf. Rätselhaft bleibt auch die Tatsache, dass man Frogger Returns nur mit vertikal gehaltener Wiimote spielen kann. In Anbetracht dessen, dass man lediglich das Steuerkreuz benötigt, wäre eine Unterstützung des Classic Controllers sinnvoll gewesen. Ein Pointer- oder Schüttelfeature gibt es zumindest nicht, das diese Entscheidung rechtfertigt.

Der Mehrspielermodus hebt den Titel ebenfalls nicht in höhere Wertungssphären. Auch hier finden sich vier verschiedene Challenges, vom „klassischen Rennen“ (wer zuerst 3 von 5 Zielen besetzt, gewinnt), bis hin zum Fliegenfest, bei dem ihr mehr Fliegen als der Gegner verschlingen müsst, welche über die jeweilige Stage verteilt sind. Da der Bildschirm im Mehrspielermodus nicht aufgeteilt ist, sind die Maps entsprechend kleiner und die Kamera steht senkrecht über den Protagonisten, was das Geschehen spürbar übersichtlicher macht, als im Singleplayer. Schade, dass man dem Spieler nicht die Wahl gelassen hat, welche Perspektive er bevorzugt. Für ein oder zwei Runden zwischendurch taugt der Multiplayer, aber sonderlich motivierend ist keine der Challenges auf Dauer. Einen Wifi-Modus darf man hier ebenfalls nicht erwarten.

Fazit:
Der schluderig programmierte, traurig dreinblickende Frosch aus dem Menübildschirm, dem der Begriff Anti-Aliasing wohl für immer ein Fremdwort bleiben wird, steht irgendwie für den Gesamteindruck von Frogger Returns. In Zeiten von ausgeklügelten und kreativen Geschicklickeitsspielen à la Bit.Trip kann Frogger in dieser Form keinen Blumentopf mehr gewinnen. Die Grafik wirkt lieblos, ein Retrofaktor ist nur spärlich vorhanden und hat man einmal alle vier Stages gesehen, verliert das Spiel zu schnell seinen Reiz. Zählt ihr euch nicht zu den hartgesottenen Frogger- und/oder Geschicklichkeitsfans, werdet ihr euch mit diesem Spielchen schnell langweilen. (Manni)

Pluspunkte:
+ leicht zugängliches Spielprinzip
+ Power-Ups sorgen etwas für Abwechslung

Minuspunkte:
- wenig Maps im Einzel- und Mehrspielermodus
- lieblose Optik
- Punktejagd ohne Online-Ranglisten
- Ein Klassiker, der seinen Reiz längst verloren hat

Wertung:
Einzelspieler: 4,0
Mehrspieler: 4,5

Screenshot 1

Screenshot 2

Preis: 500 Nintendo Punkte

news@mag64.de (14.03.2010)

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